Wasseraufbereiter, Judoka, Klubobmann

08.11.2012 | 18:35 |   (Die Presse)

Robert Lugar, der den Stronach-Klub jetzt im Parlament führt, mangelt es nicht an Sendungsbewusstsein.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

 

Die Rolle als weithin unbeachteter „wilder Abgeordneter“ und Hinterbänkler im Hohen Haus behagte ihm nicht. Mit entsprechender Vehemenz hat der gebürtige Innsbrucker Robert Lugar (42) schon in den vergangenen Wochen nach seinem Wechsel zum Team Stronach versucht, dort die Zügel in die Hand zu nehmen. Seit Donnerstag ist der Tiroler, dem es nicht an Sendungsbewusstsein fehlt, nominell mit in der ersten politischen Reihe – als erster Klubchef des Teams Stronach.

Das bringt dem Nationalratsabgeordneten und selbstständigen Unternehmer privat ein Problem. Denn 2003 hat Lugar, der einst eine Lehre als Elektroinstallateur bei den Innsbrucker Stadtwerken absolviert hat, in Niederösterreich eine eigene Firma zur Wasseraufbereitung gegründet. Diese kann er, weil für Klubobmänner ein Berufsverbot gilt, nun nicht selbst weiterführen. Der ehemalige Zeitsoldat ist auch abseits der Politik an harte Bandagen gewöhnt: Er war Judoka und als solcher Mitglied des Jugendnationalteams.

Politisch hat Robert Lugar schon einige Stationen hinter sich: In der FPÖ war der Haider-Anhänger ab 2000 Vorstandsmitglied in Baden, ab 2001 dann Bezirksobmann des Ringes Freiheitlicher Wirtschaftstreibender. 2008 trat er schließlich für das BZÖ bei der Nationalratswahl an. Es folgte eine kurze Episode bis September 2011: Der Weg zum BZÖ-Generalsekretär blieb ihm verbaut. Er wurde fraktionsloser Mandatar. Jetzt ist er mit BZÖ-Obmann Josef Bucher als Klubchef sogar auf Augenhöhe. ett

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2012)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Top-News

  • Wahlaufhebung - und was jetzt?
    Der Entscheid des Höchstgerichts bedeutet nicht nur eine Neuauflage der Hofburg-Stichwahl. Wahlergebnisse wird man künftig später erfahren. An der Staatsspitze stehen ab nächster Woche drei Personen.
    Nur das Höchstgericht hat nicht verloren
    Der Verfassungsgerichtshof hat rasch, transparent und stringent für juristische Klarheit gesorgt. Politisch irrt die Republik aber im Nebel herum.
    77.926 Mal potenziell verzählt
    VfGH-Präsident Gerhart Holzinger begründete die Aufhebung der Stichwahl mit den festgestellten Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung und der vorzeitigen Weitergabe von Teilergebnissen durch das Innenressort.
    Norbert Hofers Lust auf den Wahlkampf
    Die FPÖ will jetzt nicht jubeln und einen kostengünstigen Wahlkampf führen – und setzt alles daran, die Wiederholung der Stichwahl zu gewinnen.
    Grüne rechnen mit einer Öxit-Debatte
    Der (vorerst) verhinderte neue Bundespräsident und sein Team stellen sich auf eine völlig neue Wahlbewegung ein, die vom britischen EU-Austritt beeinflusst werden könnte.
    „Die überforderte Republik“
    AfD-Chefin Petry warnt Gegner EU-kritischer Parteien vor undemokratischen Methoden. Deutsche Medien sehen eine Blamage und ein „austriakisches Schlamassel“.
AnmeldenAnmelden