25.05.2012 12:47 | Meine Presse Merkliste 0

Randerscheinung: Und was machen SIE im Sommer?

von Florian Asamer (Die Presse - Schaufenster)

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So, jetzt haben wir den Salat. Das „Schaufenster“ macht ein paar Wochen Pause, und damit ist es unabwendbar: Der Sommer ist da! Was den meisten Menschen offenbar Lebensinhalt und Bestimmung gleichermaßen ist – nämlich der Sommerurlaub, auf den sie das ganze Jahr über ungeduldig hinleben –, setzt mich Jahr für Jahr aufs Neue massiv unter Druck. Ab Februar wollen die Kollegen schon ihre Urlaubspläne abstimmen („Da kann ich unmöglich, da haben wir schon eine Fähre gebucht“), ab Ende Mai kommt kein Gespräch mehr ohne die Frage nach der Feriendestination aus. Natürlich freue ich mich mit allen Bucherinnen und Verplanten von ganzem Herzen.

Trotzdem möchte ich kurz Einblick geben in das Seelenleben eines zum klassischen Urlaub völlig Untalentierten. Zum einen gibt es in mir eine tiefe Sehnsucht nach echter freier Zeit, also leeren Kalenderblättern. Ob dort jetzt ein beruflicher Termin oder die Abflugzeit eines Charterfliegers steht, macht für mich keinen allzu großen Unterschied. Mein angestrebter Zustand ist Alltag minus Verpflichtungen; wenn sich eine Reise ergibt, gerne, wenn nicht, dann eben nicht. Wobei ich prinzipiell eher ungern auswärts übernachte. Außerdem bin ich für Urlaub zu maßlos: Wenn es mir wo wirklich gut gefällt, möchte ich dort gerne für zumindest eine Weile leben, nicht nach maximal zwei Wochen schon wieder zurück. Ja, in Wirklichkeit will ich es das ganze Jahr so schön wie möglich haben, ich kann den Gedanken nur schwer ertragen, es mir nur für eine kurze, eng umschriebene Zeit „gut“ gehen zu lassen. Nach meinem simplen Schema macht das die übrigen Tage automatisch schlechter. Aber lassen wir das, Sie müssen sicher schon längst zu Ihrer Fähre. Einen schönen und erholsamen Sommer! Ich hoffe, wir sehen uns im Herbst.

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