21.05.2013 23:15 Merkliste 0

Von Hugo und Helga, von Hugo und Hans, und von Helga und Helene

SIBYLLE HAMANN (Die Presse)

Gelten die Steuervorteile für Hausfrauen auch, wenn die Hausfrau homosexuell ist? Deutschland verheddert sich in seiner Familienpolitik, und es ist amüsant, dabei zuzuschauen.

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Deutschland ist eines der letzten Länder Europas, das die Hausfrauenehe staatlich subventioniert. Das Zauberwort dafür heißt „Ehegattensplitting“ und bezeichnet einen Steuervorteil. Der Vorteil wächst, je größer die Einkommenskluft zwischen den zwei Ehepartnern ist. Am größten ist er für einen Spitzenverdiener, der gleichzeitig Alleinverdiener ist.

Der deutsche Staat fördert also Paare, in denen sich jeweils einer hundertprozentig in die Lohnarbeit und der andere ganz in die Hausarbeit wirft, und bestraft Paare, die sich beides gleichberechtigt teilen. Er belohnt Hugo, wenn er viele Überstunden macht, damit seine Gattin Helga den ganzen Tag Zeit hat, ihm einen Zwetschkenkuchen zu backen. Er bestraft Hugo hingegen, wenn er den Kuchen selber backt und Helga ermuntert, sich doch ebenfalls einen Job zu suchen – denn dann schmilzt Hugos Steuervorteil. In diesem Sinn ist das Splitting ein anachronistisches Modell, am Familienideal der Fünfzigerjahre orientiert, das Gott sei Dank in Österreich unter Bruno Kreisky abgeschafft wurde.

Deutschland ist jedoch nicht nur ein rückschrittliches, sondern gleichzeitig ein fortschrittliches Land. Deswegen hat es, ein Jahrzehnt vor Österreich, gleichgeschlechtliche Partnerschaften legalisiert, die der Ehe fast gleichgestellt sind. Fast – bis auf das Ehegattensplitting. Und hier wird es jetzt lustig. Das Verfassungsgericht rügt genau das nämlich als gleichheitswidrig, und fordert: Wenn schon, denn schon. Was für Hugo und Helga gilt, müsse ebenso für Hugo und Hans gelten, sowie für Helga und Helene. Wenn der Staat es für grundsätzlich förderungswert hält, dass ein Partner zu Hause bleibt, um dem anderen den Haushalt zu führen, kann er zwischen homo- und heterosexuellen Paaren nicht willkürlich unterscheiden.

Der Staat soll also dafür zahlen, dass Hugo von Hans seine Wäsche gewaschen und seinen Kuchen gebacken kriegt? Das mag angenehm sein für Hugo, aber was geht es die Allgemeinheit an? Wie kommt die abgehetzte Alleinerzieherin, die ganz allein arbeiten und waschen und backen muss, dazu, Hugos Privileg zu finanzieren? Sollte es denn nicht um Familien gehen, um die Geburtenrate, die Unterstützung von Eltern und die Versorgung von Kindern?

Nein, genau darum geht es eben nicht. Mit Familie hat das deutsche Steuerprivileg nichts zu tun. Bloß der Trauschein zählt, Kinder sind völlig irrelevant. Der kinderlose Partykönig mit getrennt lebender, Golf spielender Gattin profitiert; der Vollzeit arbeitende Witwer, der allein drei Kinder großzieht, hingegen nicht. Pervers, absurd und himmelschreiend ungerecht war diese Schieflage im Prinzip immer schon. Doch es hat die Homosexuellen-Ehe gebraucht, damit Konservative die Absurdität erkennen konnten.

Nüchtern betrachtet, gibt es im gleichzeitig rückschrittlichen und fortschrittlichen Deutschland nun zwei vernünftige Lösungen: Entweder man begreift homosexuelle Paaare ebenso als „Keimzellen der Familie“ wie heterosexuelle, ermutigt sie zum Kinderkriegen, zu künstlicher Befruchtung und Adoption, samt allen damit verbundenen Familienförderungen. Oder man schafft das Ehegattensplitting ersatzlos ab, was Heteropaaren ebenso guttäte.

Am besten natürlich, man macht gleich beides gleichzeitig – und kommt damit in einer modernen Familienpolitik an.


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Zur Autorin:

Sibylle Hamann
ist Journalistin in Wien.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.08.2012)

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39 Kommentare
 
12

Mein Beitrag wurde 2 mal geblockt....

...nur weil ich die Methoden der Sozialisten mit denen der Nazis verglichen habe.
Wird der Beitrag wieder geblockt?
Und wo sind meine Beiträge von gestern
14:00 Uhr und 23:00 Uhr?
Darf eine mit hanebüchenen Argumenten arbeitende Linke nicht mit gleichen Worten kritisiert werden? Ist "Die Presse" auch schon so weit?

Gast: Niederösterreicher
23.08.2012 17:08
1 0

Die "linksfortschrittlichen" Ansichten eine Dame,

die sich mit Windeln sicher nicht die Hände schmutzig machen wird ...

Was der Frau Hamann ganz entgangen zu sein scheint: auch Frau und Kinder sind menschliche Wesen, die einen Anspruch auf ein steuerfreies Existenzminimum haben. Dieses ohnehin sehr geringe Existenzminimum läßt sogar (etwa beim Kindesunterhalt) auch der Verf.GH gelten, verlangt aber, daß bei dessen Berechnungen auch die Transferleistungen (FamBeiH. etc.) zu berücksichtigen seien. Diese "Großzügigkeit" hat natürlich auch einen Hintergedanken: die Österreicher sollen sich möglichst oft fortpflanzen, damit es in Hinkunft auch genügend Steuerzahler gibt - was bei Homos und Lesben bekanntlichk infolge Gleichheit des "Werkzeuges" bekanntlich schwer möglich ist...

Keine Gnade finden bei Frau Hamann aus ideologischen Gründen auch die "Nur-Hausfrau", die in den meisten Fällen nur die Konsequenz aus dem Umstand gezogen hat, daß volle Berufstätigkeit und Kindererzieheung eine durchschnittliche Frau ohne hohem Einkommen einfach überfordern. (vom Faktum ganz abgesehen, daß die intensive Beschäfitung mit seinen Kindern bzw. die starkte emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind das Beste ist, was man seinen Kindern angedeiehen lassen kann und die beste Förderung für den eigenen Nachwuchs ist.

Viele Mutter verzichten also aus Liebe zu ihren Kindern auf einen höheren Lebensstandard. Und diese Geschlechtsgenossinen will Frau Hamann unbedingt mit Steuerverschlechterungen bestrafen! Etwa aus Haß gegen intakte Familien?

Re: Die "linksfortschrittlichen" Ansichten eine Dame,

Die Frage ist doch, ob eine heterosexuelle Nur-Hausfrau mehr "wert" ist als eine homosexuelle Nur-Hausfrau.

Antworten Antworten Gast: jasicherjasicher
26.08.2012 17:18
0 0

Re: Re: Die "linksfortschrittlichen" Ansichten eine Dame,

ja natürlich - denn die heterosexuelle kann demographisch durch KINDER wirksam werden...

Re: Re: Re: Die "linksfortschrittlichen" Ansichten eine Dame,

Sie scheinen zu vergessen, daß es auch homosexuelle Eltern gibt, die Kinder aus früheren heterosexuellen Beziehungen haben. Zählen solche Kinder etwa nicht?

Antworten Antworten Gast: Niederösterrreicher
25.08.2012 00:40
2 0

Re: Re: Die "linksfortschrittlichen" Ansichten eine Dame,

Aus Ihrer materialistischen Weltsicht haben Sie recht: Die Kindererziehung könnte man durch "Kollektivierung" effizienter gestalten. Wenn man rd. 30 Kinder in Horten durch eine "geschulte" Pädagogin érziehen läßt, könnten die Mütter dieser Kinder dem "Produktionsprozeß" zugeführt
werden und wesentlich mehr zum Bruttosozialprodukt beitragen!
Diesen Standpunkt vertreten nicht nur die "Sozial-Bastler", sondern auch weite Teile der Wirtschaft!

Marx schau abi! du hast doch recht gehabt!

2 0

Am besten an Meinungsartikeln dieser Art . . .

. . . gefällt mir immer der letzte Satz:

"REAKTIONEN senden Sie bitte direkt an . . . ."

Wie wahr. Es sind tatsächlich keine Argumente möglich, sondern nur "Reaktionen", da lediglich emotionale Vermutung auf emotionale Vermutung treffen kann.

Gast: Na und?
23.08.2012 13:55
1 0

Die Familienpolitik ist sowieso zum Vergessen!!!

Auf der einen Seite fordern Politik und Wirtschaft, mehr Junge gehören für die Zukunft her.

Beide scheren sich aber einen Dreck um Schule, Bildung, Vereinbarkeit Familie & Beruf.

Daher sind alle Diskussionen scheinheilig, verlogen und ändern an der grundlegenden Problematik nichts.

Gast: Incido
22.08.2012 14:42
5 0

Klare Irreführung

Der Artikel wird nicht müde zu wiederholen, was das Ehegattensplitting doch für ein "Steuervorteil" ist. Dabei handelt es sich dabei schlicht um den Ausgleich eines Steuernachteils, den Ehepaare mit stark unterschiedlichen Einkommen sonst hätten. Es ist einfach nicht einzusehen, warum ein Ehepaar, das zusammen z.B. 4000€ brutto im Monat verdient darauf mehr Steuern zahlen soll, wenn einer 3000€ und der andere 1000€ verdient, als wenn beide 2000€ verdienen. Ehepaare werden als finanzielle Einheit gesehen und daher auch nach ihrer gemeinsamen Leistungsfähigkeit besteuert. Das ist nur gerecht. Ich frage mich, wie die Autorin sich denn eine Betseuerung von Verheirateten ansonsten vorstellt.

Auch der Vorwurf "Der kinderlose Partykönig mit getrennt lebender, Golf spielender Gattin profitiert; der Vollzeit arbeitende Witwer, der allein drei Kinder großzieht, hingegen nicht." ist unhaltbar, weil sinnlos. Es geht beim Splitting um eine gerchte Besteuerung von Eheparren und sonst nichts.Natürlich profitiert ein Wittwer nicht davon. Er ist ja nicht verheiratet, daher geht es auch gar nicht um ihn. Es ist als würde an Airbags mit den Worten kritisieren: "Ja, der Raser im dicken Mercedes, der mit 70 durch die 30er-Zone brettert, der profitiert von Airbags; der Fußgänger, den er dabei über den haufen fährt nicht!"

Dass das Splitting nur für verheiratete, nicht aber für verpaartnerte Paare gilt, ist in der Tat ungerecht. Doch darum scheint es hier gar nicht zu gehen.

Gast: GeBrau
22.08.2012 08:36
5 1

nicht gewusst?

Da scheint einiges von Deutschland nicht bekannt und nicht verstanden zu sein.
"der Ehe fast gleichgestellt sind. Fast – bis auf das Ehegattensplitting". Falsch. Der Deutsche Bundestag erfasste unlängst die Zahl der Gesetze, in denen die Lebenspartnerschaften gegenüber den Ehen diskriminiert werden, mit über 100.
"Das mag angenehm sein für Hugo, aber was geht es die Allgemeinheit an?"
Ganz einfach. In Deutschland rechnet der Staat das Einkommen bei Ehe und bei Lebenspartnerschaft als Gesamteinkommen mit der Folge, dass weder einem Ehepartner noch einem Lebenspartner Sozialhilfe zusteht, wenn der andere verdient. Der Allgemeinheit werden also Kosten in Milliardenhöhe erspart, die Partner sind gegenseitig zum Unterhalt verpflichtet.
Darüber hinaus gibt es in Deutschland die Steuerprogression. Je höher das Einkommen, desto höher der Steuersatz. Bei Gesamteinkommen (also Einkommen von Horst und Helga) wäre der Steuersatz und damit die Steuer somit höher als wenn die beiden unverheiratet sind und einzeln besteuert würden. Durch das Splitting (Zusammenrechnung der Einkünfte, geteilt durch zwei, Steuerbetrag (nicht Steuersatz) verdoppelt) relativiert sich das wieder. Das Splitting ist also kein Geschenkt, sondern ein Korrektiv, das aufgrund der Steuerprogression nötig ist, damit Verheiratete nicht mehr zahlen als nicht Verheiratete. Warum nun Verpartnerte mehr zahlen müssen als nicht Verpartnerte, ist nicht nachvollziehbar und nur diskriminierend.

2 4

Re: UNSINN

so ein unsinn ...... man braucht kein splitting um ehepaare gegenüber nicht-ehepaaren nicht zu benachteiligen - geht ja in österreich auch.

wenn schon familienpolitik mit steuern gemacht werden soll, dann bitte bei den kindern und nicht bei den ehegatten ansetzen.

weil es stimmt, in deutschland profitieren vom splitting die kinderlosen ehepaare mit alleinverdiener am meisten.

Antworten Antworten Gast: GeBrau
22.08.2012 11:01
2 0

Re: Re: UNSINN

einfaches heruntergebrochenes Beispiel nach österreichischem Steuerrecht: Helga verdient jährlich 24.000,- EUR und Horst verdient jährlich 24.000,- EUR. Als Nichtverheiratete würde für jeden ein effektiver Steuersatz von 19,8 % gelten, sie würden also jeder 4.752,- EUR, insgesamt somit 9.504,- EUR zahlen. Wären Horst und Helga verheiratet, würde nach deutschem Recht das Gesamteinkommen, nämlich 2 x 24.000,- EUR = 48.000,- EUR besteuert. Für 48.000,- EUR gilt nach österreichischem Recht ein effektiver Steuersatz von 31,4 % (das ist die Progression). Horst und Helga müssten als Verheiratete demnach 15.072,- EUR Steuern zahlen. Und das nennen Sie keine Benachteiligung von Ehepaaren???
Durch das Splitting wird das Gesamteinkommen von 48.000,- EUR durch 2 geteilt (=24.000,- EUR), dadurch gilt der Steuersatz 19,8 % (= 4.752,- EUR) und die Steuerlast verdoppelt (4.752,- EUR x 2 = 9.504,- EUR). So zahlen die verheirateten Horst und Helga nicht mehr als wenn sie nicht verheiratet wären. Das geht aber nur durch das Splitting. Ohne das Splitting würden sie als Verheiratete fast das Doppelte zahlen.

Antworten Antworten Gast: GeBrau
22.08.2012 10:49
0 0

Re: Re: UNSINN

Dann können Sie offenbar nicht rechnen. Ohne Splitting würden uwei Unverheiratete mit je 3.000,- EUR Einkommen weniger Steuern als ein Ehepaar mit Gesamteinkommen 6.000,- EUR zahlen. Das liegt an der Steuerprogression, da für 3.000,- EUR ein niedrigerer Steuersatz gilt als für 6.000,- EUR. Bevor Sie also "Unsinn" plärren, sollten Sie sich erst einmal informieren und versuchen, solche Grundsätzlichkeiten zu verstehen.
Im Übrigen stehen für Ehepaare und Lebenspartner Pflichten an, so bekommt der Nichtverdiener einer Ehe keine Sozialleistung, egal ob es Kinder gibt oder nicht. Der Staat spart also jede Menge durch Ehen und Lebenspartnerschaften. Wenn es Kinder gibt, kommt zum Splitting u. a. der Kinderfreibetrag hinzu, so dass sich jedes Kind steuermindernd auswirkt. Im Gegensatz zu Ihrer Behauptung wird Familienpolitik sehr wohl mit zusätzlichen Steuererleichterungen für Kinder gemacht.

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UNSINN wird durch wiederholen nicht richtiger

ohne splitting zahlt eine ehepaar, wenn beide 3000 euro verdienen genausoviel wie nichtverheitete - weil dann die einzelveranlagung gilt .... also informieren, bevor sie andere beschimpfen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: GeBrau
22.08.2012 11:11
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Re: UNSINN wird durch wiederholen nicht richtiger

es gibt in Deutschland für Ehepaare keine Einzelveranlagung. Wie gesagt, erst informieren.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Warum ist ??? nicht mehr erlaubt?
23.08.2012 10:10
0 0

Re: Re: UNSINN wird durch wiederholen nicht richtiger

... und Dummheit durch Information nicht beseitigt ...

Wozu brauchen Sie die Einzelveranlagung? Ehegattensplitting bedeutet, dass das jeweilige Einkommen der Ehepartner zusammengezählt und dann auf die beiden aufgeteilt (gesplittet) wird. Wenn beide gleich viel verdienen, dann haben beide nach dem Splitting gleich viel zu versteuern wie vorher.
Wenn sich die Ehepartner die gemeinsamen Aufgaben hingegen anders aufteilen, also ein Partner mehr arbeitet und der andere weniger und zB für die Kinder da ist, dann wird das Gehalt ebenso gesplittet - und nur dann wird das splitting Wirkung zeigen: die Familie fällt nicht der Steuerprogression zum Opfer.

" Er belohnt Hugo, wenn er viele Überstunden macht, damit seine Gattin Helga den ganzen Tag Zeit hat, ihm einen Zwetschkenkuchen zu backen."

In diesem Satz steckt so viel Verachtung für die normalen Familien, daß klar wird, warum Linke so für die Homo-Ehe sind: weil sie eine Travestie ist. Damit kann man die verhaßte Institution lächerlich machen.

Mal sehen, ob ich Dir antworten kann.

"Die beste Familienpolitik ist die Abwesenheit der Familienpolitik.
Das Ehegattensplitting und die Steuervorteile der Ehepaare wurden in Deutschland zu einem Zeitpunkt eingeführt, als es noch keine vernünftige Geburtenregelung gab. Man ging damals davon aus, daß nur eine verschwindende Minderheit von Ehepaaren kinderlos bleiben würde. Von Anfang an sollten Kinder gefördert werden und nicht Hausfrauen, Hausmänner oder wer auch immer der Hamann ein Ärgernis ist.
Wenn die Obrigkeit uns eine Freude machen wollte, würde sie ihre ständige Einmischung in alles und jedes und die konfiskatorische Besteuerung aller, die auch nur ein wenig den Kopf aus den untersten Perzentilen heben, drastisch zurückfahren. Schluß mit der staatlichen Ehe, wer heiraten will, möge das in der Kirche oder mit einem Schamanen oder beim Notar mittels Vertrag besiegeln; Schluß mit hohen Steuern, sogenannten Steuerschlupflöchern und unverständlicher Steuergesetzgebung, für deren Befolgung man einen eigenen Berufsstand braucht; Schluß mit dem unausgesetzten Schall der Sch++lenposaune. Wir brauchen keine staatliche "Ermutigung" zur Fortpflanzung. Alles was wir wollen, ist, vom Staat in jeder Hinsicht in Ruhe gelassen zu werden. Dann wäre auch Schluß mit Artikeln von etatistischen, linken LGBT-Aktivistinnen.
Das versuche ich seit gestern abend zu posten.

Antworten Antworten Gast: Gast: Leser
22.08.2012 12:51
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Re: Mal sehen, ob ich Dir antworten kann.

Der "Staat" muss natürlich auch über den Tellerrand hinausschauen und für das Funktionieren desselben auch in Zukunft sorgen. Mit anderen Worten: wenn z.B. zu wenig Kinder geboren werden, um das Weiterbestehen der Bevölkerung sowie das Wirtschaftswachstum zu sichern, muss er eingreifen und die Geburtenrate irgendwie (meist durch finanzielle Anreize) heben. Ich bin auch dafür, dass er sich möglichst wenig ins Privatleben der Familien einmischen soll, aber ganz ohne geht es aber nicht.

Die Existenz des "Staates" aka die politische Klasse samt Medien und öffentlichem Dienst

liegt mir nicht besonders am Herzen.
Wir bekommen unsere Kinder nicht für den "Staat", obwohl der "Staat" natürlich neue Steuerzahler möchte. Nein, der "Staat sind nicht wir alle". Der "Staat" kann nichts tun, um ein Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze oder neue Untertanen zu erzeugen, er kann es allenfalls verhindern - was "der Staat" auf nationaler und EU-Ebene derzeit auch unter Beweis stellt.
Wir brauchen keine zusätzlichen Gesetze und Regulierungen, keine politische Klasse von Steuerkonsumenten, sondern mehr Freiheit und Privateigentum.

"Die sterbenden Gesellschaften häufen Gesetze an wie die Sterbenden Heilmittel." -- Nicolás Gómez Dávila

Antworten Antworten Gast: GeBrau
22.08.2012 11:06
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Re: Mal sehen, ob ich Dir antworten kann.

Dann auch konsequenterweise Schluss mit den Unterhaltsverpflichtungen. Das heißt, der Staat muss jeder Hausfrau und jedem Hausmann Sozialhilfe zahlen. Da kann der Staat schon mal anfangen zu überlegen, wo das ganze Geld dafür herkommen soll. Wenn der Staat sich also finanziell nicht in Ehen einmischen soll, dann aber auch konsequent. Keine finanziellen Rechte von Ehepartnern gegen den Staat, aber auch keine finanziellen Verpflichtungen von Ehepartnern gegenüber dem Staat. Oder hatten Sie das dann so konsequent doch nicht gewollt?

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Re: Re: Mal sehen, ob ich Dir antworten kann.

Falsch, GeBrau. Meine Unterhaltsverpflichtung gegenüber meiner Frau (sie ist tatsächlich eine der von Frau Hamann so gleisnerisch bemitleideten Hausfrauen) ist keine Verpflichtung gegenüber der Republik. Ich bin nicht mit der Republik verheiratet. Gottseidank nicht.

Und wenn auch ich will, dass der Staat seine Pfoten draußen lässt aus meiner Ehe, so heißt das auf gar keinen Fall, dass ich (wie Sie meinen) erwarte, dass er dann meiner Frau von Stund' an Sozialhilfe zahle - wo denken Sie hin!

Verstehen Sie nicht, daß ich den Staat aus dem Privatleben eliminieren will?

Der Staat soll sich nicht nur finanziell nicht in Ehen einmischen, er soll sich überhaupt nicht in Ehen, Kindererziehung, private Lebensgestaltung einmischen. Ich will es noch viel konsequenter, als staatsbesoffene Untertanen sich vorstellen können.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: GeBrau
22.08.2012 11:56
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Re: Verstehen Sie nicht, daß ich den Staat aus dem Privatleben eliminieren will?

Aha, ich versuche es mal zu verstehen. Der Staat soll sich also nicht nur finanziell nicht, sondern gar nicht und überhaupt nicht mehr in Ehen einmischen. Also z. B. keine Verfolgung von Vergewaltigung in der Ehe mehr. Der Staat muss sich bei der Ehe komplett raushalten. Und mit der Kindererziehung und Lebensgestaltung: Der Staat darf sich nicht mehr um verwahrloste Kinder kümmern, deren Eltern z. B. unter 5jährige allein zu Hause lassen und in den Urlaub fahren oder die Kinder in abgedunkelten vollgeschissenen Räumen dahinvegetieren lassen (wie letztens in Berlin), weil das ja private Lebensgestaltung und individuelle Kindererziehung ist. Habe ich Sie jetzt richtig verstanden?

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Re: Re: Verstehen Sie nicht, daß ich den Staat aus dem Privatleben eliminieren will?

GeBrau, alles das, was Sie hier aufzählen, ist gegebenenfalls k e i n e Einmischung des Staates ins Privatleben ganz und gar nicht, und entgegen dem ersten Augenschein !

Wenn ich eine Person blutig prügele, dann hat es in puncto Einschreiten der organisierten Allgemeinheit keinerlei Unterschied zu machen, ob ich mit jener Person verheiratet bin oder nicht ! Wenn ich - aus welchem Anlass auch immer - für das Wohl eines Kindes verantwortlich bin, und ich vernachlässige das selbe, dann bin ich zur Rechenschaft zu ziehen - ob 's mein eigenes ist oder nicht ! Usw.

Aber Sie wissen jetzt, nach dem ersten Affekt, ja ohnehin, was F. M. mit "Einmischung des Staates in die Ehe, die Kindererziehung, die private Lebensgestaltung" gemeint hat, denke ich.

Re: Re: Verstehen Sie nicht, daß ich den Staat aus dem Privatleben eliminieren will?

Gebrau, ich möchte nicht das Strafgesetz außer Kraft setzen, unter das alles von Ihnen beschriebene zu subsumieren wäre. Ich rede vom Zivilrecht und vom Steuerrecht.

 
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