22.05.2013 09:56 Merkliste 0

Rosa und Max brauchen einen Vater. Medina und Mohammed nicht?

SIBYLLE HAMANN (Die Presse)

Die einen Männer versucht der Staat zu Papa-Monaten zu überreden. Die anderen schafft er mit Gewalt von seinen Kindern fort. Absurd? Nein, ganz normal in Österreich.

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Es sind sich ja heutzutage fast alle einig, wenn es um Väter geht. Auf der linken Seite betont man, wie wichtig es ist, dass Väter gleichberechtigte Partner sind. Den Konservativen geht es eher um die Komplettheit der traditionellen Kernfamilie und darum, dass Kinder ein männliches Rollenvorbild haben.

So oder so – jenseits ihrer unterschiedlichen Gesellschaftsvisionen können die allermeisten Menschen einen Grundsatz unterschreiben: Es ist gut für ein Kind, wenn es einen Vater hat, der Verantwortung übernimmt. Der schon zum Baby eine innige Beziehung aufbaut, anwesend ist, Zeit hat, und zum Trösten da ist, wenn es sich das Knie aufschlägt. Neuerdings wird das sogar aus Kinderperspektive formuliert – als „Menschenrecht des Kindes auf zwei Elternteile“.

Väter, die für diese Rolle bereit sind, gibt es immer mehr. Sie werden vom Staat ermuntert und anerkannt, geschützt und gefördert, vom Familienminister, von der Frauenministerin. Solche Väter gelten als Vorbilder. Und schließlich ist Österreich ein Familienland.

Aber dann gibt es Väter wie Akhmed Adzhiakhmayev, 46 Jahre alt. Der hat zwei Kinder, Medina und Mohammed, acht und neun Jahre alt. Beide Kinder sind in Österreich geboren, beide gehen hier in die Schule. Eine traditionelle Familie mit anwesendem Vater, der für die Kinder da ist. Doch dieser Vater wird demnächst weg sein, für immer.

Nicht etwa, dass er sich eine jüngere Frau anlacht, die Familie sitzen lässt, durchbrennt, weil ihm alles zu anstrengend geworden ist, oder weil er ein bisschen Abwechslung im Leben braucht. Nein, er wird von Staats wegen außer Landes gewiesen. Per Abschiebebescheid, nach Dagestan. An einen Ort, wohin er den Rest der Familie nicht einmal mitnehmen könnte, wenn er wollte, denn Frau und Kinder sind gar nicht aus Dagestan.

Ein Einzelfall? Aber nein, so etwas geschieht im Familienland Österreich alle Tage. Vergangene Woche zum Beispiel, in Graz: Kelly Osaro Osaghe lebte hier seit acht Jahren, unbescholten. Er arbeitet, hat Deutsch gelernt, sein Antrag auf humanitären Aufenthalt läuft noch, seine Frau erwartet ein Kind. Dennoch wurde er vergangene Woche abgeschoben. Am Montag hat ihn die Fremdenpolizei abgeholt, am Mittwoch schon wurde er ins Flugzeug gesetzt, ab nach Nigeria. Er wird nicht dabei sein, wenn sein Kind geboren wird, die Mutter wird auf seine Unterstützung verzichten müssen, das Kind wird ohne Vater aufwachsen. Weil der Staat Österreich das für richtig hält.

Was unterscheidet Medina und Mohammed und das noch ungeborene Grazer Baby eigentlich von allen anderen Kindern, von Rosa und Jakob? Die innige Beziehung vom Säuglingsalter an, die gleichberechtigte Elternschaft, das männliche Rollenvorbild – was bei den Rosas und Jakobs hierzulande für unabdingbar wichtig gehalten wird, ist für Mohammed und Medina und das Grazer Baby offenbar völlig irrelevant.

Der Staat wendet viel Geld und Energie auf, um Rosas und Jakobs Väter zu mehr Anwesenheit zu überreden, mit Papa-Monaten, Väterkarenz und finanziellen Anreizen, mit Kampagnen und Appellen. Andere Väter wären eh schon da. Aber da wendet der Staat viel Geld und Energie auf, um sie, gegen ihren Willen, gegen den Willen der Mütter, mit aller Kraft von ihren Kindern zu trennen.

Verstehe das, wer will.


Reaktionen senden Sie bitte direkt an: debatte@diepresse.com


Sibylle Hamann
ist Journalistin in Wien. Soeben ist ihr neues Buch, „Saubere Dienste“, im Residenz Verlag erschienen. Ihre Website: www.sibyllehamann.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.03.2012)

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28 Kommentare
 
12
Gast: freund?
25.03.2012 14:58
4 0

schau, billie, du lebst doch eh allein,



und verdienst dein geld quasi en passant.

nimmst den mohammed und seine schwester auf, und ernährst und erziehst sie, dann TUST du was, ned nur schrifterln .

hmmm ?

ah ,nein, da gibt es TAUSEND gründe dagegen !

quod erat demonstrandum.

Re: schau, billie, du lebst doch eh allein,

Und wo ist dann der Vater?

Was für ein Unsinn.

Re: Re: schau, billie, du lebst doch eh allein,

na ja..der lesbische vater war möglicherweise gemeint

Re: Re: Re: schau, billie, du lebst doch eh allein,

ich weiss nicht, ob Sibylle Haman lesbisch ist, sie hat es mir nicht erzählt, und es geht mich auch nichts an.
Ich weiss lediglich, dass sie Mutter 2er Kinder ist.
Nicht, dass ich etwas gegen lesbische Frauen habe - aber was genau wollen Sie sagen?
Weil sie sich für eine weitergehende Emmanzipation einsetzt, muss sie lesbisch sein?
Oder war Ihr Kommentar "witzig" gemeint?
Und was soll ein lesbischer Vater sein?

Würde Sie sich mehr nach Ihrem Namen oder Nick richten und hätten bescheiden geschwiegen, wäre es wohl besser gewesen.

Unmenschen

Es ist interessant zu beobachten, wie sich heute vor allem Linke und Globalisten des NS-Jargons ("widerwärtig", geifernd", "aus Löchern kriechen" etc.) aus dem Dritten Reich bedienen. Dieser Jargon ist gleich nach dem 2. Weltkrieg im "Wörterbuch des Unmenschen" (Sternberger et al.) analysiert worden. Warum das so ist, wäre einer breiteren Diskussion wert. Meine These: Es handelt sich in beiden Fällen, damals und heute, einfach um politischen Oportunismus. Damals war eben der Nationalismus von oben vorgegeben, heute der Internationalismus. Es ist paradox, aber es ist heute die FP, die am wenigsten "unmenschliche" Wörter aus der NS-Zeit zu verwenden scheint.

Hier.....

kriechen wieder die blaeulinge (gaeste) geifernd aus ihren loechern. Die genannten beispiele beziehen sich auf vaeter, welche acht und neun jahre in oesterreich lebten und auf kinder, die hier geboren wurden. Aber das gelesene zu verstehen, duerfte rechte blauschluempfe ueberfordern. Die leben anscheinend nur in der angst, dass sie zuwenig vom sozialen kuchen abbekommen.

Re: Hier.....

man kann nur spekulieren und hoffen, dass die leser der printausgabe anders drauf sind.

jedenfalls ist das publikum der online-presse das widerwärtigste, das man in der ganzen republik antreffen kann. selbst die kronenzeitungsleser können da nicht mithalten.

gratulation an diePresse: graust euch eigentlich nie?

0 6

Re: Re: Hier.....

völlig richtig, stimmt, leider. aber das scheint in den letzten jahren hier eine allgemeine tendenz zu sein. neidisch, kleingeistig, intolerant, zu kurz gekommen :-(

Re: Re: Hier.....

doch es graust
wenn links und rechtsaussen einander an die gurgel fahren

Antworten Antworten Gast: schlÄchter
22.03.2012 08:37
4 0

Re: Re: Hier.....

sg herr oberst!

jetzt muss ich sie vor sich selbts in schutz nehmen: sie als überdurchschnittlich häufiger poster und damit teil des "publikums" der online- presse sind in meinen augen trotz ihrer manchmal mmn "bizarren" ansichten deswegen keineswegs widerwärtig.

ich hoffe es ist ein kleiner trost für sie
;-)

mit poster-solidarischen g
s.


Re: Hier.....

Wenn hier jemand geifert, dann nur Sie.

"Aber das gelesene zu verstehen, duerfte rechte blauschluempfe ueberfordern."

Demnach sind Sie ein rechter Blauschlumpf?

Antworten Gast: GiannidiSalerno
21.03.2012 16:55
4 1

Re: Hier.....

Ich war in meinem Leben, das nun 39 Jahre dauert, genau eine Woche arbeitslos (war auch kein Student). Solche Stücke vom sozialen Kuchen, die Sie meinen, war mir nie vergönnt.

wie üblich: der neidreflex...

die autochtonen sozialschmarotzer im forum haben wieder mal angst, dass ihnen zuwanderer etwas wegnehmen könnten...

Gast: Karenzvater
21.03.2012 11:02
27 1

Max und Mohammed

Ich bin auch dafür, daß die Kinder bei ihrem Vater bleiben sollten. Wenn er sich hier illegal aufhält müssen sie eben mit ihm wieder abreisen. Dass der Vater von Rosa und Jakob legal in Österreich lebt unterscheidet eben Max und Rosa von Mohammed und Medina (soweit deren Vater in Ö illegal ist).
Verstehe das wer will, wieso Frau Hamann das nicht versteht.

Antworten Gast: schlÄchter
21.03.2012 17:34
13 1

Re: Max und Mohammed

sg karenzvater!
in einem weltbild, das dem "edlen wilden" und kulturrelativistischen einheitsmenschen huldigt und zudem von einem menschenrecht auf niederlassungsfreiheit ausgeht, einem grenzenlosen one-world utopismus huldigt sind die von ihnene aufgezeigten unterschiede nicht zu verstehen - und an diesem dogma, dieser lebenslüge darf auch nicht gerüttelt werden-sonst versteht sich frau h. vermutlich selbst nicht mehr...

;-)

jeden mittwoch hier im quergeschrieben nachzulesen

mfg
s.

Gast: mysterium
21.03.2012 08:39
26 1

Die Verantwortung für die Kinder liegt bei den Eltern und nicht beim Staat.

Wer mit seinen Kindern nach Österreich flüchtet bzw. hier Kinder zeugt, muss eben die Konsequenzen tragen. Auch hier liegt die Verantwortung bei den Einzelnen und nicht beim Staat.

Gast: GiannidiSalerno
21.03.2012 08:03
16 1

???

Sie vergleichen Birnen mit Äpfeln, Frau Hamann! Entweder haben Sie das Thema verfehlt oder es fehlten Ihnen schlüssige Argumente für Ihr eigentliches Anliegen. Vielleicht war es aber auch einfach nicht Ihr Tag, als Sie den Artikel verfasst haben...

Gast: Martin_S
20.03.2012 21:27
21 2

Es ist

vollkommen egal, wie "unbescholten" so manche sind, werillegal eingereist ist, hat damit zu rechnen, ausser Landes verwiesen zu werden. Er kann ja seine Kinder mitnehmen - und seine Frau gleich mit!

Antworten Gast: schlÄchter
21.03.2012 08:06
17 1

Re: Es ist

sg herr martin-s!
auf die idee, dass illegale migranten schnell ein kind nur "produzieren" um nicht abgeschoben zu werden, kommt frau h. nicht (ohne das jetzt in den einzelfällen die frau h. anführt den betroffenen unterstellen zu wollen - man müsste die akten der fremdenpolizei kennen).
auch übersieht sie, dass -wie von ihnen dargestellt - väter von kindern mit österr. staatsbürgerschaft l e g a l einen aufenthaltstitel beantragen könnten (familienzusammenführung) und ihnen dieser weg auch nach der baschiebung über österr. botschaften und dipl. vertretungen offensteht.
in ihrem allzu aus den zahllosen quergeschrieben-kommentaren dargelegten bekannten weltbild unterscheidet frau h. wie sooft nicht zwischen illegaler einreise und nichtaufenthaltsberechtigung und legalen möglichkeiten der migration.
das mag verstehen wer will....

mfg
s.

Re: Re: Es ist

ich erinnere mich an Berichte der vorigen Generation, die in den 30iger-Jahren keine Familie begründeten, keine Kinder zeugten, weil ihnen die Zeiten und Verhältnisse zu unsicher waren.
Bei uns sind die Verhältnisse jetzt besser, man kann illegal einreisen, sich dann hier 8 Jahre aufenthalten (unsere Justiz hat was anderes zu tun als die Einhaltung der Gesetze zu regeln) und wird vom sozialen Netz gut versorgt.
Dafür wohl arbeiten die Österreicher und zahlen Steuern, Sozialabgaben, damit diese Gepflogenheiten breit aufrecht erhalten werden können, meinen manche Parteigänger.
Aber in den genannten Fällen soll sich die Wut nicht auf die Betroffenen focussieren, wir hätten in gleicher Lage dasselbe getan, eben Chancen genutzt; und jetzt kann man die Uhren für die Personen nicht zurückdrehen; und die Kinder sind zu 100 % unschuldig. Das korrekte Target für unsere Wut sind unsere Politiker, die solche Verhältnisse über Jahrzehnte ignoriert haben.

Antworten Antworten Antworten Gast: schlÄchter
21.03.2012 13:17
11 1

Re: Re: Re: Es ist

sg hirschmugl!
durchaus bei ihnen, aber einen vater der kinder nur in der egoistischen annahme zeugt selbst sich einen aufenthaltstitel dadurch zu sichern, einer abschiebung zu entgehen - vor dem sollte man (die natürlich unschuldigen kinder) wohl eher schützen.
leider sind das keine einzelfälle, reden sie mit fremdenpolizisten, die von "der front" berichten.
in frau h.s weltbild existieren nur die "guten", selbstlosen, verweifelten ausländer und die egoistischen, vorurteilsbeladenen einheimischen.
selbsthass?
mfg
s.

Re: Re: Re: Re: Es ist

Ist das mit der egoistischen Zeugung nur zum Zwecke des Erwerbs eines Aufenthaltstitels schon nachgewiesen worden?
8 Jahre lang vö*eln, mit seiner festen Partnerin, ganz ohne Egoismus, da passiert schon mal was. Oder hätte er warten sollen, bis zu seiner Unfruchtbarkeit, bis unsere Ämter endlich doch reagieren ?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Pensador
22.03.2012 12:24
1 1

Re: Re: Re: Re: Re:Hirschmugl Es ist

"8 Jahre lang vö*eln, ganz ohne Egoismus", das dürfte so ziemlich seine Hauptbeschäftigung und seine einzige bisherige Leistung für Österreich gewesen sein.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: schlÄchter
21.03.2012 16:35
5 1

Re: Re: Re: Re: Re: Es ist

sg hirschmugl!
weder sie noch ich kenenn den inhalt der fremdenpolizeiakten, die betroffenen selbst.
es ist aber tatsache, dass eben auch solche praktiken zur erlangung eines aufenthaltstitels gibt. im konkreten fall steht dem vater ja immer noch die gesetzliche möglichkeit offen zu seinen aufenthalt legal zu erlangen und dann legal wieder hier einzureisen und einen legalen aufenthalt zu erhalten.
das hat rein gar nichts mit ihrem vorwurf einer (nicht-)reaktion der zuständigen behörden zu tun.

mfg
s.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Es ist

hat dann mit einer Nicht-Reaktion (8 Jahre lang) der Behörden zu tun?
Was so eine Tatsache ist, und für wen was eine Tatsache ist, das ist auch noch nicht genau raus.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: schlÄchter
21.03.2012 18:17
2 1

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Es ist

sg hirschmugl!
ein link zum nachlesen-bezogen zwar auf die BRD, aber auch auf Ö anwendbar:
http://newsv1.orf.at/060506-99222/99224txt_story.html

mfg
s.

 
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