09.02.2012 23:43 | Meine Presse Merkliste0

Was heißt hier „homogen“?

SIBYLLE HAMANN (Die Presse)

Alle Kinder sind verschieden. Bloß manchen Lehrern ist das neu.

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Auf dem Weg in die neue Mittelschule ist ein bisschen was weitergegangen. Gut so. Außerdem ist ein Wort hängen geblieben, das AHS-Lehrer immer wieder benützen, um ihre Bedenken auf den Punkt zu bringen. Was will es uns sagen? Was verrät es über unsere Schulprobleme?

Das Wort heißt „Homogenität“. Sie wollen in „homogenen“ Klassen unterrichten, sagen die AHS-Lehrer. Weil es in der gemeinsamen Mittelschule keine Homogenität gebe, werde alles schrecklich schwierig. Da würden alle Kinder, arme und reiche, gescheite und dumme, hiesige und fremde, wild durcheinandergewürfelt, und man müsse sie erst wieder mühsam „auseinanderklauben“, bevor man sie anständig unterrichten könne, sagte etwa Eva Scholik, Chefin der AHS-Lehrergewerkschaft. Sie will damit sagen: Je ähnlicher Kinder sind, desto besser lernen sie. Und weil Kinder in der AHS so homogen seien, sei die AHS so toll. Hm. Ist das wirklich so?

Schauen wir uns, auf der Suche nach einer Antwort, einmal eine Mehrstufenklasse an. Die gibt es in traditionellen einklassigen Dorfschulen. In elitären, teuren, mehrsprachigen Privatinstituten. Und, als erfolgreiches pädagogisches Zukunftskonzept, mittlerweile in vielen öffentlichen Volksschulen, auch in Gegenden mit hohem Ausländeranteil.

Die Grundidee ist einfach. Kinder zwischen sechs und zehn lernen in einer Klasse, jedes auf seinem Niveau, jedes in seinem Tempo. Dafür steht mal eine Lehrerin in der Klasse, mal zwei, manchmal sogar drei. Vieles kann man gemeinsam tun: Geburtstage feiern, singen, Streckübungen machen, essen, basteln, aufräumen. Anderes tut man einzeln oder in Kleingruppen. Das siebenjährige Mathegenie macht im Rechnen schon bei den Drittklässlern mit, dafür lernt es Deutsch noch mit den Kleinen. Keiner muss sich langweilen, keiner wird überfordert. Wer schnell begreift, kann mit dem Lernstoff in drei Jahren fertig sein und anderen etwas beibringen. Wer langsam ist, kann fünf Jahre brauchen.

Eine AHS-Lehrerin wie Frau Scholik müsste in so einer Klasse entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. So wild zusammengewürfelt, so wenig auseinandergeklaubt! Reicht es nicht, dass die Kinder ohnehin schon so schrecklich verschieden sind, muss man sie auch noch, mutwillig, dem Alter nach mischen? Warum tut man sich das an?

Lehrerinnen in Mehrstufenklassen können das ebenso gut beantworten wie Manager, Marketingfachleute oder Wissenschaftlerinnen: Weil Heterogenität Erkenntnisfortschritte birgt. Selten noch hat Homogenität die Menschheit weitergebracht. Erst die Wahrnehmung einer Differenz bringt den Menschen dazu, Fragen zu stellen. Vergleichen bildet.

Die Mehrstufenklasse etwa ermöglicht Kindern Perspektivwechsel: Statt, wie in der traditionellen Schule, jahrelang in der Rolle der Ewigkleinsten, der Immerbesten, des ständigen Störenfrieds festnagelt zu sein, werden jedes Jahr die Rollen neu verteilt. Es bleibt nichts, wie es ist. Aber das muss kein Grund sein, Angst zu haben. Weil man selber mitwachsen und sich verändern kann.

Wenn Kinder diesen Lernprozess schaffen – ist er vielleicht auch AHS-Gewerkschaftern zumutbar?

Sibylle Hamann ist Redakteurin beim „profil“.


meinung@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.10.2007)

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23 Kommentare
Gast: Gabi
13.11.2007 12:20
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gabi

Herzlichen Dank für diesen Bericht! Die Wiener Mehrstufenklassen gibt es bereits 10 Jahre und der Erfolg gibt uns recht!
Eigentlich könnten wir alle doppelt so viele Kinder aufnehmen, das Interesse ist so groß. Nur leider werden keine neuen Klassen eröffnet. Die Kinder lernen voneinander und miteinander. Wie schön ist es zu sehen, dass ein sechsjähriges Kind, dass bei seinem Schuleintritt schon schreiben konnte, bereits zu Weihnachten kleine Geschichten schreibt, und sich nicht noch mit den Buchstaben abgeben muss, weil andere Kinder vielleicht noch nicht so weit sind. Viele sogenannte auffällige Kinder wären nicht auffällig würde man sie auf ihrem Entwicklungsniveau abholen und sie dort wachsen und lernen lassen. Genauso haben aber auch lernschwache Kinder vielerlei Möglichkeiten ihrem Tempo entsprechend zu lernen. Alle Skeptiker diese Systems sind herzlich eingeladen sich selbst ein Bild davon zu machen.
Ich bin überzeugt, dass dieses Schulsystem auf AHS und HS erweiterbar ist.

Gast: D.Knoflach
23.10.2007 15:10
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Homogene Klassen sind in der Tat leichter zu unterrichten.

Genau deswegen sehen viele Gesamtschulkonzepte ja auch kleine Schulklassen (was die Gesamtschule teurer macht) oder Leistungsgruppen vor, die dann auch wieder homogener sind, vor ....

Gast: Dagobert
18.10.2007 10:31
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Käse breit gewalzt

welch Geistes Kind die gute Sibylle ist zeigt den breiten Raum, dem sie singen, Geburtstagsfeiern, Streckübungen usw einräumt. Ja die Schule MUSS Spass machen! Das Ergebnis sind Leute, die bei Beginn einer Lehre nicht wissen, dass 3% von 500 15 ist. Mühe, Fleiss und Disziplin sind für Sibylle Fremdworte. (Dies ist auch der Grund warum ich Profil seit langem nicht mehr lese!)

Gast: Österreicher
17.10.2007 22:17
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Typische Journalistin! Kaum ein wenige hineingeschmeckt

und schon weiß sie vom Gegenstand mehr als jeder Fachmann/frau!
Die Gesamtschule ist also dafür gut, daß alle Schüler gemeinsam Geburtstage feiern können. Der vife Erstklassler nimmt vielleicht sofort am Unterricht der 8 Schulstufe in Mathematik teil, weil ihm sein Wissen gottgegeben ist und nur mehr durch das Zeugnis bestätigt werden muß. Und der Sonderschüler? Wird der einen vollwertigen Unterricht bekommen, wenn er den durch Lehrplan vorgegebenen Klassenfortschritt durch seine Begriffsstützigkeit , bzw. der neu eingetretene Schüler einer höheren Klasse wegen mangelnder Sprachkenntnisse aufhält? Werden da die Lehrer in der Lage sein, das Lerndefizit im Normunterricht aufzuholen?
Wir allen kennen von diversen Berichten von Vorfahren bzw. aus den Medien, wie der Unterricht in einer einklassigen Volksschule, in der 4 Jahrgänge zusammengefaßt sind, abläuft. Die Lehrkraft kann sich immer nur einem Jahrgang widmen. Der Rest beschäftigt sich selbst. Ob das ein intensiver Unterricht ist?

Antworten Gast: ingrid p.
14.11.2007 12:42
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Re: Typische Journalistin! Kaum ein wenige hineingeschmeckt

da hat wohl auch der autor selbst blopß ein bißchen hineingeschmeckt, denn einiges am wiener schulsystem ist ihm offensichtlich verborgen geblieben. z.b. dies: sind in einer klasse kinder mit besonderen bedürfinissen (altsprech: sonderschüler) ist auch eine sonderpädagogin für den Unterricht dieser Kinder verantwortlich. es ist möglich und in mehtrstufenklassen standard, dass ein Kind im zahlenraum 10 mit material rechnet, während ein anderes daneben die fläche eines grundstückes berechnet! "Dummheit" ist nämlich nicht ansteckend, wohl aber lernbar, wenn nichts anderes lernbares zur verfügung steht. auch ein sonderschulkind oder einfach ein "nur" durchschnittlich begabtes Kind orientiert sich, wenn es gegegenheit hat, an vorbildern, die mehr und anderes können als es selbst. das ist ein natürliches lernverhalten. Die mehrstufenklasse und ihre konsequente weiterführung in eine gesamtschule für ALLE kinder gibt diesem natürlichen lernverhalten gelegenheit, zu wirken.

Antworten Gast: claus
11.11.2007 14:38
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Wer sich nicht informiert hat, sollte das besser tun

Frau Hamann weiß wovon sie spricht, im Gegensatz zu "Österreicher", der offenbar noch nicht einmal "hineingeschmeckt" hat. Ich unterrichte seit vielen Jahren in Mehrstufenklassen und kann versichern, dass die heutigen Mehrstufenklassen mit den "einklassigen Volksschulklassen der Vorfahren" keine nennenswerten Gemeinsamkeiten hat. Nicht aus Not wird hier Abteilungsunterricht betrieben, sondern Reformpädagogik aus Überzeugung. Die Vielfalt ist der Schlüssel, der zur Förderung stärkerer und schwächerer SchülerInnen führt. Anders zu sein, Schwächen zu haben, Stärken zu besitzen, eine zweite Sprache zu beherrschen, eine zweite Kultur zu leben, demokratisch und geschlechtssensibel miteinander umzugehen, das sind die Werte die voranbringen.
Jeder der meint, das sei unmöglich, hat sich offenbar nicht damit beschäftigt. Die Wiener Reformpädagogischen Mehrstufenklassen gibt es in Wien seit beinahe 10 Jahren, und der Erfolg gibt ihnen Recht.
Mehr Informationen: http://www.mehrstufenklassen.info

Gast: Eltern
17.10.2007 18:39
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Keine kleinen homogenen Klassen aber homogene Kleingruppen in Gesamtschulen schon?

Um ihrer Ideologie willen und profil-Zugehörigkeit befürwortet die Autorin die Gesamtschule.Aber ihre Darstellung ist sehr realitätsfern.Man braucht kein Lehrer zu sein um zu verstehen, dass fast niemand profitiert, wenn 20-30 Schüler mit unterschiedlichstem Wissensniveau,Erziehung,Lernwilligkeit,Talenten,Berufszielen und etliche davon die kaum die Unterrichtssprache verstehen, nicht nur in einer vierjährigen Volksschule sondern in Zukunft 10 Jahre und länger gemeinsam unterrichtet werden. Rücksicht und Einstufung der Schüler in Gesamtschulklassen auf jeweiliges Lerntempo und Niveau -wie im Artikel prognostiziert aber illusorisch- würden zuerst eine viel öftere Schülerbeurteilung nach sich ziehen um die geforderten Kleingruppen(die wiederum auf die abgelehnte Homogenität abzielen)auch entsprechend zu bilden. Von den Mehrkosten gar nicht zu reden.Es gibt ausreichend Beispiele aus and. Ländern wohin ein Gesamtschulsystem führt: Privatschulen da - niedrigeres Bildungsniveau in öffentliche

Gast: Jack
17.10.2007 16:22
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Danke...

für meinen nicht veröffentlichten Kommentar!

mhofer
17.10.2007 14:19
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Fern jeglicher Realität!

Dass, was hier Frau Hamann als pädagogisches Zukunftskonzept missversteht, nämlich die Mehrstufenklassen, ist in Wahrheit ein „Not-Modell“ des vorigen Jahrhunderts! Mehrstufenklassen gab und gibt es vor allem in hochalpinen Gebieten, um den dort lebenden Kindern eine mehrstündige Anreise in die nächste Schule zu ersparen. Sie gibt es auch in Regionen, die aufgrund von dramatisch sinkenden Kinderzahlen, ihre Volksschule eigentlich schließen müssten.

Vollkommen unverständlich ist daher nach Hamann, dass etwa die Fußballer des FC Unterstinkenbrunn nicht mit den Stars von Real Madrid trainieren, oder dass die Musiker der Blasmusik Markgrafneusiedel nicht gemeinsam mit den Wiener Philharmonikern konzertieren.

Aber der Gipfelpunkt ist wohl die Tatsache, dass Medizinstudenten das Potential einer gemeinsamen Ausbildung mit Fleischhauerlehrlingen brach liegen lassen, wo doch laut Hamann jeder weiß, dass Heterogenität und nicht Homogenität die Menschheit weiterbringt!

Antworten Gast: marion
12.11.2007 21:35
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Re: Fern jeglicher Realität!

Für alle Skeptiker der bereits existierenden Mehrstufenklassen im Grundschulbereich sei erwähnt: Machen Sie sich doch selbst ein Bild und informieren sich doch bitte über das Thema bevor Sie urteilen. Es ist eine Tatsache, dass jahrgangsübergreifender Unterricht gut funktioniert. Natürlich gelingt dies nicht in der Form eines bereits längst überholten Unterrichtsstils dem "Frontalunterricht". Da wären wir nun bei der Achillessehne des Schulsystems. Leider viel zu wenige Lehrer wollen oder können sich im Sinne der Schüler auf für sie pädagogisches Neuland begeben, könnten sie doch ins Schleudern geraten. Vielleicht würden manche Schüler ihre Lehrer mit ihrem Wissen zum Staunen bringen, oder vielleicht sogar ängstigen?

Antworten Gast: eslak
18.10.2007 10:37
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Re: Fern jeglicher Realität!

an unserem schulstandort sind 3 mehrstufenklassen kein notprogramm, sondern eine einrichtung für die es jedes jahr vielmehr interessenen gibt, als wir aufnehmen können. in diesen klassen gibtes hochbegabte, die die volksschule in 3 jahren absolvieren und schueler, die foerderung brauchen und die volksschule in 5 jahren absolvieren. sie verwechseln den alten abteilungsunterricht mit mehrstufigem unterricht im sinne der reformpädagogik. danke an frau hamann für diesen artikel.

Antworten Antworten Gast: Eltern
18.10.2007 17:15
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Re: Re: Fern jeglicher Realität!

Es tut mir leid, aber das glaube ich nicht, es sei denn die Schule ist ein Sonderfall mit ganz, ganz wenigen Schülern. Dann ist sie aber nicht vergleichbar mit den sonst üblichen Klassen und Schüleranzahlen.
Es gibt in ganz Österreich kaum Kinder die Volksschulklassen überspringen dürfen und da sollen gleich mehrere in "Ihrer" sein? Und diese werden zusammen mit Kindern die 5 Jahre Volksschule brauchen unterrichtet ? Welche Schule, wieviele Kinder in einer Klasse - 25-30 wie allgemein üblich oder in der gesamten Volksschule nur einige wenige?
Oder handelt es sich um eine Privatschule?
Das Mehrstufenmodell war -wie beschrieben- ein Notmodell.
Jeder der jemals einen Kurs besucht hat, weiß, dass man nur dann am meisten lernt wenn alle Teilnehmer annähernd gleiche Kenntnisse haben.
Statt der Einrichtung einer Gesamtschule müßte man noch mehr differenzieren und in Gymnasien -wie in Hauptschulen- Leistungsgruppen einrichten.
Es wäre Wahnsinn unser Schulsystem zum Eintopf zu machen.

Ophicus
17.10.2007 10:24
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Tolles Argument

Zitat Eins:
"Weil es in der gemeinsamen Mittelschule keine Homogenität gebe, werde alles schrecklich schwierig. Da würden alle Kinder, arme und reiche, gescheite und dumme, hiesige und fremde, wild durcheinandergewürfelt, und man müsse sie erst wieder mühsam „auseinanderklauben“, bevor man sie anständig unterrichten könne."

Frau Hamann widerspricht dem mit folgenden Worten:
"Geburtstage feiern, singen, Streckübungen machen, essen, basteln, aufräumen. Anderes tut man einzeln oder in Kleingruppen. Das siebenjährige Mathegenie macht im Rechnen schon bei den Drittklässlern mit, dafür lernt es Deutsch noch mit den Kleinen."

Kleingruppen oder Einzeln - das klingt schon sehr stark danach als würden hier die Kinder wieder auseinandergeklaubt um homogene Gruppen zu bilden, die man unterrichten kann. Was sonst wären wohl die Kleingruppen? Und Geburtstage feiern und Streckübungen machen kann man auch in homogeneren Klassen...

Cicero
17.10.2007 08:37
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Zu kurz gedacht ist meist unlogisch gedacht

Ein guter Vortrag muß dreigegliedert sein. Im ersten Teil müssen Dinge gesagt werden, die jeder Zuhörer weiß, damit die Zuhörer erkennen, sie sind auf der richtigen Veranstaltung. Der zweite Teil muß Binsenweisheiten des Fachgebietes darstellen, damit die Zuhörer erkennen, der Vortragende ist vom Fach. Und erst der dritte Teil darf die Neuheiten des Faches darstellen.
So, und jetzt stelle ich mir vor, wie das ohne der von Hamann verpönten Homogenität laufen soll. Was mache ich in den drei Teilen meines Vortrages, wenn mir ein bunter Haufen von Zuhörern gegenübersitzt. Wie kann ich die Neuheiten in der Elektroinstallation „über die Rampe bringen“, wenn nur ein kleiner Teil Elektroinstallateure zuhören, die Masse aber Wasserinstallateure sind. Wie kann ich in der Schule zeitökonomisch Prozentrechnung pauken, wenn ein Teil der Schüler im Ein-mal-eins nicht sattelfest ist.
Aha, dazu gibt es ja mehrere Lehrer in der Klasse. Na, so was! Bis jetzt gibt es mehrere Klassen, AHS … HS!

Antworten Gast: schueler
18.10.2007 10:45
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Re: Zu kurz gedacht ist meist unlogisch gedacht

vertreten sie ernsthaftdie meinung, dass schule nur aus vortrag besteht? das würdebedeuten frontalunterricht und das was als"osterhasenpädagogik" verstanden wird (entwickelnd fragender unterricht) = das wissen ist verstecktund der lehrer bringt die schueler durch fragen dazu eszu entdecken). aber nachdem sie auch pauken verreten,meinen sie es wahrscheinlich so, zum glück sind sie offenbar kein lehrer, ihre schueler wärn arm dran.

Antworten Antworten Gast: Südafrikaner
22.10.2007 17:17
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Re: Re: Zu kurz gedacht ist meist unlogisch gedacht

Das funktioniert bei Sachen, die mit Hausverstand lösbar sind. Alles andere muss gelernt werden, entweder trägt es der Lehrer vor oder man bekommt Materialien und lernt es selbst.

Cicero bringt mich auf meinen Lateiunterricht. Mein Lehrer sagt damals richtig "Und wenn Ihr fragts, warum endet dieser Genitiv auf -ae, dann sag ich euch: isso, lernts es."

Antworten Antworten Cicero
18.10.2007 12:51
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Wer Rechtschreiben nicht beherrscht, sollte nicht schreiben, sondern erst einmal „pauken“!

Na ja, Sie armer „schueler“, wohin Ihr Standpunkt führt, sieht man ganz deutlich an Ihrem Beitrag. Es ist eine besondere Leistung, in so wenigen Sätzen so viele Fehler unterzubringen. Sie können offensichtlich einen Computer bedienen, aber Rechtschreiben können Sie nicht!
Im übrigen, Sie können ganz beruhigt sein, ich weiß wovon ich rede. Zwar habe ich mein Berufsleben als Consulting Engineer zwischen Kalkutta, Kapstadt, Buenos Aires und San Francisco zugebracht, aber zuvor war ich 4 Jahre Assistent an einer HTL, 6 Jahre in der Industrie und danach habe ich für die deutsche und die österreichische Arbeitsmarktverwaltung Fortbildungskurse in EDV, Projektmanagement und Grundlagen Elektrotechnik unterrichtet. Besonders bei letzteren Kursen habe ich darunter gelitten, daß das „Publikum“ bunt zusammengewürfelt war. Die Schlechten und die Unwilligen haben ein hohes Niveau der Besseren perfekt verhindern können.
Gesamtschule bedeutet Nivellierung nach unten! Zwangsläufig!

Antworten Antworten Antworten Gast: petra
11.11.2007 12:39
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Re: Wer Rechtschreiben nicht beherrscht, sollte nicht schreiben, sondern erst einmal „pauken“!

Lieber cicero!
Zum Thema "Rechtschreibung":
"Rechtschreiben" wird nur dann groß geschrieben, wenn es so wie jetzt am Satzanfang steht, oder namenwörtlich (das, vom, zum, beim Rechtschreiben) verwendet wird. (Österreichisches Wörterbuch S. 476) Folglich hieße es richtigerweise:" .... also rechtschreiben können Sie nicht!"
Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass alle Viertklassenkinder meiner Mehrstufenklasse wissen, dass man Wörter wie "muss und "dass" mit Doppel-ss schreibt!

Gast: Bösewicht
16.10.2007 18:55
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Vor wem spreche ich?

Wenn von einer Universität Nobelpreisträger für einen Vortrag oder eine Vorlesung eingeladen werden, dann erkundigen sich diese immer über das Niveau der Zuhörerschaft. Wenn dem betreffenden Wissenschaftler dann gesagt wird, dass Politiker, Journalisten und sonstige hochwichtige Personen im Auditorium sitzen, dann wird im Vortrag eben über die weltpolitische Bedeutung des Fachgebietes oder einer speziellen Erfindung schwadroniert. Wenn der betreffende Wissenschaftler hingegen Dissertanten, Assistenten und Professoren erwartet, dann kommt Fachinformation, dass einem der Kopf raucht.

In der Schule besteht die gleiche Problematik: Wenn der Lehrer eine einigermaßen homogene Zuhörerschaft hat, kann er den Unterricht speziell für diese Gruppe gestalten. Wenn die Zuhörerschaft sehr heterogen ist, muss er das Niveau senken, weil sonst jene, die nicht folgen können, den Unterricht stören.

Antworten Gast: uni
18.10.2007 10:51
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Re: Vor wem spreche ich?

super, unibetrieb für alle kinder ab 6 jahren, den diese gemeinschaft ist total homogen, da sitzt einer, der kann schon lesen und schreiben, einer kann seinen namen schreiben und kennt ein paar buchstaben, einer kann noch gar nichts und einer versteht nur bahnhof, weil ernoch nicht deutscher muttersprache ist. lösung, ich mach ganz einfach in jeder klasse 4 homogene gruppen und unterrichte dann mit vorträgen auf dem jeweiligen niveau. die kinder werden begeistert lernen oder?

Antworten Gast: hawkeye
17.10.2007 16:29
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Re: Vor wem spreche ich?

Also die Lehrer mit Nobelpreisträgern zu vergleichen, das ist nicht das Erste, was mir zu ihnen einfällt.

Antworten Gast: digitalis
17.10.2007 05:42
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Re: Vor wem spreche ich?

es soll auch schülerInnen geben, die nur in die schule gehen, um den unterricht zu stören.

Antworten Antworten Gast: hawkeye
17.10.2007 16:55
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Re: Re: Vor wem spreche ich?

Was einen wundert, ist, warum es so viele Schüler gibt, die den Unterricht _nicht_ stören.

Hier haben offenbar die Elternhäuser versagt.

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