Die Position des Enfant terrible bei dieser EM ist mit dem Italiener Mario Balotelli bestens besetzt. Das ist jener Spieler von Manchester City, den man nach seiner Ankunft ebendort Haushaltsgeräte kaufen schickte und der mit zwei Vespas und einem Trampolin zurückkehrte.
Nun wurde Balotelli unmittelbar nach seinem Tor gegen Irland von einem Mitspieler der Mund zugehalten. Balotelli war im Begriff, seinen eigenen Trainer zu beschimpfen, der ihn erst in der 74. Minute eingetauscht hatte. Womit Balotelli in seiner Entfaltung als Bad Boy eindeutig tätlich gehindert wurde – das würde selbst ein ungarischer Torrichter so sehen.
Dabei hat Balotelli noch Glück, dass Marko Arnautovic nicht auf dem Platz steht, um ihm die Position streitig zu machen. Denn dieser lässt sich nicht so leicht den Mund verbieten. Bei einer Verkehrskontrolle in Floridsdorf soll er dieser Tage laut „Heute“ zu einem Polizisten gemeint haben: „Ich hab bei Inter Mailand gespielt. Du hast mir nichts zu sagen. Ich verdiene so viel, dass ich dein Leben kaufen kann.“
Auf solche Debatten lässt sich Balotelli übrigens erst gar nicht ein. Er stellt sein Auto ab, wo es ihm beliebt. Strafmandate jenseits der 10.000 Euro zeugen davon. OLI
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2012)















