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Wer quält hier wen?

10.02.2012 | 18:38 |   (Die Presse)

„Harry“ Himmer hat Zores mit der Justiz.

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Harald Himmer ist sehr ehrgeizig, sehr selbstbewusst und sehr wortgewandt. Üblicherweise steht solchen Menschen eine große Karriere in Politik oder Wirtschaft nichts im Wege. Himmer war beides beschieden.

Als 26-Jähriger wurde er Bundesobmann der Jungen ÖVP – wo er mit dem einprägsamen Slogan „Bonzen quälen, Himmer wählen“ zumindest ein gerüttelt Maß an Aufmerksamkeit bekam. Fünf Jahre später war er Bezirksparteiobmann der ÖVP-Landstraße – und Mitglied des Bundesrates. Mittlerweile ist er Vizepräsident des Bundesrates. Mehr oder weniger parallel zu seinem Einstieg in die Politik trat er als Angestellter in den Alcatel-Konzern ein. Seit 2007 ist er Generaldirektor der Österreich-Tochter.

Doch irgendwie scheint seine Glückssträhne zu Ende zu sein: Ende 2009 wurde er noch hoch offiziell als neuer ÖVP-Wien-Chef präsentiert – bis ihm wenige Tage später Christine Marek den Job vor der Nase wegschnappte. Jetzt droht neuerlich Ungemach, allerdings gravierender Natur: Die Staatsanwaltschaft Wien hat einen Auslieferungsantrag gegen Himmer gestellt, der ja als Bundesrat Immunität genießt. Es geht um die sogenannte „Blaulicht-Affäre“: Dabei steht der Verdacht im Raum, dass bei der Vergabe des Blaulichtfunksystems „Tetron“ an das Konsortium Alcatel/Telekom Austria über den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly Schmiergeld geflossen ist. Von Alcatel sollen – so der Verdacht – von Ende 2005 bis Mitte 2007 insgesamt 719.970 Euro gekommen sein. Dies ergab jedenfalls die Öffnung von Mensdorff-Pouillys Firmenkonten. Gegen Himmer wird wegen des Verdachts der Untreue ermittelt.

Harald Himmer war in der Angelegenheit nicht zu sprechen. Rhetorische Zurückhaltung ist bei ihm aber einigermaßen ungewöhnlich. Für ihn und alle Beteiligten gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung. kor.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.02.2012)

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