Zyperns Präsident im Portrait: Der letzte Kommunist

11.02.2013 | 18:22 |   (Die Presse)

Zyperns Präsident, Dimitris Christofias, ist mit ein Grund für die verzögerte Hilfe von IWF und Europartnern.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

 

Mehr zum Thema:

Der kleine Mann ist eine große Persönlichkeit. So groß, dass er derzeit einer Hilfe des IWF und der Europartner für sein Land im Wege steht. Sie wird wohl erst nach den Neuwahlen am 17.Februar beschlossen. Dimitris Christofias, der nicht mehr als Staatspräsident kandidiert, ist nämlich nicht bereit, die Auflagen für die Milliardenkredite zu erfüllen. Eine Zustimmung zur Privatisierung von Staatsbetrieben verweigert er.

Christofias ist heute der einzige kommunistische Staatschef der EU. Er stammt aus einer Arbeiterfamilie in Kato Dikomo, studierte in der Sowjetunion. Aus dem einstigen linken Ideologen ist freilich längst ein pragmatischer Politiker geworden. Und das nicht ohne Grund. Seit 2008 regiert er ein Land mit einem riesigen Bankensektor, dessen niedrige Steuern vor allem russische Investoren anziehen. In seiner Amtszeit entschied sich die Republik Zypern ebenso wie Großbritannien, keine Finanztransaktionssteuer einzuführen. wb[EPA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.02.2013)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

1 Kommentare
Seydali13
11.02.2013 22:53
0

Richtige Tittel wäre Südzyperns Präsident..!!

Ja, das wäre korrekt da Herr Katastrofias vertritt d. türkischen Zyprioten nicht- und das
seit 1964 nicht! Genau so wenig hat die EU im
norden des Landes zu bestimmen.
Schadenfroh bin ich nicht, aber es geschieht Recht, und, Pech haben die EU-Bürger die
den Schlamsel finanzieren werden, ob sie es wollen oder nicht - so ein Pech!

Top-News

  • Wie wählt Österreich?
    Das Land ist vor der Bundespräsidentenstichwahl gespalten wie nie. Sind es wirklich nur die Enttäuschten gegen die Eliten, die Wütenden gegen das Establishment? Wir haben uns auf einer Tour durch Österreich umgehört.
    Als das Establishment Hautevolee hieß
    Es war der längste Wahlkampf in der österreichischen Geschichte – mit zahlreichen Eigenheiten. Welche Begriffe diese Auseinandersetzung um das höchste Amt im Staate prägten.
    Helden, Hellseher und eiskalte Zocker
    Wer wird die Wahl des Bundespräsidenten gewinnen? Der Boulevard scheint ratlos, ein Magazin empfiehlt gar den Highlander. Dabei müsste man doch nur das keltische Baumhoroskop fragen, was Hofer und Van der Bellen blüht.
    Die riskante Partie des „Verschrotters“
    Beim Verfassungsreferendum setzt Italiens Premier Renzi seine eigene politische Zukunft auf das Spiel.
    Ratlos nach dem Grauen
    Warum erschießt eine Frau ihre Familie? Nach dem Fünffachmord von Böheimkirchen spekuliert man über Sorgerechtsstreitigkeiten oder Krankheit. Eine Spurensuche.
    „Die jungen Menschen sind verzweifelt“
    Den Jungen fehlt die Perspektive, sagt Ökonom und Philosoph Rahim Taghizadegan: „Die Eltern sagen: 'Mach, was du willst!' Zugleich hören sie nur von Krise.“
AnmeldenAnmelden