22.11.2009 06:50 | Meine Presse Merkliste0

Ein Anschlag auf Ehe und Familie

ANDREAS KHOL (Die Presse)

Die Ehe lighthat Gesellschaft und Familie zerstörende Folgen.

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Seit Jahren verfolgen Aktivisten unter den Homosexuellen ein Kampfziel, modernistische Kreise helfen ihnen: Die eingetragene Partnerschaft vor dem Standesbeamten, die „Homo-Ehe“. So soll ihre angebliche Diskriminierung beendet werden, keine Ehe schließen zu können. Erzkonservative Hinterwäldler werden jene gescholten, die sich entgegenstemmen und dem Druck seit Jahren standhalten, die in solchen „Homo-Ehen“ einen Anschlag auf Ehe und Familie sehen. Ihre Bedenken werden von den „Progressiven“ weggeblasen.

Alles Larifari, lediglich Vorwand für die Vorurteile gegen gleichgeschlechtlich Liebende, denen die Anerkennung ihrer Rechte vorenthalten werden soll. In anderen Ländern regiere der Fortschritt, wie in Frankreich: Dort gibt es die „Homo-Ehe“ seit mehreren Jahren. Die Bilanz ist eindrucksvoll und alarmiert: 266.000 klassische Ehen, 102.000 eingetragene Partnerschaften, ihre Zahl steigt rasant. So viele gleichgeschlechtliche Paare? Nein, nur etwas über 5000, also nur fünf Prozent! Rund 96.000 sind Partnerschaften zwischen Mann und Frau. Also nicht einmal 1,4 Prozent aller Fälle vor dem Standesbeamten betreffen Gleichgeschlechtliche!

So viel einmal zur Größe dieses Bedarfs; Das Problem ist nicht so groß, wie uns die Szene glauben machen will. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung drängt in die „Homo-Ehe“. Anderes ist aber unter Beweis gestellt, was immer wieder als Angstmacherei vom Tisch gewischt wird. Die wachsende Anzahl der anderen Paare, die von der neuen Möglichkeit Gebrauch macht, zeigt auf: Eine Ehe zweiter Klasse, eine Leicht-Ehe entsteht, mit wenig wechselseitigen Rechten und Pflichten, schnell auflösbar, locker und kostengünstig für den finanziell leistungsfähigeren Teil, meist den Mann. Ohne Unterhaltszahlungen für den Schwächeren, eben die Form der modernen Lebensabschnitts-Partnerschaft.

Genau das ist aber der Haupteinwand gegen diese Ehe light. Sie hat Gesellschaft und Familie zerstörende Folgen. Der schwächere Teil, heute noch die Frau, immer die Kinder, wird nicht geschützt, zahlt die Rechnung, wird schnell zur armutsgefährdeten Alleinerzieherin. Der sichere Hafen für die Kinder ist der Augenblickslaune ausgesetzt, ist gefährdet, das Recht des Kindes auf Vater und Mutter vor allem in der Kindheit in Frage gestellt.

Eingetragene Partnerschaften nur für Gleichgeschlechtliche als Ausweg? Das geht nicht. Die Europäische Menschenrechtskonvention verpflichtet dazu, ein solches Rechtsinstitut allen zur Verfügung zustellen, ohne Unterschied aufgrund ihrer geschlechtlichen Orientierung. Wenn eingetragene Partnerschaften, dann für alle. Darüber wacht der Europäische Menschenrechtsgerichtshof.

Wollen wir das, mit allen Folgen für die Schwächeren, Frauen, Kinder? Ich will das nicht. Damit kein Irrtum entsteht: Die Alltagsdiskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare muss dort, wo sie noch besteht, beseitigt werden. Der Gesetzgeber ist gefordert. Ist die Verweigerung der „Homo-Ehe“ nicht auch verbotene Diskriminierung? Nein, in der Menschenrechtskonvention wird die Ehe ausdrücklich für Frau und Mann verbürgt. Das ist gut so. Die Familie als sicherer Ort für Eltern, Kinder, Großeltern ist unersetzliche Grundlage unseres Zusammenlebens.

Univ.-Prof. Andreas Khol war Nationalratspräsident.


meinung@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.03.2008)

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14 Kommentare
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ein “Anschlag auf Ehe und Familie“? I


Sehr geehrter Herr Kohl!

Wenn Sie in einer Ehe light „Gesellschaft und Familie zerstörende Folgen“ zu erkennen glauben, warum dann nicht die Öffnung der Zivilehe?

1. es drängt ja „nur ein kleiner Teil der Bevölkerung“ in die Homo-Ehe
2. keine verschiedengeschlechtliche Ehe würde deswegen weniger geschlossen
3. es bedeutet gleiche Rechte und Pflichten für alle Betroffenen
4. es bedeutet vor allem die rechtliche Absicherung der KINDER (die bereits heute bei gleichgeschlechtlichen Paaren aufwachsen)
5. Länder wie Spanien, Kanada, Belgien… weisen seit Jahren gute Erfahrung mit der Zivilehe vor

Das Herumeiern um die Ehe erinnert an die Frage ob den Ehen zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften oder Rassen legal sein sollten.

Heute schert es nicht einmal die größten Spinner, ob ein Katholik nun eine Protestantin oder gar eine Konfessionslose heiraten möchte. Gott sei dank. Und so wird es auch bei gleichgeschlechtlichen Ehen sein.



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ein “Anschlag auf Ehe und Familie“?


P.S. Ja, Kinder brauchen einen sicheren Ort. Aber ob sie bei gleichgeschlechtlichen Eltern weniger Sicherheit, Geborgenheit und Liebe finden wage ich zu bezweifeln.


Antworten Gast: Goldfisch
30.03.2008 12:25
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Re: ein “Anschlag auf Ehe und Familie“?

Da Homoehen viel öfter scheitern als Heteroehen, liegt es in der Natur der Sache, dass die Kinder leiden werden müssen. Und den süss/ekeligen Eindruck, den zwei Papschis im Park oder in Urlaub mit ihren Kindern im Kindergartenalter machen, ist alles andere als erstrebenswert für die bedauernwerten Kinder. Später dann in der Volksschule kommt's sicher heraus und dann beginnt das Mobbing richtig weh zu tun. Wer hat denn schon die Kinder einmal gefragt ob sie sich einen homosexuellen Mann oder eine Frau als Mama wünschen. Und total ausgefroren werden dann die Kinder ,wenn der Homeosexuelle als Klassenmamma beim Schulausflug mitfährt.

Antworten Antworten Gast: Zyniker
30.03.2008 18:33
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Re: Re: ein “Anschlag auf Ehe und Familie“?

Ihr Posting zeugt von wahrer Expertise und christlicher Nächstenliebe…

Antworten Antworten Antworten Gast: Goldfisch
31.03.2008 09:56
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Re: Re: Re: ein “Anschlag auf Ehe und Familie“?

Meine Expertise habe ich mir ergoogelt und ein Urteil über meine christl. Nächstenliebe dürfen sich gerne andere erlauben. Mein Mitgefühle gilt den armen Kindern und nicht dem einen Prozent der Bevölkerung, die eine Homoehe eingehen wollen und dann wieder (und darüber gibt es keine Zahlen) dem Bruckteil davon, der dann Kinder adoptieren oder eigene (wahrscheinlicher) in die Homoehe mitbringen will. Da die Gewaltbereitschaft in den Homobeziehungen weitaus grösser ist als bei den Heteros, sind die Kinder als die bemitleidenswerten Opfer zu sehen und sollten dementsprechend geschützt werden.

PeterPan
31.03.2008 14:32
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Re: Re: Re: Re: ein “Anschlag auf Ehe und Familie“?

Das ist also die gegoogelte und wikipediatrierte Wahrheit eines Goldfischchens ;-))))

Sorry, aber wieviele Beziehungen mit Kindern scheitern (Ehen & Lebensgemeinschaften) ist nicht einmal in Österreich eine Erhebung "wert", jede Seite verwendet die Zahlen, die sie gerne sehen möchte.
Richtig wäre es, mal hier in die Tiefe zu gehen und auch entsprechende unabhängige Forschungen zu unterstützen.

Aber auch NRPräs.iR. vermag wahrscheinlich nicht zu glauben, dass Kinderkriegen abseits des Ehevertrages bereits mainstream geworden ist.

Weiter gedacht, würde das bedeuten, dass der Staat ALLEN Paaren das Kinderkriegen verbietet, solange diese nicht in einem Assessment Center AC den "Kinderführerschein" verliehen bekommen.

Mal ehrlich, wollen wir das? Nachdem die Politik schon bei allen anderen familienrechtlichen Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten wegsieht, ist nicht anzunehmen, dass die Politik in Österreich dieses Thema ernsthaft angehen möchte.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Goldfisch Isaak
31.03.2008 15:54
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Re: Re: Re: Re: Re: ein “Anschlag auf Ehe und Familie“?

Ja, Peter Pan, du bist ja der "der nie erwachsen wird"! Ist das der Grund weshalb du mit jeder deiner Behauptungen schief liegst?
Wer hat denn schon bezweifelt, dass aussereheliches Kinderkriegen mainstream ist? Hier allerdings; jetzt aufpassen PeterPan, geht's um Gleichgeschlechtliche, die niemals zusammen Kinder zeugen können!
Weiters, was hat denn ein Kinderführerschein mit Homoehen zu tun? Der Staat braucht nichts zu verbieten, warum denn auch? Denn die Wahrscheinlichkeit der Schwangerschaft zwischen zwei Homos = 0.
Und letztlich deine Frage "...Politik schon bei allen anderen familienrechtlichen Ungerechtigkeiten ...wegsieht. Die Politik macht das genaue Gegenteil und mischt sich in alles ein, ein richtiges Mikromanagement! Aber auch das hat nichts mit Homokindern zu tun. Denn von der Politk unabhängig ist eine Fortpflanzung zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen unmöglich. (Wenngleich das im Tierreich vorkommt).

Gast: Gast
29.03.2008 21:56
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Andreas Kohl WAR Nationalratspräsident…


…und das ist gut so!


ÖVP-Gesellschaftspolitik und Minderheitendemokratur

Immer mehr heterosexuelle Paare meiden die bindenden Verpflichtugen einer Ehe, während gleichgeschlechtlich Paare geradezu vor "Sehnsucht" nach Legitimation ihrer Beziehung zu "verglühen" scheinen. Die Ursachen für diese Entwicklung genauer zu ergründen ist gewiss interessant. Der Wunsch nach gesetzlicher Legimitierung von gleichgeschlechtlichen Lebensformen sind nicht die einzige Front von der Familie destruktiv ausgehöhlt wird. Die „Heiligsprechung“ der Alleinerzieherinnen und die ständigen Versuche deren finanziellen Ansprüche zu genügen – mit dem Argument, diese seien sozial schwer benachteiligt – ist eine mindestens ebenso gefährliche Front. Weitere Beispiele gefällig? Das Aufbrechen der traditioneller Strukturen war das erklärte Ziel der 68er, die angebotenen Alternativen waren der Ruf nach absoluter Freiheit und Selbstbestimmung. Steigerung individueller Bedürfnisse bei gleichzeitiger Sozialisierung der Ansprüche. Nachhaltigkeit also nicht nur im Umgang mit der Natur.

Re: ÖVP-Gesellschaftspolitik und Minderheitendemokratur

Die Prioritäten der ÖVP-Verantwortlichen liegen jedoch auf "MACHTMINISTERIEN" wie Innen-, Aussen-, Finanzen.... , während die SPÖ mit "SOFTMINISTERIEN" wie Soziales-, Frauen-, ....... Gesellschaftspolitik macht. Hier wird eben deutlich welche Partei sich noch "einen" Zipfel an gesellschaftspolitischen Zielsetzungen bewahrt und wie sehr die ÖVP eben auf Pragmatismus setzt. Überflüssig zu erwöhnen welch hohen Stellenwert auf der Prioritätenlisten der ÖVP das Wirtschafts- und das Landwirtschaftsministerium (heute Lebensministerium) haben. Das muss ich hier als überzeugter christlich-sozialer Herrn Dr. Khol schon in sein Stammbuch schreiben. Ausserdem mit "speed-kills" geht in solchen Fragen wohl überhaupt nichts, schon eher mit Gängen durch die "Wüste Gobi".

PeterPan
29.03.2008 12:46
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Falschgedacht

Sg. Hr. NR-Präsident i.R. - unbeachtet (oder ungeachtet, jenachdem) haben sich die Institution Ehe, die Erwartungen an & wie diese gelebt wird entscheidend geändert seitdem ihre Generation (und die meiner Eltern) diese geschlossen haben.
Ein Blick nach Deutschland: das dortige Unterhaltsrecht wurde so abgeändert, dass auch Mütter unehelicher Kinder zumindest die ersten 3 Jahre Unterhalt vom Vater erhalten. Warum? Weil es in der heutigen Zeit einfach normal ist, dass Frauen wie Männer ohne Trauschein Familien gründen. Im Gegenzug hat man den unterhaltspflichtigen Männern aber auch ein Existenzminimum von 1.000,- EUR zugestanden.
Und in Österreich? Da werden weiterhin geschiedene & getrennt lebende Partner 20% unter das Existenzminimum auf <600,- EUR gepfändet, Frauen bekommen ihre unehelichen Kinder ohne Unterhalt für sich (nur die Geburt & das Wochenbett muss der Vater des unehelichen Kindes zahlen).
Schutz für Frau & Kind? Die Homophobie versperrt den Blick...

Re: Falschgedacht

Nicht vergessen sollten wir bei dieser Auseinandersetzung ein wichtiges Faktum hinsichtlich der Geschichte der gesetzlich legitimierten Ehe. Die Ehe war nämlich ursprünglich für den Adelsstand ein Instrument der Erhaltung der Dynastie - also des Bestandes - und damit auch die Möglichkeit Vermögen weiterzugeben. In den "unteren" Bevölkerungsschichten gab es keine Dynastie und auch kein Vermögen also auch nicht die Notwendigkeit der gesetzlich legitimierten Ehe. Erst die Not der Frauen die häufig von wandernden Handwerksburschen und eben Männern mit ihren Kindern "sitzen" gelassen wurden, führte zum Wunsch eben dieser Frauen nach einem Ehegelöbnis des Mannes "vor der Gemeinschaft", häufig war dies die Pfarrgemeinschaft. In den sozialen Notlagen der in unserer Zeit als "Alleinerzieherinnen" bezeichneten Frauen wird diese "Not" wieder deutlich, wobei wir natürlich in "total solidarischer Manier" den Staat als Reperateur der sozialen Notlage anrufen. Eine "billige" Solidararitätsvariante.

PeterPan
29.03.2008 16:38
0 0

Re: Re: Falschgedacht

Die Situation war auch in dem Sinne anders, dass der Mann damals für sein Ehegelöbnis einen Gegenwert erhielt: erstens den Anspruch auf die Aussteuer der Frau und zweitens auch das Vorrecht des Familienoberhaupts.
Wer als Vater heute auf so eine Stellung pochen würde, erntet Gelächter & Kopfschütteln der eigenen Frau und Kinder.
Auch rechtlich gesehen - das muss gerade dem Juristen Kohl bekannt sein - wurde die Stellung des Mannes schon vor langer Zeit (zurecht?) ausgehöhlt. "Zugunsten" der armen Mütter sind diese heute alleinige Obsorgeträger bei unehelichen & zu einem sehr hohen Prozentsatz ebenso alleine obsorgeberechtigt nach Scheidungen.

Kein Wunder, wenn die Institution der Ehe in Frage gestellt wird. Aber wie gesagt, das hat mit der Frage der eingetragenen Lebensgemeinsachften vulgo "Homo-Ehe" faktisch nichts zu tun.

Gast: GayPrideAustria
29.03.2008 12:41
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Das übliche Geschwätz aus dem schwarzen Off....

Nun - dann gäbe es doch die einfachste Lösung, wie auch vom (ÖVP-nahen) Familienverband vorgeschlagen: die Öffnung der Ehe für Homosexuelle.... Und schon wäre alles im Lot, ganz ohne Fluchtmöglichkeiten für Heteros. Es ist doch eine typische Khol'sche Unverschämtheit, den Unwillen von Heterosexuellen zur Eheschließung den Schwulen & Lesben als Argument gegen ihre Wünsche vorzuwerfen! Er möge sich seinem Seniorenbund widmen und endlich aus der ersten Reihe der Homophobie-Front abtreten... auch in der zweiten hat er ihm bekannte Freunde!

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