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Olympia: Ein Sieg im Kampf ums Kopftuch

31.07.2012 | 16:39 |   (Die Presse)

Wodjan Ali Seraj Abdulrahim Shaherkani aus Saudiarabien darf im Judo nun doch mit einer eigens gefertigten Kopfbedeckung antreten.

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Wien/W.W. Es war dem IOC-Präsidenten Rogge ein großes Anliegen, dass bei den Sommerspielen 2012 in London in allen antretenden Teams zumindest eine Frau vertreten ist. Er feierte das nach der Einführung von Jugendspielen auch bei der Eröffnungsfeier als eine Art persönlichen Triumph. Rogge sprach von einer historischen Entwicklung. Und diese Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Die olympische Familie befindet sich im Wandel der Zeit, gelöst hat man nun ein weiteres Problem. Denn die muslimische Sportlerin Shaherkani darf nun doch mit einer speziell angefertigten Bedeckung starten. Es ist ein historisches Ereignis, das aber ein langes Vorspiel hatte. Ein Vorspiel, das von Irrungen und Wirrungen begleitet war.

Lange Verhandlungen

Die historische Olympia-Premiere der saudiarabischen Judoka Wodjan Ali Seraj Abdulrahim Shaherkani ist gesichert. Die Sportlerin darf am Freitag mit einer Kopfbedeckung starten, teilte die Sprecherin des saudischen Nationalen Olympischen Komitees, Razan Baker, in London mit. Darüber hatte es mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und dem Internationalen Judoverband (IJF) Verhandlungen gegeben. Alle drei Parteien hätten sich am Nachmittag auf ein speziell designtes Kopftuch geeinigt. Auch IJF-Sprecher Nicolas Messner bestätigte, die 16 Jahre alte Shaherkani werde antreten.

Shaherkanis Vater hatte der Zeitung „Al Watan“ zuvor gesagt, er werde seine Tochter ohne traditionellen Hidschab nicht starten lassen. Die IJF hatte eine Teilnahme ohne Kopftuch zur Bedingung für ihren Start gemacht. Das Kopftuch entspreche nicht den Regeln, sagte IJF-Präsident Marius Vizer. Außerdem gehe davon eine Verletzungsgefahr aus.

Proteste

Shaherkani ist eine von zwei Athletinnen, die das Nationale Olympische Komitee Saudiarabiens für die London-Spiele nominiert hat. Neben ihr geht die in den USA lebende 800-Meter-Läuferin Sarah Attar an den Start. Bei der Eröffnungsfeier hatten beide Sportlerinnen Kopftücher getragen.

Das Tragen des Schleiers ist in Saudiarabien für Frauen Pflicht. Die Athletinnen haben bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme in der Geschichte ohnehin einen schweren Stand. Denn ihr Start hatte in Saudiarabien Proteste in religiös-konservativen Kreisen ausgelöst.

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7 Kommentare
Gast: A.B.C.
01.08.2012 12:10
4 0

Jedes Ding hat zwei Seiten

Dass die Frauen aus den religionsdominierten Ländern teilnehmen dürfen - wunderbar.

Dass hier aber die Regeln des Teilnehmerlandes übernommen werden - eher eine Niederlage.......

Dann dürfen auch Schwimmern und anderen Sportlern keine Auflagen im Hinblick auf die Kleidung gemacht werden, sonst ist das Diskriminierung der anderen Sportler !

Religion hin oder her, Religion hat im Sport nichts zu suchen.


2 0

Ich dachte

es ist Frauen in Saudiarabien verboten Sport zu treiben?

Aber es ist ein Fortschritt, dass das jetzt doch zugelassen wird. Sie können ja auch eine Haube mit Sehschlitz tragen.

Was stört ist, dass man die Mimik des Gesichts dann nicht sieht. Was im Kampfsport auch für den Gegner ein Nachteil sein kann.
Außerdem sieht es sehr unpersönlich aus, wenn man das Gesicht der Sportlerin nicht sehen würde!

Mir gefällt das jedenfalls nicht.


0 7

Symbole regieren die Welt

Auch wenn sie letzte wird, das Erlebnis ein solches Großereignis genießen zu können wird sie beflügeln.
In der westlichen Welt mag Gleichberechtigung andere Themen betreffen, für einen konservativ klerikalen Staat wie Saudi Arabien, sind diese Teilnahmen ein enorme Entwicklung.
Hier die Regeln zu dehnen, war sicher der richtige Weg.
Neben allem Kommerz auch einmal ein Tribut an die grundlegenden Ideen der Spiele.

Antworten Gast: schlÄchter
01.08.2012 11:08
4 0

Re: Symbole regieren die Welt

sg boas!
man kann durchaus so argumentieren wie sie es tun.
+
nur kann man die sache auch anderst sehen: saudi arabien ist eine der schlimmsten weil intolerantesten regime der welt. religiöse minderheiten und frauen haben da nichts zu lachen-die allmächtige wahabitische religionspolizei und justiz ist gnadenlos: todesurteie und brutalste körperstrafen sind an der tagesordnung (!).
dass olympa - und symbole regieren wirklich - auch politisch mißbraucht werden kann wissen wir seit 1936 (berlin).

wie das saudische regime diese zulassung politisch ausschlachtet oder interpretiert muss man sich fragen: als sieg der eigenen ideologie-sehther unsere komorpmisslose haltung wird von der weltgemeinschaft akueptiert-weil man ja das kopftuch als symbol zulassen muss!
ergo: man muss nichts ändern, man wird bestätigt?

im völkerrecht gilt das recht des stärkere-begrenzt nuir durch die reziprozität - ich kann so weitgehen wie andere es mir zugestehen.

das dehnen der regeln kann also durchaus auch wasser au die mühlen der komorpmisslosen sein- dann wäre es aber sehr kontraproduktiv im sinne einer völkerverständigung.

mfg
s.

Gast: saudiarabians
31.07.2012 21:23
5 0

sponsoring

Wer zahlt, schafft an - war doch immer so. GB hat sicher keine Sponsoren gebraucht?

Gast: Seeland W
31.07.2012 20:05
11 0

Das Bild zeigt die zukünftige Olympiasiegerin

Wer die ansieht, fällt schon vor dem Kampf in Ohnmacht.

0 3

Jösas

.. die Welt im Wandel.

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