Euro und Griechenland – die Kombination ist also doch erfolgreich. Denn die griechische Nationalmannschaft feierte bei der Euro einen Sensationssieg gegen Russland. Am Tag darauf siegten bei den griechischen Parlamentswahlen die Konservativen – also Vertreter des Establishments. Zufall?
Mitnichten. Denn Wissenschaftler der Uni Stanford haben herausgefunden, dass etablierte Politiker eher gewählt werden, wenn die Bürger mit ihrer Lieblingsmannschaft zufrieden sind. Siegt die Mannschaft kurz vor der Wahl, haben regierende Kandidaten oder Parteien einen Stimmenbonus von 1,61 Prozentpunkten. Alfred Gusenbauer hatte also nur Pech: Er wurde 2008 inmitten der Fußball-EM und nach zwei sieglosen Spielen Österreichs parteiintern als Chef abgesägt. Unter SPÖ-Teamchef Werner Faymann wurde es aber auch nicht besser: Am Tag seiner Kür verlor Österreich noch das dritte, entscheidende Spiel gegen Deutschland. Auch Faymann sollte die Stimmenverluste der SPÖ im selben Jahr nicht mehr verhindern können.
Die Statistik erklärt also, warum die Regierenden bei Fußballspielen immer so eifrig mit rot-weiß-roten Schals auf der Ehrentribüne mitfiebern. Es geht ihnen nicht um die Mannschaft, sondern nur um ihren Wahlerfolg. AICH
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.06.2012)















