22.05.2013 04:42 Merkliste 0

Zehn Millionen Euro für jeden, das ist die verblüffend einfache Lösung!

CHRISTIAN ORTNER (Die Presse)

Schluss mit dem Sparfimmel: Wie die Europäische Zentralbank auf einen Schlag die Wirtschaft retten, die Arbeitslosigkeit beseitigen und uns alle zu glücklichen Millionären machen könnte.

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Dass Regierungen in ganz Europa derzeit ein wenig zu sparen beginnen, nur weil sie bis über beide Ohren verschuldet sind und kaum noch neue Kredite bekommen können, ist für Anhänger des traditionellen europäischen „Sozialstaat auf Schulden“-Konzeptes ein tragischer Irrweg. Nur mehr Konsum, so meinen sie, könne wieder mehr Wachstum generieren.

Das ist natürlich wesentlich populärer als die kleinliche Spargesinnung, wie sie von der „Schwäbischen Hausfrau“ Angela Merkel und anderen Spaßbremsen eingemahnt wird. Sich aus der Krise shoppen ist ja doch irgendwie lustiger als schmallippiger Konsumverzicht. Nicht ganz klar war in diesem Konzept bisher bloß, wo das dafür notwendige Geld herkommen soll, wenn die humorlosen Finanzmärkte es nicht mehr so ohne Weiteres herausrücken wollen.

Dabei ist die Lösung verblüffend einfach: Wenn sich Banken für ein Prozent Zinsen fast unbegrenzte Geldbeträge auf drei Jahre bei der Zentralbank ausborgen können, warum dann eigentlich nicht auch jeder einzelne Staatsbürger, sagen wir zumindest einmal bis zu zehn Millionen Euro? (Die Überlegung ist übrigens leider geklaut, sie stammt ursprünglich von der ehemaligen Chefin der US-Bankenaufsicht, Sheila Blair.)

Den Betrag könnte der Einzelne dann, wie Banken auch, für drei Prozent Zinsen an den österreichischen Staat verborgen und so ein arbeitsloses jährliches Einkommen von 200.000 Euro lukrieren. Risikofreudigere Mitbürger werden vielleicht auch Italien oder Spanien Geld borgen und damit bis zu 500.000 Euro jährlich generieren; und das alles günstigerweise nur mit 25% (KESt.) zu versteuern.

Das würde den Konsum natürlich sofort explodieren lassen wie noch nie, damit die Steuereinnahmen des Staates nach oben jagen und so die Schulden der Republik vermindern helfen. Gleichzeitig würde sich der Staat enorme Ausgaben sparen können: von der Arbeitslosenversicherung bis zur Sozialhilfe wären zahllose Zuwendungen hinfällig, denn mit 200.000 Euro im Jahr können die meisten schon einigermaßen über die Runden kommen.

Auch unter dem Aspekt der sozialen Wärme wäre ein derartiges Konjunkturpaket höchst erstrebenswert. Denn viel mehr als die letztlich doch irgendwie zeitraubende und unbefriedigende Erwerbsarbeit könnte dieser Plan dafür sorgen, dass über kurz oder lang jeder Millionär wird, was doch wesentlich gerechter als der derzeitige Zustand wäre.

Natürlich müsste die Europäische Zentralbank für diesen Plan ausreichend Geld zur Verfügung stellen. Aber das kann sie ja jederzeit drucken, so wie jetzt auch schon. Verlieren würde sie dabei ganz sicher nichts, nach zehn Jahren oder so würde sie die verborgten zehn Millionen von jedem Bürger zurückbekommen; also zumindest versprechen sollte jeder der Kreditnehmer das schon.

Irgendwelche Kleingeister, die von Ökonomie keine Ahnung haben, werden jetzt vermutlich beckmesserisch einwenden, dass ein gewisser Anstieg der Inflation möglicherweise unerwünschte Folge eines derart genialen Plans sein könnte. Manche Ewiggestrigen werden eben nie begreifen, dass das bunte Bedrucken von Papierzetteln die bewährteste Methode der Menschheitsgeschichte zur Schaffung von Wohlstand ist.


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Zum Autor:

Christian Ortner ist Kolumnist und Autor in Wien. Er leitet „ortneronline. Das Zentralorgan des Neoliberalismus“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.05.2012)

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33 Kommentare
 
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Als ich dasselbe im Alter von 5 meinem Papa vorschlug,

erklaerte er mir das Konzept der Inflation. Eine der vielen verblueffenden Wahrheiten ueber das wahre Leben, in das man halt erst langsam hineinwachsen muss ...

Gast: xRatio2
16.05.2012 15:02
2 0

Das Beste, was ich jemals zum verstaatlichten "Währungssystem" gelesen habe.

Besser läßt sich die Kriminalgroteske "EUdSSR" nicht ad absurdum führen.

Eine Frage

Warum ist der Artikel im Konjunktiv? Das ganze geschieht doch de facto jetzt schon. Jeder bekommt - nach wie vor - problemlos Kredit. Die Rechnung ist doch ganz einfach: ich borge mir heute 500.000 aus, baue mir ein hübsches Haus, besichere die Rückzahlung mit ebenjenem Haus und gehe die risikolose Wette ein, dass die Inflation dafür sorgen wird, dass ich in Zukunft nominal genug verdiene, um die 500.000 - die ja in ein paar Jahren die Hälfte an Kaufkraft verloren haben - locker zurückzahlen zu können.

Eigentlich sollte jeder heutzutage auf Kredit konsumieren. Gottseidank haben viele noch - so wie ich - ein ökonomisches Gewissen und tun es (noch) nicht.

Gast: midas
13.05.2012 09:06
0 5

wenn agumente fehlen..

....dann müssen märchen werbung machen. wer fühlt sich nicht angesprochen? man bekommt geld!!

aber wie dagobert säße man dann darauf, oder, wie ein anschauungsbeispiel aus griechenland lehrt - dort hatten sie ja eine tiefere aussage und verdeutlichten den gedanken dahinter: von geld kann man nicht (über)leben.

was nützt das geld, wenn ich krank werde, aber kein gesundheitssystem vorhanden ist; wenn ich oder meine kinder etwas lernen wollen, aber kein ausbildungssystem da ist; wenn mir unrecht getan wird, und ich keine richter finde; wenn mir mein haus gestohlen wird und ich nicht beweisen kann, dass es mir gehört; wenn ich ausflüge machen will, aber es gibt kein bahn- und straßennetz und internationale/staatliche flugregeln etc..

kurz: das geld, das "man uns" weggnimmt, wird dort eingesetzt wo die frau finanzministerin es kürzlich schön in einem aufteilungskuchen zum bessern verständnis veröffentlicht hat.... (ach ja, länder und gemeinden habe ich vergessen: also müllabfuhr, wasser- und energieversorgung, straßen/gehsteige und und..)

bekämen wir das geld und behielten wir es, was machten wir dann damit ohne das "drumherum", das wir gewohnt sind?

ortner verwendete kürzlich einenn nicht einmal hinkenden vergleich, jetzt malt er ein stillleben.

aber ein bild in einem rahmen malen und das leben ist etwas anderes.

Antworten Gast: Reinhard FUCHS
13.05.2012 19:18
5 0

Re: wenn agumente fehlen..

Werter oekon. Analphabet: Die Schweiz benoetigt 8 Pers. im oeff. Dienst je 1000EW, Oest. 22 !!, hat BUDGETPLUS, 35% Abgabenquote, 7% MWST, hoechste Zufriedenheit mit dem oeff. Dienst, KEINE Beamten oder autom. Vorrueckungen ab 45 Jahren usw. usf.

Zusaetzlich ein FAIRES Pensionssystem.

Kommen Sie aus dem Paralleluniversum oeff. Dienst ?? Wo Fritz, der Zyniker regiert ??

Antworten Antworten Gast: midas
13.05.2012 20:08
0 5

Re: Re: wenn agumente fehlen..

auch hier: wennn argumente fehlen....

ein vergleich ist nur annähernd möglich, da nicht jeder staat z.b. die müllabfuhr oder die spitalsärzte und krankenschawestern und und... als öffentlich bedienstete führt. vergleich ohne vergleichbare grundlagen ist meinungsmache. das ist das einmaleins der objektiven wissenschaft... so die oenom. eine ist....

auch die schweiz ist ein staat und bietet dienstleistungen an und sorgt für infrastruktur. ORRD??

man kann darüber reden, wofür man mehr oder weniger ausgibt in einem staat. aber ohne?

bessere argumente, bitte.

Gast: Lockez
12.05.2012 19:06
0 0

Nur 10 millionen ?

Nicht schlecht, aber für 10 millionen Eurolonen bekomme ich gerademal eine 60 Zimmer-Villa mit Bunker und Sklaven !
Da kann ich ja dann kein unnützes Zeugs mehr kaufen und nur in meinem Swimmingpool sinnlos rumpaddeln, nööö, da müssen schon wenigsten 100 millionen sein, dann kann ich mein Pool mit Champagner füllen, denn das muß ja auch sein.

Gast: Erna
12.05.2012 16:54
0 0

Wäre es nicht zum Weinen,könnte man lachen

Sehr gute Idee,bin begeistert,voll dafür,löst alle unsere Probleme.

Gast: HDW
12.05.2012 14:45
2 0

Das ist ja nur ein Zeitrafferdarstelung für das was

ohnehin geschieht: Die ungebremste Kaufkraft der Massen (Inflation= Aufblasen der Geldmenge) führt zur schlagartigen Verknappung der Güter und damit zum rapiden Steigen der Preise also Geldentwertung und der Laib Brot kostet dann halt eine Million EURO!. Diese Hyperinflation wurde damals durch Einführung der Rentenmark mit Golddeckung als Doppelwährung gemeistert. Das ist der eigentliche Succus des Artikels. findet durch Regionalwährungen übrigens schon statt!

abgeschaut

die idee ist aber vom Holland abgeschaut, oder vom Frankreich, weis nicht
der mugabe in zimbabwe hat das auch gemacht
die griechischen linken sind da gleich dabei
mit einem wort " leiwaund"

Gast: luzifer
11.05.2012 21:21
1 1

Gott sei Dank gibt es doch noch "die Reichen"!

Transparenz ist angesagt und so fühlt sich auch Dichands "Heute" bemüßig, nachzuweisen, daß (wegen der SP-freundlichen Haltung) die SPÖ - entgegen ! Und das wird ein österr. Behörde zitiert, daß d"Heute" zu rd. 84 % der Eva-Dichand-Stiftung gehört, die das Stiftungsvermögen auch eingebracht hat (Stiftungszweck: Unterhalt der Dichand-Kinder).

Na da haben wir es: Eva Dichand war Bankerin. Und da wird klar: die Banker - eh schon wissen - bereichern sich durch Boni und auf andere geldgierige Art, daß sie schon nach wenigen Jahren ein riesiges Stiftungsvermögen "einbringen" können.
Das für jeden einfachen SPÖ-1.Mai-Maschierer unschwer nachzuvollziehen ist ...

EAT THE RICH!

Antworten Gast: luzifer
12.05.2012 19:46
0 1

Re: Gott sei Dank gibt es doch noch "die Reichen"!

Da hat leider der Druckteufel zugeschlagen: Also: im Dichand-"Heute" steckt kein SPÖ-Kapital, obwohl auf Grund der wohlwollenden Schreibweise dieses Blattes die Vermutung naheliegend wäre! Vielmehr gehört "Heute" einer Stiftung der Eva Dichand mit dem Zweck: der Unterhalt ihrer Kinder! und das Stiftungsvermögen hat nicht etwa der Milliardär Dichand wie damals bei der Gründung der "Krone" mithilfe von Krediten der Gewerkschaft (hier: SPÖ), sondern dessen Gattin Eva Dichand großteils eingezahlt!!!! Sapperlot: da sieht man wieder, wie der Bankmanager in kürzester Zeit reich werden! Oder sollte etwas an der Story nicht stimmen?

8 0

No. 1

Von allen Ortner-Artikeln, die ich bisher gelesen habe, ist das mit Abstand der beste. Endlich bringt jemand die Absurdität unseres Währungssystems einmal wirklich auf den Punkt.

Gast: tokos
11.05.2012 18:08
1 3

Vollgeld

Die Idee ist dem Grunde nach nicht einmal verkehrt und entspricht einer auf dem Vollgeld basierenden Geldordnung.

http://pinkepinke-ab2daet.blogspot.de/p/neue-geldordnung.html

Allerdings fehlt hier vor allem eine realistische Zuteilungsregel, die bei einer Zuteilung der Gelder direkt an die Staaten dem jeweiligen Potentialwachstum gemäss erfolgen könnte. Das frische Geld ginge also (ohne Tilgung und Zins) nicht an die Banken, die es dann z.B. wie zurzeit für Spekulation in Rohstoffe, Aktien oder Währungen anlegen können. Die Staaten würden das Geld durch Realinvestitionen in Bildung, Soziales oder Infrastruktur in Umlauf bringen.

Vorteile: Es bedürfte keiner Kontrolle der nationalen Budgets durch die EU-Kommission, keiner Eurobonds und keiner einheitlichen Wirtschafts- und Finanzpolitik. Durch die Ausschaltung der Finanzbranche als Intermediär beim Verkauf der Staatsanleihen entfielen auch die nicht gerade niedrigen Gebühren als Sickerverluste. Man wäre unabhängig von den Attacken der Kapitalmärkte und den Urteilen privatwirtschaftlicher Ratingagenturen. Trotz der Schuldenbremse könnte eine Strukturpolitik für öffentliche Güter erfolgen. Die Geldzufuhr verliefe über den Realsektor. Der Spekulation auf den Finanzmärkten und der Prozyklizität durch Kreditkaskaden wäre ein Riegel vorgeschoben.

Mehr siehe Link...

Gast: Wieder-Holer
11.05.2012 17:35
2 0

Guter Artikel, danke!

"nach 10 Jahren oder so würde sie die verborgten 10 Mio. von jedem Bürger zurückbekommen; also zumindest VERSPRECHEN sollte jeder der Kreditnehmer das schon" :-)
Hmm. Mit 10 Mio. könnten wir endlich das kaufen, was wir nicht brauchen.

Gast: Vogel Strauss
11.05.2012 15:12
1 0

Zumindest würde das den Konsum ankurbeln ...

... was ja nach sozialistischer Wirtschaftswissenschaft à la Muhm ganz wichtig ist ...

Das traurige an der Sache ist,

dass dieses Kabarett in Brüssel tatsächlich stattfindet ...

Gast: leonard hofstetter
11.05.2012 14:07
4 0

zum totlachen

einfach genial! bis man daran denkt, dass ein sehr großer teil der europäischen politiker das ganz genau so sieht und wirklich ernst meint. dann vergeht einem das lachen. trotzdem herr ortner, vielen dank, sie haben meinen nachmittag sehr erheitert.

6 0

Richtige Antwort auf geistig verfallende Eliten

Dieser eher kabarettistische Beitrag ist die angemessene Antwort auf den geistigen Verfall eines großen Teils der europäischen Eliten, die im Gelddrucken (vulgo "staatliche Wachstumsimpulse") die Lösung der Schuldenexzesse sehen.

Gast: freund?
11.05.2012 12:58
7 0

heute satire, morgen schon




ÄÄÄUUU- programm !

1 semmel = 10000000 euro !

Antworten Gast: dg12
11.05.2012 13:09
0 5

Re: heute satire, morgen schon

mein gott, jetzt semmelt schon wieder der äu-freund? hier herum. kannst du auch mal was vernünftiges von dir geben? oder stammelst du den ganzen tag so vor dich hin?

Antworten Antworten Gast: freund?
12.05.2012 12:46
1 0

Re: Re: heute satire, morgen schon



schwach !

geben sie das geld, ihre dreißig silberlinge, wieder an die ÄÄUU zurück- ihr posting ist keine leistung !

12 0

Freude

Ich freue ich immer auf solch Kommentare, wie von Hr. Ortner, in der Presse.

Witzig geschrieben und auf den Punkt gebracht.

"Geldsozialismus" von Roland BAADER

Es werden aber immer noch neue Schulden gemacht. Der entstandene Brand, so Baader, wird mit Benzin gelöscht. Das ist möglich, weil die Staaten als Hauptschuldenmacher über das Geldmonopol verfügen. Die seit Jahrhunderten erprobte Binsenweisheit, dass Monopole schaden, wird bei dem sensibelsten Gut einer Marktwirtschaft missachtet, bei dem Geld. Seine Menge und sein Preis werden zentral festgelegt. Damit wird die freie Marktwirtschaft sozialistisch gesteuert, was damit genauso zum Fiasko führt, wie eine insgesamt sozialistisch gesteuerte Wirtschaft. Es dauert nur etwas länger.

Doch für linksgeschädigte kaum zu verstehen...

Gast: Normalbürger
11.05.2012 10:39
6 0

Einfach genial.

Diesem Kommentar braucht man nicht mehr viel hinzuzufügen.

Gast: Luzifer
11.05.2012 09:53
4 0

Den Straftatbestand der "betrügerischen Krida" gibt es

im "rechtsfreien Raum" der Regierungen offenbar nicht!

Der liegt nämlich dann vor, wenn jemand in Kenntnis seiner Zahlungsunfähigkeit (Kenntnis, daß man in einem überschaubaren Zeitraum seine Schulden nicht zurückzahlen kann) weitere Schulden aufnimmt und dadurch seine Gläubiger schädigt. Ich weiß schon, eine Staat kann (nach offizieller) Lesart gar nicht Pleite gehen, weil er die Steuern erhöhen kann. Das das nicht stimmt, zeigt das Beispiel Griechenland etc.

Und eine solche nur mehr als Betrug am kleinen Sparer zu bezeichnende Schuldenpolitik wird jetzt auch noch im IWF und in der EU propagiert ....
Übrigens auf Empfehlung der westl. Führungsmacht USA!

 
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