21.05.2013 14:06 Merkliste 0

Gleichberechtigung?

von Bettina Steiner (Die Presse)

Die ist erst dann erreicht, wenn Männer für ihre Kinder die Koffer packen können und nicht nachfragen, wo die Handschuhe sind.

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Zum Jahresanfang: Nicht, dass ich annehme, dass es schon 2013 so weit sein wird, aber sicherheitshalber zehn Punkte, an denen Sie erkennen können, dass der Feminismus gesiegt hat:

1. Sie schmeißen eine Faschingsparty und Ihr Sohn verkleidet sich als Fee. Und zwar ohne sich – haha – einen Busen auszustopfen und auf Travestie zu machen. Sondern weil Feen mächtig und cool sind und zaubern können. Und weil Mädchen sich auch als Cowboy verkleiden dürfen, nicht wahr?


2. In Ihrem Bekanntenkreis gibt es weniger Scheidungen. Weil eine typische Dynamik wegfällt: Mann verdient, Frau bleibt beim Baby, Mann verdient mehr, Frau kümmert sich ums zweite Baby, Frau findet, Mann interessiere sich nur für die Arbeit, Mann findet, Frau rede dauernd nur von den Kindern, weshalb er noch länger arbeitet... Kommt es doch zur Trennung, werden die Kinder nicht mehr automatisch den Müttern zugesprochen. Sind ja auch nicht automatisch die Mütter, die sich um die Kinder kümmern.


3. In der Volksschule arbeiten nicht nur Lehrerinnen, sondern auch Lehrer. Im Kindergarten gibt es eine Männerquote.


4. Es gibt genauso viele unfähige Chefinnen wie unfähige Chefs.


5. Sie diskutieren mit Ihrem Partner darüber, ob Sie Ihrem Sohn Aschenputtel, Dornröschen und Co. vorlesen sollen. Zu sexistisch! Alle interessanten Figuren sind weiblich, der Mann wird im Märchen zum Küss-August degradiert.


6. Männer haben aufgehört, an Christkind und Osterhase zu glauben (mein Mann auch!). Sie wissen jetzt, dass Erwachsene die Geschenke besorgen, den Baum schmücken, die Ostereier verstecken – und helfen mit.


7. Männer mit Doppelbelastung. Wir haben eine Bundeskanzlerin. Wir haben außerdem einen Vizekanzler, der zwei kleine Kinder hat und nach einem halben Jahr im Amt wegen Doppelbelastung zurücktritt. Er schreibt einen enttäuschten Essay mit dem Titel „Menschen können nicht alles haben“ und tritt damit eine Debatte über die Vereinbarkeit von Familie und Karriere los.


8. Männer können Koffer packen. Nicht nur für sich selbst, auch für ihre Kinder: Sie wissen, wo die Skischuhe sind und wo man die Schwimmsachen suchen muss, sie vergessen nicht auf das Lieblingskuscheltier und vor allem passen sie auf, dass die Kinder vor der langen Fahrt nicht nur den Nintendo, sondern auch das Aufladegerät dafür mitnehmen. Es gibt nämlich auch noch die Retourfahrt.


9. Frauen verdienen gleich viel wie Männer.


10. Eine Frau repariert ein Fahrrad und keiner reagiert überrascht. Ein Mann bäckt eine Torte und keiner ruft: „So was kannst du?“

bettina.eibel-steiner@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.01.2013)

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3 Kommentare

4. Es gibt genauso viele unfähige Chefinnen wie unfähige Chefs.


hoffentlich nicht. Denn es gibt hunderttausend unfähige Chefs. Das heißt, die Chefinnen bis hunderttausend sind dann auch unfähig. Also alle.

Verschont uns doch mit all dem Genderquatsch.

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zwei Ergänzungsvorschläge

11. Generalverdacht im Einzelfall

Nicht jeder Mann steht mehr unter dem Generalverdacht immer und überall aufgrund hegemonialer Machstrukturen automatisch besser dran zu sein.

12. Unterschiedliche Differenzen

Es werden nicht mehr alle Differenzen auf die eine, ohnedies (sozial) konstruierte und (biologisch) nicht fundierte Differenz hochgerechnet, sodass man auch wieder über andere strukturelle Benachteiligungen sprechen kann, ohne gleich als rektionär zu gelten.

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Gleichmacherei ist keine Gleichberechtigung

Gleichberechtigung bedeutet, dass Mann wie Frau berechtigt ist im Kindergarten oder auf der Autobahnbaustelle zu arbeiten.

Verordnete Frauen- wie Männerquoten sind Zwangsmaßnahmen die nicht auf die Talente und Interessen der Menschen Rücksicht nehmen sondern aufgrund des Geschlechts bevorzugen oder diskriminieren.

Aus der Partypraxis: Töchter lassen sich von der ideologisch verkrampften Mama vielleicht eher dazu bringen sich als Cowboy zu verkleiden (und unterdrücken den Wunsch zur Prinzessin) aber Söhne gehen nicht freiwillig als weibliche Fee aufs Faschings fest - da müssen schon zwangsverordnete Quoten her :)


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    Nein, ich koche nicht mehr, sollen die Kinder Butterbrot essen. Nein, ich fülle das Formular für den Schulskikurs nicht aus. Gerügt wird eh meine Tochter.

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