Unfälle, Flugausfälle: Ostösterreich versank im Schnee

18.01.2013 | 08:59 |   (DiePresse.com)

Massive Schneefälle legten am Donnerstag den Verkehr im östlichen Teil Österreichs teilweise lahm. Am Flughafen Wien-Schwechat ging zeitweise fast gar nichts mehr.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Große Neuschneemengen haben am Donnerstag in der Osthälfte Österreichs zu beträchtlichen Verkehrsbehinderungen geführt und Mitarbeiter von Straßenmeistereien sowie Einsatzkräfte von Feuerwehren vor enorme Herausforderungen gestellt. In Geduld üben mussten sich nicht nur Autofahrer, die wegen hängen gebliebener Lkw nicht weiterkamen, sondern auch Öffi- und Flugpassagiere: Am Flughafen Wien-Schwechat fielen zwei Drittel der geplanten Flüge aus.

Ab dem späten Vormittag durften am Flughafen keine Maschinen mehr landen, Starts waren nur eingeschränkt möglich. Insgesamt fielen bis 16 Uhr 229 von 342 Starts und Landungen aus. 113 Flüge konnten stattfinden - teilweise jedoch mit erheblichen Verzögerungen, sagte Flughafensprecher Peter Kleemann der APA. AUA-Flüge wurden nach Graz und Linz umgeleitet. Nachdem sich die Wetterlage am Nachmittag gebessert hatte, rechnete der Flughafen damit, dass ab 20 Uhr wieder Landungen - jedoch in eingeschränktem Ausmaß - möglich sein sollen.

Mehr zum Thema:

>> Zu den Fluginformationen des Flughafens

>> Fluginformationen der Austrian Airlines

(c) APA/ROBERT JÄGER

vergrößern

Die Schneemengen haben auch auf Autobahnen zu massiven Schwierigkeiten geführt, betroffen waren überwiegend Schwerfahrzeuge. Die Wiener Außenringautobahn (A21) wurde in der Früh für Lkw über 3,5 Tonnen in Richtung Sankt Pölten gesperrt. Ab etwa 17.00 Uhr war die Autobahn wieder für alle Fahrzeuge befahrbar. Feuerwehren in Niederösterreich bargen bis zum frühen Nachmittag 260 Fahrzeuge. Darunter befanden sich 125 Lkw mit einem Gewicht von 7,5 bis 40 Tonnen, die vorwiegend von der A21 und der Ostautobahn (A4) abgeschleppt werden mussten. Unfälle geschahen im Minutentakt. So wie in anderen Bundesländern blieb es überwiegend bei Sachschäden.

Wetter im Bild: Schnee, Matsch und Verkehrsprobleme

Alle 15 Bilder der Galerie »
Mitten in der heißen Phase des Bundesheer-Wahlkampfes wurden anlässlich des heftigen Schneefalls in Baden auch Rekruten eingesetzt. Rund 100 Grundwehrdiener rückten Donnerstagnachmittag aus, um bei der Beseitigung von Schneemassen zu helfen.

 

Probleme auf A7, A21, A23

Für die schneebedeckte Mühlkreisautobahn (A7) in Oberösterreich lautete die Empfehlung der Polizei: "Nur fahren, wenn es unbedingt nötig ist." Im Berufsverkehr in Oberösterreich entstanden wetterbedingte Staus und Verzögerungen, zahlreiche Schüler erschienen zu spät zum Unterricht. Elf Personen, darunter auch einige Schüler, mussten am Donnerstag in Leonding (Bezirk Linz-Land/OÖ) nach einem Unfall fast eine Stunde in einem Linienbus ausharren. Verletzt wurde niemand.

 In Wien begannen die Probleme mit dem Einsetzen des Frühverkehrs ab etwa 7 Uhr. Für Behinderungen sorgten auch hier immer wieder hängen gebliebene Lkw, aber auch der Fahrbahnzustand. So musste ein Abschnitt der Laxenburger Straße in Liesing zwischen der Draschestraße und der Anschlusstelle S1 zwischenzeitlich wegen der festgefahrenen Schneedecke und teilweise Eisglätte gesperrt werden. "Komplett verstaut" war laut ÖAMTC die Südosttangente (A23) in Richtung Süden. Schuld waren häufig im Schnee hängen gebliebene Schwerfahrzeuge. Die Wiener Berufsfeuerwehr rückte bis 18.30 Uhr insgesamt 160 mal zu Einsätzen aus. Für den gesamten Tag wurden 200 Einsätze erwartet, normalerweise sind das rund 100 täglich.

 

Entgleiste Straßenbahnen

Probleme gab es auch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Wiener Linien rieten Fahrgästen zum Umstieg von Bus und Bim auf U-Bahnen. Bereits in der Früh entgleiste eine Garnitur der Linie 62, am Nachmittag eine Garnitur der Linie 49. Verletzt wurde niemand.

Nicht einmal das Burgenland blieb vom heftigen Wintereinbruch verschont. Im Süden führten die Schneefälle zu Störungen bei der Stromversorgung. Betroffen waren ab 6 Uhr insgesamt rund 2.500 Haushalte in den Bezirken Oberwart, Güssing und Jennersdorf. Burgenlands Feuerwehren verzeichneten mit Stand 16.30 Uhr etwa 110 Einsätze, verletzt wurde jedoch niemand.

Kettenpflicht für Lkw gab es auf der S31 bei Sieggraben sowie am Henndorfer Berg (Bezirk Jennersdorf) und auf der B16 bei Klingenbach (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) bis zur Staatsgrenze. Eine um 8.00 Uhr verhängte Sperre der Autobahn M1 von Nickelsdorf nach Budapest für Lkw über 7,5 Tonnen sorgte auch diesseits der Grenze für Behindungen: Im Bereich des Grenzübergangs bildete sich am Nachmittag ein 15 Kilometer langer Stau. Die Parkplätze an der A4 waren ausgelastet. Lkw wurden auf dem Pannenstreifen angehalten. Am späten Nachmittag rückte das Rote Kreuz aus, um die betroffenen Insassen und zum größten Teil Lkw-Fahrer mit Decken und Tee zu versorgen.

 

Westen blieb verschont

Auch in der westlichen Slowakei gab es wetterbedingt Verkehrsprobleme. Staus wurden vor allem aus dem Raum Bratislava gemeldet. Im Westen Österreichs gab es keine größeren Probleme, die auf Schnee zurückzuführen waren. "Schuld" an den Niederschlägen trägt übrigens ein Italien-Tief. Der Schneefall soll am Freitag aufhören, im Osten ist laut ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) allerdings mit Schneeverwehungen zu rechnen.

>> Zu den aktuellen Schneeprognosen

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

112 Kommentare
 
12 3

Auch interessant

Gibt es schon einen Schneebeauftragten?

Re: Auch interessant

Kommt noch. Die Einrichtung des Postens für den Grasbeauftragten ging vor.

Jede Menge Hilfskräfte:

in/um der Votivkirche gibt's jede Menge kräftiger junger Leute (inaktive Aktivisten), denen langweilig ist ....... ;-)

Re: Jede Menge Hilfskräfte:

Die wollen doch nur den Zugang zum Arbeitsmarkt (sprich Sozialtopf)
Wenn die etwas für ihre Beschützer und Wien machen wolten,hätten sie sich beim frei schaufeln rund um die Votivkirche betätigt.

Rekruten schaufeln in Baden

Sonderbar:
Hat es in Baden so viel mehr geschneit als im übrigen Osten Österreichs und anderen Städten dass man zum Schnee schaufeln Rekruten braucht? Haben die in Baden keine Straßenmeisterei und keinen Gemeindebauhof, die üblicherweise Schneeräumung übernehmen? Aber wahrscheinlich hat es gerade gepasst, dass in der Kaserne gerade Rekruten vorhanden sind. Damit kann vorgezeigt werden, wie sehr Zwangsverpflichtung notwendig ist *g*. Eigentlich ein trauriges Beispiel!
Es ist Winter, Schneefall ist normal im Winter sollte man meinen. Alle kommen damit halbwegs zurecht, nur Baden braucht die Grundwehrdiener zum Schnee schaufeln? Ich wohne im Waldviertel, in meinem Ort gibt es auch eine Kaserne. Aber Rekruten haben bei uns noch nie Schnee geschaufelt. Nicht einmal damals als dieser Katastrophenwinter mit den Unmengen an Schnee war. Da war die Feuerwehr im Einsatz, um die Dächer von Schnee zu befreien. Der Flughafen Wien mußte heute zeitweise gesperrt werden - Rekruten zum Schnee schaufeln wurden allerdings dort nicht angefordert, auch nicht in Wien, St. Pölten, Krems etc. Aber die Stadt Baden braucht Rekruten zum Schnee schaufeln - absurd!
Das Komitee "Einsatz für Österreich" und die ÖVP stellen jedoch diese Aktion auf die homepage als Argument PRO WEHRPFLICHT!
Ein Armutszeugnis für die ÖVP, aber ebenso ein Armutszeugnis für die Stadt Baden, die nicht im stande ist, Ihren Aufgaben als Gemeinde nachzukommen und Rekruten anfordert!

Norbert Darabosch verspricht:

WENN WIR ERST EIN BERUFSHEER HABEN, WIRD ES NIE WIEDER SCHNEIEN !!!!

Du meine Güte!

Die VIE tut ja grad so als wenn sie die Luftstraßen auch alle räumen täte!
Ich erinnere an den Skylink. Die bringen nichts gscheits zusammen.

Liebe VIE Herren

Ab zum Winterdienst ....

also

an alle jene die glauben die technologie könnts eh- aber die bösen verantwortlichen könnens nicht: rechnet euch die gesamtfläche der bei aktuellem wind verfügbaren start-und landebahn aus, dann zählt die fläche der zu-und abfahrtswege hinzu, und dann noch die benötigten abstellflächen an gates und für busse, dann noch die verkehrsflächen für gepäck und service. und diese fläche mal 40cm. dann habt ihr das zu entfernende schneevolumen (in abertausenden kubikmetern...)
dann überlegt euch wie ihr bei einem 36 stündigen ereignis eine endliche anzahl an räumfahrzeugen und personal am besten einsetzt.
und dann überlegt euch wo ihr konstruktiverweise das ganze schneevolumen ablegt - eher nicht neben der piste oder dem gate...
und dann überlegt euch, ob ihr, wenn ihr etwa eine woche vor dem ereigniss erfährt was abgeht, ob ihr dann noch die vielfache anzahl an ausgebildetem personal mit allen zugangsberechtigungen rekrutieren könnt.

und dann überlegt euch, ob es einfach eine kombination von physikalischen grössen wie zeit, volumen, masse im zusammenspiel mit endlichen ressourcen gibt.

und dann kann es immer noch passieren, dass sich die natur nicht an personalressourcen hält, da solche ereignisse wie oft in 10 jahren vorkommen? und sonst alle verschwendung schreien wenn einmal ein angestellter hackler 10 min herumsteht!

Re: also

was mich ein bisserl ärgert ist, dass es jedes Jahr schneit
jetzt bin ich über 50, und die Experten sind jedes Jahr wieder überascht......., weil´s schneit
ich mein der depperte Schnee, wer braucht des??
ah so ein häckel.....

Re: also

"Die 320 im Winterdienst eingesetzten Mitarbeiter betreuen mit 62 Fahrzeugen über zwei Millionen Quadratmeter zu räumende Fläche. (Wikipedia)) lassen auf eine grundsätzlich einfach zu lösende Aufgabenstellung schließen.

Das Ganze bleibt also eine einfache Schlussrechnung (Gut, das "einfach" streichen wir wieder).

Re: Re: also

Wie haben die es in den 1960 Jahren bewerkstelligt als es über Nacht noch bis zu 70 cm geschneit hat ???
Ja damals sind eben Mengen von Schneeschauflern unterwegs gewesen und ,sogar ab 22h in der Nacht.

Re: Re: also

bleib´ma olle daham, kann nix sein.......

Re: also

nein, ich arbeite nicht in der zivilluftfahrt und auch sonst in keiner...

Überhaupt nicht überraschend

kam diesmal der Schneefall. Flughafensprecher Kleemann hat zuvor noch von "bestens vorbereitet" gesprochen. Und dann das totale Chaos!
Vielleicht sollte man sich einmal in Rußland erkundigen, wie die das bei wesentlich mehr Schnee, tieferen Temperaturen und heftigem Wind schaffen ihre Flughäfen frei zu halten.
Konsequenzen hat das Versagen am Flughafen Wien, wie üblich, natürlich keine! Ist ja höhere Gewalt...

Re: Überhaupt nicht überraschend

Sie, Sie Komischer
Kommunismus u Schnee gibt´s ned
des wär ja wie Österreich und Korruption

unmöglich....

Re: Überhaupt nicht überraschend

Der Vergleich mit Russland ist nicht gut.
Selbstverständlich wären dort die Maschinen problemlos gestartet und gelandet.
Die Russen sind keine Weicheier - und Sozialisten regieren dort schon lange nicht mehr.

Aber Wien ist anders . . .


Linz Hörsching

... hat auf diese Weise doch noch Passagiere

Profi-Schneeschaufler

Nachdem ich am 20.01. von meinem Amt abgewählt werde bewerbe ich mich beim Flughafen Wien als Profi-Schneeschaufler.

Mit Lügengeschichten und vielen Inseraten werden wir den Schnee bekämpfen - koste es, was es wolle.

Und ich garantiere - im Juli wird es keine Schneekrise geben !

Lügenminister
Da Rabosch


Re: Profi-Schneeschaufler

Und bei der Menge heißer Luft die sie produzieren, braucht man sich um Schneedepots in Zukunft keine Gedanken mehr zu machen.

Darum mache ich mein Kreuzerl bei:
Ja, zu Da Rabosch als Schmäh, äh Schneeminister!

;-)

Re: Re: Profi-Schneeschaufler

(x) Stronach
jetzt wisst´s wie verzweifelt ich bin
Notwehr ist kein leeres Wort mehr....

Du meine Güte!

Wenn man so gscheit ist und einen Flughafen betreibt, klar, übersieht man gleich, dass es auch Jahreszeiten gibt.
Aber es kostet halt nichts, wenn die Airliner herumstehen. Schneeräumen, das kostet. Dem Flughafen eben was.

Re: Du meine Güte!

Das echte Problem ist wie überall auch bei der VIEW die Auslagerung solcher Dienstleistungen siehe Gemeinde Wien Wiener Wohnen usw.

Re: Du meine Güte!

Die Mitarbeiter/innen könnten zur Abwechslung einmal schneeschaufeln gehen. P.S. Gratis Tip!

ent... täuschend....

eigenartig. Wir haben eine "tolle Technologie", supermodern, bald autonom und was weiß ich. Dann kommen ein paar lächerliche cm Schnee und alles ist immer ganz anders..... Bahnen stehen. Fliegen kann nix mehr, Autos stecken mit durchdrehenden Rädern fest, auch die mit x-y z 4WD, usw usf... Ein Halleluja auf die Technik.....

Re: ent... täuschend....

sind Sie des Schwimmen mächtig?

:)))

 
12 3

Jetzt Panorama-Newsletter abonnieren

Der tägliche Überblick mit den wichtigsten Meldungen zu den Themen Chronik, Wien und Umwelt. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

Wetter

  • Aktuelle Werte von
    20:00
    Wien
    19°
    Steiermark
    16°
    Oberösterreich
    16°
    Tirol
    14°
    Salzburg
    15°
    Burgenland
    19°
    Kärnten
    16°
    Vorarlberg
    16°
    Niederösterreich
    14°
AnmeldenAnmelden