Nach heftigen Protesten haben die Besitzer eines indischen Modegeschäfts mit dem Firmennamen "Hitler" die Umbenennung ihres Ladens angekündigt. "Mein Partner und ich werden uns einen neuen Namen suchen", sagte Geschäftsmann Rajesh Shah am Dienstag. Beide hätten nie die Absicht gehabt, jemanden zu verletzten. Der Streit habe in den letzten Tagen jedoch eine immer größere Dimensionen angenommen und zu vielen Problemen geführt.
Das "Hitler-Geschäft" war im August in der westindischen Großstadt Ahmedabad eröffnet worden. Es bietet Herrenbekleidung wie Hemden und T-Shirts an. Über dem Eingang hatten die Besitzer den Name des Diktators angebracht und den I-Punkt als Hakenkreuz dargestellt. Das Schild werde in spätestens zwei Tagen demontiert, versicherte Shah.
Jüdische Gemeinde protestiert
Neben der jüdischen Gemeinde von Ahmedabad hatten israelische Diplomaten die Umbenennung des Ladens verlangt. Zuletzt habe auch die Stadtverwaltung immer größeren Druck ausgeübt, sagte Shah. Zuvor hatte er beteuert, sein Partner und er hätten ihr Geschäft nach einem Onkel benannt, der wegen seiner Strenge "Hitler" genannt worden sei. Die historische Bedeutung sei ihnen nicht bewusst gewesen.
Auch im Internet formierte sich Protest. Mit Hilfe einer Online-Petition sollen die Behörden dazu gebracht werden, den Ladeninhabern die Verkaufslizenz zu entziehen. "Der Mörder von sechs Millionen Juden darf keinen Platz im Lande Gandhis haben", schreibt einer der Initiatoren. Gujarat ist der Geburtsort des indischen Unabhängigkeitshelden Mahatma Gandhi, der für seinen gewaltlosen Widerstand gegen die Briten verehrt wird.
(Schluss) kra
(APA/dpa)
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