Mit Schmäh, Charme und Millionen

Seinen kernigen Tiroler Dialekt und seinen Frohsinn hat sich der mittlerweile ergraute Walter Meischberger die Jahre über bewahrt.

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(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)

Seinen kernigen Tiroler Dialekt und seinen Frohsinn hat sich der mittlerweile ergraute Walter Meischberger die Jahre über bewahrt – auch wenn er nun mit einem Fuß im Kriminal steht und angeblich nur aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht in U-Haft sitzt. Seine Kernkompetenz, die Menschen mit seinem Charme am Schmäh zu halten, greift allerdings nicht mehr so recht. Es sind zu viele aufklärungswürdige Vorwürfe, die auf ihn niederprasseln.

Meischberger legte eine Karriere hin, wie sie nur in einer Partei wie der Haider-FPÖ möglich war. Der HTL-Absolvent für Heizungstechnik und Mineralölhändler brachte es als Teil der legendären „Buberl-Partie“ bis zum Generalsekretär der FPÖ. Wegen Anstiftung zur Steuerhinterziehung bei einem Fußballertransfer verurteilt, musste er sein Nationalratsmandat auf Druck der Parteiführung 1999 aber zurücklegen. Den Verzicht ließ er sich mit 2,5 Millionen Schilling abgelten.

Danach gründete der Trauzeuge von Karl-Heinz Grasser das „Seitenblicke Magazin“ und war als Immobilienunternehmer und Lobbyist tätig. Seine Freundschaft zum damaligen Finanzminister sollte dabei kein Nachteil sein. Wobei Meischberger Wert darauf legt, dass er den dicken Buwog-Fisch nicht dank seiner Kontakte zu Grasser, sondern jener zu Jörg Haider an Land gezogen habe. Walter Meischberger verdiente jedenfalls Millionen – eine noble Villa in Grinzing zeugt (noch) davon. oli

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2010)

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