25.05.2013 20:15 Merkliste 0

Warum leben jüdische Kids genau dort, wo Raketen aus Gaza einschlagen?

CHRISTIAN ORTNER (Die Presse)

Wenn es gegen Israel geht, kennen die Palästinenserversteher in der Wiener SPÖ keine Gnade. Raketenterror gegen Israel wird in diesem Milieu deutlich entspannter gesehen.

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Es war zweifellos eine Sternstunde der Zweiten Republik: Couragiert, ohne Rücksicht auf das eigene Wohlergehen, ja geradezu todesmutig stellte sich das Wiener Stadtparlament unter Führung der Sozialdemokratischen Fraktion damals, im Mai 2010, den unfassbaren Verbrechen des zionistischen Gebildes entgegen, nachdem israelische Soldaten ein Schiff der sogenannten Gaza-Flottille geentert hatten. „Der Wiener Gemeinderat verurteilt das brutale Vorgehen gegen die friedliche Hilfsflotte – noch dazu in internationalen Gewässern – auf das Schärfste. Der Wiener Gemeinderat fordert, dass die EU und die österreichische Bundesregierung alles unternehmen, um diesen Vorfall international zu untersuchen und lückenlos aufzuklären...“, forderten die Wiener Parlamentarier damals in einem Beschluss von geradezu welthistorischer Bedeutung, berücksichtigt man den traditionell enormen Einfluss von Wiener Landtagsbeschlüssen auf die Lage im Nahen Osten.

Etwas differenzierter – nämlich gar nicht – reagierten die Nahostexperten des Wiener Landtags freilich auf die Ereignisse des vergangenen Wochenendes. Da hatte nämlich die palästinensische Peace-now-Bewegung aus dem Gazastreifen den interkulturellen Dialog mit ihren israelischen Nachbarn mithilfe von 206 auf Südisrael abgefeuerten Raketen vom Typ Kassam voranzutreiben versucht; wohl eine Art milieutypischer Beitrag zum nahöstlichen Friedensprozess. (Dass es dabei nicht zu einem Massaker in einer getroffenen Schule gekommen ist, liegt nur daran, dass sich die Kinder in einen Bunker retten konnten.)

Darauf, dass der Wiener Gemeinderat „das brutale Vorgehen“ der palästinensischen Terroristen „auf das Schärfste verurteilt“, wartet die Weltöffentlichkeit vergebens. Auch davon, „...dass die EU und die Bundesregierung aufgefordert werden, alles zu unternehmen, um diesen Vorfall international zu untersuchen und lückenlos aufzuklären“, war aus dem Rathaus bislang keine Silbe zu hören.

Verständlich: Was geht schließlich den Wiener Gemeinderat an, dass jüdische Kinder sich in den Kopf gesetzt haben, ausgerechnet dort in die Schule gehen zu wollen, wo die Kassam-Raketen ihrer palästinensischen Nachbarn einschlagen? Man kann sich ja nicht um alles kümmern, schon gar nicht, wenn die Abgeordneten gerade mit dem Erhöhen der Tarife für kommunale Dienstleistungen kaum nachkommen. Nicht einmal der große sozialdemokratische Humanist und Kommunalpolitiker Omar Al-Rawi, Mitglied des Wiener Gemeinderats und gern gesehener Gastredner bei Wiener Sympathiedemonstrationen für die Hamas, der sonst verlässlich moralisch hyperventiliert, sobald in Jerusalem ein Israeli einen Palästinenser schief anschaut, hat sich angesichts der Raketenangriffe zu Wort gemeldet.


Er beweist damit feines Gespür für Prioritäten: Genosse Al-Rawi, vor zwei Jahren noch spiritueller Führer des gemeinderätlichen Widerstands gegen das zionistische Gebilde und seine Lakaien, ist derzeit mit der Unbill der Parkraumbewirtschaftung in seiner politischen Heimat Meidling bis an die Grenzen seiner geopolitischen Problemlösungskapazitäten ausgelastet. Politisch überrascht das nicht: Von den Stimmen derer, die Raketenangriffe auf israelische Schulen irgendwie nicht ganz okay finden, kann man als sozialdemokratischer Politiker in manchen multikulturell bereicherten Stadtteilen politisch kaum satt werden.


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Zum Autor:

Christian Ortner ist Kolumnist und Autor in Wien. Er leitet „ortneronline. Das Zentralorgan des Neoliberalismus“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.03.2012)

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79 Kommentare

Re: Re: Re: Re: Re: Selbst aus einer von den Nazis politisch verfolgten Familie stammend,

ja..na und??

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Selbst aus einer von den Nazis politisch verfolgten Familie stammend,

Wieso waren dann die Juden zur zeit Abraham schon dort? Und wer waren die anderen?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Selbst aus einer von den Nazis politisch verfolgten Familie stammend,

die kanaaniter unter melchisedek
und im jordantal die einwohner von sodom und gomorra unter elam

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Selbst aus einer von den Nazis politisch verfolgten Familie stammend,

abraham vater der väter..kam aus UR in chaldea nach dem land das heute israel heisst
sein sohn isaak hatte zwei söhne
jakob und esau..jakob hatte zwölf söhne..die stammväter der zwölf stämme israels. also waren sie schon vor moses in israel.
eine jahrzehntelange dürre trieb sie zeitweise nach ägypten...(hyksos) dort wurden sie zur plage wie das oft mit migranten der fall ist. die ägypter haben sie dann rausgeschmissen (18 dynastie) die jüdische geschichtsschreibung hat aus dem hinauswurf einen heldenepos gemacht..den EXODUS
also sind die nachfahren von abraham wieder zurück nach israel gekommen.
die araber haben sich ebenfalls auf abraham...ibrahim..berufen.
mir ismael als halbbruder isaaks
aber weder abraham noch seine söhne sind historisch gesichert
gesichert ist jedoch die migration aus israel nin das nildelta und die (erzwungene??) rückwanderung

14 2

Omar Al-Rawi

Was erwartet man sich von diesem Gemeiderat?

Eine Schande für die SPÖ Wien.

Dieser Mann zeigt, wohin die Reise mit dieser SPÖ gehen soll.

Antworten Gast: mitnichten
19.03.2012 16:42
2 23

Re: Omar Al-Rawi

Omar Al-Rawi ist ein Gewinn für die SPÖ, für Wien und für Österreich. Und eine Schande wie so ein tendenziös Artikel verkürzt den Nahostkonflikt wieder gibt. Und nicht erwähnt wer diesmal begonnen hat.

Re: Re: Omar Al-Rawi

es war die hamas

0 13

Re: Re: Re: Omar Al-Rawi

verwechseln sie da nicht Hamas mit den Djihad. Also haben sie den konflikt nicht ganz verfolgt.

Re: Re: Re: Re: Omar Al-Rawi

wem untersteht dder djihad??
wer regiert den gazastreifen?

Ich will keineswegs den Raketenangriff auf eine Schule

bagatellisieren - aber der Artikel geht mir doch ein wenig flapsig mit recht schwierigen Fragen um.

Beispiel:
"Da hatte nämlich die palästinensische Peace-now-Bewegung aus dem Gazastreifen den interkulturellen Dialog mit ihren israelischen Nachbarn mithilfe von 206 auf Südisrael abgefeuerten Raketen vom Typ Kassam voranzutreiben versucht; wohl eine Art milieutypischer Beitrag zum nahöstlichen Friedensprozess."

Waren es denn die "peace now" Leute, die die Raketen abgefeuert haben?
Nicht jedes Thema ist humoristisch abzudecken, wenn es solche Fehlaussagen hervorrufen.

Wer auch immer in diesem Konflikt eine Seite als die Guten und die andere als die Bösen darstellt, verkürzt meiner Ansicht nach die Problematik.

Gast: Humerus
18.03.2012 18:46
11 5

Es geht hier um das Verhalten des Wr Gemeinderats

...im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt und nicht um dessen Ursache, den momentanen territorialen Verhältnissen usw.

Außenpolitik ist Sache des Außenministeriums, Gemeindepolitik Sache des Gemeinderats (sollte sie zumindest sein).

Gut geschriebener Artikel, übrigens.

Antworten Gast: Ghandi 2
19.03.2012 16:45
3 1

Re: Es geht hier um das Verhalten des Wr Gemeinderats

Es dürfte ihre Aufmerksamkeit entgangen sein das es auch einen Gemeinderätlichen Ausschuss für Europäische und Internationale Angelegenheiten gibt. Schon was von Städten Diplomatie gehört?

Gast: Das ist doch alles unwichtig
18.03.2012 17:50
5 14

Nicht zu vergessen das atomare Arsenal der Israelis

Welches nicht von internationalen Kontroleuren inspektiert werden darf. Offiziell haben sie gar keine, aber aufn Iran hetzen.
Heuchler Staat.

Gast: Be-obachter
17.03.2012 20:40
8 8

Die meisten Kommentare hier falleen unter:

Antisemitismus reloaded

0 22

Re: Die meisten Kommentare hier falleen unter:

Und wie siehst es aus mit den kommentaren die islamfeindlich sind? auch solche erkannt?

Antworten Antworten Gast: Be-obachter
18.03.2012 18:43
14 2

Re: Re: Die meisten Kommentare hier falleen unter:

Islamkritische (feindliche?) Kommentare haben Berechtigung, wenn sie sich auf aktuelle Taten & Vorkommnisse beziehen, die nach unseren Gesetzen strafbar sind.

Was die Israeli in ihrem eigenen Land machen, haben wir nicht zu kritisieren, das wäre Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates.
Die Verteidigung bei einem Angriff ist ein Menschenrecht.
Die Araber sprechen den Israeli das Existenzrecht grundsätzlich ab und handeln auch danach.

1 10

Re: Re: Re: Die meisten Kommentare hier falleen unter:

in den kommentaren zu verlangen das die moslems europa verlassen sollen, und pakt die koffer!! hat für sie berechtigung? und wer hat in der letzten eskalation begonnen? gezielte tötung ist ein akt der selbsverteidigung? und bei der einmischung bei der anderenstaaten ist für sie ok?

Re: Re: Re: Re: Die meisten Kommentare hier falleen unter:

die gezielte töätung von terroristen die anschläge planen ist..na selbstverständlich...notwehr...was sonst

Gast: Keinlinker
17.03.2012 14:22
11 8

Danke

Ich finde den Kommentar super, da fühlt man sich gleich nicht so alleine. Ich glaube immer noch, dass einmal ein Machtwort gesprochen werden muss und eine Rückreise aller integrationsunwilligen Moslems notwendig wird. Oder es gibt einen Bürgerkrieg.

3 14

Re: Danke

sie wollen ethnische säuberungen gegen moslems?

Re: Re: Danke

selektive immigration.
import von kriegen oder terror brauchen wir nicht. wir haben selbst genug kriminelle

Re: Re: Danke

Da die Muslime keine Ethnie darstellen, wäre das wohl eher eine religiöse Säuberung.
Aber sonst haben Sie recht: der Kommentar von keinlinker ist ausgesprochen blöd.

Antworten Antworten Gast: Die Zeit heilt alle Wunden :)
18.03.2012 17:47
12 4

Re: Re: Danke

Pack schon mal die Koffer, Ibrahim

Re: Re: Re: Danke

Im Witz: geschmacklos.
Im Ernst: erschütternd.

Gast: Guzman
17.03.2012 13:46
8 11

Ortners Beschwerden

Ortner:...nachdem israelische Soldaten ein Schiff der sogenannten Gaza-Flotille geentert hatten."
Das ist halt Ortner-Neusprech. Dass bei diesem "Entermanöver" mal so ganz nebenbei neun Passagiere -teilweise mit Kopfschuss- von israelischen Soldaten getötet wurden, ist offensichtlich dem Ortnerschen selektiven Vergessenssyndrom anheimgefallen. Übrigens: Bilanz der letztwöchigen Auseinandersetzung zwischen Israel und Gaza: Tote: Israel Zero, Palästina 26. Im Fußball nennt man das einen Kantersieg!

Gast: Hansi Hüpfer
17.03.2012 10:48
9 9

Zu dünn, zu mager, zu einseitig

Gezielte Tötungen, ungesetzlicher Bau von Siedlungen auf bestztem Gebiet, Nichtbefolgung von bindenden UNO Resolutionen und vieles mehr an israelischen Schandtaten; kein Wort darüber, nur die taube isr. Propaganda zu wiederholen, reicht nicht für einen Leitartikel Herr Ortner.

Nahost-Polemik

Furchtbare Polemik, die Hintergründe und Tatsachen verschleiernd. Herr Ortner hat mit diesem Beitrag seine Parteilichkeit und sein Unvermögen deutlich unter Beweis gestellt!

Antworten Gast: Hochwuerden
17.03.2012 11:04
3 1

Re: Nahost-Polemik

Wie hätten Sie es denn gerne, Sie müssen es ja nur sagen.....

Gast: lucy fair
16.03.2012 20:23
10 1

Parkraumbewirtschaftung

Besagter Genosse ist damit nicht nur voll ausgelastet, sondern heillos überfordert. Also bitte um etwas mehr Verständnis!

2 12

Re: Parkraumbewirtschaftung

der besagter genosse ist mitglied des verkehrsauschusses des gemeinderats. wer sollte sich ihre meinung nach um die parkraumbewirtschaftung sonst kümmern? der kulturauschuss?

Re: Re: Parkraumbewirtschaftung

ihre beiträge haben piefkeduft
sind sie carla amina??

Gast: irgendanaholt
16.03.2012 14:13
13 9

Passt

Es ist zwar ein langer Artikel für so wenig Aussage, aber inhaltlich komplett richtig und empörend.

Gast: Leyala
16.03.2012 13:05
12 22

Hoffentlich

schreiben Sie einen Kommentar gleicher Art, wenn Israel mal wieder seine illegale Siedlungspolitik ausweitet...

Gast: Mudi
16.03.2012 12:49
16 20

Wer hat eskaliert

Ortner verschweigt natürlich das bevor die raketen geflogen sind die israelis mit eine gezielte tötung begonnen hat. dass in gaza über 20 menschen gestorben sind. und israel niemand. aber ortner ist auf einen auge blind.eak

21 12

Dem Kommentar ist nichts mehr hinzuzufügen!

Ausgezeichnet!!!

Antworten Gast: nach humbold
16.03.2012 12:50
14 23

Re: Dem Kommentar ist nichts mehr hinzuzufügen!

der artikel ist ein nonesence. eine eiseitige pro israelische werbung

Gast: von Humboldt
16.03.2012 10:14
19 11

Deutschland und Österreich sind sich wohl mal wieder einig!

Ein Kommentar, wie man sich ihn häufiger wünscht!

Antworten Gast: Maxi plus
16.03.2012 12:51
14 17

Re: Deutschland und Österreich sind sich wohl mal wieder einig!

solche kommentare können mir gestohlen bleiben.

Re: Re: Deutschland und Österreich sind sich wohl mal wieder einig!

"Solche Kommentare können mir gestohlen bleiben."
Ohne jedes Pro- oder ´Contra-Argument — Sie mir auch.

na endlich hat ortner die wurzel allen übels erkannt:

der wiener gemeinderat (konkret: die sozi-fraktion) ist schuld am nahost-konflikt!

Antworten Gast: schlÄchter
19.03.2012 08:49
3 0

Re: na endlich hat ortner die wurzel allen übels erkannt:

sg herr oberts!
sie als insider werden mir sicher sagen können, wie genosse ariel muzikant zur sp-gemeinderatsposition zum tionistischen ungebilde?
m fragenden g
s.

Gast: benhur
16.03.2012 08:19
11 10

Warum leben....

Weil das die isaelische Siedelungspolitik ist.

Gast: G. F.
16.03.2012 07:13
7 2

ausgewogene Beurteilung

Ja, die Beurteilung des Israel/Palästinensischen Konflikts ist oft wirklich recht einseitig.

Antworten Gast: Palistinenser
16.03.2012 12:52
7 10

Re: ausgewogene Beurteilung

ganz besonders in diesem Artikel. Nicht wahr?

Re: Re: ausgewogene Beurteilung

In dem Artikel geht es weniger um den Konflikt selber, sondern in erster Linie um den Umgang des Wiener Gemeinderates damit. Dafür ist er durchaus passend. Für eine Stellungnahme zum Nahostkonflikt wäre es natürlich viel zu seicht.

Gast: Andreas Bendzin
16.03.2012 00:42
5 9

Tja, das erinnert an die Zeiten des Anschluss.

Es ist schade dass so ein schoenes Land wie Oesterreich doch die "besseren" Nazis waren als mitunter die Deutschen?

Brilliant!


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Excellenter Kommentar!

Der interessierte Leser möge sich auch das Folgende zu Gemüte führen: http://www.welt.de/politik/ausland/article13903849/Die-Endloesung-der-Israel-Frage.html

Re: Excellenter Kommentar!

Abgesehen davon, dass ortner schon wesentlich besseres geschrieben hat und dieser kommentar ab dem zweiten absatz ausgesprochen schwach und tendenzioes ist. Haben sie zum thema nichts besseres (objektiveres, differenzierteres) als diesen link zum vorabdruck von broders buch zu bieten?

Re: Re: Excellenter Kommentar!

@sitveniaverbo
Broder ist mir differenziert und objektiv genug! Sie können ja gerne anderes lesen, wenn es Sie glücklich macht...

Re: Excellenter Kommentar!

Ja , ja, so sehen sie halt aus, die sattsam bekannten vermummten linken "Antifaschisten". Aber gegen den Opernball oder gar gegen den "Korporationsball" in der Hofburg zu demonstrieren ist halt leichter, als den wild gewordenen Hamas-Terroristen zu sagen, welch menschverachtenden Weg sie eingeschlagen haben! Übrigens auch zum Schaden der eigenen palästinensischen Bevölkerung!

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