25.05.2012 21:35 | Meine Presse Merkliste 0

Warum schicken Reiche ihre Kinder bevorzugt in private Schulen? (Teil II)

CHRISTIAN ORTNER (Die Presse)

Liebe Kinder, wenn ihr wissen wollt, was eure Lehrer taugen, dann fragt bei ihnen bitte einmal nach: Warum sollen Schulen bei uns denn nicht privat, wie etwa in Schweden, betrieben werden?

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Angestellter eines privaten Unternehmens zu sein, das mit anderen privaten Unternehmen im Wettbewerb steht, ist für die Mehrzahl der Österreicher die normalste Sache der Welt: Tag für Tag arbeiten sie unter diesen in einer Marktwirtschaft ja nicht eben ungewöhnlichen Bedingungen, ohne darüber in lautes Wehgeschrei auszubrechen oder gar lange, weinerliche Leserbriefe an Tageszeitungen zu verfassen.

Nur einer einzigen, besonders gut ausgebildeten und für die Zukunft des Landes ganz besonders wichtigen Berufsgruppe treibt offenbar schon die bloße Vorstellung, unter Wettbewerbsbedingungen arbeiten zu müssen, die Zornesröte und/oder den Angstschweiß ins Gesicht: den (meisten) Lehrern dieses Landes.

Anders ist nicht zu erklären, dass jedes öffentliche Plädoyer für eine Privatisierung des Schulwesens – wie vergangene Woche in dieser Kolumne – sofort eine Flut von durchwegs ablehnenden Reaktionen von Lehrern auslöst. Deren zentrale Argumente: Geht nicht, haben wir noch nie so gemacht, da könnte ja jeder kommen, und überhaupt. Deutlich scheint dabei auch oft eine tiefe Skepsis gegenüber Markt und Wettbewerb durch, von Ekelbegriffen wie Profit oder Konkurrenz um Kunden ganz zu schweigen.

Unter den gleichen rechtlichen Bedingungen wie jeder Buchhalter oder Industriechemiker arbeiten zu müssen scheinen die meisten Lehrer als Zumutung zu empfinden. Gegen Fakten ist diese Haltung durchwegs immun. Dass in Schweden schon jedes zweite Gymnasium von privaten Anbietern, oft gewinnorientierten Schulkonzernen, betrieben wird, ohne dass Lehrer darben und Schüler verblöden (wie etwa Michael Lingens im Buch „Ansichten eines Außenseiters“ detailliert belegt), macht bei der hiesigen Lehrerschaft überschaubaren Eindruck. Hier gilt das Amt noch immer als die Königin aller Organisationsformen.

Wenn das, was Lehrer regelmäßig an Empörung absondern, sobald auch nur der Gedanke an Privatisierung von Schulen irgendwo auftaucht, einigermaßen repräsentativ ist, dann haben wir ein echtes Problem. Denn hier werden Haltungen und Wertvorstellungen der Lehrerschaft deutlich sichtbar, die zwar legitim sind, aber die vielleicht nicht unbedingt auf schutzlose Kinder losgelassen werden sollten.

Der Verdacht liegt nahe, dass Lehrer, die Konkurrenz vor allem als Burn-out-Auslöser fürchten, Markt für einen Umschlagplatz von Obst und Gemüse halten und bürokratische Schulorganisation als gottgegeben akzeptieren, diese Weltsicht den ihnen anvertrauten Kleinen im Wege der intellektuellen Osmose langsam, aber wirksam einträufeln.

Das ginge auch völlig in Ordnung, ergriffen alle Kinder nach der Schule den Beruf des Lehrers oder träten zumindest sonst wo in den öffentlichen Dienst ein. Für all jene Kids aber, die fit für das Leben unter Wettbewerbsbedingungen gemacht werden müssen, damit sie ordentlich Steuern abliefern können, dürften sich dermaßen wettbewerbsskeptische Grundhaltungen als hinderlich erweisen.

Lehrer, die Arbeit unter den Bedingungen des Marktes als Bedrohung für sich selbst verstehen, werden für die Zukunftstüchtigkeit dieser Kinder eher Teil des Problems denn Teil der Lösung sein. Vielleicht auch ein Grund, warum Reiche ihre Kinder gern in private Schulen stecken.


Reaktionen senden Sie bitte direkt an: debatte@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.11.2011)

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64 Kommentare
 
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Gast: Geozentriker
30.11.2011 19:34
1 1

Privatisierung

Ortner möchte die Bildung, das Gesundheitswesen, die Polizei, das Wasser und überhaupt alles privatisieren, damit noch mehr Geld für die Nutznießer seiner kranken Ideologie herausspringt.

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"OTTO-Normalwertschöpfer" finanziert dieses

sauteure (laut OECD) Bildungssystem ! Doch was kümmert das einen Neugebauer ?? "net amol ignorieren tu mas".
Wann beginnt in Österreich endlich die Therapie für ALLE geschützten Bereiche ???
Prof. STREISSLER : "Der Staat sollte alle seine Mitarbeiter nach 3 Tagen Streik von Rechts wegen entlassen u. nur jene zu den Einstiegsgehältern wieder einstellen, die er wirklich benötigt".
Das sind 5 je 1000 Einwohner u. nicht 22 ! (Schweiz 8). Die können ordentlich verdienen, denn Krankenpfleger leisten im Schnitt mehr als "Verwalter".

1 2

DANKE, DANKE Herr ORTNER !

Der öff. Dienst in Österreich (inkl. Kammern, Soz.versicherungen, ORF u. alle "überwiegend im öff. Eigentum stehende" Betriebe) empfindet, Neugebauer u. Kämmerer sei Dank, es selbstverständlich die "WERTSCHÖPFER" auszuplündern. Wenige haben begriffen, dass wir ALLE vom Wertschöpfungskuchen u. nicht von Bürokratie, händeschüttelnden Funktionären u. leeren Sonntagsreden leben.

eibel66
27.11.2011 11:17
4 0

Schulautonomie oder Privatschule

Herr Ortner, ich meine, Sie vermischen die Privatisierung von Schulen (Finanzierung der Schulen über Unternehmen, Eltern, ..., Auflagen von Schulträgerseite, Rechenschaftspflicht gegenüber den Financiers) mit Schulautonomie, wie sie in anderen Ländern betrieben wird (Finanzierung durch den Staat, Selbstverantwortung der Schule und Rechenschaftspflicht gegenüber der Gesellschaft).
.
Leider ist hier sowohl Politik als auch Gesellschaft sehr ungenau. Privatschule, Schule mit konfessioneller Trägerschaft, Regelschule, Alternativschule, ... wird wild durcheinandergemischt verwendet und nicht geklärt, was hier inhaltlich wirklich gemeint ist.
.
Die Skepsis der Lehrer gegenüber einer Privatisierung der Schulen verstehe ich, eine Skepsis gegen Schulautonomie finde ich hingegen selten vor.

Gast: exschüler
26.11.2011 15:26
4 5

LehrerInnen jammern hauptberuflich

Das erlebte ich als Schüler jede Woche mindestens einmal pro LehrerIn, dass uns erzählt wurde, wie dumm die Unterrichtsministerin sei und wie viel sie immer zu tun hätten...

Nebenberuflich unterrichteten sie uns - meistens indem sie sich in die Klasse setzten und gleich voll Inbrunst und Energie die Schüler mitrissen... und sagten: "Buch Seite 20 aufschlagen. Wer will lesen?"

Schon damals dachte ich immer: Das könnte ich eigentlich auch!

Antworten Gast: Grummelbart2
29.11.2011 10:15
2 1

Re: LehrerInnen jammern hauptberuflich

Womit wir beim Kern der Debatte angelangt sind:

Jeder war einmal Schüler - das heißt, jeder "kennt sich aus". Ö besteht aus 8 Millionen Schulexperten, von denen die Hauptqualifikation von 99% jedoch ist, einmal Schüler gewesen zu sein.

Irgendwie komisch. ich war auch einmal krank, bin aber deswegen kein Experte fürs Gesundheitssystem.

PS: Nein, bin kein Lehrer. Nur halte cih derartige Anekdoten nicht für zielführend, und bin der meinung, dass man als Schüler eben nur einen Teil der Sache wahrnimmt.

Antworten Gast: Neulehrer
27.11.2011 23:32
2 0

Re: LehrerInnen jammern hauptberuflich

Dass sich LehrerInnen bei ihren Schülern über die bestehenden Rahmenbedingungen ausjammern, finde ich nicht ganz korrekt.

Aber eine kleine Anmerkung zu "Buch Seite 20 aufschlagen..."

Ich persönlich nütze dieses Mittel auch regelmäßig in meinem Unterricht - und nicht weil mir "grad nichts besseres einfällt", sondern weil die meisten Schüler erfahrungsgemäß nicht sinnerfassend lesen können. D.h. die lesen einen fünfzeiligen Text und haben keine Ahnung, was sie gelesen haben. Dies muss allerdings geübt werden, da Informationen üblicherweise in schriftlicher Form vorzufinden sind.

Die übrige Aussage des Postings, dass Lehrer nur "nebenberuflich" unterrichten würden, kommentiere ich nicht.

Antworten eibel66
27.11.2011 10:50
5 0

Re: LehrerInnen jammern hauptberuflich

Ja, das stimmt.
Aus meiner Erfahrung kommen Menschen grundsätzlich schlecht damit zurecht, wenn sie den Eindruck haben, 'machtlos' zu sein.
Bei Lehrer/innen trifft das besonders auf die Rahmenbedingungen ihres Arbeitsplatzes zu: in vielen Schulen sind selbst kleine Abweichungen vom stundenplanmäßigen Unterricht, Abweichungen von der Standardausstattung eines Klassenraumes, ... nicht durchführbar. Direktoren bzw. Administratoren bis hin zum Landesschulrat können Lehrer/innen die Qualität des Arbeitsleben stark beeinträchtigen. Was besonders tragisch ist: unmotivierten Lehrer/innen ist das egal, engagierte Lehrer/innen werden 'zurückgestutzt'.
.
Die Unzufriedenheit mit der nicht veränderbar scheinenden Arbeitssituation lösen viele Lehrer/innen leider durch Reisgnation, Jammern, Zynismus, Sarkasmus, ... Hier haben Privatschulen den Vorteil, dass Lehrer/innen ihren Arbeitsplatz und Arbeitsbedingungen wesentlich stärker mitgestalten können ...
.
Ich, als Lehrer, wünsche mir Schulautonomie.

4 4

Warum schicken Reiche ihre Kinder bevorzugt in private Schulen?

leider gibt ortner schon zum zweiten mal keine antwort auf die von ihm gestellte frage. wird das also eine endlosgeschichte und erfahren wir des rätsels lösung zu ostern (ich sage nicht dazu, welches jahr!)??

daher erlaube ich mir, einige gründe dafür anzuführen:

1. privatschulen haben ein höheres budget pro schüler. mehr geld = weniger schüler pro lehrer (egal ob unterricht oder förderzeit), bessere lehrmittel

2. standesdünkel: mein kind is was besseres, das soll nicht mit den ganzen proletenkindern in kontakt kommen.

3. käuflichkeit: ein positiver abschluss in einer privatschule ist nicht nur auf punkt 1. oder auf die so hohe durchschnittliche intelligenz von nicht-proleten kindern zurückzuführen.
auch ein geldkuvert (egal ob direktbestechung oder via finanzierung eines projekts, ankauf von lehrmaterial u.v.m) hebt den notenschnitt! (einschränkung: das ist bei uns noch nicht so fortgeschritten wie in den usa, wo es bereits, dank privatschulsystem seit vielen generationen, eine art nationalsport ist)

4. tatsächlicher wunsch nach förderung seines kindes.
dieser punkt war für mich ausschlaggebend: ich wollte für mein kind eine fremdsprache als unterrichtssprache. es soll fit für die wirklichen anforderungen der zukunft sein. und diese fremdsprachlichkeit wurde nur von einer privatschule angeboten.

(ps.: punkt 1-3 wurden von mir quasi als "augenzeuge" berichtet)

Antworten Gast: richtigsteller
27.11.2011 14:25
1 0

Re: Warum schicken Reiche ihre Kinder bevorzugt in private Schulen?

das ganze is eine üble wettbewerbsverzerrung zugunsten der meist (kath) privatschulen. Die LehrerInnen werden auch vom Staat bezahlt, die Sachkosten bezahlen die Eltern, die Lehrpläne sind gleich, nur die schwachen und behinderten SchülerInnen brauchen nicht aufgeommen werden. ein witz das ganze! im rückblick wurden dort fallweise unsägliche verbrechen an kindern begangen (odenwaldschule)

Antworten eibel66
27.11.2011 10:42
5 0

Re: Warum schicken Reiche ihre Kinder bevorzugt in private Schulen?

zu 1.: dem möchte ich widersprechen. Meine Erfahrung ist, dass in vielen Schulen Geld nicht effektiv für die Schüler/innen eingesetzt wird. Privatschulen sehr interessiert sind, das Geld für die Schüler/innen einzusetzen.
zu 2.: Das trifft möglicherweise zu, betrifft aber nicht nur die Eltern von Schüler/innen aus Privatschulen, sondern zieht sich durch die ganze österreichische Gesellschaft - egal ob sich jemand eine Privatschule leistet oder nicht.
zu 3.: Siehe 2.
zu 4.: Spannend finde ich an deinem Beitrag, dass du deine eigene Entscheidung mit einer hehren Motivation rechtfertigst (Fremdsprachlichkeit wurde nur von einer Privatschule angeboten, was so definitv nicht stimmt).
Die Entscheidung 'der anderen' entspringt hingegen offensichtlich einer niederen Wertehaltung ... was so ziemlich sicher auch nicht stimmt.
Das lässt in mir den Verdacht keimen, dass du vor Punkt 2 nicht gefeit bist - wenn auch auf andere Art und Weise, als du es bei anderen Eltern anprangerst.

Gast: astray
25.11.2011 23:22
1 1

ortner irrt

also,ich habe noch nie vernommen,dass sich die lehrer gegen privatschulen wehren.wäre auch unvernünftig,denn die wahlmöglichkeiten für die lehrer wären grösser,ebenso die verdienstmöglichkeien.
wer aber ganz sicher dagen ist,ist die linke insgesamt,die privatisierungsgegner,die grünen sowieso.
denn die gruppe begibt sich sicher nicht der indokrinierungsmöglichkeit in staatlichen schulen,des politischen druckes,der auf lehrer ausgeübt werden kann.
ich bin in keiner hinsich lehrer,übrigens.aber auch sie können nicht immer recht haben,dr.ortner!

Antworten eibel66
27.11.2011 10:57
2 1

Re: ortner irrt

'die Linken' wehren sich gegen Privatisierung der Schulen? - die Grünen haben allerdings gegenüber Privatschulen ein offenes Verhältnis und treten dafür ein. Das Schlagwort ist hier allerdings nicht Privatisierung, sondern Schulautonomie - was mir auch lieber ist.
Interessanterweise wehrt sich aber vor allem die ÖVP gegen die Autonomisierung im Schulbereich und legt hier Steine in den Weg und versucht ihren politischen Einflussbereich zu erhalten. So sehr sie auch auf Privatisierung drängen, im Schulbereich tun sie das definitv nicht, sondern hängen konservativ am aktuellen System fest, möchten ihre Gymnasien retten und denken gar nicht daran, einen freien Wettbewerb unter Schulen zu erlauben ...
Die Türen für Schulautonomie sind von Seiten der Linken inzwischen weit offen, jetzt zögern die Rechten ...

Gast: eine lehrerin
25.11.2011 20:14
0 0

den Schulen ihre LehrerInnen:

let`s rock: da bleibt kein stein auf dem anderen.... denn seit sich eltern computer leisten können, ist der qualitätsunterschied zwischen den "konkurrierenden standorten" nicht mehr zwingend gegeben. die frage des freiraumes (wiese und klettern tatsächlich!) bringt eher in heutigen zeiten startvorteile. was dann allerdings auch startvorteil ist: das betreuungsverhältnis. das sollte in österreich im vergleich zu privaten schulen mal geknackt werden! die dichte, in der in wiener schulen zum beispiel unterrichtet wird, rund um einen betoninnenhof. und die zusätzlichen angestellten für die betreuungsverwaltung... wollen wir uns leisten, hier mehr lehrerInnen, mehr raum, mehr freude an wissen(stransfer)? ich meine: JA.
somit frei nach d. sex pistols: now form a school!

roger
25.11.2011 18:17
4 1

Privatschulen für schwächere Schüler?

Privatschulen sind auch kein Allheilmittel. Seien wir doch froh, dass es in den öffentlichen Schulen keinen "Konkurrenzdruck" gibt. Ich bezweifle, dass sich ständige Haxelbeisserei und "Benchmarkings" auf das Schulklima positiv auswirken.

Wie soll denn auch der wahre Wert eines Lehrers gemessen werden? Nicht jeder, der sich engagiert gibt, macht auch einen guten Job. Es gibt viele Lehrer, die ohne großes Aufsehen ihre Arbeit erledigen, und oft wesentlich effektiver als die "Blender".

Und vor allem: welche Privatschule möcht schon gern die schwächeren Schüler, insbesondere, wenn sie gehäuft auftreten? Denn mit dem Schulgeld ist natürlich auch eine gewisse Auslese gewährleistet, meist in Richtung gehobene Mittelschicht...

Antworten eibel66
27.11.2011 11:11
1 0

Re: Privatschulen für schwächere Schüler?

Ich möchte gerne zwischen privaten Schulen und autonomen Schulen unterscheiden - das wird so oft vermischt. In den meisten Ländern sind die Schulen autonom, aber nicht privat!
.
Autonome Schulen sind kein Allheilmittel und die jetzige Schulorganisation auch nicht. Deine Stellungnahme klingt so, als würde es aktuell keine Haxelbeisserei geben - meiner Erfahrung nach ist das im Schulbetrieb jedoch viel weiter verbreitet als in der Privatwirtschaft (weil es keine objektiven Leistungdefinitionen für Lehrer gibt, kann durch Haxelbeisserei einiges erreicht werden).
.
Natürlich können sich im aktuellen, geschützen, nicht leistungsorientierten Regelschulsystem 'Blender' halten, die in einer aus autonomen Schulenlandschaft schon längst rausgeflogen wären. Kein Direktor würde einen Lehrer/eine Lehrerin, die gute Leistungen bringt, einem lauten Lehrer/Lehrerin den Vorzug geben, wenn er an den Ergebnissen der Schüler/innen gemessen würde.
.
Das mag sein, betrifft aber eben Privatschulen und hat nichts mit einer angestrebten autonomen Schule zu tun (die vom Staat finanziert aber selbstverwaltet ist).

1 0

private schulen II - wie bitte

Herr Ortner,
an Haltungen und Wertvorstellungen welcher sonstigen Berufsgruppen, die man auf schutzlose ( teilweise wahlberechtigte ) Kinder " loslassen " könnte, haben sie denn gedacht?

4 1

Leben mit der Angst eines Pragmatisierten

Ankedote von vor etwa 20 Jahren: eine Bekannte meiner Frau, eine Lehrerin in ihren 40gern, wollte von meiner Frau wissen, wie ich denn in meinem Bankberuf vertraglich abgesichert war. Meine Frau wußte es nicht genau, meinte aber, dass ich aufgrund meiner Position wohl eine 6-monatige Kündigungsfrist hätte. Die verdatterte Lehrerin konnte einfach nicht glauben, dass ich dem Risiko ausgesetzt war, meinen Job zu verlieren. Ihre Reaktion: "so könnte ich nie arbeiten; da bekäme ich einen Nervenzusammenbruch".

Es scheint sich nicht sehr viel verändert zu haben.

Antworten Gast: astray
25.11.2011 23:16
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Re: Leben mit der Angst eines Pragmatisierten

herr kastner,als bankbeamter würde ich ganz leise sein.von den privilegien,die diese kaste geniesst,können lehrer nur träumen.ich bin kein! lehrer.und schon gar nicht bankbeamter.
vor 2 a is ein bekannter,bankbeamer,mit 54 ohne abschläge in pension geschick worden.
also:eher still bleiben,kastner!

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Re: Re: Leben mit der Angst eines Pragmatisierten

Sie mögen schon recht haben, was "Bankbeamte mit alten Dienstverträgen" betrifft. Davon gibt es aber nicht mehr allzu viele. Die meisten "Bankangestellten" von heute haben normale Dienstverträge und Kündigungsfristen; Punkt! Wenn natürlich jemand in den zweifelhaften Genuss eines Personalabbauprogramms kommt, dann kann es schon sein, dass dort den einen oder anderen Perk gibt. Aber mit 54 in Pension ohne Abschläge in Pension zu gehen ist mit heutzutage üblichen Verträgen nicht darstellbar.

Antworten Antworten Antworten roger
26.11.2011 12:58
2 0

Re: Re: Re: Leben mit der Angst eines Pragmatisierten

Das, was Sie hier schreiben, gilt in völlig analogem Ausmaß für die Lehrer. Seit 2003 wurde so gut kein Lehrer mehr pragmatisiert. Die meisten "Vertragslehrer" von heute haben normale Dienstverträge und Kündigungsfristen; Punkt!

Antworten Antworten Antworten Antworten moviva
05.12.2011 12:01
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Re: Re: Re: Re: Leben mit der Angst eines Pragmatisierten

Junglehrer haben in der Regel ein-Jahres Verträge

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Re: Re: Re: Re: Leben mit der Angst eines Pragmatisierten

Sie haben sicherlich recht, ABER: irgendwo in dieser Gesellschaft gibt es noch jede Menge "geschützter Werkstätten", die nicht so leben müssen wie Otto Normalverbraucher (und Otto Normalverbraucher macht dies möglich).

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Letzter Mohikaner der Aufklärung
26.11.2011 20:15
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Re: Re: Re: Re: Re: Leben mit der Angst eines Pragmatisierten

Genau so läuft der - von 'Krone' und 'Presse' gleichermaßen angefeurte - Neiddiskurs: IRGENDWO in dieser Gesellschaft hat IRGENDWER etwas, das ich nicht habe, und darüber rege ich mich massiv auf. Danke, Herr Kastner, dass Sie es so toll auf den Punkt bringen!

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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Leben mit der Angst eines Pragmatisierten

Nichts zu danken; gerne geschehen.

http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/236678/Jugendliche-Oesterreichs-wehrt-euch

teifl eini
25.11.2011 13:32
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traurig aber wahr

ortner hat recht! den eindruck, dass vor allem in ostösterreich einige vollkommen marktfremde, deutlich links ausgerichtete unterrichten, habe ich auch.

der glaube, das geld komme nur vom staat, von brüsseler fördertöpfen oder aus spendenaktionen, führt natürlich dazu, dass jegliche innovationskraft bloß in das verfassen blumiger subventionsansuchen fließt (wer je einen genehmigten förderantrag gelesen hat, hat es längst aufgegeben, noch irgendeinen funken vernunft in brüsseler oder wiener amtsstuben zu vermuten, by the way).

nachdem die politik nicht in der lage ist, ein nachhaltiges konzept zu erstellen, nachdem die lehrer-gewerkschaft weiter das unüberwindbare bollwerk ist und auch in großen teilen der bevölkerung nur das konservativ-krampfhafte festhalten an uralten strukturen mehrheitsfähig ist, wird sich über kurz oder lang ein breites privates schulsystem entwickeln. die leistungswilligen, aufgeschlossenen lehrer werden natürlich lieber dort arbeiten; was dem öffentlichen schulsystem auch nicht gut tun wird. und die soziale separierung schreitet munter weiter fort.

 
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