Quergeschrieben

Gebt den afghanischen Teenagern endlich etwas zu tun!

Junge Burschen, die keine Familie, keine Wohnung, kein Geld, keine Arbeit, keine Perspektive haben, kommen auf dumme Gedanken. Was für eine Überraschung!

In der großartigen Sendungsreihe „Am Schauplatz“ (die viel zu selten gelobt wird) lief vergangene Woche eine besonders großartige Reportage. Sie näherte sich, stellvertretend für uns alle, einer Gruppe von Menschen, denen wir normalerweise eher aus dem Weg gehen – jenen jungen afghanischen und tschetschenischen Burschen, die den ganzen Tag auf Parkbänken herumlungern. Die Redakteurinnen besuchten sie an stadtbekannten Hotspots wie Venediger Au und Westbahnhof, an abgelegenen Parkplätzen hinterm Supermarkt in der Vorstadt – und auch dort, wo sie nach Schlägereien oder Drogengeschichten manchmal landen: im Jugendgefängnis Gerasdorf. Sie gingen auf diese Burschen zu, mit Neugier. Sie ließen sie reden, hörten ihnen zu. Und erzeugten damit bei den Zuschauern alles, was es in der menschlichen Gefühlsskala gibt: Kopfschütteln, Wundern, Mitleid, Abscheu, Verständnis, totales Unverständnis.

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  • 552 Wörter

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.05.2017)

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