Ein „Girl“, das wir uns merken sollten

21.12.2012 | 18:40 |   (Die Presse)

Lena Dunham ist der neue Liebling des Showbiz. Nun kassiert sie 3,7 Millionen Dollar Vorschuss für ihr erstes Buch.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Viel hat sich im Showgeschäft nicht verändert. Noch immer lassen sich Erfolg und Prominenz (auch) an Zahlen festmachen. Lena Dunham ist 26, hat 506.290 Twitter-Follower und soeben einen Vorschuss für ihr erstes Buch „Not that kind of girl“ ausverhandelt, der europäische Bestsellerautoren neidisch machen würde: 3,7Millionen Dollar zahlt ihr der Verlag Random House vorab für ihren Ratgeber (zum Vergleich: Bill Clinton bekam angeblich zehn bis zwölf, Sarah Palin nur 1,25 Mio. Dollar).

Zahlen hin oder her, Lena Dunham ist in den USA in wenigen Monaten zum Star geworden; ist so etwas wie die intellektuelle, normalgewichtige Sarah Jessica Parker. Ihre Serie „Girls“, für die sie das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle der Hannah Horvath übernahm, war so erfolgreich, dass der Sender HBO am 13. Jänner die zweite Staffel startet. Die Geschichte rund um vier New Yorker Mittzwanzigerinnen, die am Rande des Prekariats leben und anders als ihre älteren TV-Schwestern aus „Sex and the City“ in der ersten Staffel kein einziges Mal Schuhe oder Kleidung einkauften, trifft das Lebensgefühl junger Menschen gut. Einzige Kritik, die es gab: dass in Staffel eins nur weiße, heterosexuelle Figuren eine Rolle spielten. Die Drehbuchautorin gelobte Besserung in den weiteren Staffeln.

Das Tröstliche an Lena Dunhams Erfolg: Die Dame ist nach herkömmlichen Regeln des Showbiz nicht unbedingt attraktiv, aber gescheit. Das zeigen auch ihre im „New Yorker“ veröffentlichten Texte, wie der berührende Nachruf auf ihr Vorbild Nora Ephron. Die Regisseurin („Schlaflos in Seattle“) hatte Dunham per Mail zu ihrem Film „Tiny Furniture“ gratuliert und sie zum Essen eingeladen, ab da waren sie befreundet. Vom Idol erkannt und geschätzt zu werden, das ist mitunter auch ein schöner Beweis für Erfolg. AWA

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Top-News

  • Papst Franziskus erteilt Segen "Urbi et Orbi"
    In seiner Osterbotschaft forderte Papst Franzikus vor 150.000 Menschen in Rom eine politische Lösung in der Ukraine und einen verstärkten Einsatz gegen die Hungersnot. Auf Ostergrüße in verschiedenen Sprachen verzichtete Franziskus auch heuer.
    Ostern ist das neue Weihnachten
    Während die Konsumlaune zu Weihnachten stagniert, geben die Österreicher immer mehr für Ostergeschenke aus. Der Handel steigert die Kauflust mit Umfragen und Lockangeboten.
    Ostukraine: Fünf Tote bei Schusswechsel
    Bei einem Angriff auf einen Stützpunkt prorussischer Separatisten starben drei Separatisten und zwei der Angreifer, berichtet der russische Sender Rossija 24.
    Formel 1: Hamilton holt dritten GP-Sieg in Folge
    Der Mercedes-Pilot Lewis Hamilton gewann am Sonntag in Shanghai vor Nico Rosberg und Fernando Alonso. Sebastian Vettel landete auf Platz fünf.
    Die Industrie probt den Aufstand
    Österreichs Spitzenmanager haben genug von hohen Lohn- und Energiekosten und drohen schon mit Abwanderung. Voest, OMV, Lenzing und Industriellenvereinigung gehen vor der Budgetrede des Finanzministers in die Offensive.
    Sparvorgaben: SPÖ sucht gemeinsame Linie
    Immer mehr SPÖ-Politiker wollen das Schulbudget neu verhandeln. Doch der Finanzminister bleibt hart – und der Kanzler schweigt.
AnmeldenAnmelden