Wenn's nach oben geht, huldigen – wenn's nach unten geht, nachtreten

Der Boulevard schwelgt in Bewunderung für den neuen Kanzler. Hoffentlich nimmt Christian Kern es nicht persönlich. Denn die Liebe gilt nicht ihm, sondern der Macht.

Es ist gut, dass ein Ruck durchs Land geht. Es ist richtig, einem, der in diesen Tagen die schwierige Aufgabe des Bundeskanzlers übernimmt, aufmunternd auf den Rücken zu klopfen, auf dass ihm der Reformelan nicht allzu schnell ausgehe. Auch an der Person ist nichts auszusetzen. Christian Kern ist, nach allem, was wir über ihn erfahren haben, ein fähiger, sympathischer Mann. Dennoch kann einem, angesichts der Begeisterungswogen, die uns derzeit entgegenschwappen, ein bisschen bang werden. Das hat weniger mit der Person zu tun, als vielmehr mit der fatalen Dynamik von Macht und Unterwerfung.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.05.2016)

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