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Von Schüssel bis Faymann: Politiker und „der schlimmste aller Fehler“

15.06.2012 | 18:40 |  ANNELIESE ROHRER (Die Presse)

Politiker können Irrtümer einfach nicht zugeben. Sie fürchten, dass Ehrlichkeit als Schwäche ausgelegt und in den Medien verhöhnt wird. Dabei würde sie erfrischend wirken. Sie sollten es ausprobieren.

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Einen Anschauungsunterricht der Sonderklasse zum Thema mangelnde Fehlerkultur lieferten diese Woche Alexander Van der Bellen (G) und Wolfgang Schüssel (ÖVP). Zufällig am selben Tag.

Van der Bellen wollte zwar bei der Ankündigung seines Wechsels vom Nationalrat in den Wiener Gemeinderat das Wort Fehler auch nicht in den Mund nehmen, aber immerhin erkannte er den „Makel“ der Wählertäuschung nach der Wien-Wahl 2010. Damals verweigerte er den Einzug ins Rathaus, obwohl ihn die Wiener Grün-Wähler ganz eindeutig dort sehen wollten. Beobachter wussten schon damals, dass diese Weigerung ein schwerer Fehler in Sachen Glaubwürdigkeit und die wortreichen Erklärungen nichts als eine Ausrede waren.

Ganz anders Wolfgang Schüssel bei einem „Zeitgespräch“ in Salzburg. Der Ex-Bundeskanzler verstieg sich dort laut Medienberichten zur Feststellung, das „FPÖ-Regierungsteam war erstklassig“. Zu hoffen wäre, dass Schüssel dies ironisch gemeint hat. Erstklassig wie Elisabeth Sickl, Michael Krüger, Michael Schmid? Zu fürchten ist allerdings, dass Schüssel das tatsächlich noch immer glaubt, so wie er noch immer glaubt, dass „mein Finanzminister seine Stellung überhaupt nicht missbraucht hat“. Karl-Heinz Grasser als Finanzminister mit einem Koffer und 500.000 bisher ungeklärten Euro über die Grenze – „Stellung überhaupt nicht missbraucht“?

Wie hat der schottische Historiker Thomas Carlyle im 19. Jahrhundert einmal geschrieben? „Der schlimmste aller Fehler ist, sich keines bewusst zu sein.“ Beim Vergleich Van der Bellen – Schüssel, Männer der gleichen Generation, tritt auch zutage, was sonst zu beobachten ist. Viele Politiker rechts der Mitte sind von ihrer einzig wahren „Richtung“ bis zur totalen Verdrängung der Realität überzeugt.

Wenn sie wie der ehemalige deutsche Bundespräsident Christian Wulff einen „schweren Fehler“ doch zugeben, so trifft das Eingeständnis nicht den Kern. Wulffs Fehler war nicht der Anruf beim Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, sondern sein gesamtes Verhalten nach Auffliegen der Hausfinanzierungsaffäre. Bevor Maria Fekter zugibt, dass ihre unbedachte Äußerung zu Italien ein Fehler war, hält sie sich lieber weiterhin für den „einzigen Mann“ in dieser rot-schwarzen Regierung. Bei Privatsachen erhoffen sich Politiker Vergebung, im Politischen können sie sich aber einfach nicht überwinden, das Richtige zu sagen.

So warten wir noch immer darauf, dass Werner Faymann endlich eingesteht, dass der Kniefallbrief an Hans Dichand 2008 ein schwerer Fehler war. Der „glühende Europäer“, der Faymann jetzt sein will, hätte ihn nie geschrieben. Nicht erwarten werden wir das Geständnis von Verkehrsministerin Doris Bures, wie falsch es war, zukünftige Generationen mit 60 Milliarden Euro für die ÖBB zu belasten. Bei der FPÖ warten wir auf nichts und erwarten auch nichts.

So aber kommen wir nie zu einer ehrlichen Fehleranalyse der Politik der letzten Jahrzehnte, mit der man dem steigenden Unmut der Bürger entgegenwirken könnte. Die Angst, Schwäche zu zeigen, die Furcht vor Hohn in den Medien überwiegen alles. Wie erfrischend und befreiend aber wäre ein Politiker, der unumwunden zugibt: „Wir haben das falsch gemacht.“ Deshalb ein Angebot: Der/die Erste mit diesem Mut zur Verbesserung der Fehlerkultur kann in den Medien auf Lob zählen. Versprochen!


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Zur Autorin:

Anneliese Rohrer
ist Journalistin in Wien: Reality Check http://diepresse. com/blog/rohrer

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2012)

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36 Kommentare
 
12

liebe frau rohrer!

wie können sie nur....?
wie können sie nur den säulenheiligen des presseforums verdächtigen, fehler gemacht zu haben? und noch immer zu machen?
sie sollten sich an ihrem ex-chef unterberger orientieren und brav in die lobhudeleien über IHN (wer, wenn nicht ER?) verfallen. die presse hat anscheinend eh noch immer zu viele leser....

Re: liebe frau rohrer!

rohrer u8nd unterberger???
romeo und julia??
eher...maria stewart und elisabrth

Gast: Gast362
19.06.2012 12:46
3 2

Bei der Rohrer warte ich seit Jahren auf

einen ausgewogenen und qualitativ hochwertigen Artikel. Außer niveaulose Hetze (gegen die nach objektiven Kriterien beste Regierung der letzten Jahrzehnte (Verschuldung und Korruption steigt extrem seitdem die SPÖ wieder in der Regierung ist!) ist aber noch nichts gekommen!

Re: Bei der Rohrer warte ich seit Jahren auf

lieber wolfi s.:
DAS hat frau rohrer mit "fehler eingestehen" aber nicht gemeint!

Gast: Ceterum
19.06.2012 10:35
1 0

Die Fehler der Anderen

Journalistinnen und Journalisten haben große Ähnlichkeiten mit Politikerinnen und Politikern: Sie kennen und erkennen zu jeder Zeit die Fehler der Anderen. Und das Schöne dabei, Papier ist geduldig. Deshalb finden die Schreiberinnen und Schreiber an Allem und Jedem Fehler. Gerne auch dann, wenn 90% an einer Sache gut sind, schreiben sie doch lieber über die restlichen 10%.

Gast: bilderohnezukunft
18.06.2012 21:49
1 1

liebe fr. Rohrer- und was sucht ein schweigsamer SPÖ Kanzler faymann u andere politiker beim geheimbund der bilderberger? und die medien tun so, als wäre das normal. was haben die in europa wieder vor.


Gast: Hupfingatsch
18.06.2012 12:06
2 0

Nationalratswahl 2013

Werte Fr. Rohrer,

man muß leider feststellen das sich in ihren Texten, je näher die Nationalratswahl 2013 rückt, immer mehr ein fast schon patholigischer Hass gegen, Schwarz, Blau und alles was sich nur wenige Minuten im selben Raum wie Wolfgang Schüssel befand, widerspiegelt.
Leider muß ich mich meinen mir vorausgehenden Bloggern anschließen.
Beschämt sei, wer schlecht darüber denkt?

Gast: Dulcinea
17.06.2012 15:34
6 2

kleiner Fink, kleiner Fink

was für böse Worte. Es wissen halt nicht alle Presse-Leser oder Blogger, dass Rohrers permanentes Schüssesl - Bashing keinen politischen, sondern einen persönlichen Hintergrund hat und dieses daher entsprechend einzuordnen ist. Welcher Teufel reitet hier unseren Modestus?

Re: kleiner Fink, kleiner Fink

wir wissen alles über busek..etc...
das ist trotzdem kein thema

Gast: schwarzer Rabe
17.06.2012 14:45
3 3

befremdlich Ihr Stil Modestus

und gar nicht zu Ihrem Namen passend!

Gast: Hansi Hüpfer
17.06.2012 11:16
4 0

Mehr Ausgewogenheit

Ein interessanter Artikel Frau Rohrer.
Dass sie sich von der FP nichts erwarten ist schade, hat doch die FPÖ bei der nächsten Wahl sicher ein Drittel aller abgegebenen Stimmen erhalten und damit ein Recht auf ein Platzerl am Futtertrog erworben. Schliesslich haben sie ja auch den Grünen, deren grösstes Anliegen das Wohlbefinden von Randgruppen und illegalen Ausländern ist den Kern ihrer Aussagen gewidmet.

Unverständlich, daß Journalisten der "Presse" bei solchen Spielchen mittun


verständlich wirds dann, wenn alte höchstpersönliche Rechnungen beglichen werden.

Unverständlich, dass "Die Presse" sich für so etwas hergibt.

Frau Rohrer sollte ihre Familienprobleme dort lösen wo sie hingehören.

Re: Unverständlich, daß Journalisten der "Presse" bei solchen Spielchen mittun

worauf sie hinaus wollen ist nicht unbekannt..auch wenn da etwas wahres dran sein sollte, so sind sie doch ein schmierfink..pfui deibl

Gast: Luzifer
16.06.2012 19:23
7 0

Daß in Österreich gezielte Medienkampagnen laufen,

muß doch jedem Zeitungsleser klar sein. Man erinnere sich nur an die "Krone", die, solange sie nicht mit Faymann und der Linken sagen wir mal "gepackelt" hat, tagtäglich von linken "Intellektuellen" `runtergemacht wurde!

Und zum Fall "Grasser": imAnschluß zum lesenswerten Beitrag von Cicero möchte ich noch darauf hinweisen, daß Grasser zweifelhafte Geschäfte und Provisionen gar nicht nötig hat. Im Gegensatz zu einen seinen Vorgänger, der wegen Falschaussage r.k. verurteilt wurde, hat er "reich geheiratet" und jede Möglichkeit, korrekt seinen "standesgemäßen" Lebensunterhalt zu verdienen. Im Gegensatz zu ihm wurde der erwähnte Vorvorgänger vom Parteivorsitzenden und Regierungschef auf den lGenDirektorposten einer Großbank mit entsprechendem Einkommen "gehievt"! Aber das alles ist manchen "Presse-Journalisten" im Kampf um eine linksrandige Leserschicht noch gar nicht aufgefallen ...

7 2

Ein Vertriebsmann in der Industrie verdient das Vielfache eines Lobbyisten und hat zudem einen sicheren Job!

An „magra“, hier weiter unten!

„magra“, Sie verwechseln da einiges und kommen zu völlig falschen Schlußfolgerungen.

Da ist zunächst Ihr erster Irrtum. Grasser hat niemand einen lukrativen Posten „zugeschachert“. Das hat nicht einmal Peter Pilz von den Grünen behauptet und der hat schon alles behauptet, was Gott verboten hat, nichts von seinem Behauptungen aber beweisen können.

Der nächste Irrtum, der Lobbyist erbringt Leistung und ist daher seines Lohnes wert. Jeder dahergelaufene Handelsvertreter erhält mindestens 5 % Provision, manchmal aber bis zu 15 %, nämlich dann, wenn besonders viel Betreuung des Kunden notwendig ist. Maischberger erhielt für einen 2,4 Milliarden-Verkauf 9,6 Millionen Provision, das sind nicht 4 %, sondern nur 4 Promille Provision. Bei Mensdorff-Pouilly geht es in derselben Größenordnung. Genaue Zahlen sind bislang nicht bekannt. Na ja, bei Rumpold ging es um noch weniger, bei einem 2-Milliarden-Auftrag um 6 Millionen, also um 3 Promille.

Übrigens ein Projekt-Ingenieur in der Industrie mit einem Jahresgehalt von 60.000 Euro bearbeitet höchstens 2 Millionen Euro Auftragssumme, das sind bitte schön 3 Prozent Entlohnung. Das ist Ihr nächster Irrtum, der Vertriebsmann einer Firma verdient das Vielfache eines Lobbyisten.

Und Ihr wichtigster Irrtum, der Lobbyist hat Kosten. Mensdorff-Pouilly etwa muß kostspielige Jagden veranstalten, die ihm nicht separat vergütet werden. Und weil er bei Jagden die Leute zusammenbringen kann, nimmt man ihn überhaupt!

Also?

Antworten Gast: magra
16.06.2012 19:00
1 12

Re: Ein Vertriebsmann in der Industrie verdient das Vielfache eines Lobbyisten und hat zudem einen sicheren Job!

erster Irrtum? Warum sind aber dann all die lukrativen Jobs in Grassers Freundes - und Bekanntenkreis? Zufall? Oder die besten Köpfe des Landes?
zwieter Irrtum? Interessant wie Sie Leistung mit guten ( wertvollen) Kontakten verwechseln! Und fragte nicht Maischberger selbst: wo war mei leistung? Ich hoffe Herr Mensdorff Pouilly wird seine kostspieligen Jagden von der Steuer absetzen zu wissen. Schön Cicero, dass Sie so am Lobbyismus mit seinen österreichischen Standesvertretern hängen, schade für Sie, dass Herr Grasser nicht mehr Finanzminister ist?

3 0

Ware gegen Geld

„magra“, würden Sie mich bitte aufklären. Wovon reden Sie?

Bei einem Handelsvertreter, etwa für Waschpulver, geht Ware gegen Geld über die Straße.

Beim Lobbyismus ist es genau dasselbe. Es geht Ware gegen Geld über die Straße. Nur die Ware ist nicht ein Eisenbahnwaggon Waschpulver, sondern eine Information. Auf einem oder auch mehreren Blättern Papier oder vielleicht sogar nur mündlich übers Telefon oder bei einem Glas Whisky im nächstbesten Kaffeehaus.

Wer sich von einem Staatsanwalt in die Enge treiben läßt mit der Frage, was seine Leistung war, der hat nur einen schlechten Anwalt. Die Antwort auf eine derartige Frage ist ein einziges Wort: „Information“.

Wer Informationen haben oder welche an bestimmte Empfänger weitergeben will, der muß sich seine Lobbyisten schon selber suchen. Der braucht keinen Finanzminister als „Headhunter“.

Und, Sie werden staunen, das müssen dann nicht unbedingt die besten Köpfe des Landes sein, nein, das müssen Leute sein, die Informationen haben oder Leute kennen, welche Informationen brauchen.

Lobbyismus ist eine weltweit anerkannte und effizient angewandte Methode der politischen Willensbildung und sie ist nicht unmoralisch.

Wenn Hr. Muhm Hrn. Faymann sagt, wie die linke Wirtschaftspolitik auszusehen hat, dann ist das nicht strafbar. Aber abzulehnen vom politischen Gegner, der eben eine andere Vorstellung von Wirtschaftspolitik hat als Hr. Muhm.

Zur Steuer des Hrn. Mensdorff-Pouilly werden weder Sie noch ich gebraucht, das macht das Finanzamt!

Antworten Antworten Antworten Gast: magra
16.06.2012 23:07
1 11

Re: Ware gegen Geld

Gut, wenn Sie das so sehen. Für mich ist das Liefern der Ware Information aber nicht so eine Leistung wie für Sie. Für mich ist das ein eklatantes Überbezahlen von Leuten in der Nähe der Machtzirkeln. Und der springende Punkt ist aber, wie komme ich in diese Position! Durch Freunde oder durch ehemalige Positionen an den Machthebeln, aus der Politik. Und durch Lobbying kommt nicht immer das beste Geschäft zustande, sondern das best eingefädelste.

2 0

Daß Information Leistung ist, läßt sich nicht wegreden!

„magra“, Sie meinen also, Lobbyisten sind überbezahlt und Sie fragen, wie Sie in die Position eines Lobbyisten kommen. Ihre Meinung in Ehren und Ihre Frage in Ehren, was Sie aber offensichtlich übersehen, auf diesen Weg kaufen Sie sich ein, als „neidzerfressen“ eingeschätzt zu werden.

Ihre Meinung, daß Lieferung von Information keine Leistung sei, ist schlicht unhaltbar.

Kein Architekt liefert Ihnen das gewünschte Haus, er liefert Ihnen nur Information, wie es aussehen soll, damit es Ihren Bedürfnissen entspricht. Ihr Hausarzt liefert Ihnen nicht das Medikament, sondern nur die Information, welches Medikament Sie wie zu nehmen haben, um mit Ihren Beschwerden zu Rande zu kommen. Kein Hochschullehrer liefert Ihnen irgendeine Ware, er liefert nur Information über das Fachgebiet, das Sie, aus welchen Gründen auch immer, studieren.

Wollen Sie das alles ablehnen, weil Lieferung von Information keine Leistung ist?

So wie der Lobbyist zur „politischen Willensbildung“ beiträgt, so trägt der Architekt zur „baulichen Willensbildung“ bei, der Arzt zur „medizinischen Willensbildung, der Lehrer zur „bildnerischen Willensbildung“, etc. p.p. Warum also jedwege Willensbildung korrekt sein soll, nehme ich doch an, daß Sie das meinen, außer der politischen?

Der Architekt bekommt Provision auf Basis Bausumme, Größenordnung 3 – 8 %. Mein Hausarzt hat einen Stundenlohn, der kaum halb so groß ist, wie der meines Automechanikers.

Warum also der Lobbyist nicht ein paar Promille der bewegten Summen?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: magra
17.06.2012 18:30
1 5

Re: Daß Information Leistung ist, läßt sich nicht wegreden!

an cicero: bitte lesen Sie richtig! Nicht so (!!!) eine Leistung ist, denn das verdreht den Kern komplett. Information ist schon ein Wert, aber ein Lobbyist ist der Überbringer der Information. Und ich bin kein Neider, ganz ehrlich, wenn jemand wahre Leistung erbringt, so soll er entlöhnt werden. Ein Architekt plant das Haus, ein Arzt untersucht mich, dann informiert er mich über sein Ergebnis, aber ein LObbyist interveniert für eine Interessensvertretung bei einer politischen Stelle, damit ein Gesetz so oder so aussieht. Und da sind auch wenn nur im Promillebereich bei Milliardenaufträgen astronomische Summen. Geschätzter Cicero, ich glaube wir diskutieren aneinander vorbei, mag sein, dass das mediale Negativkampaigning des Lobbyismus meine Grundeinstellung ihm gegenüber wenig Spielraum für eine objektive Einstellung zulässt, aber dabei bleibe ich, ist die Optik im Fall Grasser und Freunde eine äußerst schiefe, auch wenn alles legal zugegangen sein mag. Dass natürlich mittlerweile eine Hetzkampagne gegen ihn im Laufen ist, ist sogar mir ersichtlich.

Re: Daß Information Leistung ist, läßt sich nicht wegreden!

Schön geschrieben. Ich stimme mit Ihnen im Prinzip überein. Sie wissen aber sicher auch dass das alles missbraucht werden kann. Aber nochmal, im Prinzip haben Sie vollkommen Recht.

0 0

Es sollen schon Brücken eingestürzt sein!

„schlechte_milch“, Sie werden sicher schon gehört haben, daß Brücken eingestürzt sind, die vorher von qualifizierten Bauingenieuren geplant und berechnet wurden.

Es sollen auch schon Kunstfehler bei Ärzten vorgekommen sein. Na, und erst die Herren Uni.-Prof., was da so mancher an Unsinn verbreitet und das nur, weil er irgendwann einmal den Nobelpreis bekommen hat.

Haben wir deswegen aufgehört Brücken zu bauen oder sind wir zum Dorfbader oder gar zum Medizinmann zurückgekehrt oder wissen wir auf den Unsinn eines fernen in den USA daherredeten Nobelpreisträgers nichts mehr zu sagen. Alles Nein! Wir machen weiter, trotz „Mißbrauch“ in dem einen oder anderem Fachgebiet.

Warum also sollen wir den Lobbyismus verbieten, wie das offensichtlich „magra“ im Sinn hat? Wollen wir keine politische Willensbildung mehr?

Wenn wir keine politische Willensbildung wollen, müssen wir als erstes die Kronenzeitung verbieten, denn die betreibt mit ihren ewigen Kampagnen nichts anderes als (dubiose) politische Willensbildung. Na ja, und den Hrn. Muhm und mit ihm die ganze Arbeiterkammer müssen wir in Pension schicken und zusperren.

Für Mißbrauch, in welcher Form auch immer, steht die Ethik der Gesellschaft und/oder Polizei und Justiz zur Verfügung.

Als Bürger brauche ich mich nicht vor Mißbrauch zu fürchten, wohl aber habe ich die unveräußerliche Pflicht genau hinzuschauen und mitzudenken, damit ich dann, wenn es um Entscheidungen geht, weiß, worüber ich entscheide.

Re: Es sollen schon Brücken eingestürzt sein!

Ich wuesste nicht was ich an Ihren Worten auszusetzen haette. Ich will Lobbyismus nicht verbieten. Ich will nur dass wir ihn als das sehen was er ist. Als bezahlter Versuch Spezialinteressen durchzusetzen. Aber auch damit habe ich kein Problem solange das nur klar ist.

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Ohne Lobbyismus kann die Politik nicht funktionieren, es sei denn, Politiker sind ausnahmslos Universalgenies.

„schlechte_milch“, in keiner Gesellschaft gibt es Universalgenies. Warum also soll es unter den Politikern Universalgenies geben?

Demokratie ist Interessensausgleich. Das heißt, die unterschiedlichen Interessen müssen auf den Tisch und dann muß das „ausgestritten“ werden.

Wenn es aber keine Universalgenies unter den Politikern gibt, dann muß es jemand geben, der die jeweiligen Politiker mit den Interessen vertraut macht, welche die Bürger, Bürgergruppen, einzelne Berufszweige, einzelne Firmen oder auch Firmenverbände, Gemeinden, Regionen, etc. p.p. haben.

Dazu sind die Lobbyisten unersetzbar notwendig und daher kein zweifelhaftes Unterfangen. Und daß jeder, der eine Leistung erbringt, welche auch immer, bezahlt werden muß, sollte auch außer Streit stehen.

In Praxis, jeder Unselbstständige ist Mitglied der Arbeiterkammer und bezahlt dafür. Daß diese Arbeiterkammer dann seine Interessen in der Politik vertritt, sollte nicht nur klar, sondern absolute Pflicht sein.

Damit aber die Interessen der Dienstnehmer nicht der Wirtschaft auf den Kopf fallen, dafür gibt es die Wirtschaftskammer und die Industriellenvereinigung. In Summe auch bezahlte Lobbyisten.

Wenn etwa die Grünen den weiteren Ausbau der Autobahnen verhindern wollen, dann müssen die Frächter berechtigt sein, dagegen zu intervenieren. Mittels Lobbyisten natürlich, wie denn sonst?

Also, Lobbyisten vertreten nicht per se Sonderinteressen, sondern sie bringen die existenten Interessen überhaupt erst an die Politik heran.

Gast: MH
16.06.2012 17:05
6 0

Bitte vor der eigenen Türe kehren!

In Sachen Glaubwürdigkeit sind viele Medien und damit die Journalisten auf gleicher Stufe wie Politiker.

Die political-correcten Medien verbreiten seit langem "Irrtümer" und sind auch nicht bereit davon abzusehen, sondern vertiefen sich darin bis sie ihr Produkt nur mehr mit Zwangsgebühren oder "gratis" unter die Leute bringen können.






Antworten Gast: Lausbub
16.06.2012 19:32
2 0

Re: Bitte vor der eigenen Türe kehren!

Journalisten sollten vor ihrer eigenen Haustüre kehren. Gerade bei den Medien ist "Lohnarbeit", dh. Verbreitung von vorgefaßten Meinungen gegen Bezahlung, sehr häufig. Dabei wollen die Journalisten die "Vierte Macht" im Staate sein - eine gegen Bezahlung?

 
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