Viviane Reding: Barrosos Powerfrau

11.07.2011 | 18:22 |   (Die Presse)

Die Vizepräsidentin der EU-Kommission findet gern klare Worte – für schlimme Franzosen wie für böse Ratingagenturen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Viviane Reding nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Das mag daran liegen, dass die 60-Jährige als Journalistin beim „Luxemburger Wort“ arbeitete oder daran, dass sie in der EU-Kommission nicht nur für „Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft“, sondern auch für deren öffentliche Kommunikation zuständig ist. Viel wahrscheinlicher ist, dass die studierte Anthropologin nach zwölf Jahren als EU-Kommissarin schlicht abgebrühter ist als mache ihrer Kollegen.

Mehr zum Thema:

Obwohl: Nach ihrer anfänglichen Zurückhaltung beim Thema Bildung legte sich die dreifache Mutter 2006 mit den Mobilfunkbetreibern wegen deren überhöhter Roaminggebühren an – letztlich erfolgreich. Seit vergangenen Sommer geht es Schlag auf Schlag. Erst waren die Franzosen wegen ihrer Zwangsausweisungen der Roma dran. Reding gebot ihnen mit den Worten „Genug ist genug“ und der Erinnerung an Deportationen während des Zweiten Weltkriegs Einhalt. Letzteres nahm sie zurück, in der Sache blieb sie hart – auch wenn Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy beleidigt meinte, er messe dem, was Reding sage, nicht viel Bedeutung zu. Die Kommissarin ließ sich nicht einschüchtern und legte nach, indem sie das „deutsch-französische Diktat“ beim Euro-Stabilitätspakt „selbstmörderisch“ nannte.

Nach Monaten des – fruchtlosen – Zuredens droht sie Firmen nun mit einer gesetzlich verpflichtenden Frauenquote in Führungspositionen. Und um Europa vor der schädlichen Macht der US-Ratingagenturen zu schützen, forderte Reding, diese zu zerschlagen oder eigene europäische Agentur zu gründen. c.d.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.07.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

3 Kommentare

war das eine bezahlte einschaltung der kommission?

diese dame ist ja sowieso ständig gegen den willen des volkes.
für sie mag das ja praktisch sein, da sie ja nicht von diesem gewählt wird (wodurch es ihr ja eigentlich an fast jeder demokratischen legitimation fehlt) für europa ist diese dame jedoch eine schande!

wie war das mit frankreich?
zuerst regt sich diese dame auf, dass frankreich, als souveränes land von seinen rechten gebrauch macht, indem es illegale einwanderer abschiebt dann zieht sie dne schwanz ein und kriecht zurück nach brüssel.

jemand der in sovielen politischen ansichten ständig linkslinke forderungen vertritt die dem volk völlig gegen den strich gehen hat in der politik eigentlich ncihts verloren!

diese

frau nimmt doch eh keiner ernst !

Gast: grau
11.07.2011 20:02
1

eine abgelutschte politleiche, wie ALLE



ÄÄUUler, ist die 'powerfrau'.

wie billig wird es NOCH gegeben?

gerade will sie die ratingagenturen zusperren, das würstchen, schon lobt sie der apa-abschreiber von der presse.

völkischer beobachter auf ÄÄUU-isch?

Top-News

  • Nepal steht vor dem Kollaps
    Im Himalaja-Land wächst nach dem Erdbeben die Wut auf die Regierung: Für den Tod von 10.000 Menschen werden auch unfähige Politiker verantwortlich gemacht.
    USA: Das angesagte Chaos von Baltimore
    Chaoten und Verbrecher kapern Unmut gegen Polizeigewalt und sorgen für die schwersten Unruhen seit mehr als 40 Jahren. Die Bürgermeisterin verhängte eine nächtliche Ausgangssperre.
    Österreichs Unternehmen: Selbst die Besten schrumpfen
    Österreichs Unternehmen haben die jüngsten Krisenjahre schlechter überstanden als Schweizer und Deutsche. Alte Exportmärkte verdorren, die Wettbewerbsfähigkeit ist im Sinkflug.
    Im Namen der Republik
    Urteilsveröffentlichung in der Sache Dr. Herbert Stepic gegen diepresse.com wegen eines Kredits bei der Hypo Alpe Adria.
    Indonesien ließ sieben Ausländer erschießen
    Trotz heftiger Proteste wurden zwei Australier, ein Brasilianer und vier Afrikaner hingerichtet, die mit Drogen gehandelt hatten. Vor allem Australien hatte zuvor mit massiven Konsequenzen gedroht.
    Saudi-Chef des Dialogzentrums greift Kritiker an
    Generalsekretär Faisal zieht im Interview mit einer saudiarabischen Zeitung über österreichische "Parteien und Medien" her.
AnmeldenAnmelden