Schwimmen am Markusplatz: Venedig unter Wasser


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Schwere Unwetter belasten die gesamte Region Norditaliens. Die Stadt Venedig mit ihren zahlreichen Kanälen ist für Hochwasser besonders anfällig.

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Schwimmen am Markusplatz: Venedig unter Wasser

Na und ...

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Die „Wasserprobleme“ Venedigs

Nicht der Meeresspiegel ist angestiegen – das ist Unsinn – sondern Venedig versinkt im Meer.

Das ist der eine Grund für die Hochwässer. Der zweite Grund ist die künstliche Veränderung der Lagune durch den Menschen.

Venedig ist bekanntlich auf Pfählen erbaut. Pro Quadratmeter wurden bis zu zwölf Pfähle eingerammt, die, weil sie unter absoluten Luftabschluß im Untergrund liegen, nach Hunderten von Jahren immer noch unversehrt vorhanden sind.

Auf diese Pfähle wurden Holzbalken aufgelegt, die ebenfalls noch vorhanden sind. Auf den Holzbalken wiederum wurden wasserundurchlässige Steine aufgepackt und das so, daß sie selbst beim seinerzeitigen Hochwasser nicht überspült wurden.

Darauf wiederum wurden die Häuser aus ganz gewöhnlichen Ziegelsteinen aufgebaut, die solcherart „auf dem Trockenen“ gebaut wurden.

Die Landwirtschaft in der Poebene hat für die Bewässerung der Kulturen massiv Grundwasser gepumpt und macht das immer noch. Damit sind jedoch die gesamte Poebene und der ihr vorgelagerte Schelf der Adria und damit auch Venedig abgesunken. Seit Beginn des 20. Jh. beträgt diese Niveauänderung mehr als 20 Zentimeter.

Damit aber stehen die oben genannten wasserundurchlässigen Steine nunmehr bei Hochwasser unter Wasser. Mit anderen Worten die Ziegelmauern stehen nunmehr im Wasser und saugen sich bei Hochwasser voll mit allen Folgen für die Bausubstanz.

Fortsetzung folgt:

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Die „Wasserprobleme“ Venedigs

Fortsetzung 1:

In den 1920er Jahren wurde vom Porto di Lido – der größte der drei Zugänge zur Lagune – eine Schiffahrtsrinne zum Industriegebiet Marghera ausgebaggert, um Frachter dorthin laufen zu lassen. Dieser Schiffahrtsrinne wurde in den 1960er Jahren noch weiter eingetieft.

War die Lagune vorher flach und von kleinen Rillen durchzogen, so ist sie jetzt durch die Schiffahrtsrinne völlig offen für Sturmfluten aus der Adria.

Man muß sich das so vorstellen. Füllt man einen 10-Liter-Eimer mit einem Gartenschlauch, wird man einige Zeit brauchen, ihn zu füllen. Macht man dasselbe aber mit einem Feuerwehrschlauch, läuft der Eimer bereits über, bevor man den Schlauch wieder zurückziehen kann.

Der Effekt für Venedig sieht so aus. Brauchte vorher ein Adria-Hochwasser mehr Zeit die Lagune zu füllen, als das Hochwasser andauerte, passierte Venedig gar nichts. Jetzt aber ist die Lagune selbst bei kleinen Adria-Hochwässern sofort voll.

Zu Beginn des 20. Jh. verzeichnet Venedig zwei bis drei „Aqua alta“ pro Jahr, jetzt sind es zwischen 50 und 60 pro Jahr.

Die Lösung, die im Bau ist, lautet, Abschotten der Lagune bei Adria-Hochwasser durch bewegliche Wehre in den drei Zugängen zur Lagune, dem Porto di Lido, dem Porto Malamocco und dem Porto di Chioggia.

Die Technologie für derartige Wehre ist bekannt und erprobt. So gibt es etwa in London an der Themse flußabwärts kurz unterhalb von Greenwich die Thames Barrier.

Fortsetzung folgt:

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Die „Wasserprobleme“ Venedigs

Fortsetzung 2:

Der Zweck dieser Anlage ist es, Nordsee-Sturmfluten zu unterbinden, die vorher das Nordseewasser aus den Kanälen in der Stadt austreten ließen.

Auf dem Grund des Flusses, hier auf dem Grund des Lagunenzugangs werden hohle Stahlkörper drehbar gelagert, die mit Wasser vollaufen und sich umlegen. Will man das Wehr schließen, pumpt man Luft in die Hohlkörper, verdrängt damit das darin enthaltene Wasser, die Stahlkörper „schwimmen auf“ und verschließen den Lagunenzugang.

Das ist gegenüber dem Plan wegen Geldmangel um Jahre verspätet, aber gegenwärtig im Bau.

Die Grünen sind gegen diese Lösung und argumentieren mit einem gewissen Recht, der Wasseraustausch in der Lagune wird dadurch unterbunden, was durchaus zum Verfaulen des Lagunenwassers führen kann.

Dem kann man entgegen halten, bei Adria-Hochwasser kann man die Wehre schließen, aber z.B. den Porto di Lido solange offenhalten, als die Lagune das Hochwasser noch verträgt. Wenn das Adria-Hochwasser wieder zu Ende ist, was ja immer wegen Flut und Ebbe nur ein paar Stunden dauert, kann man das überschüssige Wasser in der Lagune wieder in die Adria zurückfließen lassen, aber z.B. über den Porto di Chioggia. Auf diese Weise kann man Strömungen in der Lagune erzwingen, die zum notwendigen Wasseraustausch führen.

Die betriebliche Zukunft wird zeigen, ob der gewünschte Effekt, der mit Sicherheit zu erreichen ist, mit erträglichen Nebenwirkungen abläuft.

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