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Aufgeschnappt: Neues von Rot und Schwarz

18.09.2010 | 18:59 |  Von Oliver Pink (Die Presse)

Neues von Rot und Schwarz. Rochade Wehsely/Schieder? Geht Burgstaller nach Wien? Und wie kommt das Häupl-Plakat der ÖVP an?

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Kommt die Regierungsumbildung nach dem 10. Oktober? Und wenn ja, wer nimmt daran teil? Jüngstes Gerücht: Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely soll Gesundheitsministerin werden, ihr Lebensgefährte Andreas Schieder Finanzstadtrat in Wien. Kein Gerücht ist eine andere Lebenspartnerschaftskarriere: Vorige Woche wurde Marion Knapp zur SPÖ-Klubdirektorin im Parlament bestellt. Sie ist die Lebensgefährtin von Josef Cap, (Noch-)Klubchef der SPÖ im Parlament. Manche Genossen sehen ihn bereits als Nachfolger von Peter Kostelka als Volksanwalt.

Aber zurück zur Regierungsumbildung und dabei zum Gesundheitsressort von Alois Stöger, der als sicherer Ablösekandidat gilt: Für diesen Posten wird nämlich auch Gabi Burgstaller gehandelt. Diese ist derzeit (noch) Landeshauptfrau von Salzburg, es gilt allerdings als ausgemacht, dass ihr Stellvertreter David Brenner für diesen Posten aufgebaut wird und bei der nächsten Landtagswahl auch schon SPÖ-Spitzenkandidat sein soll. Der smarte Brenner hat einen großen Fanclub in der SPÖ – und zwar von Salzburg bis Wien.

Auch Josef Ostermayer, derzeit „nur“ Staatssekretär für Medien und Koordination, wird für höhere Weihen gehandelt – Infrastruktur- beziehungsweise Verteidigungsminister –, doch er will nicht. Ist er doch ohnehin jetzt schon de facto roter Vizekanzler ohne Portefeuille, also der einflussreichste Mann in der SPÖ nach Kanzler Werner Faymann.

Sieht man von Michael Häupl ab. Dieser findet sich derzeit bekanntlich – leicht verweht, aber doch ziemlich frisch – auf Wiener ÖVP-Plakaten wieder. Wobei ein ungeschriebenes Gesetz des Polit-Marketings besagt: Bilde niemals den Gegner auf dem eigenen Plakat ab! Allerdings sehen das nicht alle Experten so. „Also ich finde das Plakat gelungen: Alle reden darüber, es hat eine große Diskussion ausgelöst. Und es steckt unzweifelhaft eine Idee dahinter. Und das ist bei Wahlplakaten nicht selbstverständlich“, meint Peter Dirnberger von der Agentur Dirnberger de Felice Grüber („Weg mit dem Speck!“) über das ÖVP-Sujet der Agentur Headquarter. Ein Problem wäre es nur, würde man den Gegner damit bekannter machen. „Aber Häupl kennt eh jeder.“ Politikberater Thomas Hofer widerspricht: „Man darf den Gegner plakatieren – aber nur mit sich selbst. Christine Marek müsste Häupl auf dem Plakat also wegblasen.“

oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.09.2010)

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