Der Eigenwillige

10.08.2011 | 19:00 |   (Die Presse)

Über einen, dem die FPÖ nie traute. Als politisches Comeback habe er das Mandat im ORF-Stiftungsrat nie verstanden, sagte Norbert Steger vor ziemlich genau zwei Jahren zur „Presse“.

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Als politisches Comeback habe er das Mandat im ORF-Stiftungsrat nie verstanden, sagte Norbert Steger vor ziemlich genau zwei Jahren zur „Presse“: „Ich habe Heinz-Christian Strache gesagt, dass ich nach eigenem Wissen und Gewissen entscheide.“ Die FPÖ hätte also gewarnt sein müssen: Bei der Generaldirektorenwahl am Dienstag im ORF votierte der 67-Jährige für Alexander Wrabetz – und damit gegen den Willen seiner Partei, die ihn nun schon zum zweiten Mal eher unsanft loswerden will.

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Einmal, beim FPÖ-Parteitag 1986 in Innsbruck, ist es ihr bereits gelungen: Steger, damals Vizekanzler in einer Koalition mit der SPÖ, unterlag Jörg Haider in einer Kampfabstimmung, wobei nicht wenige von Putsch sprachen. Denn Steger war den meisten Parteifreunden zu eigenwillig gewesen; zu wenig weit rechts, wie manch einer sogar unkte. Stets hatte er versucht, der FPÖ ein liberaleres Antlitz zu verpassen, sie in die politische Mitte zu führen. Ohne Erfolg.

Nach Innsbruck arbeitete Steger wieder als Anwalt. Erst Strache reaktivierte ihn klammheimlich als Berater. Auch das dürfte nun Geschichte sein. pri

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2011)

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1 Kommentare

Das Märchen vom Putsch verbreiten vor allem jene,

dessen aktueller Parteivorsitzender von seinem Vorgänger an der Hand genommen und dem Onkel Hans präsentiert wurde. Ohne die zuständigen Parteigremien dazu überhaupt zu fragen.

In Wahrheit handelte es sich um eine (eh nur in minder entwickelten Demokratien wie Österreich so genannte) Kampfabstimmung: Zwei kandidierten, einer davon wurde gewählt.

Normal in normalen Demokratien. Nur in Österreich lässt sich den Dummen so was als Putsch verkaufen. Einen echten Putsch wie die Einsetzung Feymanns durch Hans Dichand per Leserbrief hingegen gilt wo noch als demokratisch?

Eben.

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