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Pfarrer geht und wirft Papst „Zynismus“ vor

03.09.2012 | 18:09 |   (Die Presse)

Nach seinem Rücktritt erhebt der Ex-Pfarrer von Dornbirn-Haselstauden Vorwürfe gegen Rom. Ronald Waibel habe besonders getroffen, dass der Papst das Gespräch mit der Pfarrerinitiative verweigere.

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Dornbirn/Duö. „Ich musste eine Entscheidung treffen und diesmal habe ich mich für mich entschieden.“ Ronald Waibel, der am Wochenende ankündigte, von seiner Funktion als Pfarrer in Dornbirn-Haselstauden zurückzutreten, hat lange über seine Entscheidung nachgedacht. Letztlich habe er gespürt, so Waibel zur „Presse“, „dass die Linie, die die römisch-katholische Kirche verfolgt, mir mein Arbeiten erschwert“.

Waibel habe besonders getroffen, dass der Papst das Gespräch mit der Pfarrerinitiative (deren Mitglied er war und die zu Ungehorsam gegenüber Rom aufgerufen hatte) verweigere: „Es ist Zynismus zu sagen, das soll auf Ebene der Ortskirche geregelt werden, aber die Anliegen betreffen die Weltkirche – der Zölibat zum Beispiel.“

Der 54-Jährige, der vor 27 Jahren zum Priester geweiht wurde, sei auch enttäuscht, dass Vorarlberg immer noch keinen Bischof hat. Vergangenen November hatte Bischof Elmar Fischer aus Altersgründen um seinen Rücktritt angesucht. Waibel: „Wenn man eine Diözese ein Jahr lang im Ungewissen lässt, dann ist das eine Herabwürdigung des Bischofsamtes. Wäre es wichtig, hätten wir schon einen Bischof.“

Er hoffe nicht, dass seine Entscheidung Schule mache, obwohl „ich weiß, dass viele unter denselben Gründen leiden wie ich“. Sobald der neue Bischof sein Amt angetreten habe, werde Waibel mit ihm über sein Ausscheiden sprechen (z. B. durch Suspendierung). Ab nächstem Jahr wolle er eine Ausbildung zum Alten- und Krankenpfleger machen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2012)

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28 Kommentare
 
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Gast: bergziege
05.09.2012 18:28
0 0

Ein lesenswertes Buch zu diesem Thema:

Carmelo Abbate

SEX und der VATIKAN
ein Bericht über die verborgenen Seiten der Kirche

Auf Deutsch gibt es dieses Buch seit Juni 2012
bei GOLDMANN


Gast: mens sana
04.09.2012 14:03
0 4

Der Mann ist für die Kirche kein grosser Verlust.

Ein Priester, der nicht das Evangelium verkündet, wird an seinen Selbstwidersprüchen zwangsläufig scheitern. Das ist tragisch, aber es ist in dieser Situation wohl wirklich besser, wenn er sein Amt verlässt als wenn er weitermacht. Denn ganz offnsichtlich vertritt er (wie die Pfarrerinitiative in ihrer Gesamtheit) nicht mehrden Glauben der Kirche.

Hoffentlich bekehrt er sich noch.

Antworten Gast: phj
04.09.2012 17:16
6 0

Re: Der Mann ist für die Kirche kein grosser Verlust.


Mens sana in corpore sano
„ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“

Diese Eigenschaft hat Ronald Waibel.

Hoffentlich kämpft er für seine Idee weiter.
( Pfarrerinitiative )

Endlich einer, der sich nicht mehr alles gefallen läßt.

Re: Re: Der Mann ist für die Kirche kein grosser Verlust.

Vermutlich spießt es sich mit der Bischofsnachfolge in Vorarlberg, weil der Papst noch keinen wirklich genug linientreuen und erzreaktionären "Neuen" gefunden hat, dem er die aufmüpfige österreichische Schafherde anvertrauen kann! Im konkreten Fall des rücktrittswilligen Pfarrers muß sich wohl im Laufe der Zeit allerlei Frust angestaut haben, ehe er sich zu diesem spektakulären Schritt entswchlossen hat...

Jesus würde mit dem jetzigen Papst Schlitten fahren

Stünde Jesus in persona vor dem Papst, würde er Benedikt aufs schärfste zurechtweisen. Es würde wohl nicht viel bringen, denn der Papst und das restliche Personal des Vatikans sind heute in der Position in der die Pharisäer damals waren. Genauso wie die Pharisäer damals würde auch der Papst nicht erkennen, dass der Sohn Gottes vor ihm steht und ihn wohl, wenn er könnte, kreuzigen lassen. Denn wer es wagt die Unfehlbarkeit des Papstes anzuzweifeln....

Es ist immer wieder interessant, dass noch immer so viel die Strategien der Kirchenführung nicht durchschauen
1) Verteufle alles, was dir nicht in den Kram passt
2) Hinterfrage niemals deine eigene Unfehlbarkeit, es könnte ein böses Erwachen geben
3) Wenn zu viel Widerstand entgegenkommt, schweige und sitze ihn aus
4) (heute nicht mehr durchführbar) beseitige denjenigen, der Dir wirklich Schwierigkeiten bereitet (Inquisition)

Ronald Waibel hat jedenfalls meinen Respekt.

0 7

Wenigstens ist er konsequent...

...denn die Pfarrerinitiativr teilt kaum fundamentale katholische Ansichten. Aber ich versteh nicht, warum er nicht einfach Pastor wird?

Gast: Störrisch...
04.09.2012 12:01
6 0

Meinen Respekt hat er...

...es gibt viel zu wenige, die nach dem bla bla auch dementsprechend handeln.

Alles Gute und viel Erfolg für den Mann!

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Reisende

soll man ziehen lassen.

Also warum soviel Aufhebens wegen eines Fahnenflüchtigen?

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Der Mann hat freiwillig Gelübde abgelegt

u.a. auf Gehorsam und den Zölibat. Dafür die Kirche vulgo Papst dafür verantwortlich zu machen ist schon sehr eigenartig. Auch ich halte den Zölibat nicht vertretbar, weil ja auch die Apostel teilweise verheiratet waren. Aber deswegen das Priesteramt zurückzulegen ist wahrlich keine Heldentat. Christus war ein Revolutionär - aber einer, der stets demutsvoll "Dein Wille geschehe" bis zur Kreuzigung vorlebte. Weil der Papst nicht jene, die vorsätzlich ihr Gelübde brechen, zum Gespräch einlädt, tritt man als Pfarrer zurück. Gut so, derartige "Vorbilder" braucht die Kirche wirklich nicht.

Re: Der Mann hat freiwillig Gelübde abgelegt

"Dein Wille geschehe" bezog sich aber auf Gott, nicht auf irgendeinen Stellvertreter, der sich für unfehlbar hielt.

3 14

Re: Der Mann hat freiwillig Gelübde abgelegt

Eigentlich ein schönes Posting, doch eines möchte ich zu Denken geben.
Das Argument, die Apostel wären teilweise verheirartet gewesen greift etwas zu kurz. Jesus ist der eigentliche Hohepriester, und der war unverheiratet. Spekulationen, Maria Magdalena hätte ein Verhältnis mit Jesus gehabt sind eher lächerlich. MM war wahrscheinlich in der Generation Jesu Mutter.

Antworten Antworten Gast: Störrisch...
04.09.2012 11:59
4 1

Wissen wäre schöner...

...als Glauben Zitat von Ihnen: Jesus ist der eigentliche Hohepriester, und der war unverheiratet. Spekulationen, Maria Magdalena hätte ein Verhältnis mit Jesus gehabt sind eher lächerlich. MM war wahrscheinlich in der Generation Jesu Mutter"

Waren Sie dabei, kannten Sie die Betroffenen? Ach so, Sie GLAUBEN nur was anderes....

Antworten Gast: Putare
04.09.2012 09:05
10 4

Re: Der Mann hat freiwillig Gelübde abgelegt


Ich kann Ihrer Meinung leider absolut nicht (mehr) zustimmen.

Wollen Sie in einigen Jahren eine Kirche, die nur mehr aus Priestern besteht? Unter Kirche verstehe ich etwas lebendiges, das FÜR den Menschen und nicht für Regeln da ist.

Der Herr Pfarrer war 27 Jahre lang seelsorglich im Amt und überlegt seit einem halben Jahr, was er tun soll.

Er tritt ja "nur" als Priester zurück und nicht aus der Kirche aus! Er hatt seinen Rücktritt auch demutsvoll und mit Würde bekannt gegeben.

Dieser ehrwürdige Mann ist ein absolutes Vorbild für mich, auch Jesus hat sich vom Judentum verabschiedet und eine Weltreligion gegründet.

auch Jesus hat sich vom Judentum verabschiedet und eine Weltreligion gegründet.

Das ist nicht richtig.
a) Jesus hat keine Weltreligion gegründet, sondern er war Jude.
b) Jesus hat sich vom Judentum nie verabschiedet.

was ist da oben los,


fährt noch immer kein blitz vom himmel.


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@ „Ronald Waibel habe besonders getroffen, dass der Papst das Gespräch mit der Pfarrerinitiative verweigere.“






dafür parliert man umso mehr mit den Pius-Brüdern …






Re: @ „Ronald Waibel habe besonders getroffen, dass der Papst das Gespräch mit der Pfarrerinitiative verweigere.“

Das ist, wie von Kyniker nicht anders zu erwarten, einen missionarische Falschaussage.

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@ „Er hoffe nicht, dass seine Entscheidung Schule mache, obwohl „ich weiß, dass viele unter denselben Gründen leiden wie ich““






bei Ersterem bin ich mir nicht sicher – bei Letzterem schon…






22 4

@ „Letztlich habe er gespürt, so Waibel zur „Presse“, „dass die Linie, die die römisch-katholische Kirche verfolgt, mir mein Arbeiten erschwert““






mit dieser Erkenntnis ist er nicht der einzige Mitarbeiter der Kirche…






Re: @ „Letztlich habe er gespürt, so Waibel zur „Presse“, „dass die Linie, die die römisch-katholische Kirche verfolgt, mir mein Arbeiten erschwert““

Ist Kyniker denn Mitarbeiter dieser Kirche, das er so etwas behaupten kann, oder arbeitet er nicht eher gegen diese?

Antworten Antworten Gast: pro multis
04.09.2012 12:18
4 1

Re: Re: @ „Letztlich habe er gespürt, so Waibel zur „Presse“, „dass die Linie, die die römisch-katholische Kirche verfolgt, mir mein Arbeiten erschwert““


Es geht nicht nur um die schlechte Stimmung bei den Priestern. Wenn Sie mit den Laien reden ist die Stimmung nicht besser. Da heißt´s dann schon mal mit vorgehaltener Hand:

Durchhalten bis zur Pension und dann trete ich aus!


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Anmerkungen

- Es heißt im Artikel "Vergangenen November hatte Bischof Elmar...Rücktritt angesucht....'Wenn man eine Diözese ein Jahr lang im Ungewissen lässt..'..."
Zeitrechnung! - Auch wenn es schon lange her scheint- Wir haben September: Es ist noch kein Jahr vergangen...
-Lieber ORF: Wenn euch sein Rücktritt eine Meldung in der ZIB am 2.9. wert ist, sagt es ja einiges über euren "Bildungsauftrag" aus. Was "bringt", diese Meldung und "wem "etwas? ---Denienigen die ohnehnin auf die Kirche pfeifen?

Gast: b745
03.09.2012 21:13
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reapekt mein herr


Antworten Gast: blob
03.09.2012 21:38
3 12

Re: reapekt mein herr

Jawohl. Der Mann ist vorbildlich. Hoffentlich folgt die Schüller-Partie bald seinem Beispiel.

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Re: Re: reapekt mein herr

Völlig verkehrt! Es wäre ein Fehler würden Schüller und Co. gehen. Im Gegenteil, er und seine Sympathisanten wollen die Kirche von Innen heraus zu Reformen zwingen, was realistischer Weise unter diesem Papst eher nicht gelingen wird.

 
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