Warum leben jüdische Kids genau dort, wo Raketen aus Gaza einschlagen?

CHRISTIAN ORTNER (Die Presse)

Wenn es gegen Israel geht, kennen die Palästinenserversteher in der Wiener SPÖ keine Gnade. Raketenterror gegen Israel wird in diesem Milieu deutlich entspannter gesehen.

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Es war zweifellos eine Sternstunde der Zweiten Republik: Couragiert, ohne Rücksicht auf das eigene Wohlergehen, ja geradezu todesmutig stellte sich das Wiener Stadtparlament unter Führung der Sozialdemokratischen Fraktion damals, im Mai 2010, den unfassbaren Verbrechen des zionistischen Gebildes entgegen, nachdem israelische Soldaten ein Schiff der sogenannten Gaza-Flottille geentert hatten. „Der Wiener Gemeinderat verurteilt das brutale Vorgehen gegen die friedliche Hilfsflotte – noch dazu in internationalen Gewässern – auf das Schärfste. Der Wiener Gemeinderat fordert, dass die EU und die österreichische Bundesregierung alles unternehmen, um diesen Vorfall international zu untersuchen und lückenlos aufzuklären...“, forderten die Wiener Parlamentarier damals in einem Beschluss von geradezu welthistorischer Bedeutung, berücksichtigt man den traditionell enormen Einfluss von Wiener Landtagsbeschlüssen auf die Lage im Nahen Osten.

Etwas differenzierter – nämlich gar nicht – reagierten die Nahostexperten des Wiener Landtags freilich auf die Ereignisse des vergangenen Wochenendes. Da hatte nämlich die palästinensische Peace-now-Bewegung aus dem Gazastreifen den interkulturellen Dialog mit ihren israelischen Nachbarn mithilfe von 206 auf Südisrael abgefeuerten Raketen vom Typ Kassam voranzutreiben versucht; wohl eine Art milieutypischer Beitrag zum nahöstlichen Friedensprozess. (Dass es dabei nicht zu einem Massaker in einer getroffenen Schule gekommen ist, liegt nur daran, dass sich die Kinder in einen Bunker retten konnten.)

Darauf, dass der Wiener Gemeinderat „das brutale Vorgehen“ der palästinensischen Terroristen „auf das Schärfste verurteilt“, wartet die Weltöffentlichkeit vergebens. Auch davon, „...dass die EU und die Bundesregierung aufgefordert werden, alles zu unternehmen, um diesen Vorfall international zu untersuchen und lückenlos aufzuklären“, war aus dem Rathaus bislang keine Silbe zu hören.

Verständlich: Was geht schließlich den Wiener Gemeinderat an, dass jüdische Kinder sich in den Kopf gesetzt haben, ausgerechnet dort in die Schule gehen zu wollen, wo die Kassam-Raketen ihrer palästinensischen Nachbarn einschlagen? Man kann sich ja nicht um alles kümmern, schon gar nicht, wenn die Abgeordneten gerade mit dem Erhöhen der Tarife für kommunale Dienstleistungen kaum nachkommen. Nicht einmal der große sozialdemokratische Humanist und Kommunalpolitiker Omar Al-Rawi, Mitglied des Wiener Gemeinderats und gern gesehener Gastredner bei Wiener Sympathiedemonstrationen für die Hamas, der sonst verlässlich moralisch hyperventiliert, sobald in Jerusalem ein Israeli einen Palästinenser schief anschaut, hat sich angesichts der Raketenangriffe zu Wort gemeldet.


Er beweist damit feines Gespür für Prioritäten: Genosse Al-Rawi, vor zwei Jahren noch spiritueller Führer des gemeinderätlichen Widerstands gegen das zionistische Gebilde und seine Lakaien, ist derzeit mit der Unbill der Parkraumbewirtschaftung in seiner politischen Heimat Meidling bis an die Grenzen seiner geopolitischen Problemlösungskapazitäten ausgelastet. Politisch überrascht das nicht: Von den Stimmen derer, die Raketenangriffe auf israelische Schulen irgendwie nicht ganz okay finden, kann man als sozialdemokratischer Politiker in manchen multikulturell bereicherten Stadtteilen politisch kaum satt werden.


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Zum Autor:

Christian Ortner ist Kolumnist und Autor in Wien. Er leitet „ortneronline. Das Zentralorgan des Neoliberalismus“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.03.2012)

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79 Kommentare
 
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Warum...

Haben Sozialisten und Grüne (natürlich auch jene mit Migrationshintergrund) ein derartiges Bedürfnis sich mit fremden Nationalismen wie dem türkischen oder div. arabischen zu identifizieren?

Aber wenn es um ihr vorgebliches Heimatland geht – Österreich – dann schrecken sie nichtmal davor zurück, die schiere Existenz einer öst. Identität und Kultur in Frage zu stellen.
Österreich ist für diese Personen nur als Selbstbedienungsladen von Interesse.
Mir scheint, die sind alle sind im falschen Land zu Hause!

http://mohareb.blog.de/2012/03/25/oesterreich-charta-13304889/

die primitiv welle

der eigenartige begriff...ausländischer name...entlarved den schreiber

tatsache bleibt

deutsche idioms
"schenkelklopfen" hierzulande nicht gebräuchlich
auch nicht von österreichern mit migrationshintergrund
"dummdreist" ein echter piefke weis was das ist..hier kennt das kaum einer

etc...

die texte von herrn baghajati weisen immer eine perfekte deutsche syntax auf. schön wäre es wenn diese sytax bei uns in österreich gebräulich wären...allein bei fliesst der dialekt auch in die syntax.
herr baghajati sollte stolz sein auf seine frau und ihre feine deutsche klinge....was tut er stattdessen...er versteckt sie...grrrrrr

Re: die primitiv welle

In den Nahost konflikt kennst sich frau baghajati gar nicht aus. und hat noch nie publiziert. hingegen ihr man schon. zahlreiche kommentare im standard un presse. viele interviews im kurier und orf. wieso soll sie sich gerade da den leserbrief verfasst haben?

Re: Re: die primitiv welle

aha...sie ist nur eine frau und kennt sich nicht aus.

wenn sie ihren obigen blog durchlesen und die hahnebüchenen fehler in syntax und orthographie erkennen, haben sie die antwort warum herr B.genausowenig wie sie in der lage ist ordentlich deutsch zu schreiben...noch dazu so perfekt wie der leserbrief
alle wissen es doch..die baghajatis besprechen, aber formulieren ist die aufgabe der frau B.
an und für sich ist das ja in ordnung, ausser man lügt so daher wie sie..noch dazu in schlechtem deutsch
ach omar ibrahim wozu die lügen?

ceterum
in piefkeNland ist ein "N" das nicht hineingehört..stümperei

Re: Re: Re: die primitiv welle

Jemanden der Lüge zu bezichtigen ist in der Regel eien Ordnungsruf :-)

Re: Re: Re: Re: die primitiv welle

das aufdecken eines nicks führt in der regel zur sperre....und selbstverständlich haben sie in der causa baghajati gelogen

Dummdreister Zynismus eines Neoliberalen

Das Szenario ist altbekannt: Israels Luftwaffe führt eine "gezielte Tötung" durch; Militante aus Gaza feuern in Reaktion darauf primitive Raketen auf Israel; die israelische Luftwaffe bombardiert weitere Ziele in Gaza. Die traurige Bilanz der letzten Tage: etwa 20 Tote und Dutzende Verletzte, allesamt auf palästinensischer Seite, die allermeisten davon sind Zivilisten.
Für Christian Ortner ist das alles kein Grund, seinen "Humor" zu verlieren - ganz im Gegenteil. Er nimmt die tausendste Auflage dieses unendlichen Dramas zum Anlass, eine vermeintlich "lustige" Polemik zu verfassen, die darauf abzielt, das israelische Militär von jeder Verantwortung freizusprechen, den sozialdemokratischen Gemeinderat Omar Al-Rawi krampfhaft zum Erzfeind des Judentums zu stilisieren und die israelische, palästinensische und internationale Friedensbewegung lächerlich zu machen.
Dieser dummdreiste Zynismus mag unter Neoliberalen und Neocons für Schenkelklopfer sorgen, auf den Rest der Menschheit wirkt ein solch deplacierter Text einfach nur abstoßend.
Tarafa Baghajati, Obmann der IMÖ Initiative muslimische österreicherInnen

Re: Dummdreister Zynismus eines Neoliberalen

dieser auch in print erschienene "leserbrief" folgt dem alten intellektfreien muster, schreiber mit anderer meinung mit adjektiven zu versehen.
der wortlaut ist eher unösterreichisch. so hat frau baghajati für ihren semiliteraten mann die feder in die hand genommen

Re: Re: Dummdreister Zynismus eines Neoliberalen

nein lieber herr rehberger! es war herr und nicht frau bghajati.

Re: Re: Re: Dummdreister Zynismus eines Neoliberalen

nein doch..es war die liebe carla amina die das schrieb

Re: Re: Re: Dummdreister Zynismus eines Neoliberalen

gelogen

Re: Re: Re: Re: Dummdreister Zynismus eines Neoliberalen

Nur weil einer einen ausländischen Namen trägt, kann er ihre meinung nach nicht gut formulieren. da muss seine frau das getan haben. das nennt man rasissmus.

Re: Re: Re: Re: Re: Dummdreister Zynismus eines Neoliberalen

alles mit rassismus zu erklären nennt man dummheit

Re: Re: Re: Re: Re: Dummdreister Zynismus eines Neoliberalen

alles mit rassismus erklären zu wollen nennt man dummheit
ein piefke würde sagen
dumm wie bohnenstroh

Re: Re: Re: Re: Re: Dummdreister Zynismus eines Neoliberalen

herrn baghajati deutschkenntnisse kann man im ORF begutachten...
aber das schriftstück enthält bundesdeutsche unösterreichische termina ...die kommen von seiner deutschstämmigen frau.
das zu bestreiten ist mehr als schwachsinnig...der vorwurf des rassismus ebenfalls

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Dummdreister Zynismus eines Neoliberalen

Etwas life im ORF zusagen ist eine sache. einen artikel auf dem papier zu fomulieren das andere.

Piefkenland lässt grüssen.

Auf jedenfall scheinen die Baghajatis ihnen sehr zu stören. spricht andersrum für ihre effektivität.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Dummdreister Zynismus eines Neoliberalen

erstens wäre es normal, dass herr B. der sein österreichisch hier gelernt hat keine bundesdeutschen idiome verwendet.
zweitens widerlegen sie ihre theorie in obigem traktat

..die baghajatis scheinen IHNEN sehr zu stören...
sie hatten zeit richtig zu formulieren und können es doch nicht...fast wie omar:-))..oder mindestens so schlecht.

ob die B.'s effektiv sind?? die frage bleibt offen. vielleicht ja wenn man frontalaktivität schätzt..
wenn das friedvolle zusammenleben vorrang hat, dann sind sie eher kontraproduktiv

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Dummdreister Zynismus eines Neoliberalen

mach dir nix daraus
es ist nur die alte dumme rassismuskeule

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Dummdreister Zynismus eines Neoliberalen

danke ich weis
wer kein richtiges argument hat schwingt die keule
lässt rückschlüsse auf den IQ des keulenschwingers zu

Gast: Luzifer
19.03.2012 16:22
3

Selbst aus einer von den Nazis politisch verfolgten Familie stammend,

werden meine Beiträge von der "Online-Presse" nicht goutiert: offenbar ist es ein "Sakrileg", den Israelis den "Tip" zu geben, nach mehr als 40 Jahren endlich einen fairen Frieden mit den Palästinensern zu schließen. Was die Israelis aus ihrer "Position der Stärke" wollen, ist mehr als ein Diktatfrieden. Sie wollen den Palästinensern sogar vorschreiben, wer die Palästinener bei den "Friedensverhandlungen" mit den Israelis zu vertreten hat ....

Re: Selbst aus einer von den Nazis politisch verfolgten Familie stammend,

auch die allierten haben sich ausgesucht wer 1945 die kapitulation unterschreiben durfte...nicht der herr admiral..

Antworten Antworten Gast: Luzifer
21.03.2012 11:56
1

Re: Re: Selbst aus einer von den Nazis politisch verfolgten Familie stammend,

... nämlich eine "bedingungslose Kapitulation". Und das wollen offenbar auch die Israelis von den geschundenen Palästinensern.

Durch Zufall habe ich in "Arte" einen Film über den Algerienkrieg der Franzosen gesehen. Auch besetzten die französischen "Siedler" die bösten Böden der Region und reagierten auf den (veständlichen) Widerstand der Algerier mit der Forderung nach Ausdehnung ihrer "Siedlungsgebiete"!

Re: Re: Re: Selbst aus einer von den Nazis politisch verfolgten Familie stammend,

Was für ein Schmarn

Re: Re: Re: Selbst aus einer von den Nazis politisch verfolgten Familie stammend,

die franzosen haben algerien 1810 besetzt
die juden wohnen in israel seit abraham

Re: Re: Re: Re: Selbst aus einer von den Nazis politisch verfolgten Familie stammend,

Abraham hat es doch vor Moses gegeben oder?

Re: Re: Re: Re: Re: Selbst aus einer von den Nazis politisch verfolgten Familie stammend,

ja..na und??

 
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