25.05.2012 21:34 | Meine Presse Merkliste 0

Der nächste Ökonomie-Nobelpreis gebührt der griechischen Regierung

CHRISTIAN ORTNER (Die Presse)

Seinen Wohlstand mühsam zu erarbeiten, das kann im Prinzip jeder. Griechenland hat ein wesentlich intelligenteres Verfahren entwickelt, viele Milliarden an Einkommen ohne Arbeit zu lukrieren: Chapeau!

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Quergeschrieben

Einem derzeit weit verbreiteten Klischee zufolge sind die Griechen ja bekanntlich völlig unfähig, auch nur halbwegs vernünftig zu wirtschaften: Sie haben keine nennenswerte Industrie (außer der organisierten Steuerhinterziehung), keine signifikanten Exporte (außer bündelweise Schwarzgeld) und kein weltweit begehrtes Know-how (außer EU-Subventionsbetrug).

Der Umstand, dass Griechenland völlig pleite ist und ohne Milliarden aus dem Norden im Winter nicht einmal mehr sein Parlament beheizen könnte, scheint dieses Vorurteil über jeden Zweifel hinaus zu erhärten. Vermutlich schütteln sich die Mitglieder der politischen Klasse in Athen jedoch regelmäßig vor Lachen, wenn sie derart bräsige Diagnosen in ausländischen Zeitungen lesen.

Denn tatsächlich ist den Griechen vermutlich schon recht bald eine wirtschaftliche Meisterleistung gelungen, die seit 1945 kein anderes europäisches Land geschafft hat: Sie haben sich rund 200 Milliarden Euro verschafft, verschmaust und verbraten, ohne dieses Geld je erarbeitet oder sonst wie rechtmäßig verdient zu haben. Den Griechen ist vermutlich – Chapeau – der Coup des Jahrhunderts gelungen, gegen den der große englische Eisenbahnraub geradezu wie ein armseliger Ladendiebstahl von Minderjährigen wirkt.

Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit wird dem Land ja schon demnächst ein erheblicher Teil der in den letzten Jahrzehnten aufgehäuften Schulden ganz offiziell erlassen werden, kolportiert wird ein Betrag in der Größenordnung von eben jenen 200 Milliarden Euro. Geld, das die Gläubiger naturgemäß nie wieder sehen werden. Geflossen ist es im Laufe der Jahre in Straßen und Flughäfen, in Beamtenbezüge und Pensionen, in privaten wie öffentlichen Konsum – alles in allem in einen Wohlstand, den Griechenland nie erarbeitet hat.

Das heißt: Als (bisher) einziges Land der EU hat Griechenland, kommt dieser Schuldenerlass zustande, die Kosten seines völlig überzogenen Lebenswandels erfolgreich seinen Freunden in der Union aufgehalst. Und zwar, sobald dieser Schuldenerlass da ist, endgültig. 200 Milliarden zu erbeuten, vor den Augen der Bestohlenen fröhlich zu verprassen und dann völlig ungeschoren davonzukommen: Das ist eine herausragende ökonomische Höchstleistung, der dementsprechend höchster Respekt gebührt.

Die Dummen hingegen, das sind entgegen dem verbreiteten Vorurteil ganz und gar nicht die Griechen, sondern deren Gläubiger, also letztlich die Steuerzahler der anderen EU-Staaten: Den Bürgen wird man würgen. Athen ist allem Anschein nach nicht weniger als das perfekte Verbrechen gelungen: ein klarer Fall von „Crime does pay“.

Auch unter ethischen Gesichtspunkten verdient der griechische 200-Milliarden-Coup den Beifall der Fachwelt. Denn der griechischen Regierung ist nach erfolgtem Schuldenschnitt ja gelungen, den nächsten Generationen von Griechen die Last zu nehmen, die von ihren Eltern und Großeltern aufgenommenen Schulden zurückzuzahlen.

Diese Schulden werden stattdessen von den heute noch ungeborenen Kindern in Deutschland, den Niederlanden oder Österreich beglichen werden müssen. Aber die werden an ihrem Unglück selbst schuld sein: Hätten sie sich halt griechische Eltern ausgesucht.


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("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2011)

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41 Kommentare
 
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Gast: madathara
03.11.2011 04:49
0 0

solange es feindbilder gibt ist die welt in ordnung

da können sich die reaktionären neoliberalen wieder ins fäustchen lachen. haben sie doch wieder ein feindbild auf das sie schimpfen können auf das sie den zorn des volkes lenken können um von sich selbst abzulenken. von sich selbst ablenke, die sie ja dieses tolle "marktgelenkte" schuldgeldsystem vertreten welches jetzt ganz europa zugrunde richtet.

aber hauptsache wir haben feindbilder auf die wir schimpfen können - die bösen gemeinen griechen!

Ein populistischer Hasstext

Der Eigentumsadel und seine untergebenen Politiker haben ein Glücksspiel ermöglicht, dessen Verlierer nicht mal an den Spieltischen sitzen durften.

Gast: Hansi Hüpfer
17.10.2011 13:34
1 0

Zum Glück tut Dummheit nicht weh!

Danke für diesen erbaulichen Artikel, man könnte fast an das Sprichwort "wer den Schaden hat, hat auch den Spott", zu denken kommen.

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Forderung: Schuldenschnitt für Österreich!

Österreich kann fällig werdende Schulden nur bezahlen, weil es neue und längerfristige Schulden aufnimmt. Detto in Griechenland.

Griechenland wird ein kurzfristiges Privatisierungspotential von Staatsbetrieben von 50 Mrd. EUR attestiert; mittelfristig soll es sogar ein 3-stelliger Mrd. EUR Betrag sein. ALLE verbleibenden österreichischen Staatsbetriebe sind nicht einmal 50 Mrd. EUR wert.

Griechenland hat seine Staatsausgaben (49% vom GDP) besser im Griff als Österreich (53% vom GDP).

Griechen sind angeblich mit ihrer Steuerleistung (39% vom GDP) überfordert. Im Vergleich dazu haben österreichische Steuerzahler mit ihrer Steuerleistung (48% vom GDP) ihre Zahlungsfähigkeit bereits überschritten.

Griechen verfügen über inländische Spareinlagen von rund 200 Mrd. EUR. Die Spareinlagen der Österreicher sind nur unwesentlich höher.

Im Vergleich zum privaten Immobilienbesitz der Griechen nimmt der private Immobilienbesitz der Österreicher bescheidene Ausmaße an. Es gibt in Österreich kein Gegenstück zu den unzähligen Luxusjachten in griechischen Häfen. Die (wenigen) Swimming Pools auf österreichischen Dächern kann man dem Grundbuch entnehmen. In Griechenland braucht man für die (vielen) Swimming Pools auf seinen Dächern GoogleEarth.

Es ist also absolut gerechtfertig, dass man Östereich einen Schuldenschnitt mindestens in gleicher Höhe wie Griechenland zugestehen muss!

http://klauskastner.blogspot.com/2011/09/schuldenschnitt-haircut.html

Gast: ökono-mist
16.10.2011 17:31
0 0

Ja, dagegen ist die UEFA wirklich ein (Tausendstel-)Waserl...


Der Gegencheck:

http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/christianortner/390550

P. S.: Gewisse Mentalitäts-Analogien sind jedoch nicht zu übersehen - insofern also sehr wohl ein Fall für die vergleichende Verhaltensforschung!


Gast: Niederösterreicher
16.10.2011 14:10
0 0

In Griechenland gibt es noch viele Milliarden EUR,

die dieses Land zu seiner Sanierung heranziehen könnte. Auch 'Deutschland hat zur Finanzierung seiner Wiedervereinigung einen Solidarbeitrag eingeführt.

Auch im Falle Griechenland sollte der Spruch gelten: "Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott (= EU)!

Die Argumente der Slowaken (die inzw. dem Rettungsschirm zugestimmt haben), daß es unzumutbar ist, wenn die Slowakei mit ihrem Durchschnittseinkommen von ein paar 100 EUR dem reichen Griechenland mit mehr als 1000 EUR Durchschnittseinkommen helfen soll, ist verständlich. Die EU hat recht, wenn sie mit der Auszahlung der Milliarden an Griechenland zögert, wenn diese die durchaus zumutbaren Bedingungen nicht erfüllt.

Wie man auch immer rechnet: die Sanierung von Griechenland wird dem europ. Steuerzahler viele Milliarden EUR kosten. Bei der Drachmen-Währung wurde einfach abgewertet, was natürlich auch Milliardenverluste für die Gläubiger-Staaten bedeutete.

Die blödeste Idee wären die gemeinsamen EURO-Bonds - das wäre vergleichbar, wie wenn ich mit einem Verschwender vereinbaren würde, daß ich das von ihm verschleuderte Geld mit ihm gemeinsam bei der Bank aufnehme ... Nicht schwer sich vorzustellen, daß der Verschwender sein Geld lustig weiter ausgab: schlie0lich hat er ja einen Deppen gefunden, der ihm alle Schulden zahlt!

maise
16.10.2011 11:55
1 0

Österreich Kärnten

Leider ist Artikel auch auf die Kärntner Finanzsituation zutreffend. Sollen wir jetzt Kärnten aus dem österreichischen Kernland ausschließen?
Aber da haben sie vermutlich wieder einen Sozi zum Frühstück verspeist.

Dr.Schwejk
15.10.2011 23:31
1 2

Experte

Lieber Ortner!
2001 wurde der EURO als Bargeld in Umlauf gebracht.
Ihr erster Kommentar zu Griechenland hat das Datum 11.02.2010!
Haben Sie 9 Jahre lang geschlafen?

Gast: astray
15.10.2011 22:12
2 0

ja

dr.ortner hat im riesigen meinungsspetrum diese krise betreffend zumindest verbalisiert,was viele menschen denken und fühlen.und ortner ist ein kompetenter journalist.
obwohl er nur eine meinung von vielen vertritt,in der fachwelt nämlich,deuten die ereignisse darauf hin,dass er recht haben dürfte.
wobei europa und hier v.a.seine politischen eliten genauso involviert sind wie griechenland selbst.
denn:wie konnte es passieren,dass griechenland überhaupt am euro teilnehmen durfte?eine rein politische entscheidung dieser deletären "eliten",getroffen entgegen aller tatsachen und vernunft.
somit hielte ih es für notwendig,neben der überwindung der aktuellen krise eine art untersuchungsausschuss einzusetzen,um die wahren schuldigen,in den parteizentralen und regierungsämtern festzumachen und beinhart zur verantwortung zu ziehen.
da das durch alle parteien geht,wird es wenig aussicht auf erfolg haben.
aber gerade im speziellen falle griechenlands könnte man schon nachvollziehen,wer die politischen drahtzieher waren.

Gast: Enzoblondl
15.10.2011 17:35
2 0

das ist nur die halbe Wahrheit

nicht ganz vergessen sollte man, dass auf direktem Subventionswege über EU Strukturfonds, Projekte und sonstige Subventionen in den letzten 20 Jahren nochmals der gleiche Betrag als bereits geschenkte Förderungen transferiert wurde. Dass mit Griechenland, Portugal, Spanien und Irland die Hauptempfänger von EU-Hilfen alle mangels Wettbewerbsfähigkeit pleite sind, gibt unserem Kommissar Hahn aber offensichtlich keinen Anlass, über die Sinnhaftigkeit dieser Hilfen nachzudenken.

Gast: Bakwahn
15.10.2011 12:53
3 1

Der Saustall des Augias

Sehr verehrter Herr Ortner,

ich lese Ihre Beiträge stets mit großem Vergnügen und zugleich auch mit innerem Groll.
Über diesen Text zu Griechenland möchte ich behaupten, daß Sie bei mir abgeschrieben haben. Ich mache Ihnen in der Tat einen Plagiatsvorwurf.

Lesen Sie bitte meine Beiträge über Griechenland auf dem „Theeuropean.de“; zu einem Aufsatz von Christoph Giesa mit dem Titel „Geschichtsvergessenheit“; etwa ab Teil 4: Der Fall Griechenland: Griechisches Wirtschaften.
Sie dürfen auch gerne alle 6 Teile lesen.
Hier der Link:
http://www.theeuropean.de/christoph-giesa/8318-efsf-populismus?page=3

Ähnliche Kommentare und Texte über die Griechenschulden und die Euro-Krise, die ich z.B. auf ZEIT-online oder beim Cicero geschrieben habe, werden sofort von dem dortigen Zensor gekürzt oder ganz gelöscht.
Der penetrante Politmoralismus der ZEIT und der anderen Medien des links-liberalen Mainstreams, der Journalisten und der meisten Redaktionen haben bereits seit vielen Jahren eine grün-linke Meinungshegemonie in unserer Öffentlichkeit etabliert.
Jeder, der Argumente der Forschungsrichtung des „Culture matters“ vorbringt, wird in unseren politkorrekten Medien niedergeknüppelt.

Gast: Hofrat für Irgendwas und Nix
15.10.2011 10:55
5 0

Ich erwarte mir eine saubere Recherche

1. Warum und von wem wurden die Griechen in die EU geholt 2. Wer half den Griechen beim Fälschen und wer schaute weg? 3. Welche Rolle spielt die PASOK, die sozialistische Internationale? 4. Gibt es einen Masterplan der Sozialistischen Internationale putschartig in Europa die Macht zu ergreifen? 5. Warum schweigen die anderen Fraktionen? 6. Welche Mittel strömen in die Medien, die gleichgeschaltet sozialistischen EU Agitprop betreiben? 7. Warum wird gegen die permanente Lüge, Verdrehung der Tatsachen nichts gemacht? 8. Warum lassen sich die Banken den Schwarzen Peter andrehen? Kurzum: dieses widerstandslose Ergeben in eine DDR ähnliche Propaganda ist mir rätselhaft!

Gast: Samstag
15.10.2011 09:08
1 3

Über die Scheinwelt des Herrn Ortner

Thomas Friedman ( N.Y.T.) schrieb : Es geht immer um die gleichen gebrochenen Versprechungen der letzten Jahrzehnte. Der globale Kapitalismus hätte zwar die Reichen reicher machen sollen, aber die Armen auch weniger arm. Er hätte die Profite der Großunternehmer vermehren sollen, den hart arbeitenden Mittelstand aber gut bezahlte Arbeit sichern, den gut Gebildeten noch besser Jobs bereitstellen sollen. Und alle zusammen hätten dann genug Geld gehabt, sich auch noch um den Erhalt der Umwelt für die Zukunft zu kümmern.Jetzt aber, so Friedman, merkten die Menschen überall, dass nur die Reichen reicher geworden seien, das neoliberale System sie aber in allen anderen Punkten belogen und alle Versprechungen gebrochen habe.
http://www.nytimes.com/2011/10/12/opinion/theres-something-happening-here.html?ref=thomaslfriedman

2 4

Der Herr

Ortner hat in seiner typisch oberflächlichen Polemik einen wichtigen Akteuer vergessen: die Banken. Die sind selbst schuld, wenn sie Geld an nicht-kreditwürdige Länder verborgen und sollten daher gefälligst auch die Konsequenzen ziehen. Dann muss auch der Steuerzahler nicht büßen.

Antworten Gast: zwickerll
15.10.2011 08:25
2 1

Re: Der Herr

...dann hoffe ich nur, dass alle die demnächst ein Auto oder eine Wohnung kaufen wollen, das Bargeld schon in der Schublade haben?

Antworten Antworten Grüffelo
17.10.2011 07:48
0 0

Re: Re: Der Herr

wenn sie für ihr auto einen kredit brauchen fahren sie das falsche auto!

wie sagte jemand zu mir: ein auto muss man vom konto zahlen.

aber es ist symptomatisch für unsere gesellschaft, dass jedeR ein auto haben muss und das noch möglichst teuer und auf kredit statt sich nur das zu kaufen, was man sich auch leisten kann.

1 0

Re: Re: Der Herr

Aha. Dass heißt die Banken sollten jedem Fahranfänger, der keinen Job hat und kaum über Vermögenswerte verfügt ein Auto finanzieren?

Gast: Hans im Glück
14.10.2011 14:47
1 0

Wir sollten alle nach Griechenland auswandern

1. werden die Griechen dieses Verbrechen sicher wiederholen

2. gibt es ein griechisches Gerichtsurteil, das besagt, dass die Schulden von Langzeitarbeitslosen verfallen.

Ist das nicht Herrlich?

1 0

Schuldenschnitt für Griechenland? Absolut nicht!

Es wäre eine historische Verantwortungslosigkeit, nach nur 3 Jahren Krise einem Staat – noch dazu einem EU-Mitgliedsstaat – einen Teil seiner Schulden zu erlassen.

Ziel kann doch nur sein (und muss sein!), den griechischen Staatshaushalt von untragbaren Zinsausgaben zu entlasten. Das erreicht man ganz einfach dadurch, dass man die Zinsen kapitalisiert bzw. endfällig strukturiert. Jene, die für einen 50%-igen Haircut plädieren, sollten das Wort „Haircut“ so rasch wie möglich vergessen und vorschlagen, dass man die Termine für Kapital- und Zinszahlungen bei 50% der Schulden auf mindestens 30 Jahre umschuldet. Das hat den gleichen wirtschaftlichen Effekt wie ein Haircut, nur eben ein „Haircut auf Zeit“ (die Schulden bleiben bestehen).

Die Troika attestiert dem griechischen Staat ein kurzfristiges Privatisierungspotential (3-5 Jahre) von 50 Mrd. EUR; mittelfristig soll dieses Potential sogar deutlich 3-stellig sein. Die Spareinlagen der Griechen bei griechischen Banken sind knapp 200 Mrd. EUR (nur geringfügig weniger als die Spareinlagen in Österreich). Bei ausländischen Banken halten die Griechen weitere hunderte Mrd. EUR. Und dann gibt es noch das „unsichtbare“ Geldvermögen unter den Matratzen.

http://klauskastner.blogspot.com/2011/09/schuldenschnitt-haircut.html

Antworten Gast: Manfred S.
14.10.2011 14:34
0 0

Unwissende leben gut!

Ja, Klaus, plötzlich sind alle möglichen Protagonisten so klug. Nicht nur George Soros und Warren Buffet wissen plötzlich, was zu tun sei, auch Roland Berger spielt sich urplötzlich als superkluger Reformer auf - aus solchem Beratungsauftrag ließen sich hunderte Millionen verdie..., pardon, von den eh schon gebeutelten Staaten zusätzlich abzocken. In Wahrheit verschöbe man die Probleme weiter in die Zukunft, was wir ja schon seit Jahrzehnten tun. Der Leserbriefler Egger, hatte ha schon öfter mal berichtet (vor der Krise!) was zu tun sei. Wir aber sprechen lieber über die Leute, die seit der Krise anscheinend klug geworden sind. Wer aber aufmerksam gewesen ist, hat bemerkt, dass das Szenario nicht erst in den letzten vier, fünf Jahren angeprangert worden ist, sondern, dass es schon seit Jahrzehnten kluge Anprangerer gibt, die keine Nobelpreisträger mit verspäteten Erkenntnissen sind. Einige davon, wie Dr. Frank Partnoy, haben schon in den 90er-Jahren über diese Problematik Bücher verfasst, da sie es besser verstanden haben, als die sich in den letzten Jahren als populär aufspielenden elitären Professoren, da ein Partnoy kein Nachvollzieher sein muss, weil Leute wie er diese gesamten Derivate überhaupt erst erfunden haben und dadurch den Zeitrahmen, der die Katastrophen zutage fördert, natürlich genau gekannt haben und ihn auch noch kennen. Dagegen sind die Shillers, Krugmans, Buffetts und Konsorten wahre Unwissende! Sie sind wie Partnoys Chefs: Zuspät sind sie alle klüger!

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Re: Unwissende leben gut!

Einfache Schritte, wenn ein Unternehmen in finanzielle Not kommt (in Klammern das Gegenüber für einen Staat):

1) Cash-Abluß auf das Notwendige reduzieren (Importe); Entnahmen stoppen (Kapitalflucht)
2) Von Banken verlangen, dass sie in der Sanierungsphase stillhalten (Umschuldung)
3) neuen Geldbedarf durch Effizienzsteigerungen/Kosteneinsparungen reduzieren (Budget)
4) neue Marktstrategien, die zu neuen Umsätzen/Erträgen führen (Volkswirtschaft in Gang bringen)

Die Höhe der Schulden ist beim Staat mehr oder weniger egal, weil ein Staat nicht bilanzert. Der Engpass liegt in der Bedienbarkeit (Zinsen). Das griechische Budget verträgt derzeit sicherlich nicht die Zinsen für alle seine Schulden, das heisst aber noch lange nicht, dass das in 10-20 Jahren wieder ganz anders sein kann. Alles hängt davon ab, ob Griechenland eine funktionierende Wirtschaft wird oder eine Zombie-Wirtschaft bleibt.

Also bloss nicht vorzeitig auf Kredite verzichten! Die griechischen Staatsausgaben sind niedriger als jene von Österreich (49,5% versus 53,0% von GDP). Hätte Griechenland das gleiche proportionale Steueraufkommen wie Österreich (48,3% statt 39,1% von GDP), dann läge das griechische Budgetdefizit - trotz Zinsen - unter 2%!

http://klauskastner.blogspot.com/2011/09/endspiel-um-griechenland.html


Antworten Antworten Antworten Gast: Francesco Pinochet
14.10.2011 21:25
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Unwissende leben gut: Die Lösung!

<blockquote>Ja, Herr ... (habe ich Francesco gelöscht, da hier nicht relevant!), das Verbrechen das dahinter steckt ist eigentlich das Schlimme: Alles in die Zukunft zu verschieben, damit man selbst noch mal kräftig profitieren kann. Traurig nur, dass alle die Gleichen sind.

Ich wäre ja dafür, dass man alle Politiker dieser Welt gleichzeitig stürzte, durch harte Gerichte ersetzte und die Hochfinanz wie auch die Großindustrie bei dem kleinsten Vergehen gegen die Bürger mindestens zehn Jahre hinter Gitter steckte. Für korrupte Richter müsste eine bürgerliche Kontrollinstanz geschaffen werden, damit auch diese in den wohligen Genuss der zehnjährigen Obhut gelangen könnten. Kein Gesetz dürfte ohne Bürgerkomitee, welches ehrenamtlich zu arbeiten hätte, verabschiedet werden und das Komitee müsste ständig neu gewählt werden. Lobbyisten hätten nicht das Recht, sich mit dem Personal des Komitees oder mit Gerichtspersonal auszutauschen (wären wir die auch gleich los!); bei Verstoß: mindestens 10 Jahre Knast; ganz so, wie es sich für Verbrecher gehört!</blockquote>

Antworten Antworten Antworten Gast: Francesco Pinochet
14.10.2011 21:21
0 0

Unwissende leben gut: Die Lösung! (Fortsetzung!)

<blockquote>Auch Universitätsprofessoren, die Expertisen fälschen, damit dem Volk Maßnahmen aufgezwungen werden können, die der Überproduktion nutzen und diese ständig ausweiten, müssten nach diesem System sofort hinter Gitter.

Das Gleiche gilt für Vertreter der Medien; und natürlich für Autoren, die Bücher publizieren, die das Volk in eine Richtung lenken sollen, welche dazu dienen soll, den erwähnten Betrügern Vorteile gegen das Allgemeinwohl zu verschaffen. Ausnahme für Autoren: Eine große Ankündigung (Umschlagprägung oder -druck), dass es sich beim veröffentlichten Werk um einen fiktionalen Texttyp handelt.

Durch Regionalwährungen schließlich müsste die Wertschöpfung wieder bürgernah gestaltet werden. Andererseits müsste Zins und Inflation total abgeschafft werden und verliehenes Geld dürfte nur gegen eine abschätzbare Gebühr erlaubt werden, die nicht von Banken bestimmt werden dürfte, sondern von den Vertragspartnern ausgehandelt werden müsste. Auch über ein Verbot für die Spekulation mit Rohstoffen für Personen und Institutionen, die diese nicht weiterverarbeiten, müsste nachgedacht werden. Gleichzeitig dürften sich Banken aber nicht in das produzierende Gewerbe einkaufen, weil dies eine Umgehung der Anti-Rohstoff-Spekulations-Regel zur Folge hätte …

Der Beginn eines Traumes zu neuer Freiheit, der in unserer unaufgeklärten Gesellschaft immer nur ein Traum bleiben wird.</blockquote>

Thonet H.
14.10.2011 13:18
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Wo bleibt das Verantwortungsbewußtsein unserer älteren Generation?

Die Familien als einzige Garantie für das Überleben eines Staates werden nach und nach ausgehungert!

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Re: Wo bleibt das Verantwortungsbewußtsein unserer älteren Generation?

Österreich wirft Familien mehr als genug Geld in den Rachen, in welcher Welt leben Sie bitte?

sir007
14.10.2011 12:56
1 0

100% treffend - leider!

Leider haben Sie wieder einmal Recht: im Vergleich zu den Beträgen, den uns Griechenland gestohlen hat, wirkt ein Syndikat aus sizilianischer, russischer und chinesicher Mafia wie die Caritas.

 
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