Automobilindustrie

"In den nächsten zehn Jahren wird sich mehr verändern als in den 100 Jahren zuvor"

Der Wiener Autoimporteur Denzel hat 2016 ein Rekordjahr hingelegt und sieht sich auch heuer voll in Fahrt. Denzel-Chef Gregor Strassl wagt auch einen Blick in die Zukunft.

DENZEL mit ausgezeichneter Bilanz 2013
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DENZEL mit ausgezeichneter Bilanz 2013
Denzel-Chef Gregor Strassl freut sich über die Bilanz 2016 – (c) DENZEL (DENZEL)

Der Umsatz legte im Vorjahr um zwölf Prozent auf 743 Mio. Euro zu, beim Vorsteuerergebnis gab es mit 17,4 Mio. Euro einen neuen Rekordwert (2015: 14,4 Mio. Euro). Das Eigenkapital erhöhte sich von 128,9 auf 143,9 Mio. Euro.

Damit sei genug Geld für weitere Investitionen vorhanden, so Vorstandssprecher Gregor Strassl. In den ersten vier Monaten des heurigen Jahres habe der Umsatz bereits um acht Prozent zulegen können. Trotz guter Geschäfte sei aber Vorsicht geboten, denn die Branche stehe vor einem "signifikanten Wandel in den nächsten Jahren".

Zukunftsantriebe

"Wir werden in den nächsten zehn Jahren mehr Veränderung erleben als in den 100 Jahren zuvor", so Strassl am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. Er sieht drei große Strömungen: Das Nebeneinander verschiedener Antriebssysteme (Fossil, Elektro, Hybrid, Gas, Wasserstoff), das autonome Fahren (zuerst auf Autobahnen, dann in Städten) und die Vernetzung der Fahrzeuge (Stichwort Internet der Dinge, Industrie 4.0).

Österreichs größter privat geführter Autoimporteur

Denzel ist nicht nur Österreichs größter privat geführter Autoimporteur, das Unternehmen ist auch Immobilienentwickler und Bank. Und auch hier sei es im Vorjahr sehr gut gelaufen. Das Volumen der neu abgeschlossenen Finanzierungen konnte um 15 Prozent auf den Rekordwert von 119 Mio. Euro gesteigert werden. Im Kerngeschäft "Kfz-Finanzierungen" wurde eine Steigerung von 17,5 Prozent erreicht. Ende des Vorjahres hatte die Denzel Bank 39.906 Kunden mit Spareinlagen von 218,3 Mio. Euro.

Im automotiven Sektor ist Denzel auch durch den Zukauf des BMW-Händlers Zitta mit seinen vier Standorten in Wien Oberlaa, Perchtoldsdorf, Wiener Neustadt und Bruckneudorf gewachsen. Weiters wurde die Vector Software GmbH übernommen, die IT-Lösungen für Kfz-Händler anbietet. Aufgrund der beiden Firmenakquisitionen vergrößert sich die Anzahl der Standorte von 14 auf 18, der Mitarbeiterstand erhöhte sich um rund 270 Arbeitnehmer auf 1.064.

Besondere Freude bereiteten die beiden Marken Mitsubishi und Hyundai. "Hyundai konnte mit 16.763 Zulassungen abschließen und ist mit einem Marktanteil von 5,1 Prozent einmal mehr die erfolgreichste asiatische Automarke in Österreich", so Vorstandsmitglied Hansjörg Mayr. Er betonte, dass sämtliche Autos dieser südkoreanischen Marke in Europa entwickelt und gebaut werden. Insgesamt vertreibt Denzel 19 verschiedene Automarken, davon wurden im Vorjahr 41.000 Neufahrzeuge verkauft.

Und auch mit dem Reifengeschäft ist Mayr zufrieden. 350.000 Stück davon wurden im Vorjahr verkauft, wobei hier Denzel auf eine Dreimarkenstrategie setzt: Preisgünstige chinesische Sailun (insbesondere für den Gebrauchtwagenmarkt), türkische Lassa im mittleren Preissegment und die Premiummarke Bridgestone.

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