Fußball ist – im Gegensatz zum Skifahren – ja eher ein linker Sport. Er ist städtisch geprägt, die Arbeiterklasse ist traditionell überproportional vertreten, sowohl bei den Spielern als auch bei den Anhängern. Das Kollektiv spielt eine wichtige Rolle. Und obwohl auch der Fußball heutzutage schon durch und durch kommerzialisiert ist, sich Zuckerwassergetränkehersteller, Scheichs und Oligarchen Vereine halten, liegt dem Spiel noch immer der Traum (oder die Illusion) zugrunde, dass sich die Schwächeren über die Stärkeren erheben können. Eine Vorstellung, die von vielen fußballbegeisterten Linken wie ein Fanschal hochgehalten wird. Denn wie hieß es nun aus Anlass der EM so schön aus berufenem Munde: „Fußball hilft, sich über die Logik des Individualismus und Egoismus, die oft das menschliche Miteinander prägen, zu einer Logik der Brüderlichkeit und Liebe zu erheben, die es erlaubt – auf jeder Ebene – eine Gemeinschaft aufzubauen, die das Wohlergehen all ihrer Mitglieder fördert.“
Das Zitat stammt übrigens weder von Erich Foglar noch von Hugo Chavez. Und auch nicht von Alexis Tsipras. Es stammt vom Stellvertreter des Fußballgotts auf Erden höchstpersönlich – von seiner Heiligkeit, Papst Benedikt XVI. OLI
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.06.2012)















