Mit Schmäh, Charme und Millionen

21.12.2010 | 18:26 |   (Die Presse)

Seinen kernigen Tiroler Dialekt und seinen Frohsinn hat sich der mittlerweile ergraute Walter Meischberger die Jahre über bewahrt.

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Seinen kernigen Tiroler Dialekt und seinen Frohsinn hat sich der mittlerweile ergraute Walter Meischberger die Jahre über bewahrt – auch wenn er nun mit einem Fuß im Kriminal steht und angeblich nur aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht in U-Haft sitzt. Seine Kernkompetenz, die Menschen mit seinem Charme am Schmäh zu halten, greift allerdings nicht mehr so recht. Es sind zu viele aufklärungswürdige Vorwürfe, die auf ihn niederprasseln.

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Meischberger legte eine Karriere hin, wie sie nur in einer Partei wie der Haider-FPÖ möglich war. Der HTL-Absolvent für Heizungstechnik und Mineralölhändler brachte es als Teil der legendären „Buberl-Partie“ bis zum Generalsekretär der FPÖ. Wegen Anstiftung zur Steuerhinterziehung bei einem Fußballertransfer verurteilt, musste er sein Nationalratsmandat auf Druck der Parteiführung 1999 aber zurücklegen. Den Verzicht ließ er sich mit 2,5 Millionen Schilling abgelten.

Danach gründete der Trauzeuge von Karl-Heinz Grasser das „Seitenblicke Magazin“ und war als Immobilienunternehmer und Lobbyist tätig. Seine Freundschaft zum damaligen Finanzminister sollte dabei kein Nachteil sein. Wobei Meischberger Wert darauf legt, dass er den dicken Buwog-Fisch nicht dank seiner Kontakte zu Grasser, sondern jener zu Jörg Haider an Land gezogen habe. Walter Meischberger verdiente jedenfalls Millionen – eine noble Villa in Grinzing zeugt (noch) davon. oli

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2010)

 
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4 Kommentare
sucheBaecker
08.01.2011 12:06
0

Wenn aber der kleine Mann eine Monatsrate der Bank schuldet

Da wird er kraeftig ueber den Tisch gezogen. Hier werden offen Milliarden gestohlen, und der Ubeltaeter wird gedeckt, weil alle mithaengen. Als EX-Chef von Grasser muesste man den Schuessel zuerst drannehmen.

Gast: Antihaiderist
22.12.2010 14:24
2

Blau-orange Leistungsgesellschaft

Die "tüchtigen" alpinen Geschäftemacher haben die Chancen, die ihnen Haider und eine verdummte Wählerschaft geboten haben, ziemlich "anständig" ausgenutzt. Die Buberlpartie ist schon pensionsreif, jetzt kommt der "coole" Strache mit seiner Burschenschafter-Partie anmarschiert. Das "Volk" - ob alt ob jung - will betrogen werden. Gauner sind Helden, Techno ist Musik . . .

Gast: Schwärz Kufstein
22.12.2010 07:08
1

Typisch für die durch und durch kriminelle FPÖ ...


Die Blauen waren doch immer Lügner und Verbrecher.

Antworten der logiker
22.12.2010 11:53
0

Re: Typisch für die durch und durch kriminelle FPÖ ...

sie haben es eben von den Altpateien gelernt, nur die Umsetzung ist/war stümperhaft.

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