19.06.2013 05:12 Merkliste 0

Neue Zeiten, alte Reflexe – oder: Warum es so schwer ist umzudenken

10.08.2012 | 18:24 |  ANNELIESE ROHRER (Die Presse)

Ein Neustart zur Rettung der Glaubwürdigkeit in Politik und Medien kann nur mit einem offenen Eingeständnis gelingen, dass früher Dinge toleriert und praktiziert wurden, die jetzt nicht mehr gehen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Nein, kein Kommentar zu Kärnten, aber eine Geschichte aus Kärnten. Sie hätte eigentlich einen Aufschrei auslösen müssen. Er ist ausgeblieben. Das ist charakteristisch für die Gesamtsituation. Politiker, Journalisten und auch die Öffentlichkeit haben offenkundig noch nicht wirklich realisiert, dass die alten Zeiten vorbei sind und die alten Reflexe nicht mehr ausreichen.

Die Geschichte handelt von einer verschwundenen Million Euro an Steuergeld für ein angebliches Kärnten-Büro in Mailand, das die Euro 2008 hätte bewerben sollen. So weit, so üblich? Was aber der Chef der Kärntner Wirtschaftskammer, Franz Pacher, in der „ZiB 2“ von Mittwoch dieser Woche dazu zu sagen hatte, war atemberaubend. Gefragt, warum die Kammer nicht schon 2006 die Staatsanwaltschaft eingeschaltet habe, als sich herausgestellt hat, das Büro existierte nicht, meinte er: „Ja, man hatte bei der Staatsanwaltschaft vor Ort hier in Klagenfurt nicht das Gefühl, dass solche Dinge aufgenommen und von sich aus verfolgt werden.“

Im Klartext heißt das: Der Chef der Kärntner Wirtschaft stellt vermeintlichen Missbrauch von Steuergeld fest, sieht aber keinen Handlungsbedarf, weil er nicht an einen funktionierenden Rechtsstaat in Klagenfurt glaubt. Weil es halt so ist und immer schon so war. Man will ja anderswo keine Schwierigkeiten mit den Machthabern eines Bundeslandes haben. Reflexe dieser Art sind sicher nicht auf Kärnten begrenzt.

Sie sind überall. Statt zu erkennen, dass sich die Zeiten eben geändert haben, heute vor allem auf dem Gebiet der Politikfinanzierung, Dinge nicht mehr möglich sind, früher gängige Praxis waren, bleibt man im alten Denken erstarrt. Ist halt so. Statt die Veränderungen offen anzusprechen, bleibt es bei den Reflexen: Parteienfinanzierung über parteieigene Werbeagenturen mittels Steuergelds? Bei uns doch nicht! Alles nur Bösartigkeiten der politischen Gegner! Wozu diese Charade? Kann kein Politiker einfach zugeben: Ja, das haben wir gemacht, aber wir denken um! Versteckte Parteispenden durch eine Art Leihpersonal verschiedener Organisationen oder Verbände oder via Inserate? Bei uns doch nicht! Niemand hat sich lange Zeit daran gestoßen. Das hätte so nicht sein sollen, war jedoch so.

Warum aber kann man das jetzt nicht einfach eingestehen und auf allen Gebieten einen Neustart machen? Die Sache mit den alten Reflexen gilt ja selbst für die krisengeschüttelte ÖVP. Kaum nahm Michael Spindelegger das Wort vom „Durchgriffsrecht“ der Bundespartei auf die Landesparteien in den Mund, schon kam aus zwei Bundesländern die Ablehnung und von anderen Bedingungen, die das Recht ohnehin zahnlos machen würden.

Wie diese und die Kärntner Geschichte zeigt, wären jetzt vor allem die Medien gefordert. Sie sollten der ÖVP eine vitale Diskussion über die Machtfrage Bund/Länder aufzwingen, Fragen nach der Befangenheiten im regionalen Gerichtswesen stellen, die verschwundene Euro-Million an Steuergeld suchen, nicht lockerlassen, bis falsche Zeugenaussagen vor Gericht oder in Untersuchungsausschüssen auch wirklich bestraft werden, was aktuell in Kärnten und Wien von höchster Brisanz wäre. Mit anderen Worten: Sie haben eine wichtige Rolle bei der Überwindung der alten trägen „Immer schon so“-Denke. Sie sind es der Öffentlichkeit schuldig.


Reaktionen senden Sie bitte direkt an: debatte@diepresse.com


Zur Autorin:

Anneliese Rohrer
ist Journalistin in Wien: Reality Check http://diepresse. com/blog/rohrer

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.08.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

20 Kommentare
Gast: ökono-mist
14.08.2012 03:02
1 0

Das Problem:


Bis vor Kurzem ging alles hinein. Und jetzt geht auf unbestimmte Zeit gar nichts mehr.

Ohne freien Zugriff auf die Kassenlade der Republik fällt aber anscheinend jeder Anreiz weg, Politiker sein zu wollen. Doch was sollte man sonst auch machen? Man kann doch nicht einfach von Seide auf Stroh wechseln. Also ist man wie gelähmt - und verfällt halt in die alten Reflexe.

Vielleicht hilft ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes?

Gast: unbeteiligter
13.08.2012 13:41
0 0

na dann schauen wir mal, ob Grasser und ...

Faymann angeklagt werden .....

Endlich

Ein kritischer Kommentar eines Journalisten bezüglich eines nicht existierenden Büros und verschwundenen Steuergeldern.

An diesen und ähnlichen Fällen sieht man, dass die Meinung der Bevölkerung über Journalisten zu recht eine negative ist.

Bei uns

Ja. Bei uns im Burgenland nennt der Landeshauptmann die "Bereinigung" einer, ihm nicht in sein Kozept passenden, personellen Situation, ein "Großreinemachen". Er glaubt scheinbar auch, dass wir das Volk glauben, eine SPÖ die von vier ehemaligen Lehrern dominiert wird, die "große Kompetenz" in den Wirtschaftsangelegenheiten hat. Mit dem Entsenden von Parteifreunden in die Aufsichtsräte die Macht behalten, aber die Verantwortung ständig, wie eine heisse Kartoffel abschieben zu können, das wird Glaubwürdigkeit nicht herstellen können. Mit Hilfe von willfährigen Medienleuten dem Volk ständig auf der Nase herumzutanzen, das wird - so hoffe ich jedenfalls - von immer mehr Menschen durchschaut werden. Noch sind die Abhängigkeitsverhältnisse zu stark und die Funktionärsschicht zu dicht. Eine Grundvoraussetzung wäre die Befreiung des Leitmediums ORF vom Zugriff der Parteien, das hat ein nicht mehr bekannter Bundeskanzler - Dr. Josef Klaus - gewagt, wurde aber bereits vom angeblich so "legendären" Dr. Bruno Kreisky, bald wieder rückgängig gemacht. "öffentlich- rechtlich" kann doch nicht permanente Abhängigkeit von den Machthabern bedeuten, dieses Verhalten von Machtsträgern kritisieren wir doch in autokratisch regierten Ländern. Medien- und Pressefreiheit ist doch angeblich ein hoher demokratischer Wert!

So schnell geht das auch wieder nicht...

...über Jahrhunderte haben die Habsburger und ihr Anhang im Prinzip dasselbe gemacht wie Grasser und Co. Auch damals hat es nur wenig Aufbegehren des "Volkes" gegeben, Warum soll das heute anders sein? Volk bleibt Volk. Und das haben von Habsburg bis Grasser, Strasser etc schon viele überrissen.

Gast: thomas.brunner
12.08.2012 21:22
0 1

Sie sind aber die einzige..

die diese, auch fuer mich absolut erschuetternde Auessereung des Wirtschaftsfunktionaers ueber die Staatsanwaltschaft, thematisiert hat.
Der Rest schlaeft.
Diese Aussage ist fuer mich die Bankrotterklaerung des politischen Systems Oesterrreichs (nicht nur Kaerntens)!
Aber wirklich schlecht wird mir dann, wenn ich die Antworten der untenstehenden Postings lese....
Die Presse ist leider ein Wurstkessel der braunblauschwarzen Rechtspartie....

Gast: Lausbub
12.08.2012 14:49
0 0

Bisher habe ich geglaubt, daß in Österreich

unabhängige Gerichte zu entscheiden haben, ob jemand gegen Strafgesetze verstoßen haben.
So wie die Sache jetzt liegt, entscheiden darüber die Medien auf Grund von "Verdachtsmomenten", die ihnen gewisse anzeigefreudige Politiker liefern... Und weil sich das so aufgeklärte Volk mit seinem gesunden Menschenverstand nicht täuschen läßt, kann man glatt die Unschuldsvermutung, die bei solchen Beschuldigungen in einem zynischen Ton zitiert wird, gleich abschaffen ...

Gast: machmuss verschiebnix
11.08.2012 21:58
2 0

Die Antwort ist F.Stronach - "wer wenn nicht er, wann wenn nicht jetzt" <hämisch grins>


Gast: MH
11.08.2012 20:00
6 0

Umdenken? Etwa gar beim ORF ?

Solange dieselben Politiker und Journalisten den Ton angeben , wird es kein Umdenken geben.

Die Glaubwürdigkeit der Medien ist leider verspielt .

Das political-correcte Verlogene und das ständige Hinhauen (nur) auf alle Rechten, Konservative (oder gar katholische) hat seinen Preis (in doppeltem Wortsinn).


"Man will ja anderswo keine Schwierigkeiten mit den Machthabern eines Bundeslandes haben. Reflexe dieser Art sind sicher nicht auf Kärnten begrenzt."

mein nachbar, mit dem ich in summe schon viele tage über den gartenzaun hinweg gesprochen/diskutiert/gestritten habe, ist ein alter övp-ler. kein ganz unbedeutender, denn landtagsabgeordneter wird nicht jeder. eigentlich ist er ein multi-funktionär, doch das bringt eine höhere charge eben so mit sich und er sieht es eher als belastung.

halt, ich müsste eigentlich die vergangenheitsform wählen.
denn zu jener zeit, als es für die partei unter schüssel wunderbar gelaufen ist, hat er alle seine ämter und funktionen hingeschmissen. er hat erkannt, was auch viele andere erkannt haben: da läuft etwas ganz gewaltig falsch.
da er keine chance auf änderung sah (so wie der zitierte chef der kärntner wirtschaft), blieb ihm als mann mit charakter nur dieser ausweg.

und DESHALB freue ich mich auch heute noch, wenn ich mit ihm über den gartenzaun hinweg sprechen/diskutieren/streiten darf.

das mit leuten ohne charakter (wie der zitierte chef der kärntner wirtschaft) zu tun, würde ich hingegen als zeitverschwendung betrachten.

Antworten Gast: Niederösterreicher
11.08.2012 19:19
5 2

Re: "Man will ja anderswo keine Schwierigkeiten mit den Machthabern eines Bundeslandes haben. Reflexe dieser Art sind sicher nicht auf Kärnten begrenzt."

Als geeichten Linken schätzen Sie an Ihrem Nachbarn vor allem, daß er der ÖVP alles hingeschmissen hat. Was an den ÖVP-Reformen alles von bleibenden Wert ist und darüber, daß der ÖGB-Flügel der SPO aus Opportunismus bei den dringend notwendigen Reformen (Begrenung des Defizits, Pensionsreform, Polizeireform usw.) nicht mitgetan hat, verschweigen Sie schamvoll! Daß wir in der entscheidenden Phase unserer wirtschaftlichen Entwicklung das Richtige gemacht haben, ist für Sie kein Thema!

Re: Re: "Man will ja anderswo keine Schwierigkeiten mit den Machthabern eines Bundeslandes haben. Reflexe dieser Art sind sicher nicht auf Kärnten begrenzt."

Staatsbetriebe verscherbeln, Aktien kaufen und den öffentlichen Dienst (Spitäler, Schulen, Unis (!!!!!)... etc.) abwirtschaften ist definitiv keine Zukunftsträchtige Politik. Abgesehen davon das die Schwarzblauen Minister alle fast direkt vom Ministerrat auf die Anklagebank gewechselt haben ganz zu schweigen

Antworten Antworten Antworten Gast: hirnimkopf
12.08.2012 19:18
3 0

Re: Re: Re: "Man will ja anderswo keine Schwierigkeiten mit den Machthabern eines Bundeslandes haben. Reflexe dieser Art sind sicher nicht auf Kärnten begrenzt."

Das Abwirtschaften (und das Abcashen bei der Bevölkerung) beherrschen die regierenden Linken ja ganz gut und das noch immer nicht geheilte Trauma (auch Haider-Trauma) der seinerzeitigen Vertreibung aus ihren Regierungsesseln durch eine schwarz-blaue Regierung bedingt die vielen Anklagen. Gut nur dass anscheinend doch viele, viele Beamtenstühle rot besetzt sind und sodass auch nur jene angeklagt und verurteilt werden die blau oder schwarz sind und Geldflüsse an bestimmte Medienmogule (damit auch die medialen Anklagen "stimmen") gar nicht erst untersucht werden!

Re: Re: Re: Re: "Man will ja anderswo keine Schwierigkeiten mit den Machthabern eines Bundeslandes haben. Reflexe dieser Art sind sicher nicht auf Kärnten begrenzt."

Die Selbstüberschätzung und gleichzeitige Paranoia mancher Rechter ändert trotzdem nichts an der Faktenlage. Auch wenn sie ihr Hirn angeblich IM Kopf haben würde ich das mal ganz dringend checken lassen. Haider war ein Blender aber das war den meisten von Anfang an klar. Schwarz- Blau hat unseren Staat auf billigste Art und weiße verscherbelt und an den gewinnen mitgeschnitten. Es gibt nichts aus dieser Ära was irgendwie Bestand hat

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: hirnimkopfgecheckt
12.08.2012 20:43
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: "Man will ja anderswo keine Schwierigkeiten mit den Machthabern eines Bundeslandes haben. Reflexe dieser Art sind sicher nicht auf Kärnten begrenzt."

im politisch hochbegabten haider haben die grünen salat-, die roten hohl- und die schwarzköpfe keinen blender gesehen sondern den gefährlichen gegner der sie von ihrem reich gefüllten futtertrog vertreibt sonst hätten sie ihn nicht mit allen mitteln bekämpft

da sind sie nun doch sehr froh dass diese gefahr vorüber ist (wenngleich ihr trauma blieb) und die ära der linken ein europaweiter erfolg ist und die linken propagandamedien (die keinen widerspruch dulden) weiterhin bestand haben

schönen abend noch genossIn

Re: Re: Re: Re: Re: Re: "Man will ja anderswo keine Schwierigkeiten mit den Machthabern eines Bundeslandes haben. Reflexe dieser Art sind sicher nicht auf Kärnten begrenzt."

1. Die einzigen die sich in letzter Zeit an den Futtertrögen nachweislich und ausgiebig bereichert haben waren die ÖVP und FPÖ/BZÖ/FPK. Natürlich ist da auch noch Faymann keine Frage und die ganze Inseratengeschichte ist nur der Gipfel des Eisberges (für mehr zu dem Thema bitte in "Wer baut Wien" von Reinhard Seiß nachlesen). Ist aber trotzdem ein Fall gegen wie viele? Zumindest in letzter Zeit mal.

2. Wenn Haider ihr Idealtyp eines Politikers ist na dann wirklich gute Nacht. Ich bestreite nicht das er geschickt war aber er war in meinen Augen kein Politiker sondern lediglich ein begabter und hochintelligenter Showman.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: hirnimkopf
13.08.2012 11:13
2 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: "Man will ja anderswo keine Schwierigkeiten mit den Machthabern eines Bundeslandes haben. Reflexe dieser Art sind sicher nicht auf Kärnten begrenzt."

1. Nachweisen kann man auch nur dort wo man auch untersucht und an der Wahrheit interessierte Medien auch recherchieren (wollen/dürfen) und nicht zu Propagandamedien verkommen.
Das Schwarz-Weiß-Bild das man propagiert -Rechts-Böse und Links-Gut - ist doch sehr naiv. Wer bitte soll das denn glauben?
Die Leute merken doch dass man auch in der Be- und Verurteilung -je nach Parteizugehörigkeit- mit anderen Maßstäben vorgeht (auch so manche Staatsanwaltschaften? wäre sehr, sehr bedenklich) .
Ich bin ja schon erstaunt dass meine (nichtlinke) Meinung hier erscheint und nicht zensuriert wird (wie weit ist es da mit der Meinungsfreiheit gekommen?)

2. Idealtyp ? - da offenbart sich wieder Ihr Schwarz-Weiß-Denken -
Gegenfrage : Ist Glawischnig (um nur ein Beispiel zu nennen) ihre politische IdealtypIn oder begabt- plappernde Showfrau (allerdings mit wohlgesinnten Medien - dank Verhaberung?) ?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: "Man will ja anderswo keine Schwierigkeiten mit den Machthabern eines Bundeslandes haben. Reflexe dieser Art sind sicher nicht auf Kärnten begrenzt."

1. Es gibt nach wie vor genügend bürgerliche Medien. Die Presse ist zb ein ganz gutes Beispiel. Und es geht mir hier nicht um schwarzweiß Malerei. Unsere politische Landschaft ist eine katastrophe mich nervt es einfach nur das überall nur gemauert wird und einfach niemand die eier hat zu sagen "ok ich hab mist gebaut" Martinz war der einzige und jetzt wird heftig gegen ihn geschmutzkübelt von der FPK obwohl die ganze Geschichte so dermaßen dünn ist. Das wäre politische Verantwortung und nicht "Die bösen Medien sind ja so fies zu mir"

2. Wenn ich mir das Parkpickerlfiasko in Wien anschaue und wie erbärmlich das kommuniziert wurde seitens der Grünen dann würde genau denen ein bisschen PR vermögen nicht schaden. Und ich muss sagen ich bin zwar nicht Glawischniggs meinung in vielen Punkten aber ich halte sie für wesentlich seriöser als zB Haider. Die schmeißt wenigstens nicht jedesmal eine Party wenn ihre umfragewerte im Keller sind

Gast: Niederösterreicher
11.08.2012 01:54
2 1

Die geschäftlichen Sitten haben sich seit dem EU-Beitritt

gewaltig geändert. Mit der "Gemütlichkeit" im Geschäftsleben, wie sie in einem kleinen Wirtschaftsraum möglich war, ist es jetzt vorbei. Der Wettbewerb im großen Wirtschaftsraum EU ist wesentlich härter, die Geschäftsmethoden sind wesentlich gefinkelter. Oft genug mußten die Österreicher dabei Lehrgeld bezahlen: etwa die AlpeAdria bei der Finanzierung von Hotelbauprojekten an der slowenischen und dalmatiner Küste. An und für sich bestand ja durch die nach dem Sturz des Kommunismus einsetzende Privatisierung des Fremdenverkehrs ein gewaltiger Finanzierungsbedarf. Leider erwiesen sich die österr. Banken aber den Geschäftsmethoden der Balkanvölker nicht gewachsen ...

Warum die Medien gerade der ÖVP eine Korruptionsdebatte aufzwingen sollen, wo doch der Regierungsverantwortlichkeit im Bund hauptsächlich bei den Roten und in Kärnten bei den wankelmütigen Blauen liegt, bleibt ein Rätsel. Soll also die ÖVP mit ihren gerade 16 % Stimmenanteil in den Medien die Hauptverantwortung übernehmen. Natürlich sollen die Medien - wahrheitsgemäßt - berichten: Teil der Wahrheit ist aber auch, daß die Mehrheitsparteien nach den parlamentarischen Gepflogenheiten die Hauptveranwortung für Mißstände zu tragen haben und nicht vesuchen sollten, durch einseitige Berichte auf die Politik Einfluß zu nehmen.

Übrigens wer trägt bei den Medien die Verantwortung, wenn durch solche einseitige Berichte eine rot-grüne Regierung herbeigeschrieben wird, die dann Österreich in Grund und Boden wirtschaftet?

Antworten Gast: Salatkopf
12.08.2012 15:58
0 0

Sie haben den Artikel nicht wirklich gelesen oder?

Denn genau ihre Argumentation ist das perfekte Beispiel was unter "alten Reflexen" zu verstehen ist. Ja auch die SPÖ hat sicher genau Dreck abstecken das wissen wir alle. Aber bei der ÖVP ist in letzter Zeit doch einiges aufgeflogen und wenn vielleicht vieles davon (noch) nicht strafbar ist. Das müsste Grund genug sein sich dem Thema Korruption zu stellen und einen Neustart zu wagen. Die Kärntner ÖVP hat bis jetzt nicht so schlecht reagiert in der Affäre. Aber genau dieses ununterbrochene "haltet den Dieb" spielen ist genauso unerträglich wie lächerlich. Bis auf die Grünen haben alle Parteien genug Leichen im Keller und das wissen wir alle. Trotzdem versucht die politische "Elite" nur abzulenken und den schwarzen Peter den anderen unter zu jubeln. Dieses Verhalten ist nicht nur nicht glaubwürdig sondern es ist kindisch, unreif und absolut sinnlos. Es soll jeder vor der eigenen Haustüre kehren weil dann hat man, meiner Meinung nach, erst das Recht den Anderen vorzuhalten wie schlecht sie doch nicht sind.

Mehr Quergeschrieben:

Top-News