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Der letzte Landesvater

02.08.2012 | 18:24 |   (Die Presse)

Kurt Beck, seit 1994 Landeschef in Rheinland-Pfalz, setzt die Nürburgring-Pleite zu.

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Kurt Beck ist ein Fossil. Nicht nur, weil der leutselige Pfälzer bereits seit 18 Jahren Ministerpräsident ist. Sondern weil er einen aussterbenden Politikertypus repräsentiert. Den des Landesvaters, der nicht so genannt wird, weil er zufällig gerade Landeschef ist, sondern weil er sich kümmert. Und der gelernte Elektrotechniker und SPD-Mann Beck kümmerte sich meist, um den Wirtschaftsboss wie um den an der Existenzgrenze lebenden Hartz-IV-Bezieher.

Wer in einem ländlich geprägten Bundesland diese Bürgernähe glaubhaft vermittelt, kann wenig falsch machen. Außer er stellt sich mit seiner Selbstherrlichkeit ein Bein. Kurt Beck passierte das um ein Haar mit der Pleite des Nürburgring-Ausbaus, bei der das Land fast 500 Millionen Euro in den Sand setzte. Diese Woche bat Beck dafür in einer Sondersitzung des Landtags um Entschuldigung. Einen Rücktritt lehnt er freilich ab.

Ein zweiter Fehler unterlief Beck als er 2006 bis 2008 als Parteichef nach Berlin ging. Dort verhedderte er sich im Intrigenspiel der Hauptstadt-Politik. Beck spielt nicht über Bande, er schießt direkt. Das kam in Berlin nicht gut an, wo man den „Provinzler“ belächelte. „Wenn ich sehe, was sich dort an Hahnenkämpfen abspielt, kann ich nur den Kopf schütteln“, sagte er später in einem Interview. Also ging er zurück in die Provinz. Denn dort gibt es nur einen Hahn. hd

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2012)

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