Wie man ein Pferd von hinten aufzäumt Neues Dienstrecht für unfähige Lehrer?

04.05.2012 | 18:09 |  ANNELIESE ROHRER (Die Presse)

Höhere Bezüge, neue Arbeitszeiten, Halbtags- oder Ganztagsarbeit machen aus schlechten Pädagogen keine guten. Ausbildung und Arbeitsplatzsicherheit trotz Unfähigkeit müssen reformiert werden.

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Fünf Minuten weniger pro Unterrichtsstunde, zwei Stunden pro Woche Mehrarbeit, sechs Stunden, davon zwei unbezahlt, fünf Wochen Urlaub statt neun, mehr Zeit in der Schule, dafür mehr Geld: In der Schulpolitik ist wieder die Stunde der Sekundenzähler.

Sie verhandeln ein neues Dienstrecht für Lehrer und haben noch immer mit konsequenter Engstirnigkeit den falschen Ansatz: Nicht die Dauer der Dienststunden zählt, sondern, welche Lehrer eigentlich in Österreichs Klassenzimmern stehen. Wie viele davon sind überhaupt für „einen der schönsten Berufe“ (©Christgewerkschafter Paul Kimberger in einer Radiodiskussion) geeignet?

Die jüngste Verhandlungsrunde Regierung/Gewerkschaft zeigt wieder, wie man ein Pferd von hinten aufzäumen kann. Statt zu überlegen, welches Personal man auf Schüler aller Altersstufen loslässt und welche Arbeitsbedingungen man diesem bietet, streiten Politiker und Gewerkschafter lieber um Minuten, Stunden und Euro.

Gewiss, die Einschätzung der Eignung ist mühsam und nicht leicht. Die Vielfalt der Persönlichkeiten und der Gegenstände mit ganz spezifischen pädagogischen Talenten und sachlichen Erfordernissen, lassen sich nicht einheitlich beurteilen. Aber bei nachweisbarer pädagogischer Unfähigkeit muss eine Lehrkraft aus dem Klassenzimmer abgezogen werden. Alles andere ist ein Vergehen an den Schülern.

Es kann schon sein, dass sich das Unvermögen, Lehrstoff zu erklären und zu vermitteln, erst nach einer gewissen Zeit herausstellt, aber dann müssten Konsequenzen möglich sein. Zurzeit reagieren Schulleiter hilf- und machtlos, scheint die pädagogische Eignung in der Ausbildung zweitrangig – und verkommt diese Ausbildung zur Machtfrage zweier Ministerien.

Wem nützt es, wenn verdrossene, weil in ihrer Arbeit unglückliche Lehrkräfte ihre Minuten und Stunden abspulen? Den Schülern nicht, aber auch nicht engagierten Kollegen, weil der Missmut einzelner dem Image aller schadet. Und dieses schlechte Image führt wiederum zur Demotivation noch so bemühter Pädagogen.

Viele von ihnen sind aber auch manchmal überfordert – mit den Änderungen in Gesellschaft und Schule. Gute Investitionen wären daher ein Ausbau der Supervision und eines Coachingsystems, in dem erfahrene Lehrkräfte (eventuell freiwillig im Ruhestand) Kollegen, die weder mit sich noch mit ihrem Stoff noch mit den Schülern zurechtkommen, beraten.

Der Teufelskreis, den eine verfehlte Schulpolitik seit Jahrzehnten rund um die Klassenzimmer zieht, lässt sich am Beispiel der Naturwissenschaften leicht verfolgen: In diesen Fächern sind das größte pädagogische Talent und die größte Begeisterungsfähigkeit vonnöten.

Viel kann davon nicht vorhanden sein, weil Österreichs Schüler – durch Umfragen belegt – mit Naturwissenschaften am wenigsten im Sinn haben. Warum wohl? Das schadet einerseits der wirtschaftlichen Entwicklung und führt andererseits zu einem Mangel an guten Pädagogen in diesen Fächern, worauf die schlechten bleiben – der Rest ist bekannt.

Statt also an einem Dienstrecht zu feilschen, sollte das Problem zuerst bei den Wurzeln gepackt werden: Welche Pädagogen braucht das Land? Welche Arbeitsplätze sind erforderlich? Wie ist das Image zu verbessern? In der Excel-Tabelle einer Bankerin stehen solche Fragen sicher nicht.


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("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.05.2012)

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36 Kommentare
 
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Gast: Es ist alles sehr kompliziert
07.05.2012 10:58
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Das Allerwichtigste ist,

daß alle Lehrer ein Parteibuch haben, andernfalls sie ja nicht wüssten wo es lang geht! Irgendeine Rechtleitung braucht ja fast jeder Mensch....

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vgl. Verwaltungsreform

Das läuft leider änhlich wie bei der Verwaltung - da glaubt die Politik auch, dass das Setzen von Einsparungszielen bereits eine Verwaltungsreform ist. Auf der anderen Seite werden ständig Gesetze beschlossen, die die Komplexität des Systems und damit auch den Verwaltungsaufwand weiter erhöhen. Hier sollte man einmal ansetzen.

Gast: Luzifer
06.05.2012 23:10
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Geht es noch arroganter? Muß man das Volk

mit solche Plattheiten gegen die Lehrer aufhetzen, die heutzutage angesichts des Leistungsunwillen von Eltern und Kindern und der Scheu, die Fratzen überhaupt zu erziehen und ihnen Manieren beizubringen, ohnehin einen schweren Stand haben?

Ich kenne etliche Lehrer, die nach jahrzehntelangem Schuldienst ber beileibe noch nicht im Pensionsalter, am "Burn-out-Syndrom" litten. Es ist nicht jedermanns Sache, wie mit angespannter Aufmerksamkeit wie ein Dompteur in der Klasse zu stehen oder auch den den Schullärm zu ertragen. Demgegenüber scheibt wohl eine Journalistin eher eine ruhige Kugel. Die Neutigkeiten werden ohnehin per Argentur oder per Internet ins Haus geliefert, die Story wird dann - wenn überhaupt - ebenso recherchiert, schlimmstenfalls durch telefonischen Rückruf.
Auch andere Berufsguppen klagen - lt. AK - zunehmend über Burn-Out. Was man aber von der AK nie hören würde, ist, daß diese Werktätigen deshalb "unfähig" seien ...

Also wollen wir die Dinge aus der journalistischen Übertreibung wieder ins richtige Maß rücken ...

Antworten Gast: aber
10.05.2012 15:45
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Re: Geht es noch arroganter? Muß man das Volk

Aber sie hat doch recht die Rohrer!

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Re: Geht es noch arroganter? Muß man das Volk

Sie sollten den ganzen Artikel lesen.

Antworten Antworten Gast: Luzifer
07.05.2012 17:05
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Re: Re: Geht es noch arroganter? Muß man das Volk

.. Und wenn ich 10 x den Artikel lese:

In der Realität von Frau Rohrer sind immer nur die Lehrer, nicht aber die Schüler od. ihre Eltern schuld. Und warum? Man muß in der "Demokratie" den "mehreren" nach dem Munde reden und auf die "stärkeren Bataillone" Rücksicht nehmen ...

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Re: Re: Re: Geht es noch arroganter? Muß man das Volk

Also wenn Frau Rohrer in dem Artikel jemand die Schuld gegeben hat, dann der Schulpolitik. Und wenn Sie schreiben "Es ist nicht jedermanns Sache, [...]", dann bestätigen Sie damit eigentlich Frau Rohrer, wenn sie schreibt "Aber bei nachweisbarer pädagogischer Unfähigkeit muss eine Lehrkraft aus dem Klassenzimmer abgezogen werden.". Wessen Sache das Unterrichten nicht ist, der sollte es auch nicht tun.
Warum geht es primär um die Lehrer und nicht um Eltern oder Schüler? Die Lehrer sind Staatsangestellte, daher hat die Politik hier tiefgreifendere Möglichkeiten der Einflußnahme als bei Eltern und Kindern.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Luzifer
08.05.2012 11:52
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Re: Re: Re: Re: Geht es noch arroganter? Muß man das Volk

Also die Schüler haben Anspruch auf zusätzliche Betreuung durch "Stütz-Lehrer", Schulpsychologen und was noch sonst alles. Repetieren oder gar wegen ständiger disziplinärer Verstöße aus der Schule relegiert werden, gibt es nicht! Hinausschmeißen darf man laut Rohrer nur die Lehrer! Seltsam oder?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: vielleicht
10.05.2012 15:50
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Re: Re: Re: Re: Re: Geht es noch arroganter? Muß man das Volk

Vielleicht mit dem kleinen Unterschied das Lehrer, dies im Gegensatz zu gewissen Schülern freiwillig machen und dafür auch noch Geld kassieren!

Das Problem bei den Wurzel packen? - Sind sie wahnsinnig?

Das würde heißen, dass viele viele Privilegien verloren gehen. Keine Pragmatisierung möglich ist und endlich auch die Qualität des Lehrpersonals in der Klasse überprüft werden müßte.
Das würde auch heißen, dass Lehrer endlich eine echte Aufnahmsprüfung machen müßten, um die Fähigkeit Kinder und nicht nur ihr Fach zu unterrichten unter Beweis stellen müßten.
Das würde aber auch heißen, das man Schülerferien nicht mehr mit Lehrerferien gleichsetzen darf, denn Coaching und Supervision und Weiterbildung in sinnvollem Ausmaß, geht dann nicht mehr in der Schulzeit.

Leider Frau Rohrer, das würde in letzter Konsequenz bedeuten, das Lehrer Ansehen und die Schulen Akzeptanz bei Schülern und in der Gesellschaft erhalten würden!
- das würde eine "schlagkräftige Gewerkschaft" nicht zulassen. Wozu wäre sie dann noch zu gebrauchen?

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Re: Seit etlichen Jahren

ich glaube, seit 2004, wird kein Lehrer mehr in Österreich pragmatisiert.

wer nichts weiß muss alles glauben, oder? landeslehrer werden noch immer pragmatisiert!!!


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Re: Überflüssig

Der Pragmatisierungsstopp auf Bundesebene gilt jedenfalls schon seit 2001. Möglich, dass es auf Landesebene noch Restpragmatisierungen gibt. Nichtsdestoweniger haben ihre regelmäßigen Beiträge zum Thema Schule einen komischen Aggregatzustand - sie sind überflüssig!

meinen sie das ernst -"Restpragmatisierungen"?


Re: Das Problem bei den Wurzel packen? - Sind sie wahnsinnig?

Pragmatisierung, was ist das?

ah ja

"für „einen der schönsten Berufe“ (©Christgewerkschafter Paul Kimberger in einer Radiodiskussion)"...deswegen ist der herr bei der gewerkschaft und und nicht täglich im klassenzimmer.


Gast: mh
06.05.2012 15:25
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darum geht es wirklich nicht

Wie in jedem Beruf gibt es gute und schlechte Leute.

Gerade im Journalismus gibt es diejenigen über die man sich nur wundern kann wie sie jahrzehntelang (dank linker Propagandaschreibweise ) ihre Artikelchen regelmäßig veröffentlicht bekommen.

Wie in jedem Beruf kann man sich weiterbilden (auch moralisch) und so an seiner Qualifizierung arbeiten. In manchen Berufen ist das sogar Pflicht - auch bei Lehrern. Wie und ob diese Weiterbildung zur Qualifizierung führt oder Kündigungen mangels Qualifizierung erfolgen sollen ist natürlich wichtig, aber wohl nicht das derzeitige Hauptproblem.

Der Lehrberuf hat das Privileg von 14 Wochen Urlaub im Jahr und das gilt es zu diskutieren!

Es ist nicht mehr zeitgemäß, da diese langen Urlaubszeiten früher Entschädigung für andere Nachteile (Sechstagewoche/ Versetzungen in entfernte Orte, schlechte Bezahlung) waren.
Heute verdienen Lehrer ausreichend und nach automatischen Gehaltsvorrückungen sogar überdurchschnitttlich und ihre Beamtenpensionen sind ebenso überdurchschnittlich -sehr- hoch.

Bis jetzt endete jede Diskussion über die vielen privilegierten Ferien damit : Lehrer erhalten neue Ferien zB Herbstferien damit sie nicht nur in der Hauptsaison wie Ostern, Weihnachten oder Juli und August auf Urlaub fahren müssen ....

Ein Lehrerehepaar beklagt sich nach 6 Wochen sommerlichen Segeltörn: Nur mehr 3 Wochen Urlaub :)

Re: darum geht es wirklich nicht

Der letzte Versuch der Ministerin - MIT Zustimmung der Gewerkschaft - wenigstens die 5 schulautonomen Tage zu streichen, endete in einem furiosen Protest der SchülerInnen und Elternvereine.
Bei der Umsetzung des Planes, die schulfreie Zeit zu reduzieren, wünsche ich Ihnen viel Durchhaltevermögen - vor allem auch gegenüber den Eltern und SchülerInnen und nicht zu vergessen - dem Fremdenverkehrsgewerbe ;-)

Antworten Antworten Gast: MH
06.05.2012 18:42
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Re: Re: darum geht es wirklich nicht

Lehrern gelingt es immer sehr erfolgreich den Eltern und Schülern zu vermitteln, es gehe um Reduzierung der Schulferien, wenn es einzig und allein um die Reduzierung des Lehrerurlaubs geht.
Viele Elternvertretungen sind nichts anderes als Arbeitsgehilfen der Lehrer und erfüllen deren Wünsche.

Wozu braucht es noch Energieferien?
Auch die schulautonomen Tage waren gedacht für die organisatorischen Tätigkeiten der Lehrer in der Schule und nur die Schüler sollten schulfrei haben. Eingeteilt und benützt werden sie heute von Direktoren und Lehrern als freie Tage zwischen den Feiertagen als zusätzliche Urlaubstage.
Es ist anscheinend auch nicht möglich organisatorische Tätigkeiten (zB Stundenplan) oder gar Unterricht für Schüler mit Nachprüfungen im August in den Schulen als Lehrerpflichten einzufordern.

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Re: Re: darum geht es wirklich nicht

Lehrern gelingt es immer sehr erfolgreich den Eltern und Schülern zu vermitteln, es gehe um Reduzierung der Schulferien, wenn es einzig und allein um die Reduzierung des Lehrerurlaubs geht.
Viele Elternvertretungen sind nichts anderes als Arbeitsgehilfen der Lehrer und erfüllen deren Wünsche.

Wozu braucht es noch Energieferien?
Auch die schulautonomen Tage waren gedacht für die organisatorischen Tätigkeiten der Lehrer in der Schule und nur die Schüler sollten schulfrei haben. Eingeteilt und benützt werden sie heute von Direktoren und Lehrern als freie Tage zwischen den Feiertagen als zusätzliche Urlaubstage.
Auch ist es anscheinend nicht möglich organisatorische Tätigkeiten (zB Stundenplan) oder gar Unterricht für Schüler mit Nachprüfungen im August in den Schulen als Lehrerpflichten einzufordern.

Re: Re: Re: darum geht es wirklich nicht

Viele Elternvertretungen sind nichts anderes als Arbeitsgehilfen der Lehrer und erfüllen deren Wünsche.
"Schulgemeinschaftsausschüsse sind drittelparitätisch (Eltern, Schüler, Lehrer) besetzt. Wenn die Schüler und Eltern keine "Zwickeltage" als schulautonome Tage wünschen, dann haben sie die 2/3-Mehrheit.
Wenn die Lehrergewerkschaft zustimmt, dass die Lehrer "mehr Zeit mit den SchülerInnen verbringen" - Streichung der schulautonomen Tage, dann sind die Lehrergewerkschafter was? - Ja, ganz böse und verwenden die Elternvertretungen als "Arbeitsgehilfen" - Seltsame Logik legen Sie an den Tag ;-)
Wozu braucht man Energieferien?
Pädagogisch gesehen, überhaupt nicht.
Sprechen Sie einmal mit der Tourismusindustrie darüber und nicht mit mir!
"Auch ist es anscheinend nicht möglich organisatorische Tätigkeiten (zB Stundenplan) oder gar Unterricht für Schüler mit Nachprüfungen im August in den Schulen als Lehrerpflichten einzufordern."
Der Landesschulrat hat nach Schulbeginn und nach Meldung der Schülerzahlen bis Mitte Oktober(!!!!!!!) Zeit, den Schulen die Stunden zuzuweisen!
Stellen Sie einen Arbeitsplan für einen Betrieb zusammen, wenn Sie nicht wissen, wie viele Stunden anfallen und wie viele Leute Sie zur Verfügung haben. (Ist zugegebenermaßen etwas überspitzt formuliert, aber es bildet die Realität trotzdem ziemlich genau ab!)

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Re: Re: Re: Re: darum geht es wirklich nicht

Tatsache ist, dass weder schulautonome Tage noch Energieferien ihren Zweck erfüllen!

Seltsam ist aber auch, den Eltern oder der Tourismusindustrie die Schuld am überlangen Lehrer(!)urlaub zu geben!
Die Tourismusindustrie hat sicher kein Problem damit wenn Lehrer im August in der Schule arbeiten (und nicht nebenbei verdienen zB im Schülerinstitut ...)

Wie schon mehrmals angesprochen:

Lehrerurlaurlaub kann und soll nicht gleichgesetzt werden mit Schülerferien!



Gast: Schuldirektor Specht
06.05.2012 13:53
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Und unfähige JournalistInnen dürfen bleiben?

Oder gehen die dann zur Konkurrenz?

Desinteresse an Naturwissenschaft und Technik ein Zeitgeist

Wen sollte ein gehobenes Desinteresse an naturwissenschaftlichen Fächern wundern: Wird nicht alles, was damit zutun hat, vorerst für zumindest gefährlich abqualifiziert. Wo finden wir echte Begeisterung für deren Inhalte und Fortschritte - weder in der öffentlichen noch in der veröffentlichten Meinung. Wunder also, dass Volksschulen und Gymnasien sich übertreffen, wenn es darum geht, musikalische oder soziale Schwerpunkte zu setzen - hie und da vielleicht noch einen sprachlicher Akzent. Dass diese Schulen auf diese Weise mitverantwortlich sind, dass Heere arbeitsloser Soziologen, Psychologen und Publizisten ausgebildet werden, wird gern ausgeblendet. Vielleicht liegt hinter diesem Zeitgeist auch eine stille Angst vor zuviel Absolutem: in den Naturwissenschaften und in der Technik lässt sich halt viel weniger relativeren (zumindest setzt ein Relativismus erst sehr hoch an), doch wo sind die Massen in unserer Gesellschaft, die sich wofür auch immer festlegen - Unverbindlichkeit ist doch viel bequemer, denn da hat man nie Verantwortung und war nie auch nur irgendwo dabei!

Wer seinen Abschluss zur Lehrbefähigung ordnungsgemäß erworben hat, ist für das Lehramt nicht unfähig, sondern geeignet. Punkt!

Die Aberkennung der Befähigung kann nur durch die erteilende Behörde und nur dann, wenn sich herausstellen sollte, dass die Befähigung nicht redlich erworben, sondern durch Täuschung erschlichen wurde, erfolgen.

Es mag vorkommen, dass die Prüfer eine Befähigung irrtümlich erteilen. Das können aber nur seltene Einzelfälle sein und rechtfertigen nicht eine "Einschätzung der Eignung" im späteren Berufsleben, die zur Existenzvernichtung führen kann. Was Frau Rohrer verlangt, ist unzulässig!

Sollte ein solcher Fall bekannt werden, so gilt für den Betroffenen der Vertrauensgrundsatz: er kann darauf vertrauen, dass die Behörde richtig gehandelt hat und muss seinen Befähigungsnachweis behalten können!

P.S.: Die von Frau Rohrer erwähnte Geringschätzung der Naturwissenschaften (und besonders der Ingenieurwissenschaften) gefährdet unseren Wohlstand.
Die grünen Dogmen der Österreicher, die nur haltbar sind, wenn man Sachkundige als "Fachidioten" verunglimpft, auf die man nicht hören darf, ist an dieser verhängnisvollen Entwicklung zumindest mitschuldig!

Antworten Gast: Manuela------
08.05.2012 09:42
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Re: Wer seinen Abschluss zur Lehrbefähigung ordnungsgemäß erworben hat, ist für das Lehramt nicht unfähig, sondern geeignet. Punkt!

Es könnte aber auch sein, dass schlicht und einfach die falschen oder ungeeignete Kriterien abgefragt werden. Dass es unfähige Lehrer gibt, ist Tatsache und wird nicht einmal von den Gewerkschaften bestritten. Die haben auch alle die Lehrbefähigungsprüfung bestanden.

 
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