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Diese Männer nerven, aber wirklich: Stronach, Scheuch, Lauda

06.07.2012 | 18:22 |  ANNELIESE ROHRER (Die Presse)

Der Austrokanadier beschimpft ein „System“, das er bis zuletzt für seine Zwecke nutzte; der Kärntner Vizelandeshauptmann verlangt Anstand nur von anderen – und Lauda redet ohnehin immer zu viel.

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Zugegeben, es gibt in Zeiten, in denen die Nerven wegen der permanenten Eurokrise, der steigenden Arbeitslosigkeit und sogar der anhaltenden Hitze blankliegen, Wichtigeres. Dennoch: Erstaunlich vielen Männern – jedenfalls deutlich mehr als Frauen – fällt es unheimlich leicht, ihre eigenen Widersprüche vor sich selbst zu vertuschen. Damit bestätigen sie aber nur den Verdacht, andere für blöd verkaufen zu wollen. Und das nervt auch ganz gehörig.

In diese Kategorie fallen in Österreich seit einiger Zeit drei Männer, obwohl man die Liste wahrscheinlich beliebig ergänzen könnte: Frank Stronach, Uwe Scheuch, Niki Lauda.

Seit Monaten tobt der ehemalige Magna-Chef Stronach gegen das „System“, das „zur Zerstörung Österreichs führt“. In jedem zweiten Satz kommt das „System“ vor. Dabei fällt dem seltsamen Mister S. offenbar gar nicht auf (oder nicht ein), dass er seit seiner Rückkehr nach Österreich nichts anderes getan hat, als eben dieses System für seine Zwecke zu nutzen.

Er bezahlte ehemalige oder in Ungnade gefallene Politiker oft nur dafür, dass sie eben Teil dieses politischen Systems waren. Von Karl-Heinz Grasser über Andreas Rudas (SPÖ) bis Peter Westenthaler. Erst vor einem Jahr wollte er Günter Stummvoll (ÖVP) zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats seiner Glücksspielfirma Merkur Entertainment machen. Als Abgeordneter ist Stummvoll mit der Glücksspielmaterie vertraut. So „kaputt“ kann das „System“ also gar nicht sein, wie Stronach diese Woche in der „ZiB 2“ behauptet hat. Oder doch, weil die ÖVP Stummvoll in letzter Minute zur Vernunft gebracht und seinen Plan durchkreuzt hat?

Als Einzige hat sich eine Politikerin in den letzten zehn Jahren Stronachs Versuch, das jetzt so verteufelte „System“ zu manipulieren, widersetzt. Weil sie, wie sie erzählt, „für eine sagenhafte Gage eigentlich keine Aufgabe“ gehabt hätte. Aber wahrscheinlich wollte Stronach mit diesem Angebot auch nur „seinem Land dienen“.

Jetzt wird er also – wieder mit freundlicher Unterstützung der Medien – eben dieses Land noch Monate hinhalten, bis er politisch „etwas Neues“ macht – oder auch nicht. Stronachs Reichtum gibt ihm jedes Recht dazu. Aber niemand sagt, dass alle mitspielen müssen.

Mindestens so ärgerlich ist die Sache mit Uwe Scheuch, Vizelandeshauptmann in Kärnten (FPK), der gestern, Freitag, im Gericht mehr als nur „a klane Tetschn“ bekommen hat. Wer sich ständig auf die Partei der Anständigen (FPÖ-Selbstbeschreibung) beruft und „anständige Ausländer“ von anderen zu unterscheiden weiß, der sollte zumindest den Anstand haben, nach der zweiten Verurteilung von den politischen Ämtern zurückzutreten. Aber offensichtlich fällt auch ihm die himmelschreiende Inkonsequenz gar nicht erst auf – schon gar nicht als jemand, der häufig alle anderen zum Rücktritt auffordert.

Im Vergleich zum Politischen ist der logikfreie Wortschwall, den Niki Lauda bei jeder Gelegenheit von sich gibt, geradezu putzig, aber eben auch nervig. Nur ein einziges Beispiel: Er will nicht, dass seine Kleinkindzwillinge zwei Männer im ORF als „Dancing Stars“ sehen, findet aber nichts dabei, stolz vom gefälschten Maturazeugnis zu erzählen. Lauda hat zum Thema „Vorbild“ offenbar einen ähnlichen Zugang wie Stronach zum „System“ oder Scheuch zum „Anstand“.


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("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.07.2012)

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50 Kommentare
 
12

Der Neid der Anneliese auf erfolgreiche Maenner

Die auf sie jedoch NICHT hereinfallen.....

Gast: gggggg
13.07.2012 13:47
1 0

Wann geht Fr. Rohrer ENDLICH in Pension?

Ein derartiges Blahblah, inhaltslos, falsch, sinnfrei, unsachlich, unobjektiv, wirr, oberflächlich, klischeehaft, unstrukturiert.... (es passen so gut wie alle einschlägigen negativen Begriffe) hab ich nicht annähernd jemals wo anders gelesen, auch nicht in ´Österreich´, Krone, Bildzeitung, oder sonstigen Schundblattlen. Ein schlicht und einfach schreckliches Geschwätz.

Nur ein Satz zu Stronach: er hat immerhin 15.000 Arbeitsplätze in Österreich geschaffen. Was kann Fr. Rohrer aufweisen (außer dümmlicher Wadlbeißerei)?

Super, Frau Rohrer!Auf den Punkt gebracht!


Gast: Geballte
09.07.2012 23:53
1 0

Lauda

Frau Rohrer vergleicht Aepfel mit Birnen. Stronach und Scheuch bewegen sich auf politischer Bühne, Lauda lebt und verkündet seine Privatmeinung...

2 1

Re: Lauda

Das schon, deswegen fällt er aber mindestens genauso auf die Nerven.

Gast: nureinstillersystembeobachter
09.07.2012 21:02
7 3

Wer nervt wen?

Unterliegt einer subjektiven Wahrnehmung.

Mich nerven jedenfalls andere Politiker, "Prominente" und Medienleute die ich aber hier namentlich nicht nennen will. Nur so viel: Besonders nervt unobjektive, einseitige, manipulierende oder gar unwahre Bericht- und Meinungserstattung.

Zum Thema Scheuch wäre wenigstens anzumerken, welche Tat er begangen hat. Warum wird der Sachverhalt nicht mehr angesprochen? Er hat niemanden geschädigt. Er hat niemandem die österreichische Staatsbürgerschaft vermittelt (konnte er auch gar nicht) .
Er ist auf ein fingiertes Telefonat reingefallen.
Und dafür wurde er verurteilt. Zuerst hat er sogar eine Haft(!)strafe erhalten?!
Und nun soll eine maßlose Verurteilung herhalten für seinen Rücktritt.
(Der tatsächliche Sachverhalt würde ihm vielleicht gar Sympathien einbringen und da sei die linke Jagdgesellschaft vor)

Wieviele Politiker haben tatsächlich österreichische Staatsbürgerschaften versprochen und auch verliehen? Unter anderem auch etlichen kriminellen Scheinasylanten? Zum Schaden Österreichs.

Was ist das für ein System?

Und was nervt mehr?

Mich nerven unsachliche Befindlichkeitsäusserungen mehr, als sachlich-inhaltliche Kommentare (selbst wenn ich nicht mit ihnen übereinstimme).

Mich nervt es, wenn ich merke, wie die Presse Stimmung macht (z.B. gegen Hrn. Stronach), zufällig zu jenem Zeitpunkt, wenn dieser beginnt, von den etablierten Mächtigen als eine relevante Kraft wahrgenommen zu werden (was mich hier nervt, ist die offensichtlich unfreie Propaganda-Presse, als Organ des Systems).

Was mich nervt, ist die Methode, hier einen emotionalen Konnex zwischen Personen zu konstruieren, der keinen sachlichen Inhalt hat (Scheuch ist korrupter Politiker, Frank S. macht Vorschläge und versucht was zu verändern, Laude spricht Privatmeinung).

Kurz, die drei Herrn mögen vielleicht nerven. Anneliese Rohrer, als Propaganda-Emo-Journalistin, nervt mehr.

Klasse Artikel...

...die Frage ist aber doch: WEN nerven sie?

2 0

Re: Klasse Artikel...

z.B.

MICH

0 1

Ihr Kommentar geht o.k.

Gut gemacht, aber einen der immer auf den Gesit Gehenden habe ich schmerzlich vermißt: Hannes Androsch

11 6

Schwach, Frau Rohrer

Frau Rohrer, Sie haben auch schon bessere Journalisten-Tage erlebt. Sehr schwach. Allein schon die pittoreseke Kombination der 3 Personen. Sie können halt schwer andere Meinungen akzeptieren, Frau Rohrer. Und Lauda hatte doch recht: zwei tanzende Männer - einfach grauslich.

Gast: WFL
09.07.2012 08:53
10 4

"Wutbürgerin" R. und "Wutbürger" Stronach

Trotz der (gelegentlich) ausgezeichneten Leitartikel des Hr. Chefredakteurs ist dieses obige Geschwurbel-Geschreibsel der Fr. Rohrer leider typisch für die "neue" "Presse":
Man erklärt den Ex-Chefredakteur
Dr. Unterberger zur persona non grata, da er seine Sympathie für Schüssel nicht verbarg,
aber druckt dieses Geschreibsel der Fr. Rohrer, da diese nach wie vor eine
angepasste SPÖVP-Schreiberin voll im mainstream ist:

War Fr. Rohrer nicht noch vor Kurzem eine "Wutbürgerin"?
Hat sich Fr. Rohrer nicht "engagierte Bürger abseits der ausgetretenene Politpfade" gewünscht?
Aber wenn sich dann tatsächlich ein prominenter "Wutbürger" wie Stronach - mit seinem eigenen Geld!! - engagiert (wofür man dankbar sein sollte; der Mann könnte auch in seiner Gulfstream um die Welt fliegen),
dann entpuppt sich Fr. Rohrer sofort wieder
als an die herrschenden Verhältnisse angepasste Politschreiberin.
Ein bisserl Pose im Kaffehaus - ja!
Aber bitte bloß keine tatsächlichen Änderungen
der Verhältnisse...


Re: "Wutbürgerin" R. und "Wutbürger" Stronach

wer hat mehr presse-leser vergrault und diese zeitung zu einem nationalen provinzblatt gemacht? unterberger oder rohrer?

@ distanz rohrers zu wutbürgern: jeder mensch hat das recht, klüger zu werden. nur dummköpfe verweigern sich.

1 7

Re: "Wutbürgerin" R. und "Wutbürger" Stronach

Man braucht sich nur den Schmafu auf der Unterberger-Seite anschauen, dann wird schon klar, warum der zur Persona non grata wurde.

Antworten Antworten Gast: Trollfresser
10.07.2012 11:53
2 0

Re: Re: "Wutbürgerin" R. und "Wutbürger" Stronach

Also das finde ich schon supa!

Unterberger ist pfui, weil auf seiner Seite andere Leute etwas schreiben was pfui ist?

Die Sippenhaftung ist schon ein facts.


Gast: Austrianer
08.07.2012 18:22
11 8

Sie sind der beste Beweis: Alter schützt vor Torheit nicht

"Diese Männer nerven, aber wirklich: Stronach, Scheuch, Lauda"

"Lauda redet ohnehin immer zu viel."

Falsch!!!

Nicht diese Herren sondern Sie!

14 7

Mich nervt die besserwisserische, abgehobene Frau R.


immer diese neunmalklugen


ich versteh sie ja so gut! frau r. weiß es besser und das nervt sie einfach!

jetzt können sie aber vielleicht auch nachvollziehen, wie sich onkel frank ständig fühlen muß. immer diese besserwisser! die haben doch alle miteinander noch nie dings...wie man bei uns sagt, EMS, nein, löhne gezahlt, nicht?


Antworten Antworten Gast: Hansi Hüpfer
08.07.2012 19:24
6 4

Re: immer diese neunmalklugen

Danke für deinen Kommentar, immer schön, wenn Megadodeln ihren Senf dazu geben. Wenn man dann noch versucht, Menschen mit einem Handikap zu verspotten, sei es weil diese Invaliden sind oder andere Probleme haben, wie z.B. den TV-sprech nachzuäffen nicht beherrschen, dann hat man sich als Megadepp deklariert.

Re: Re: immer diese neunmalklugen


stronach hat weder ein handikap noch ist er invalid. er ist bei bester gesundheit und noch ist die republik österreich nicht in seinen privatbesitz überführt worden, d.h.: anders als in seinen firmen darf kritik an mr. "bull without balls" geübt werden, nicht?

Re: Re: immer diese neunmalklugen

wow hansi, das nenn ich differenzierte argumentation!

die sind doch nur ein bisserl exzentrisch!


hat doch schon der chefredakteur himself geschrieben: nur systemerhalter haben was an diesen leistungsträgern zu bekritteln, die in der freien wirtschaft gezeigt haben, wozu sie fähig sind, und das gilt insbesondere für uwe scheuch!

warum sind sie so fürs mittelmaß, frau rohrer? warum darf frank nicht sagen, dass schulden schulden sind und böse und dings. oder ist ihnen das nicht intellektuell genug?

it takes all sorts...

1 0

Re: die sind doch nur ein bisserl exzentrisch!

Also ich halte gar nichts vom Begriff Leistungsträger - diese Herren leben vielmehr von Leistungen, die andere bringen müssen.

Glauben Sie ernsthaft, dass das Pioniere sind? Das sind sie nicht.

Geld macht die meisten Menschen überheblich und unbescheiden.

Ist fast ein Kardinalsymptom. ;-)

Ach ja, und wer glaubt denn im Ernst, dass Geld automatisch zu politischer Legitimität führen sollte? :-O

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Alter ist kein Verdienst sondern ein Zustand

Offensichtlich habe ich im Gegensatz zu einigen anderen in diesem Forum das Interview mit Herrn Stronach gesehen. Er hat sich da nur lächerlich gemacht. Der "arme" Kerl hat zwar viel Geld aber offensichtlich ist ihm das in den Kopf gestiegen. In diesem Interview habe ich nur einen grantigen alten Mann gesehen, der nicht verstehen kann, dass sein wirtschaftlicher Erfolg in einer bestimmten Branche ihn noch lange nicht befähigt, brachenenferne Zusammenhänge beurteilen zu können. Er teilt diese Beschränktheit offenbar auch mit anderen in diesem Forum.
Schlag nach bei Sokrates, lieber Stronach. Diesen zeichnete aus, dass er über Dinge, von denen er nichts verstand auch kein Urteil abgab, und deswegen von Zeitgenossen als weiser Mann bezeichnet wurde. Das muss Herr Stronach trotz seines Alters noch lernen.
p.s.: Ich bin kein Jungspund, auch wenn ich ein paar Jahre jünger als Herr Stronach bin.

0 1

Re: Alter ist kein Verdienst sondern ein Zustand

Sehr richtig.

Antworten Gast: wolfi48
08.07.2012 00:27
4 6

Re: Alter ist kein Verdienst sondern ein Zustand

Ganz meine Meinung. Auch der Artikel von A. Rohrer trifft es genau.
Ich selbst habe vor Tagen geschrieben, wie fatal das ist, z.B. Stronach, Mateschitz oder Lauda als (zumindest politische)Vorbilder zu propagieren.Es genügt eben nicht, in wirtschaftlicher Sicht erfolgreich zu sein, um alle anderen wichtigen Bereiche in der Politik abdecken zu können. Stronach und Mateschitz haben auch schon längst u.a. „Ihre“ (wirtschaftlichen u.a.) Aufgaben anderen übertragen – ja teilweise übertragen müssen. Sie beschäftigen alle möglichen Spezialisten u Manager, die für sie jede nur erdenklichen Möglichkeiten um die „Systeme“, die Hr. Stronach jetzt auf einmal bekämpft – auf’s Äußerste auszunützen oder zu umgehen. Der N. Lauda hat sich bis zum Kennenlernen seiner zweiten Frau, um „Nichts“ und „Niemanden“ gepfiffen, der hat gemacht was er wollte.
Dazu kommt noch, dass viel zu viele hier im Forum sich mit Sachthemen der Politik gar nicht befassen bzw nicht wollen oder können. Für sie besteht ihr Beitrag zur Politik meist in rüden Beschimpfungen, dem Politiker-Bashing, dazu bedarf es keinerlei Aufwandes als sich vielleicht mit der „Sache“ selbst zu beschäftigen. Und dann kommt der reiche Onkel aus Kanada zu uns zurück …………..der nervt!
Genauso wie der ewige Werbe-Slogan mit einem Erfolg in der „Freien Wirtschaft“ – eine verführerische Meinungsbildung hinsichtlich der Eignung zum Politiker hervorruft – dessen Behauptung unbewiesen bleibt (außer man stellt lediglich Vergleiche mit einzelnen Persönlichkeiten an oder vergleicht Äpfel mit Birnen).


 
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