Der rote Neugebauer

Wann immer die SPÖ etwas zu verteidigen hat, schlägt die Stunde des Otto Pendl. Derzeit hat er viel zu tun.

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(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Im Parlament nennen sie ihn wahlweise „Abrissbirne der SPÖ“ oder, in Anlehnung an sein Wiener Würstelstand-Idiom, „roter Mundl“. Dabei wird Otto Pendl, Bürgermeister von Trumau (NÖ), Abgeordneter seit 1998 und derzeit Fraktionsführer seiner Partei im Korruptions-Untersuchungsausschuss, geschätzt und gefürchtet zugleich. Der 60-Jährige ist nämlich eine Art Fritz Neugebauer der SPÖ: Ein Politiker alter Schule, dessen Stunde immer dann schlägt, wenn es in der Partei etwas zu verteidigen gibt.

Wann auch immer die „gnädige Frau“ Moderatorin (Ingrid Thurnher) oder Ausschuss-Oberstaatsanwalt Peter Pilz Mittwochabend am „Runden Tisch“ des ORF Widersprüche in der Inseratenaffäre aufzuklären versuchten, kam das Pendl-Catenaccio zur Anwendung: Geh' bitte! Was ist denn schon passiert?

Besonders wirksam ist diese Taktik, wenn Pendl mit seinem kongenialen Partner Werner Amon, dem ÖVP-Fraktionsführer, in Erscheinung tritt. Dass Ex-Innenminister Ernst Strasser 2008 nicht im Spitzel-U-Ausschuss aussagen musste, verdankt er der Pendl-Amon-Allianz. Die Begründung damals: Man wolle eine Politshow verhindern. Kommt einem irgendwie bekannt vor, nicht? pri

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.09.2012)

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