Und wen, liebe „Krone“, gebt ihr als Nächste zum Abschuss frei?

Menschen an den Pranger zu stellen, damit sich das Volk an ihnen abreagieren möge, ist mittelalterlich: Das gehört nicht auch noch mit Presseförderung belohnt.

Es ist 22 Jahre her. Gemeinderatswahlkampf in Wien: Die FPÖ ließ überall in der Stadt großflächige Plakate affichieren. „Lieben Sie Scholten, Jelinek, Häupl, Peymann, Pasterk – oder Kunst und Kultur?“ Einzelne Menschen, mit Gesicht und Namen, an öffentlichen Orten auszustellen, auf dass sich alle an ihnen abreagieren können – das gab es im Mittelalter. Pranger hieß das damals, oder „Schandpfahl“, „Schandesel“, je nachdem, ob man die Schmach im Stehen oder Sitzen zu ertragen hatte.

Das ist drin:

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.03.2017)

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