Zwei Vorbilder

Ein Rektor, ein Professor und viel Gold.

Kaum war es geschehen, war man peinlich berührt: Es ist Tradition, verdienstvolle Absolventen einer Universität 50 Jahre nach Erlangen ihres Abschlusses mit einem goldenen Diplom oder einer goldenen Doktorwürde zu ehren. Doch bei unzureichender Recherche kann es zu einem Missgeschick kommen, und ein solches ist Ende letzten Jahres der TU Wien unterlaufen. Jemand, Nomina sunt odiosa, der als ewig gestriger Revisionist mit provokanter Intransigenz von sich reden machen wollte, gelangte in die Liste derjenigen, die mit dem goldenen Ingenieurdiplom ausgezeichnet wurden. Doch nachdem dieser Fehler geschehen war, reagierte die Universität comme il faut: Sofort berief der Rektor eine Kommission ein, die wie erwartet feststellte, dass keine vertiefte inhaltliche Prüfung stattgefunden hatte und die Voraussetzungen für die Erneuerung des akademischen Grades nicht gegeben waren. Und Rektor Peter Skalicky zögerte danach keine Sekunde, die Erneuerung des akademischen Grades an diesen Herrn förmlich zu widerrufen. In einer bravourösen Geste bedauerte Skalicky diesen Vorfall, den er, so meint er, letztlich zu verantworten habe, entschuldigte sich beherzt für die Betroffenheit, die dadurch ausgelöst wurde.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.01.2010)

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