19.05.2013 04:08 Merkliste 0

Das Geschäft mit der Hundegesundheit

KURT KOTRSCHAL (Die Presse)

Wegen der mörderischen Konkurrenz unter Veterinären werden viele Tierfreunde für dumm verkauft.

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Hunde sind die engsten Tierkumpane des Menschen. Aus jenen Wölfen, mit denen unsere Vorfahren seit über 60.000 Jahren lebten, entstanden vor etwa 16.000 Jahre Hunde. Seitdem sind sie ständige Begleiter aller Menschen dieser Welt. Unter den vielen Rollen, die sie im Verlauf dieser gemeinsamen Geschichte spielten, dominiert heute jene als Sozialkumpan; etwa 700.000 Hunde leben mit nahezu zwei Millionen Österreichern. Die meisten dieser Hunde sind schlicht Freizeitkumpane und Familienmitglieder. Und in vollwertige Sozialpartner investieren Menschen auch materiell, so auch in ihre Hunde.

Dabei verdecken die spotterregenden Brillanthalsbänder und Haute-Couture-Hundemäntelchen den Blick auf jenen Bereich, in den sogar wenig begüterte Hundehalter immer mehr investieren: in die Hightechmedizin. Heute sind de facto alle Behandlungsverfahren, die primär für Menschen entwickelt wurden, von der komplexen Krebstherapie, Physiotherapie und Rehabilitation, den künstlichen Hüftgelenken, komplizierten Operationen etc., auch für Kumpantiere, insbesondere Hunde verfügbar. Schläferte man früher einen Hund bereits aus geringfügigen Gründen ein, so ist man heute geneigt, sich sogar zu verschulden, um die teure Behandlung für den teuren Gefährten zu finanzieren. Mit einer Reihe von Konsequenzen. Lebensdauer und -qualität unserer besten Gefährten verlängern und verbessern zu können ist toll – und vergrößert den Anreiz, eine Gesundheitsversicherung für das Tier abzuschließen. Dies vergrößert aber auch die Gefahr, die finale Entscheidung aus Sicht des Tieres vielleicht zu spät zu treffen. Des einen Leid, des anderen Geschäft. Auch die wunderbarsten Tierärzte leben vom Behandeln kranker Tiere. Bei der mörderischen Konkurrenz vor allem unter jungen Veterinären ist die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Behandlung daher nicht nur vom hippokratischen Eid geleitet.

Beispiel gefällig? Hierzulande gilt es gottlob als unethisch, Kumpantiere prophylaktisch zu kastrieren. Laut Tierschutzgesetz ist dazu eine medizinische Indikation erforderlich, die Bequemlichkeit des Hundebesitzers ist kein hinreichendes Argument. Im Interesse des eigenen Geschäfts ist so eine Indikation rasch gefunden; so reden uns Tierärzte ein, dass diese zumindest bei Hundeweibchen späteren Brustkrebs verhindern würde. Ohne Evidenz übrigens, keine einzige Meta-Studie belegt irgendeinen Zusammenhang. Die Veterinäre befinden sich damit übrigens in seltsamer Allianz mit einer ganzen Riege von Hundetrainerinnen, deren Kontrolldrang sich unter anderm darin manifestiert, dass sie vorzugsweise mit gesetzwidrig kastrierten Rüden unterwegs sind.

Das medizinische Argument pro Kastration hält nicht nur nicht, unser US-Kollege Ben Hart belegt gerade mittels eines umfangreichen Datensatzes, dass die Frühkastrationen für die betroffenen Hunde einen ganzen Rattenschwanz von gesundheitlichen Problemen nach sich ziehen: Sie sind häufiger übergewichtig, krank, inkontinent, haben öfters hormonale und Gelenkprobleme und sterben früher als ihre intakten Artgenossen. Alles klar? Was bleibt, wenn ethische und medizinische Argumente wegfallen?

Richtig, geschäftliche Interessen, beispielsweise eine gute veterinäre Beschäftigungslage, wenn diese Hunde älter werden. Davor sollte man Hunde als unsere engsten Sozialgefährten unter den Tieren eigentlich bewahren.

Kurt Kotrschal ist Zoologe an der Uni Wien und Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle in Grünau.


E-Mails an: debatte@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2012)

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23 Kommentare
Gast: Vet Studentin
29.09.2012 12:47
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Gesundheit im Vordergrund

Also dass dieser Bericht wohl absolut fantasievoll und ohne Recherge geschrieben wurde, ist klar.

Ich arbeite seit Jahren in Tierarztpraxen, Kastrationsprojekten und dergleichen und aus MEINER Erfahrung (also keine Studien usw)
sind der Großteil der unkastrierten Rüden

a) anstrengend umzugehen für BesitzerIn, was zwar kein Grund zur Kastration ist, aber Alltagsleben erschwert, für Tier wie Mensch, und zT auch wirklich zu Überlegungen führt, wie ins Tierheim geben, nicht mehr in die Hundezone gehen, Straßenseite wechseln bei evtl Hundekontakt. sprich Wohlbefinden mindert.

b) im Dauerstress sind irgendwelchen Hündinnen nach zu eifern, ihren Sexualtrieb aber nicht ausleben können

c) leiden öfter unter GastroIntestinal Krankheiten, da sie an allem schlecken, schnuppern und sich somit Keime einfangen.

unkastrierte Hündinnen
a) öfter unter Mammatumoren leiden

b)ich hab noch nie eine Pyometra bei einer kastrierten Hündin gesehen (wie auch) aber genug bei unkastrierten.

c)sie im Alter zur Dauer Läufigkeit neigen, was Nestbauverhalten, hohe Hormonspiegel und Scheingravidität vermehrt, sprich Stress für Körper und Seele, weil dieses Verhalten nicht ausgelebt werden kann.

Und leider wissen VIEL zu wenige, dass alle freilaufende Katzen kastriert sein MÜSSEN!

und es passiert immer wieder, dass Tiere auskommen, ob kastriert oder nicht.


Gast: Nessi4979
25.09.2012 10:16
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Kastration

Ja kastriert werden darf laut Tierschutz nur, wenn eine Notwendigkeit vorliegt. Komisch ist nur, dass alle Tiere, die aus dem Tierschutz kommen mal eben pauschal kastriert worden sind oder sogar mit der Auflage der Kastration vermittelt werden.
Wie passt das zusammen? Machen dann alle Tierheime gemeinsame Sache mit den Tierärzten?

Gast: Tierbesitzer
06.09.2012 14:36
1 0

Der Artikel schmerzt....

Selten so einen dümmlichen Artikel gelesen, der vor lauter Falschaussagen nur so strotzt. Weder ist es in Österreich verboten oder nur durch eine medizinische Indikation erlaubt, seinen Hund kastrieren zu lassen, noch ist es wahr, dass kastrierte Hunde mehr Gelenkprobleme haben oder früher sterben, eher das Gegenteil ist der Fall. Und dass Tierärzte nur Abzocker seien und nichts anderes im Sinn hätten als Kohle zu machen ist wohl auch sehr an den Haaren herbeigezogen. Gerade heutzutage ist die Auswahl groß und es muss ein Tierarzt schon sehr viel an Wissen, an Weiterbildung und an Menschenkenntnis bieten um einen Kunden möglichst lange an sich zu binden. Nur schnell Kohle machen spielts da nicht mehr...

Gast: Thomas Kack
27.08.2012 19:13
1 2

Haustierhaltung

in der Form wie sie in Wien betrieben wird, halte ich für asozial, tierquälerisch und spätrömisch dekadent!

Diese Schwäche des Städters für romantische Tierverliebtheit und für den Hund als Tröster für Alles bringt der Tierindustrie Milliardengewinne.

Und so schnauft der kanadische Hirtenhund durch Ottakring bei 36 Grad plus und der nachfolgende Passant steigt in den noch dampfenden Haufen der Qualzucht.

Ja, ich bin ein Hundehasser und ich bin stolz drauf!


Gast: swet100
24.08.2012 22:16
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leider nicht kastriert

Aus Eitelkeit habe ich 2 Hündinnen nicht kastriert (Gordon Setter, Epagneul bleu Picard)weil deren Fell nach der Kastration stumpf und wuschelig wird. Beide haben mit 8 Jahren einen Adenozellkarzinom bekommen, einen bösartigen Mammatumor. Den vielen Hündinnen die wegen eitriger Gebärmutterentzündungen schwer krank werden und dann als Notoperation kastriert werden, könnte man auch viel ersparen.

Evolution?

"Aus jenen Wölfen, mit denen unsere Vorfahren seit über 60.000 Jahren lebten, entstanden vor etwa 16.000 Jahre Hunde. "

Erstaunlich, wie alt diese Tiere werden.

Gast: Moonlight
24.08.2012 11:10
0 0

Gebe ihm völlig recht

Kein Thema, Katzen sollten als Freigänger kastriert werden um unkontrollierte Vermehrung zu vermeiden. Bei Hunden sehe ich das anders und irgendwelche vorgeschobenen Argumente, nur weil man es als lästig empfindet das die Hündin 2x im Jahr läufig wird, als Grund für eine Kastration zu nehmen, finde ich moralisch verwerflich. Wer mit der Natur der Hunde nicht leben kann, sich nicht die Mühe machen möchte auf seine Tiere zu achten und sie zu erziehen, der sollte sich besser ein Stofftier kaufen.
Und Ärzte die auf Biegen und Brechen eine Kastration und irgendwelches Fertigfutter verkaufen wollen, werden von mir nicht weiter konsultiert.
Es gibt noch genügend Ärzte bei denen das Wohl des Tieres und nicht das eigenen Portemonaie im Vordergrund steht.

Antworten Gast: Helenitsa
25.08.2012 07:47
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Re: Gebe ihm völlig recht

Also ich habe in meiner Zeit in einer Wiener Tierklinik so viele eitrige Gebärmutterentzündungen bei Hündinnen gesehen, dass ich wirklich guten Gewissens empfehlen kann, Hündinnen immer zu kastrieren. Auch die Läufigkeit bedeutet auch nicht NUR für den Besitzer Stress. Was das Krebsrisiko betrifft: wenn es keine Evidenz gibt, dass das Risiko durch eine frühe Kastration gesenkt wird (was übrigens auch unter Tierärzten kontrovers diskutiert wird), dann möcht ich bitte die Evidenz sehen, dass kastrierte Tiere achso krank sind.

Gast: da Vet noch einmal
23.08.2012 21:24
1 2

Kurt Kotrschal: Sommerkabarettist, hitzedement oder bereits altersdebil?

Als ehemaliger „Wissenschaftler des Jahres“ sollte man annehmen, dass er weiß, wo die Grenzen seiner Kompetenzen liegen.
In diesem Artikel zeigt sich nun leider nur seine vollkommene Ahnungslosigkeit!
Nicht nur, dass die Kolumne inhaltlich untragbar ist, sondern er hat selbst als Mitglied des Österr. Tierschutzrates nicht mal den blassesten Schimmer vom Österr. Tierschutzgesetz.

Interessant wäre in diesem Zusammenhang, mit welcher Begründung seine Wölfe in Ernstbrunn (Wolf Science Centre) kastriert wurden?
Oder gelten seine Thesen nicht für seine Zirkustiere….- vielleicht erleuchtet uns Kotrschal mal darüber in seiner Kolumne, aber das ist wohl eine andere Geschichte……

Fleischacker sollte sich ernsthaft überlegen, ob er als Kolumnist noch tragbar ist!

Gast: Beagletreff
23.08.2012 16:14
0 1

Bitte um Erklärung

Die finale Aussage dieses "Gesamtwerkes" entgeht mir leider völlig.
Klang für mich eher nach einer politischen Rede, viel Gerede wenig Inhalt und schon gar kein Ergebnis.

Aber den Satz: "Die Veterinäre befinden sich damit übrigens in seltsamer Allianz mit einer ganzen Riege von Hundetrainerinnen, deren Kontrolldrang sich unter anderm darin manifestiert, dass sie vorzugsweise mit gesetzwidrig kastrierten Rüden unterwegs sind." hätte ich doch sehr gerne erklärt bekommen!

Und: "...dass die Frühkastrationen für die betroffenen Hunde einen ganzen Rattenschwanz von gesundheitlichen Problemen nach sich ziehen: Sie sind häufiger übergewichtig, krank, inkontinent, haben öfters hormonale und Gelenkprobleme und sterben früher als ihre intakten Artgenossen. Alles klar?"

Nix ist klar, also ist Fakt das jeder Kastrierte Rüde bzw. jede Sterilisierte Hündin zwangsläufig all diese Probleme haben werden.
Ich bitte Sie wo bleibt da objektive Berichterstattung?

In Deutschland werden solche "Berichte" gerne in einer "Tageszeitung" mit 4 Buchstaben gedruckt.

Gast: Sheena
23.08.2012 14:42
1 1

Was will Herr Kotrschal eigentlich sagen?

Dass Kastration unethisch sei oder dass Tierärzte gefälligst umsonst arbeiten sollen?

Der Satz "Richtig, geschäftliche Interessen, beispielsweise eine gute veterinäre Beschäftigungslage, wenn diese Hunde älter werden. Davor sollte man Hunde als unsere engsten Sozialgefährten unter den Tieren eigentlich bewahren." ist doch ein Widerspruch in sich! Wenn man die Hündinnen kastriert, damit sie später KEINE Mammatumore (oder Pyometra) bekommen, dann will man nur Geschäft machen. Kastriert man sie nicht und sie werden alt und bekommen ev. o.g. gesundheitliche Probleme, dann soll man sie auch nicht behandeln, weil man damit ja Geld verdient? Also was nun? Bewahrt die Hund vor den bösen, geldgierigen Tierärzen!!!

Da kann ich nur den Kopf schütteln...

Gast: ein Vet
23.08.2012 14:41
0 2

Kurt Kotrschal ist Zoologe ...

... und hat offensichtlich von der Veterinärmedizin keine Ahnung. Ansonsten müsste man annehmen er wir alterssenil.....

Gast: Sheena
23.08.2012 14:41
1 1

Was will Herr Kotrschal eigentlich sagen?

Dass Kastration unethisch sei oder dass Tierärzte gefälligst umsonst arbeiten sollen?

Der Satz "Richtig, geschäftliche Interessen, beispielsweise eine gute veterinäre Beschäftigungslage, wenn diese Hunde älter werden. Davor sollte man Hunde als unsere engsten Sozialgefährten unter den Tieren eigentlich bewahren." ist doch ein Widerspruch in sich! Wenn man die Hündinnen kastriert, damit sie später KEINE Mammatumore (oder Pyometra) bekommen, dann will man nur Geschäft machen. Kastriert man sie nicht und sie werden alt und bekommen ev. o.g. gesundheitliche Probleme, dann soll man sie auch nicht behandeln, weil man damit ja Geld verdient? Also was nun? Bewahrt die Hund vor den bösen, geldgierigen Tierärzen!!!

Da kann ich nur den Kopf schütteln...

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Guter Diskussionsansatz!

Keine Frage, dass "Überbehandlung" von Tieren und besonders von Hunden und Katzen zu beobachten ist.
Es wird, und das muss man sich einmal wirklich vor Augen halten, mehr Geld für Heimtiernahrunng ausgegeben als für Medikamente. Und damit keine Mißveständnisse aufkommen, sei gesagt, dass es sich nicht um diie Rezeptgebühren handelt, sondern der Arnzeimittelumsatz liegt hinter den Tiernahrungsmitteln! So viel zu den Dimensionen um die es hier geht. Es handelt sich also um einen großen Markt.
Und heute ist es in der 1. Welt so, dass die Nächstenliebe zu den Artgenossen hinter der Liebe zu den Heimtieren zurückbleibt. Niemand will Heimtiere leiden lassen und auch Prof. Kotrschal ganz bestimmt nicht. Mehr als jeder andere, weiß Prof. Kotrschal um die natürlichen Bedürfnisse unserer Heimtiere und um die abnormen Bedigungen unter denen diese Tiere teilweise gehalten werden. Ich habe meiner Katze eitrige Fangzähne gezogen, aber es würde mir nicht im Traum einfallen ihr eine Hüftgelenksprothese einsetzen zu lassen oder eine beinamputierte Katze 2 (!) Jahre, auch das durfte ich erleben, zu pflegen. Aber das war sicher auch ein gutes Geschäft für den Tierarzt. Ein besserers jedenfalls als das Tier einzuschläfern und das wird wohl noch erlaubt sein, oder?
Keine Frage, dasss heute mehr als jemals zuvor machbar ist, aber man sollte dabei nicht die eigenen Artgenossen und die monetären Resourcen außer acht lassen. Demnächst kommt die Gratiskrankenversicherung für Hunde!

Re: Guter Diskussionsansatz!

Wieviele Beine wurden dieser Katze amputiert? Die mir bekannten beinamputierten Mietzen, denen 1 Bein fehlt, bedürfen keiner besonderen Pflege...

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Re: Re: Guter Diskussionsansatz!

Sie sollten sich angewöhnen sinnverstehenhd zu lesen. Dies erspart Ihnen dumme Fragen.

Re: Re: Re: Guter Diskussionsansatz!

Sorry, aber diese Frage ist berechtigt. Ich habe mir Ihr Posting jetzt extra 2x durchgelesen und es steht da wirklich nirgendwo, wieso die beinamputierte Katze gepflegt werden muss.

Das wäre aber wichtig, denn wie Helenitsa richtig sagt, benötigt eine beinamputierte Katze (bzw. ein beinamputierter Hund) keine besondere Pflege, weil sie gut mit dem fehlenden Bein zurechtkommen.

Eine Beinamputation wäre kein Grund für eine Euthanasie, Blindheit, Epilepsie, Ataxie ebenfalls nicht. Das sind alles keine lebensbedrohlichen Krankheiten und gut behandelbar bzw. Behinderungen, mit denen die Tiere gut zurechtkommen.

Euthanasie ist nur dann zu rechtfertigen, wenn es keine Behandlungsmöglichkeiten gibt, die Krankheit austherapiert ist und die Lebensqualität des Tieres schlecht ist und mit Palliativmedizin nicht mehr verbesserbar ist.

Alles andere ist nur Bequemlichkeit des Besitzers bzw. er scheut die Kosten der Behandlung. Das ist aber der falsche Grund für eine Euthanasie. Wer sich den Tierarzt nicht leisten kann, sollte sich kein Tier anschaffen. Wer zu faul ist, sich um sein krankes Tier zu kümmern, der erst recht nicht.

Si tacuisses...

"ist die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Behandlung daher nicht nur vom hippokratischen Eid geleitet."
den gibt es nicht. man schwört auf die universität.

"Auch die wunderbarsten Tierärzte leben vom Behandeln kranker Tiere."
Muss ich jetzt schlecht schlafen? Tierärztekammer, Staat und Versicherungen leben auch nicht von Luft und Laune und das die Billaverkäuferin ihre Semmeln aus Liebe zum Verkaufen hergibt, hab ih auch noch nicht gehört!

"Hierzulande gilt es gottlob als unethisch, Kumpantiere prophylaktisch zu kastrieren. Laut Tierschutzgesetz ist dazu eine medizinische Indikation erforderlich, die Bequemlichkeit des Hundebesitzers ist kein hinreichendes Argument."
Blödsinn! Die Kastration ist bei freilaufenden Katzen sogar Plicht!

Bitte VORHER informieren, dann schreiben!

Re: Si tacuisses...

und danke für das rote stricherl.

Gast: Tierschützer
22.08.2012 17:43
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Tierschutzgesetz

Es ist mir unklar, wie Herr Kotrschal auf die Idee kommt, dass eine Kastration ohne medizinische Indikation nach Tierschutzgesetz verboten sein soll.

Im Tierschutzgesetz Fassung vom 22.08.2012 Paragraph 7 (Verbot von Eingriffen an Tieren) steht:

„Eingriffe, die nicht therapeutischen oder diagnostischen Zielen oder der fachgerechten Kennzeichnung von Tieren in Übereinstimmung mit den anwendbaren Rechtsvorschriften dienen, sind verboten“

Gefolgt von Punkt 2: „Ausnahmen von diesen Verboten sind nur gestattet 1. zur Verhütung der Fortpflanzung…“

Nach meiner (Laien-) Interpretation bedeutet dies doch, dass Kastration nicht unter dieses Verbot fällt.

http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20003541

Re: Tierschutzgesetz

Was Herr Kotrschal vermutlich meint ist, dass bei Hunden die unerwünschte Fortpflanzung recht leicht zu verhindern ist. Ein Hund hält sich normalerweise in der Umgebung seines Halters auf und streunt nicht alleine herum. Somit hat der Mensch Einfluss auf sein Verhalten. Ist der Hund gut erzogen, hört er auf die Kommandos seines Halters und kommt, wenn er gerufen wird.

Folglich sieht Herr Kotrschal die Kastration von Hunden als unnötig an und meint, dass Hundehalter, die kastrieren, nur zu faul sind, um ihre Hunde richtig zu erziehen bzw. sich mit ihnen zu beschäftigen.

Ist nicht meine Meinung, aber bitte.

Bei Katzen sieht die Sache sowieso ganz anders aus. Hauskatzen unkastriert zu lassen, ist einfach nicht möglich und bei Freigängern gibt es sowieso die Kastrationspflicht.

Re: Tierschutzgesetz

vollkommen richtig.

Re: Re: Tierschutzgesetz

und noch ein rotes stricherl :-)!!

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