22.05.2013 01:48 Merkliste 0

Wer Treibjagd auf Reiche macht, jagt Arbeitsplätze aus dem Land

CHRISTIAN ORTNER (Die Presse)

Europa braucht nicht neue Schulden, sondern neue Großkonzerne, um die Krise endlich überwinden zu können. Doch die politischen Eliten verhindern das, um sich beim Wähler anzubiedern.

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In Europa wird Kalifornien ja ganz gern als eine Art besseres Griechenland auf amerikanisch beschrieben: zwar viel Sonne, aber dauernd pleite, wirtschaftlich am Boden und mit einer Infrastruktur versehen, die hauptsächlich aus Schlaglöchern, Stromausfällen und streikenden Beamten besteht, die schon monatelang keine Löhne mehr bekommen haben.

Viel weniger wird vom moralischen Sozialstaatshochsitz der meisten Europäer aus eine andere Wirklichkeit wahrgenommen: Während es die 17 Staaten der Eurozone mit 333 Millionen Einwohnern in der Zeit seit 1975 geschafft haben, genau ein Unternehmen hervorzubringen, das heute zu den 500 größten der Welt zählt, sind in Kalifornien (40 Millionen Menschen) im gleichen Zeitraum genau 28 Konzerne dieser Größe entstanden (Quelle: „Economist“). Anders gerechnet: Beim Gebären von global führenden Unternehmen war und ist der US-Bundesstaat pro Einwohner etwa 200-mal so erfolgreich wie das zumindest in der Eigenbeschau attraktivste sozioökonomische System der Welt, nämlich der europäische Wohlfahrtsstaat.

Man kann diesen Rückstand auch in Österreich besichtigen: Die Gründung des vorerst letzten wirklich global tätigen und erfolgreichen Weltkonzerns – „Red Bull“ – liegt mehr als ein Vierteljahrhundert zurück.

Dabei geht es nicht um eine Art albernen ökonomischen Schwanzlängenvergleich zwischen den USA und Europa, sondern schlicht und ergreifend um den künftigen Wohlstand der Bevölkerung. Denn zwar ist das Entstehen von derartigen Global Players theoretisch für Wachstum und Prosperität nicht zwingend notwendig – aber es hilft in der Praxis schon ungemein.

Es ist daher etwas befremdlich, dass Europas Staatenlenker sich derzeit zwar ganz furchtbar den Kopf darüber zerbrechen, wie sie wieder kreditwürdig werden (sprich endlich wieder neue Schulden aufnehmen können), aber in viel geringerem Maß darüber, wie die EU etwas kalifornischer werden könnte. Denn wüchsen die Konzerne in der Alten Welt so munter wie zwischen San Francisco und San Diego, wären ziemlich viele Probleme gelöst. Allein Apple – nur einer jener 28 neu entstandenen Weltkonzerne – hat in den USA etwa 500.000 Jobs geschaffen, und das, obwohl hauptsächlich in China produziert wird.

Man kann sich gut vorstellen, welcher Wachstums- und Beschäftigungsboom in Europa losbräche, entstünden ein paar Euro-Apples. Zu befürchten ist das freilich derzeit überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. In Frankreich motiviert die sozialistische Regierung gallische Steve-Jobs-Epigonen gerade mit dem ungemein attraktiven Versprechen, ihren allfällig hohen Unternehmerlohn zu 75 Prozent zu konfiszieren, in Deutschland wird ernsthaft darüber diskutiert, erfolgreiche Nachwuchsunternehmer ab einem geradezu obszönen Privatvermögen von 250.000 Euro zur Zeichnung von einer Art Kriegsanleihe mit dubioser Rückzahlungswahrscheinlichkeit zu zwingen – und in Österreich gibt es Politiker, die das hierzulande am liebsten auch gern einführen würden.

Der Verdacht liegt nahe: Das mit dem Entstehen von Millionen Jobs in neuen Global Players zwingend verbundene Entstehen neuer Vermögen führt im europäischen Wohlfahrtsstaat zu einer kräftigen Abstoßungsreaktion des gesellschaftlichen Immunsystems. Neue Jobs und Wachstum entstehen trotzdem: halt in Kalifornien, wo zehntausende europäische Entrepreneurs-Exilanten ihr Glück versuchen.


Reaktionen senden Sie bitte direkt an: debatte@diepresse.com


Christian Ortner ist Kolumnist und Autor in Wien. Er leitet „ortneronline. Das Zentralorgan des Neoliberalismus“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2012)

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62 Kommentare
 
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Gast: DD1
09.08.2012 09:59
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Soviel dazu...

Ich finde in diesem Beitrag wird kurz klar was von diesem Artikel zu halten ist....

http://www.tantejolesch.at/tjtrue.php?bild=ortnerjagd.jpg&href1file=ortner777" target="_blank">http://www.tantejolesch.at/tjtrue.php?bild=ortnerjagd.jpg&href1file=ortner777

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Re: Soviel dazu...

Nein, der Beitrag zeigt nur, was herauskommt, wenn man versucht, mit Freudschen und marxistischen Methoden zu argumentieren - billige und nichtssagende Polemiken, die keinerlei rationale Argumentation mehr zulassen.

Gast: Kuya
05.08.2012 17:55
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Arbeitsplätze gab's mal genug,

. . . doch die Länder wurden unsinnigerweise der Globalisierung und Multinationalen ausgeliefert, welche die 3. Welt vermarken. Damit wurden der gigantische Pool von Fachleuten und Meistern im sozialen Europa chancenlos und die Billigware brachte die Wegwerfgesellschaft.

Naivität, Inkompetenz und Größenwahn der Politiker brachte den Euro, der nie und nimmer die souveränen Sprachen und unterschiedlichsten Wirtschaften unter einen Hut bringen könnte.

Die Länder sind überschuldet, einige bankrott. Da bleibt nur ein Resümee, "von heute auf morgen" in die Landeswährung und weg mit dem Euro.

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Re: Arbeitsplätze gab's mal genug,

Die "Billigware" führte dazu, dass sich jeder Durchschnittskonsument Fernseher, Kühlschrank, Computer, Auto, sanitäre Installationen etc. etc. leisten kann.
Selbst Personen, die unter die heutige Armutsdefinition fallen, können sich einen Luxus leisten, der auch für Ludwig XIV. unvorstellbar war. "Billigware"=Demokratisierung des Konsums.
Ihre "Fachleute" und "Meister" hatten offensichtlich nur dann Chancen, wenn sie keine Konkurrenz hatten - muß sich um typische Wirtschaftskammerfunktionäre gehandelt haben. Von der Arroganz und Minderleistung dieser Typen habe ich schon lange genug.
Das Problem mit dem Euro besteht darin, dass es sich um eine Fiatwährung handelt, ansonsten würde eine Einheitswährung gut funktionieren. Dass die Länder bankrott sind, hängt vielleicht damit zusammen, dass sie sich zuvor hemmungslos verschuldet haben. Und im Gegensatz zu dem, was unsere unbedarften Volkswirte glauben, hat das nun einmal Konsequenzen.

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Arbeitsplätze gab's mal genug,

. . . doch die Länder wurden unsinnigerweise der Globalisierung und Multinationalen ausgeliefert, welche die 3. Welt vermarken. Damit wurden der gigantische Pool von Fachleuten und Meistern im sozialen Europa chancenlos und die Billigware brachte die Wegwerfgesellschaft.

Naivität, Inkompetenz und Größenwahn der Politiker brachte den Euro, der nie und nimmer die souveränen Sprachen und unterschiedlichsten Wirtschaften unter einen Hut bringen könnte.

Die Länder sind überschuldet, einige bankrott. Da bleibt nur ein Resümee, "von heute auf morgen" in die Landeswährung und weg mit dem Euro.

Gast: Peter Hofmueller
05.08.2012 09:07
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Wer "Treibjagd"...

"Alle reden von Steuern..."WIR" zahlen keine...("Bund der Steuerflüchtlinge und Steuerhinterzieher")
"WIR "treibjagdgehetzten"Millionäre im "Ösi" Land.."New's"??
No Problem für uns,solange wir "unsere" Journaille-"Kollumnistensteigbügelhalter" haben,oder?
"Weitermachen"!!!

Gast: HerrPaul
04.08.2012 20:20
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Vorbild Kalifornien lol.

Man reibt sich die Augen wenn ein völlig kaputter , überschuldeter amerik. Bundesstaat mit 40 Millionen Einwohner wegen 28 Unternehmen, von denen die wenigsten Kalifornier ,geschweige der Staat , etwas hat,Vorbildfunktion haben soll.Die haben teilweise Zustände wie ein Dritte-Welt-Land. Zeltstädte mit delogierten Leuten deren Arbeitsplätze in China oder sonstwo sind.

Gast: isogjetzwos
04.08.2012 19:31
2 0

Meine Güte, was ist das für ein Artikel!

Zuerst einmal wäre es sehr hilfreich gewesen, die exakte Quelle anzugeben!

Bei diesen 28 Konzerneh handelt es vermutlich um die Top-Player aus Silicon Valley, also HW & SW. Tja, warum ist das in der EU oder Ö nicht möglich gewesen? Zur Information, es gab auch in der EU in den 1980er Jahre entsprechende Hard- und Software-Konzerne, die mittlerweile Geschichte sind, aufgekauft wurden, sich aus diesem Markt zurückgezogen oder spezialisiert haben.

Bleiben wir in Österreich. Warum konnte in Ö nicht so ein Hype entstehen, wie in Kalifornien? Ganz einfach. Ins Bildungswesen wird hauptsächlich Politik, aber kein Geld reingesteckt. Hier wird jegliche Innovation vom Kleinen im Keim erstickt, sei es durch fehlendes Risikokapital oder durch unsere sagenhafte Bürokratie und dazu dürfen sich auch die Kammern zählen, die möglichst alles reglementieren wollen und somit alles im Keim ersticken! Hier muss man zuerst einmal ein Gewerbe anmelden und dafür die notwendigen Kenntnisse nachweisen, usw. In den USA kann im Prinzip jeder Unternehmer werden, darum waren solche Entwicklungen möglich von der Garagenbude zum Weltkonzern. Und in den USA gibt es weitaus mehr Risikokapitalgeber als in unseren Breiten.

Apple als den vorblidlichen Konzern zu präsentieren, finde ich sehr oberflächlich. Ja Apple produziert schöne und benutzerfreundliche Geräte. Da freut sich der Konsument und zahlt gerne sehr viel dafür. Unter welchen Bedingungen diese in China produziert werden, ist egal. Mal nachdenken!

Gast: Dolfi Teufel
04.08.2012 16:35
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Die Zusammenlegung von Medien mag Synenergie-Effekte haben,

die Führerschaft in der veröffentlichten Meinung wird man erst durch Verstärkung des Einflusses in den staatlichen Medien wie ORF zurückgewinnen. Und dazu wird man volens nolens wie eines die SPÖ mit der FPÖ kooperieren müssen. Mittlerweile wird man auch bei der FPÖ schon gemerkt haben, daß die Packelei von Dr. Fichtenbauer mit den Roten letztendlich nur diesen und ihrem potentiellen grünen Koalitionspartner gennützt hat!

Ja, am besten zu sehen...

...bei der Fusion Presse und Wirtschaftsblatt. Aber welcher Reiche wurde denn da verjagt?? Der Fleischhacker?

Gast: Benedetto
03.08.2012 22:09
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Economist verstehen

Hr Ortner, Meldungen vom “Economist“ auszugsweise zu übernehmen und diese ohne journ.. Sorgfalt ,als “ZO des Neoliberalismus " abzusondern ist einfach , aber
die Fakten sehen anders aus:
Wir Europäer haben gestandene Unternehmen die viele Jahrzehnte VOR 1975 gute Zahlen geschrieben haben und diese auch weiter generieren werden., auch wenn die Silicon Blase längst geplatzt ist. Unter den 30 weltweit umsatzstärksten Unternehmen befinden sich10 europ. Unternehmen.. http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_gr%C3%B6%C3%9Ften_Unternehmen_der_Welt
· Für Österreich gilt ähnliches:
Die OMV war vor 1974 eine NÖ Röhölförderung auf bescheidenem Niveau. Nun befindet sich die OMV unter den 250 grössten börsenotierten Unternehmen weltweit..
· Aus österr Sicht bin ich ziemlich zuversichtlich .Mittelständische Unternehmen (auch Voest etc zähle ich dazu), haben grossartige weltweite Marktanteile und halten diese seit Jahrzehnten. Wir Ösis haben es sicher besser getroffen als die Bürger im sonnigen Kalifornien ,wo man zwar gut verdienen kann , unter einem Pappendeckel zwar nicht erfrieren muss, aber ist dieses Spektrum nicht etwas weit gefasst ?
· Also, frisch auf ZO d Neolib. , nicht gscheit schreiben, auf nach Kalifornien! Schreiben Sie der neuen Welt ein Loch und melden sich danach.

Antworten Gast: Held der Arbeit
07.08.2012 13:29
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Re: Economist verstehen

jaja, diese "des hamma immer scho so gmocht, da kunnt ja a jeder kommen" einstellung ist sicher absolut zukunftsweisend. wenn ortner einen beweis für die richtigkeit seiner aussagen gebraucht hätte, ihr posting ist es.

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Re: Economist verstehen

"Gestandene" Unternehmen reichen nicht. Kodak war auch ein "gestandenes" Unternehmen, sogar de facto Monopolist. Jetzt ist es Geschichte. Dasselbe Schicksal wird irgendwann auch die OMV ereilen, weil Unternehmen nun einmal nicht unsterblich sind. Daher bedarf es neuer und wachstumsstarker Unternehmen. Apple und Microsoft entstanden aus Vorhaben, die leicht verrückte Bastler in Garagen begonnen hatten. Verrückte Bastler gibt es in Österreich genug, Garagen ebenso. Wieso sind Apple und Microsoft nicht in Österreich entstanden, wenn die Österreicher so gut sind wie sie glauben?

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Re: Re: Economist verstehen

Nun ja, hierfür den Grund ausschließlich in der "Wirtschaftsfreundlichkeit" zu suchen ist verkürzt die Sachlage dann doch ziemlich.
Man darf bei der Geschichte nicht den Heimmarkt vergessen, den amerikanische Unternehmen zur Verfügung haben - damit kann jedes funktionierende Geschäftsmodell in kürzester Zeit hundertfach multipliziert werden. Das ist in Europa (und überhaupt in Ö) auch nach Einführung des EU-Binnenmarktes lang nicht so einfach möglich.
Sicher gehört in Österreich viel mehr gemacht, um Unternehmertum zu fördern, man sollte darüber die unterschiedlichen Voraussetzungen aber nicht vergessen.

Postings

Viele, die sich hier "kritisch" äußern, dürften den Inhalt des Artikels gar nicht wirklich verstanden haben, bei macnhen zweifle ich am ökonomischen Sachverstand...

Ö das Land der Verhinderer und Behinderer


Europa braucht keine neuen Großkonzerne!

Großkonzerne sind Unternehmen, die in der Lage sind, nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch ganze Regierungen zu erpressen. Sie schaffen jede Menge logistische, umwelttechnische, arbeitsrechtliche, menschliche ... Probleme, und sie tragen zum heimischen Steueraufkommen (v.a. US-amerikanische Unternehmen in der Welt außerhalb der USA) nur geringfügig bis gar nicht bei. Nein, wenn ich jemals für eine dynamische Steuer plädiert habe, dann für Groß- und Riesenunternehmen! Eine Steuer, die unabhängig vom Gewinn und unabhängig von den Eigentumsverhältnissen und vor allem unabhängig von den Beziehungen zu Mutter-, Tochter- oder sonstigen angegliederten Unternehmen abzuführen ist.
Regionalität ist die Stärke Europas, und die gilt es gegen die soziale Kälte von Sozialismus und Großkapital zu verteidigen und zu stärken! Alles andere ist Mord am europäischen Zusammenhalt, an ihrer Wirtschaft und letztlich auch an der Menschlichkeit.

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Re: Europa braucht keine neuen Großkonzerne!

Kein KMU kann ein Medikament bis zur Serienreife entwickeln, kein KMU kann eine Versicherung betreiben, kein KMU kann eine Eisenbahnlinie betreiben, kein KMU kann eine Fluglinie betreiben, kein KMU kann ein Stahlwerk betreiben etc. etc. etc.
Steigen Sie runter von ihrem Sozialromantik-Ross und stellen Sie sich der Realität: manche Aufgaben können nur Großunternehmen effizient bewältigen. Im übrigen bieten Konzerne ihren Mitarbeitern mehr Geld und Aufstiegsmöglichkeiten als KMU und Steuern zahlen sie genug. Regionalität ist der Tod Europas.

Re: Europa braucht keine neuen Großkonzerne!

allzuviel ökonomischer Sachverstand dürfte bei Ihnen allerdings nicht vorliegen

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Re: Re: Europa braucht keine neuen Großkonzerne!

Zahlen Großkonzerne Steuern?

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Re: Re: Re: Europa braucht keine neuen Großkonzerne!

Natürlich tun sie das.

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Re: Re: Re: Re: Europa braucht keine neuen Großkonzerne!

Na schön, dann erklären Sie mir die Tatsache dass an:

Lohnsteuer 21 Mrd

Einkommenssteuer 7 Mrd

und an

Körperschaftssteuer NUR 4 Mrd

bezahlt wird.

Diese Zahlen sprechen eine eigene Sprache und bedürfen eigentlich keines Kommentars.
Es kann aber auch sein dass man ein dickes Brett vor dem Kopf hat und diese Zahlen nicht zur Kenntnis nehmen WILL.


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Re: Re: Re: Re: Re: Europa braucht keine neuen Großkonzerne!

Simples Rechenbeispiel:

Nehmen wir an, eine Körperschaft habe bei einem Gewinn vor Steuern von 16 GE (Geldeinheiten) Personalaufwand von ca. 185 GE. Dann wird die Summe der Lohnsteuer der Beschäftigten in der Gegend von 21 GE liegen, die Körperschaftsteuer der Körperschaft bei 4 GE. Und die Zahlenverhältnisse sind realistisch.
Das Verhältnis des Steueraufkommens aus den verschiedenen Bereichen beruht auf den unterschiedlichen Steuerbemessungsgrundlagen, nicht auf Bosheit. Sie brauchen für einen Euro Gewinn 10 bis 15 Euro Aufwand, das meiste davon Personalaufwand. Daher muß die Bemessungsgrundlage für die Lohnsteuer mindestens um eine Größenordnung höher sein als die für die Körperschaftsteuer, wobei die Steuerlast der Personengesellschaften als Einkommensteuer der Gesellschafter anfällt und nicht bei der Körperschaftsteuer verzeichnet wird. Die Zahlen sind komplett stumm, wenn man nicht das Wissen besitzt, sie zu deuten.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Europa braucht keine neuen Großkonzerne!

Sie vermischen hier nicht nur Äpfel mit Birnen, nein, da kommen auch noch Zitronen und Orangen dazu.

Es ist eine unsinnige Rechnung.
Die KÖST wird bei 16 GE, wie Sie es zu nennen belieben niemals 4 GE betragen. Eine 40% ige Steuerlast trägt ein großes Unternehmen nur theoretisch.
Fakt ist, es kommen an EST und KÖST nur 11 Mrd zusammen, das können Sie drehen wie Sie wollen.

Ich will gar nicht irgendein Hintergrundwissen anwenden seit unsere lieben Politheinis das z. B. bei Pensionen auch nicht tun. Die werfen absolute Zahlen ins Schlachtfeld, wohl wissend dass man der blöden Bevölkerung damit Angst machen kann.
Also mache ich es genauso.

11 Mrd bleiben 11 Mrd, es werden nicht mehr.

Kommen's mir jetzt auch nicht mit dem Gschichtl mit den Arbeitsplätzen.
Kein einziger Abeitsplatz in der Industrie und auch in den meisten Gewerben bleit erhalten aus Mildtätigkeit weil die Familie ja was zum Leben braucht.
Fakt ist eher, alle Arbeiter, die ja nun mal das meiste an Steuern bezahlen, kann auf der Stelle der teufel holen wenn ohne Arbeiter in den Firmen das gleiche zu verdienen wäre.

Und schlußendlich, hören's mit dem Geschwurbel von Bemessungsgrundlagen, Auswänden usw. auf.
Die liebe Industrie tut ja immer so als wenn sie den 'Staat' mit ihren Abgaben am Laufen erhält.
Das ist aus oben genannten Gründen definitiv nicht so.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Europa braucht keine neuen Großkonzerne!

4/16=0,25=25%, so wie nun einmal der KöSt-Tarif ist.

Sie haben die Implikationen Ihres Einwandes nicht verstanden: Sie stoßen sich daran, dass die Summe des Steueraufkommens aus der KöSt niedriger ist als das aus der Lohnsteuer.
Die KöSt wird aber von den Gewinnen der Körperschaften berechnet, die Lohnsteuer vom Bruttogehalt minus Sozialversicherung. Man muß sich also das Verhältnis zwischen der Summe der Gewinne der Körperschaften und der Summe der Bruttogehälter minus Sozialversicherung ansehen, um ein Gefühl dafür zu bekommen in welchem Verhältnis die entsprechenden Steueraufkommen überhaupt stehen könnten. Und da die Summe der lohnsteuerpflichtigen Einkommen um Größenordnungen über der Summe der Gewinne der Körperschaften liegt, werden auch Lohnsteueraufkommen und Körperschaftsteueraufkommen deutlich auseinanderklaffen.
Mit anderen Worten: Ihnen wäre es wohl am liebsten, wenn die Summe der Körperschaftsteuer gleich hoch wäre wie die Summe der Lohnsteuer. Dann müßten die Körperschaften aber deutlich mehr an Körperschaftsteuer zahlen als sie überhaupt Gewinn machen, und das wollen sie begreiflicherweise nicht - Sie würden auch nicht mehr Einkommensteuer bezahlen wollen als Sie an Einkommen haben.
Im übrigen ist Lohnsteuer eine Form der Einkommensteuer und keine eigene Steuer.
Über das Steueraufkommen zu diskutieren ohne auf die entsprechenden Bemessungsgrundlagen Bezug zu nehmen ist der Gipfel der Absurdität. Steuern werden nicht "erfühlt" sondern berechnet.

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Europa braucht keine neuen Großkonzerne!

SIE wollen oder können einfach nicht verstehen worauf ich hinauswill:

KÖST und EST sind nun mal nur die Hälfte des Steueraufkommens der Lohnsteuer.
Nach der Diktion der Paradeausbeuter, wer zahlt schafft an, heißt es also für die Industrie schön hintenanstellen und nicht die große Lippe als großer "Staatserhalter" riskieren.

Wenn bei der VÖEST ein Abnehmer für Stahlblech 2 Mio To kauft, ein anderer 700 Tsd To und der nächste 400Tsd To so ist der letzte eben fast ein Kleinabnehmer der wenig zu melden hat.

Sie können die Zahlen drehen, vierteln dritteln oder sonstwas, die tatsächliche Summe bleibt bestehen.

Und hören's endlich mit dem belehrenden Ton auf.

Und bevor Sie auf die Idee kommen und mich als 'dummes Arbeitervolk' der Unwissenheit bezichtigen: Ich bin auch Gewerbetreibender, aber was Recht ist muß Recht bleiben und man muß es nicht durch künstliche Drehungen ins Vorderfeld schieben.

 
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