25.05.2012 21:35 | Meine Presse Merkliste 0

Die „Generation Facebook“ erweist sich als matte „Generation Valium“

CHRISTIAN ORTNER (Die Presse)

Während sich in ganz Europa schon einigermaßen betagte Herren politisch lauthals empören, macht die meisten Jungen höchstens die lange Lieferfrist beim neuen iPhone wütend.

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Altsein, so scheint es, ist das neue Jungsein. In ganz Europa treiben derzeit Herren in durchaus fortgeschrittenem Alter politische und intellektuelle Debatten mit einem Engagement und Tempo voran, das die meisten Jungen ziemlich alt aussehen lässt: der Ex-Diplomat Stéphane „Empört Euch“ Hessel (94) in Frankreich, Altkanzler Helmut Schmidt in Deutschland (93), aber auch der Autor („Was jetzt“) Hugo Portisch (84) oder der Unternehmer Frank Stronach (79) in Österreich.

So unterschiedlich ihre Ansichten und Einsichten auch sind, so sehr eint sie Gestaltungswillen und Umsetzungslust. Die Herren wollen etwas. Sie bilden damit (unter anderem) einen höchst vitalen Hintergrund, vor dem die seltsam anämische politische und ideologische Antriebslosigkeit der heute jungen Wahlberechtigten besonders deutlich sichtbar wird.

Ausgestattet mit dem politischen Killerinstinkt einer Meerschweinchenfamilie erweckt die junge Generation derzeit den Eindruck, die mit Abstand angepassteste, lammfrommste und folgsamste seit der Erfindung des Ministranten in der Kirche zu sein. Ist ja sehr herzig, wenn als Höhepunkt revolutionären Elans einmal ein Hörsaal an der Uni besetzt wird oder sich mit Todesmut ganze 6000 Seelen bereitfinden, per Mausklick auf „Facebook“ das laue hiesige „Occupy Wall Street“-Phantom zu „liken“.

Mit politischem Engagement hat das freilich so viel zu tun wie der unverbindliche Blick ins Inskriptionsverzeichnis mit einem abgeschlossenen Doktoratsstudium in Teilchenphysik. Was da gelegentlich als hippe „Generation Facebook“ durch die Medien geistert, wäre als früh erschlaffte „Generation Valium“ präziser beschrieben. Das einzige, was diese Generation wirklich aufregt, dürften unzumutbar lange Lieferzeiten beim neuesten iPhone sein.

Das ist insofern nicht unoriginell, als die Jungen ja nun wirklich ausreichend Grund hätten, ziemlich grantig zu werden und diesen Grant auch deutlich sichtbar auszuleben. Denn die Generation ihrer Eltern und Großeltern hat es geschafft, einen Schuldenberg von Himalaja-artigen Dimensionen zu errichten, dessen Spitze dank Finanzkrise nun in seiner ganzen schrecklichen Pracht sichtbar wird. Die heute Jungen werden vor der Alternative stehen, von diesen Schuldengebirgen erschlagen zu werden – oder sie mühsamst abzutragen. Das ist die erste Generation seit Langem, der es möglicherweise einmal schlechter gehen wird als der Generation vor ihr.

Es wäre daher durchaus legitim, wenn sich die Jungen auf durchaus robuste Art und Weise dagegen wehren würden, von ihren Altvorderen weiterhin bestohlen und betrogen zu werden. Eine „Occupy“-Bewegung, die sich dagegen stellen würde, hätte ausreichend lohnende Ziele zu besetzen: das Parlament, wo die Abzocke der Jungen beschlossen wurde, den Ballhausplatz, wo das exekutiert wurde, die Paläste der Sozialpartner, die Zentralen der politischen Parteien oder die Büros der mächtigen Pensionistenlobbys.

Aber die „Generation Valium“ tritt den Angriffen auf ihren künftigen Wohlstand ungefähr so kämpferisch entgegen wie eine Schafherde ihrem Metzger. Wahrscheinlich müssen jene energischen älteren Herren, die heute in Europa auf die Barrikaden steigen, einfach noch so lange weitermachen, bis die „Generation Valium“ endlich die ersehnte Pension antreten kann.


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("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.12.2011)

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30 Kommentare
 
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Gast: Anton Huflatich
17.01.2012 11:53
0 0

Was war ihre Leistung?

Herr Ortner, wo ist die Leistung ihrer Generation? Sie liegt wohl im hochspülen der aktuellen Politikerkaste mit ehemals Haider und in Folge Strache, Faymann, Spindi, Neugebauer und Co.

Gast: Staatsbürger
07.12.2011 22:57
0 0

Inflationsziel: 7-10%

Ein Inflationsziel von 7-10% baut die Staatsschulden ab und bringt die Wirtschaft in Schwung. Italien hat wunderbar Jahrzehnte lang mit höherer Inflation gelebt und in den 1970ern hat uns eine solche Inflation auch nicht geschadet.
Wir hatten jetzt ja keinen Krieg, denn nach dem Krieg war das vielleicht anderes.

Gast: Staatsbürger
07.12.2011 19:39
0 1

Was will der Ortner?

Wieso mit aller Gewalt einen Generationenkonflikt herbeischreiben? Wieso bringen Sie die Jungen auf dumme Ideen?
Wir haben für unsere Pension ein Leben lang eingezahlt. Die überwiegende Mehrheit sind Mindestpensionisten und müssen ein sehr sparsames Leben führen.

Die Jungen sollen lieber was Arbeiten als nur im Internet rumhängen. Mein Enkel hängt bis Mitternacht bei seinen Online spielen. Zu meiner Zeit musste man noch neben der Schule dazuverdienen, damit die Familie ein auskommen findet. Denen geht's einfach zu gut und liegen den Eltern nur auf der Tasche. Jeder Volksschüler hat schon ein Handy.

Ausserdem wenn die privaten Haushalte sparen, muss sich eben der Staat verschulden, damit das Geld zurück in die Wirtschaft fließt, dass via Sparbüchern in Staatsanleihen angelegt ist. Herr Ortner, Sie haben einfach keine Ahnung!!!

Antworten Gast: Nikname
07.12.2011 23:03
0 1

Re: Was will der Ortner?

Diese verwöhnten Fratzen Jugend soll gefälligst dankbar sein, dass es ihnen heute so gut geht und nicht rummosern. Wir mussten noch hungern und haben das Land wieder aufgebaut. Ewig lang studieren und Parties feiern, statt schuften. Wer in Frühpension geht tut das aus Krankheitsgründen und nicht, weil es niemanden mehr freut. Dankbarkeit für den Wiederaufbau und dass sie sich ins gemachte Nest setzen können ist angebracht.
Sonst gehören halt die üblichen Verdächtigen mit Pfefferspray und Wasserwerfern weggekärchert. Da wird ihnen das Lachen schon vergehen.

0 0

Re: Re: Was will der Ortner?

soche leute wie sie machen mir angst.. unüberlegt und dumm!

Gast: ubu roi
06.12.2011 22:36
0 0

verpennt, ortner

was heißt hier "möglicherweise einmal schlechter gehen wird"? bereits schlechter geht. und darum muckt auch kaum wer auf.

Gast: Summa
06.12.2011 10:03
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Zitat als Zusammenfassung

"Das mit dem Aufschrei ist eine schwierige Sache. Man müsste gegen etwas ganz bestimmtes aufschreien. Aber das was passiert ist zu groß und zu abstrakt. Die Jungen werden das Problem erst dann richtig verstehen, wenn sie es am eigenen Leibe zu spüren bekommen und dann werden sie nicht mehr jung sein."
Richard Precht, Philosoph

Antworten Gast: Sokrates und Aristoteles
22.03.2012 13:28
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Re: Zitat als Zusammenfassung

Einspruch

Precht ist Germanist, Feuilletonist, Journalist, mit starker Neigung zum populärwissenschaftlichen Vielquatschen ohne Tiefgang, eine Art pseudowissenschaftlicher KHG, wenn Sie den Vergleich erlauben usw.

Jedenfalls sollten Sie Ihn, wenn möglich, nicht einen Philosophen nennen.

Antworten Gast: Viva
06.12.2011 10:24
0 0

Re: Zitat als Zusammenfassung

Kleiner Tipp:
Gegen das ...
- Staatsschuldenmachen
- Gelddrucken der Notenbanken

starclimb
06.12.2011 09:21
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Der Jungen Gernation steckt die Angst in den Knoch und die Not nicht im Rücken

Im Gegensatz zur Großeltern-Generation haben sie viel zu verlieren und im Gegensatz zur 68er Generation werden sie es auch verlieren wenn sie nicht ihre Leistung bringen - und das heißt für 98 % halt Rädchen im Systhem sind.

Die Großelterngeneration war bettelarm denen blieb praktisch oft nichts anderes übrig als sich politisch zu engagieren - das waren keine ideolgoischen Helden sondern Not getriebene das braucht man nicht romantisch veklären.

Die 68er Generation wuchs hingegen in großem Wohlstand und Sicherhiet auf. Da hat man ruhig bis 35 studieren (besser demonstrieren) können und hat noch immer tosicher einen super Job bekommen.

Da hat es keine Konkurrenz aus China gegeben im Gegenteil die haben sie uns aufgebaut, wie überhaut alles hinuntergewirtschaftet.

Bei den heutigen Jungen ist das anders denen geht es nicht so schlecht dass sie demosntrieren müssen, aber so schlecht dass sie erpressbar und erkaufbar sind. Weil wenn sich heute ein Jugendlicher zu viel zeit mit politisieren verbringt oder sich mit den falschen anlegt kann er sehr viel verlieren.

Antworten Gast: Viva
06.12.2011 10:29
0 0

Re: Der Jungen Gernation steckt die Angst in den Knoch und die Not nicht im Rücken

- Der Personalchef könnte ein Problem mit Aufrührern haben.
- Was ist, wenn meine Kunden deswegen nicht mehr bei mir kaufen?

Gast: zensuriert doch mal wen anderen
05.12.2011 14:11
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ich würde sogar noch ergänzen

dass die einzigen, die dann doch glauben, etwas sagen zu müssen, irgendwelche linkslinken diffusen globalisierungsgegner sind, deren einziges rezept es ist, noch mehr schulden zu machen um noch mehr umverteilen zu können.

Antworten Gast: Viva
05.12.2011 16:06
0 0

Re: ich würde sogar noch ergänzen

Das Problem ist, dass in der Schule im Fach Geographie und Wirtschaftskunde nur Linke Ideen verbreitet werden. Links ist anscheinend Mainstream.
Ich war jedenfalls für eine Präsentation in diesem Fach auf der Uni und habe da folgendes Buch gefunden, das den Vorteil hat, dass es auch ein Laie lesen kann ohne von Formeln erschlagen zu werden:
Ludwig von Mises, "Vom Wert der besseren Ideen: Sechs Vorlesungen über Wirtschaft und Politik", Olzog Verlag, ISBN: (978-)3789282669
Naja, seit dem Vortrag hat mich der Prof in Geographie und Wirtschaftskunde auf dem Kika, so nach dem Motto: „Hat noch keinen Bart, ist aber schon Neoliberal.“

Gast: tomas pelinn
04.12.2011 11:33
0 2

Soma per Knopfdruck

Die jungen Menschen sind einfach zu dumm um komplexe Zusammenhänge verstehen zu können. Das ist die schlichte Wahrheit, die seltsamerweise niemand ausspricht. Neil Postman hat schon vor langer Zeit davor gewarnt was mit unseren Gehirnen passieren wird wenn die Schriftkultur verloren geht und von einer Bildkultur abgelöst wird. Das Verknüpfen von abstrakt dargestellten Information (Buchstaben) über Zeilen und (zig bis hunderte) Seiten ist obsolet in einer Welt der niederen, weil unmittelbaren, Sinne: Bilder, Töne, Gerüche, etc. . Im Gespräch mit jungen Menschen merkt man nur allzu deutlich wo ihre Gedanken falsch abzweigen bzw. stecken bleiben. Das Problem ist vielschichtig und schwer zu fassen, darum bleibt hier nur Platz für Schlagworte: DIE FERNSEHER MÜSSEN AUS DEN KINDERZIMMERN RAUS!!!

Antworten Gast: junger Mensch
05.12.2011 13:20
2 0

Re: Soma per Knopfdruck

Nicht die Jungen sind Dumm. Wer hat die letzten Regierungen gewählt? Wer hat Faymann gewählt? Das Stimmpotenzial der 16 bis 30 jährigen ist doch vernachlässigbar.
Wir sind nicht die Generation Valium, wir sind die Generation die resigniert weil sie weiß daß in diesem Land Veränderung unmöglich ist. Unmöglich weil allerorts gebremst wird. Und zwar von unseren Eltern (Bünde, Kammern, Sozialpartner, Beamte), Großeltern (Pensionisten - siehe Blecha, Kohl) und Onkel und Tanten.
Also was sollen wir tun? Opa, Oma, Tante, Onkel, Mutter und Vater im Sinne der Revolution zur Guillotine führen?
Wir stehen nicht einer Staatsmacht, Partei oder Ideologie gegenüber sondern einem System von dem alle um uns herum seit je her profitiern.
Daher kommt die Resignation. Man weiß daß man nichts ändern kann.
Für mich heißt das auf die gelegenheit zu warten dieses Land mit meiner Familie verlassen zu können!

Antworten Gast: Viva
05.12.2011 11:17
1 0

Re: Soma per Knopfdruck

Eigentlich ist das eine Frechheit! Denn dabei muss man immer bedenken, dass die Zusammenhänge nicht so eindeutig wahrgenommen werden, denn die Österreichische Schule der Nationalökonomie ist kein Allgemeingut.
Sondern Politiker und linke Ökonomen wie Stephan Schulmeister behaupten, dass Staatsschulden eine systemimmanente Notwendigkeit sind, denn sonst käme es zur Rezession und Depression und die Fehler liegen lediglich in einer zu geringen Regulierung der Finanzmärkte. In diesem Sinne setzt sich Faymann eh für die ökonomischen Belange der Jugend ein, aber es fehlt nur die europäische und internationale Einigung. Ohne eine solche Einigung würde ein österreichischer Alleingang zur Regulierung der Finanzmärkte lediglich das Kapital aus Österreich verdrängen.
Wenn die Sichtweise der Österreichische Schule der Nationalökonomie breiter Konsens wäre und keine Minderheitenmeinung, dann könnte man darüber nachdenken, in wie weit etwas an ihrer Meinung dran wäre.

Gast: Viva
03.12.2011 21:23
1 0

Wieso sollte man für ein Nulldefizit demonstrieren?

Alle Sparmaßnahmen treffen ausnahmslos die Jungen. Wahlentscheidend sind die Generation 50++, denen wird man es immer richten. Wenn wir jetzt für ein Nulldefizit demonstrieren, dann trifft es uns z.B. über hohe Studiengebühren als einzige, während man weiterhin mit 58 früher in Pension geht. Würden sich wir Jungen jetzt aufregen und vielleicht politisch etwas vernünftiges Durchsetzen, dann würden wir nur das kranke System prolongieren von dem wir nichts mehr zu erwarten haben.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir kurz vor dem Kollaps der Kronenzeitungskratie stehen, aber wir Jungen werden das schon irgendwie schaffen. Sollen doch die Alten hungern, wenn sie dann keine Kinder haben, die Ihnen helfen.
Wichtig ist, dass man in der neuen Ordnung auf ausgeglichene Budgets achtet. Hier ist schon alles Hopfen und Malz verloren.

Gast: pensionär
03.12.2011 21:00
0 0

Eh klar:

No future.

Gast: Vogel Strauss
03.12.2011 17:48
0 0

Wozu sollen sie sich aufregen?

Aufregung ist anstrengend und uncool. Wozu also? Mit 21 als Publizistik-Studentin vom Papa einen schicken Mini, von der Mama das dazupassende Iphone, eigene Wohnung, Urlaub auf Ibiza - es gibt doch keinen Grund zur Aufregung!

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also ich versteh den ortner nicht mehr...

da ist er jahrelang die speerspitze einer denkrichtung, die die wirtschaft als spitze in der bedarfs-pyramide sieht. (ok, eigentlich das wirtschaftliche wohlergehen einiger weniger auserwählter, aber wozu sollte man das heute dazusagen, wo es auch gestern zur blütezeit des ortnerschen neoliberalismus verschwiegen wurde)

und dann passt ihm nicht, dass die mit dieser ideologie aufgewachsenen und seit ihrem ersten atemzug mit entsprechenden werbebotschaften bombardierten sich nur über "... unzumutbar lange Lieferzeiten beim neuesten iPhone..." erregen.

das ist kindesweglegung!
ortners ideologie, wo der markt alles regelt und wo auf gar keinen fall in diesen markt eingegriffen werden darf, hat diese kinder erschaffen: im wettkampf der märkte hat eben der konsum-markt gesiegt. die anderen (vernunft, nachhaltigkeit, gesellschaftliche verantwortung....) landeten auf den plätzen.

seien sie doch stolz auf ihre kinder, hr. ortner!
sie sind zwar missraten, aber es sind immerhin noch ihre.

Gast: Werner Langthaler
03.12.2011 07:36
0 0

Geben wir ...

unserer Jugend die Schuld dafür, was wir ihnen so überlassen an CO2, Atommüll, Freunderlwirtschaft ... fehlenden Perspektiven.
Wie alt sind sie, Herr Ortner?

Gast: suderant
02.12.2011 21:32
0 0

phlegmatische jugend vertreter

sch dr walter pöltner hat das schon vor einigen wochen in der presse festgehalten, dass er sich wundert warum sich die jugend von heute diese politik gefallen lässt, hängt wohl damit zusammen, dass heutige jugendvertreter systhemimanent sind, siehe baxant, jr.gudenus, jr.häupl, jr.pelinka, jrin.rudas, kurz, peschek ua

Gast: Joe Salzburg
02.12.2011 12:55
1 0

Stimmt

Diese Generation ist einfach desinteressiert. Nicht unverständlich, da sich - von Wahlergebnissen unabhängig - politisch in Österreich nichts ändern wird. Die Chaoten sind in Griechenland auf der Straße, in Österreich sitzen sie in Kammern und Gewerkschaften. Schön versorgt, ohne Not und immer fest auf der Bremse. Josef Moser plärrt verzweifelt dagegen an - niemand kratzt es. Man hat einem Dutzend Generationen (rd. 40 Jahre lang) versprochen der Staat sorgt für alles - jetzt wo der (ungedeckte) Scheck platzt und jeder buchstäblich auf sich selbst zurückgeworfen wird, bleibt nichts ausser dumm schauen und Achselzucken. Protest - wie gegen den Vietnam - wird es nicht geben, obwohl der dzt. 100 x berechtiger wäre. Für ein Nulldefizit etwa, als Generationenschutz vor weiterer Ausplünderung. Das Problem ist: Es ist leider nicht links für Ordnung und Verantwortungsbewusst sein und damit bleiben die Transpartente leider eingerollt. Wir zahlen Eure Schulden nicht !, tönten die roten Socken 2008 bei der Bankenkrise. Und wie es mit den eigenen ? Jetzt wäre der Moment gekommen...

Grüffelo
02.12.2011 10:56
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generation valium?

welche jungen sind gemeint? jene die aufgrund der gemachten nester auch in zukunft wenig zu fürchten haben, oder jene, die durch mängel (an bildung, möglichkeiten, finanziellem hintergrund) schon jetzt keine zukunft haben und am sozialsystems-tropf hängen?
jene kleiner werdende und hauptbetroffene zwischen diesen extremen liegende große mehrheit ist fassungslos - fassungslos ob der nicht vorhandenen chancen in der "freien wirtschaft" wo nicht begabung, fleiß oder wissen zählen, sondern herkunft und freundeskreis der eltern. was man gerne im öffentlichen dienst wähnte findet in radikalisierter form in der marktwirtschaft statt... es sind nicht die schulden, die die perspektiven trüben, sondern der blick auf das scheitern des "freien unternehmertums" - was dem mittelstand als ausweg vorgebetet wurde zerbröselt vor aller augen, während andere - wo der stammbaum stimmt - gar keine erschütterung spüren!

Antworten Sualk H.
02.12.2011 13:57
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Re: generation valium

Also ich bin in einem privaten, sehr erfolgreichen, kapitalistischen Unternehmen
seit über 30 Jahren beschäftigt. Das Unternehmen ist auch in - für mich persönlich gesundheitsbedingt sehr schlechten Zeiten - absolut loyal zu mir gestanden. Unsere Mitarbeiter rekrutieren wir aufgrund unserer Parameter, welche sie auch z.T.aufgezählt haben (Begabung, Fleiss, Wissen, Sprachen etc.). Herkunft und Freundeskreis der Eltern spielen sicherlich keine Rolle. (Wir sind ja ein zukunfts- und gewinnorientiertes Unternehmen und kein Tagesheim für höhere TöchterSöhne) Vielleicht beziehen Sie Ihre Erfahrungen von "sozialen" Unternehmen wie ÖBB, ehem. Konsum, ehmalige Bawag u.ä. Desastern im Einflussbereich vom Arbeiterkammer, Gewerkschaft und letztlich SPÖ.
Hr. Ortner kann ich nur rechtgeben - auch ich wundere mich wie lange sich die junge Generation Ihre Zukunft von privilegierten Kasten in Zusammenspiel mit stimmenkaufenden und pfründeerhaltenden Politikern (das nennt man dann soziale Wärme ) verschachern lassen.

Antworten Antworten Grüffelo
05.12.2011 08:18
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Re: Re: generation valium

ich vermute, dass sie nicht der gründer dieses unternehmens sind, d.h. ich würde sagen, dass es in erster linie nicht sie sind, die die lasten des "freien unternehmertums" schultern, sondern wohl eher ihr chef. möglicherweise arbeiten sie auch so fleißig, dass er seinem sohn eine kleine firma "schenken" kann, während ihre tochter trotz fleiß und begabung und und und mit ihrem ein-frau-unternehmen nicht und nicht in die gewinnzone kommt... aber gut dass sie das system verteidigen - ihre (hoffentlich nur von mir erfundene) tochter dankt es ihnen

 
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