Der Euro-Falke

21.07.2011 | 18:18 |   (Die Presse)

Hollands Finanzminister, Jan Kees de Jager, sorgt mit seiner harten Haltung gegenüber Griechenland für Aufsehen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Ein teilweiser Zahlungsausfall Griechenlands wird laut Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker nicht mehr ausgeschlossen. Diese Aussage dürfte Labsal für den holländischen Finanzminister, Jan Kees de Jager, gewesen sein. Denn de Jager war vor einer Woche der erste Politiker, der das verpönte Wort „Zahlungsausfall“ in den Mund nahm, wofür er viel Kritik einstecken musste. Am Donnerstag bezeichnete er einen Zahlungsausfall als „unvermeidlich“.

Mehr zum Thema:

Der 42-jährige Christdemokrat sorgt mit seinen harten Aussagen gegenüber den mediterranen Schuldenstaaten häufig für Aufsehen. So meinte er zuletzt in einem Interview: „Hart durchgreifen ist die beste Medizin.“ Dies ist jedoch nicht nur auf die Staaten bezogen, auch die Banken will de Jager zu einer Beteiligung an der Hilfe „zwangsverpflichten“.

De Jager gilt daher als Falke in der Riege der Vertreter jener Länder, die die Hauptlast des Hilfspakets schultern müssen. Von Deutschlands Kanzlerin, Angela Merkel, forderte er „mehr Führung“ und weniger Abstimmung mit Frankreich.

De Jager steht aber auch selbst unter großem Druck. So wird sein Minderheitskabinett von der Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders nur geduldet. Und dieser ist gegen jegliche Hilfen. jaz

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.07.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

1 Kommentare
1 0

Tja

da sieht man wie heilsam der Einfluss eines solch pausenlos medial diffamierten "Rechtspopulisten" sein kann.

Zur Nachahmung in Österreich empfohlen, denn wir schieben ja noch völlig hemmungslos und ohne mit der Wimper zu zucken Milliarden nach Griechenland.

Top-News

  • Ist die Ganztagsschule abgeblasen?
    Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) verteidigt ihren Plan, bei den Ganztagsschulen zu sparen. Die Mittel seien bislang ohnehin nicht ausgeschöpft worden.
    Gefahr durch geheime EU-Deals
    Das System der EU ist wegen seiner Komplexität korruptionsanfällig, kritisiert Transparency International. Die Letztentscheidung in wichtigen Fragen fällt zu oft ohne Öffentlichkeit.
    Telekom Austria: Der viel kritisierte "Wunschpartner"
    Telekom. ÖIAG und América Móvil feiern ihre spät besiegelte Partnerschaft. Das Chaos sei vorbei. Nun wollen die Mexikaner mit der TA in Europa vor allem eines: Wachsen, wachsen, wachsen.
    Moskau startet Manöver
    Angesichts Kiews "Antiterror-Operation" hält Moskau Militärübung in Grenznähe ab. Ukrainische Truppen melden indes Erfolge.
    Hans Hollein: Auf dem Mond - oder woanders
    Am Donnerstag ist einer der großen Architekten und Künstler, die Österreich in der Welt vertraten, nach langer Krankheit gestorben. Hans Hollein wurde 80 Jahre alt. Sein Jubeljahr wird zum Jahr der Erinnerungen an den Universalisten.
    Bankensteuer: Lenkt die SPÖ ein?
    Das "Presse"-Interview mit Wirtschaftsminister Mitterlehner über eine Reduktion der Bankenabgabe sorgt für zahlreiche Reaktionen. Die SPÖ verlangt nun genaue Berechnungen.
AnmeldenAnmelden