Schlaflos in New York dank Friendly Airlines

Mit eingestellten, abgesagten, verschobenen Flügen muss man im Zeitalter des Massentransports leben. Aber muss man das auch mit Fehlinformationen der Fluglinien?


Es gibt sicher Schlimmeres als 12 Stunden im Flughafen JFK in New York zu verbringen, um 14 Uhr einzuchecken und um 2 Uhr früh den Flughafen wieder mit dem Taxi in Richtung Manhattan zu verlassen. Aber es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, wenn es vermeidbar gewesen wäre.
Stellen Sie sich vor: Seit Samstag letzter Woche war für New York der nächste Sturm, dieses Mal Schneesturm, angesagt. Die Crew des AUA Fluges am Mittwoch dieser Woche dürfte vom Schnee aber derart überrascht gewesen sein, dass sie sich nicht darauf einstellen konnte. Daher kam sie zu spät zum Flughafen. Weil aber auch die Stadt meist davon überrascht ist, dass eine Wettervorhersage doch stimmt, war am Nachmittag das Chaos ausgebrochen und die Fahrt vom Hotel zum Flughafen dauerte für die AUA-Crew dann eben drei Stunden.
Und stellen Sie sich vor: Inzwischen war auch am Flughafen eine schwierige Situation entstanden und der wegen der späten Crew um eine Stunde verschobene Abflug streckte sich mit allen Passagieren an Bord über vier Stunden, um dann doch nicht stattzufinden, weil die zulässige Arbeitszeit der Crew eben verständlicherweise abgelaufen war.
Dagegen war nichts einzuwenden.

Aber stellen Sie vor: Das Bordpersonal der AUA begann Fehlinformationen an die Passagiere beim Verlassen des Flugzeugs auszugeben. Dagegen lässt sich viel einwenden. Man habe am nächsten Tag einen garantierten Flug nach Wien. Wie dies funktionieren sollte, wenn die AUA den Flug von Wien nach New York am Donnerstag streicht, weil sie nie zwei Maschinen in JFK gleichzeitig haben kann, und was denn mit den anderen Passagieren passieren sollte, wollte die AUA-Angestellten nicht beantworten. Man solle sich keine Sorgen machen, der Flug am nächsten Tag sei für die Passagiere des abgebrochenen garantiert. Die Mitarbeiter am Lufthansa-Schalter dürften sich irgendwann in der Nacht mit der AUA-Crew verständigt haben, denn zuerst wurde die „Garantie" bestritten, ein wenig später bestätigt. Es gibt ja wahrlich nichts Lästigeres als Passagiere in der Nacht, die nicht wissen, wo sie bleiben sollen oder wie sie wieder weg kommen. Am nächsten Tag stellte sich bei einem kurzen Anruf bei der AUA Österreich tatsächlich die „Garantie" als erlesene Falschinformation heraus.
Ich aber möchte mir jetzt gar nicht vorstellen, was jene internationalen Passagiere, mit denen ich in drei Stunden Wartezeit auf das Gepäck in JFK eine Art Leidensgemeinschaft eingegangen bin und die noch voll auf die „Garantie" vertraut haben und die Nacht deshalb einfach am Flughafen verbringen wollten, nun von der Friendly Airline denken. Ob das freundliche AUA-Kunden in der Zukunft sein werden, darf bezweifelt werden. Ihr Ärger sowie der Ärger über den ganzen Ablauf wären nicht notwendig gewesen. Und das ist das Ärgerliche.

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