Es war der damalige ÖVP-Landeshauptmann Wendelin Weingartner, dem die Leiterin der Rechtsabteilung der Brenner Eisenbahngesellschaft bei Diskussionen zu dem in Tirol so heiklen Thema Transit aufgefallen war. Im Alter von 31 Jahren fand sich Karin Hakl dann als Quereinsteigerin auf der ÖVP-Liste für den Nationalratswahlkampf 1999 wieder. Seither sitzt sie im Parlament. Zuletzt – und zwar bis gestern – als Sprecherin für Innovation und Telekommunikation ihrer Partei.
Die attraktive Juristin und Tochter des früheren Generaldirektors der Raiffeisen Landesbank Tirol arbeitete im Nationalrat lange Zeit weitgehend unauffällig vor sich hin. Nur mit ihrem Privatleben sorgte sie für kleinere Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass sie mit dem FPÖ-Nationalratsabgeordneten Harald Stefan liiert ist. Was nicht alle in ihrer Partei goutierten, gilt der Notar und Burschenschafter bei der „Olympia“ doch als einer der Rechtsaußen in der freiheitlichen Partei. Im Vorjahr kam dann das gemeinsame Kind zur Welt.
Karin Hakl (44) gilt im Kollegenkreis als sehr fleißig, penibel in ihrem Fachbereich und stets freundlich im Ton. Schadenfreude, dass sie nun über die Telekom-Affäre stolpern könnte, ist unter Parteifreunden daher kaum vorhanden. Vielmehr ist man verwundert (und natürlich verärgert), dass ausgerechnet Hakl einen anscheinend derart distanzlosen Umgang zu den ihren Fachbereich betreffenden Unternehmen pflegte. Nicht nur, dass die Telekom ihren Wahlkampf als Innsbrucker Spitzenkandidatin vor der Nationalratswahl 2008 gesponsert haben soll. Aus den Mails des Lobbyisten Peter Hochegger geht auch hervor, dass sie sich für die Ablöse des ehemaligen Telekom-Regulators Heinrich Otruba verwendet haben soll – was seinerzeit angeblich ganz im Interesse der Telekom Austria war. Karin Hakl selbst bestreitet das. oli
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.03.2012)















