Wir sind Spitze - bei bezahlten freien Arbeitstagen!

In Österreich geistert die Forderung nach einer sechsten gesetzlichen Urlaubswoche durch die politische Diskussion. Laut einer Aufstellung, erschienen vor wenigen Tage im Blog 24/7 Wall Street, hält Österreich in Europa jetzt schon den Spitzenplatz an bezahlten arbeitsfreien Tagen.

Interessant! Die Internetplattform 24/7 Wall Street hat in einer Studie des Center for Economic Policy and Research (CEPR) in Washington Österreich als jenes Land mit den meisten bezahlten freien Tagen (Urlaub und Feiertage), nämlich 35, und sonstigen Vergünstigungen identifiziert. Gleich viel arbeitsfreie Tage hatte bis zum Sparprogramm Portugal, aber dennoch mehr Arbeitsstunden pro Jahr: 1.711 gegenüber 1.598 in Österreich. Allerdings wird betont, dass die Zahl der arbeitsfreien Tage offensichtlich nicht immer einen direkten Einfluss auf die Produktivität eines Landes hat.


Zu diesem Punkt wird der John Schmitt vom CEPR zitiert: Es scheine, dass „bezahlte Urlaube und Feiertage keinen bedeutenden Einfluss auf die makroökonomischen Ergebnisse haben". So hätten Deutschland und Frankreich ungefähr die gleiche Anzahl von jährlichen Arbeitsstunden (1.476 Stunden vs. 1.406 Stunden), aber sehr unterschiedliche Wirtschaftsleistungen, Deutschlands Wirtschaft gehe es gut, Frankreich stecke in einer Rezession. 24/7 Wall Street hat außer den Ergebnissen von CEPR auch noch Statistiken der OECD und des IMF aus 2012 verwendet.

Der Bericht stellt zu Beginn die Situation in Österreich direkt jener in den USA gegenüber: „Österreich, das seinen Arbeitsnehmer die meiste freie Zeit garantiert, hat ein gesetzliches Minimum von 22 bezahlten Urlaubstage und 13 bezahlten Feiertage pro Jahr. Im privaten Sektor der USA erhalten Arbeitnehmer im Durchschnitt 16 bezahlte freie Tage. Einer von vier Arbeitnehmern in den USA erhält nicht einen einzigen bezahlten freien Tag."

Experten, so der Blog, bezweifeln einen generell negativen Effekt der arbeitsfreien Tage auf die Gesamtwirtschaft. Aus der Aufstellung lässt sich ersehen, dass zum Beispiel Italien weniger arbeitsfreie Tage zählt aber mit einer Produktivitätsrate von 46.40 US $ unter jener von Österreich (51.60 US $ pro Stunde) liegt.

Bei Österreich wird die niedrige Arbeitlosenrate vor dem Hintergrund der meisten Vergünstigungen - 22 Werktage als bezahlter Urlaub, 13 Feiertage, Mehrurlaub nach 25 Arbeitsjahren und bei besonderen Arbeitsbedingungen, Sonderzahlungen bei Arbeit an Feiertagen etc. - auf die Lehrlingsprogramme zurück geführt. Dazu heißt es: „Österreich hat seit langem ein Lehrlingsprogramm, das für die meisten Jugendliche Arbeitsplätze zur Verfügung stellt. Allerdings hat die Popularität dieses Programms in den letzten Jahren nachgelassen."

Interessant auch der Ländervergleich arbeitsfreie Tage und Arbeitsstunden pro Jahr:

  • Österreich: 35 Tage, 1.598 Stunden
  • Portugal: 35 Tage, 1.711 Stunden
  • Deutschland: 34 Tage, 1.406 Stunden
  • Spanien: 34 Tage, 1,685 Stunden
  • Frankreich: 31 Tage, 1,476 Stunden
  • Belgien: 30 Tage, 1,577 Stunden
  • Italien: 30 Tage, 1,774 Stunden

Siehe: http://247wallst.com

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