Schneefall: Wien, wintersportlich

19.01.2013 | 18:39 |  von Christine Imlinger und Mirjam Marits (Die Presse)

Seit Samstag ist die Hohe Wand nicht mehr die einzige Piste Wiens. Nur alle 50 Jahre fällt in Wien so viel Schnee wie in dieser Woche. Der lässt sich sportlich nützen: Von Skifahren bis Schneeschuhwandern.

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So eine Schneedecke, die eine ganze Großstadt zudeckt, polarisiert natürlich: Entweder man hasst sie. Oder man mag (und nutzt) den Schnee in der Stadt. Wer sich zu letzterer Gruppe zählt, darf sich über außergewöhnliche Wintertage freuen: So viel Neuschnee in so kurzer Zeit kommt in Wien statistisch gesehen nämlich nur alle 50 Jahre vor, sagen die Wetterexperten von Ubimet. Dank eines Mittelmeertiefs bleibt der Schnee auch noch einige Zeit liegen. Für ein bisschen Wintersport muss man die Stadt nicht einmal verlassen: Auch in Wien gibt es genug Gründe, gerade jetzt ins Freie zu gehen:

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1 Skifahren/Snowboarden. Es ist bei Weitem nicht das abwechslungsreichste Skigebiet des Landes. Aber immerhin die bekannteste Piste Wiens: die Hohe Wand. Oder das Skigebiet „High Hills“, wie es die Betreiber nun zum Zwecke der besseren Vermarktung nennen. Schließlich hatte die Piste in Mauerbach lange Probleme. Aktuell sei davon aber keine Spur. „Der Betrieb ist sehr gut angelaufen“, erzählt Martin Dolezal. „Besser geht es fast nicht“, so beschreibt er die Pistenverhältnisse: weicher Pulverschnee, der Schneefall sei kein Problem, „ganz im Gegenteil“, so Dolezal. Heute, Sonntag, am Montag und am Dienstag ist der Lift von neun bis 16 Uhr in Betrieb. An den übrigen Wochentagen von neun bis 21 Uhr.

Seit Samstag ist die Hohe Wand nicht mehr die einzige Piste Wiens, auch die Skianlage Dollwiese in Hietzing ist wieder in Betrieb. Allerdings läuft nur der 100 Meter lange „Zauberteppich“, eine Art Förderband, (täglich von zehn Uhr bis Einbruch der Dunkelheit). Die Benutzung ist kostenlos, eignet sich aber nur für Kinder und ihre ersten Schwünge. Für deren Begleiter ist aber immerhin das Gasthaus Lindwurm in unmittelbarer Nähe.

2 Langlaufen. Es müssen aber nicht immer die Alpinski sein. Selten aber doch liegt in Wien genug Schnee zum Langlaufen. Während der eine oder andere auf eigene Faust seine Spuren zieht oder einfach neben den Straßen läuft, sind aktuell aber auch die knapp 50 Kilometer Strecke auf den acht offiziellen Wiener Loipen gespurt. Einmal pro Tag, so erzählt Hohe-Wand-Betreiber Dolezal, dessen Firma Snowsports auch für das Spuren der Wiener Loipen zuständig ist, werden die Langlaufstrecken gezogen. Schließlich sind sie bei dem Schneefall der vergangenen Tage schnell wieder verschneit. „Das viel größere Problem aber sind Fußgänger, die auf den Loipen gehen und sie damit für die Langläufer ruinieren“, sagt Dolezal. Vor allem im Schwarzenbergpark sei die Loipe regelmäßig von unbedachten Spaziergängern zertrampelt, obwohl der Gehweg geräumt wäre.

3 Rodeln. Man übersieht es zu leicht, zwischen all dem Vorsichtig-durch-Schneematsch-Stapfen und Über-die-langen-Wartezeiten-auf-Bus-und-Bahn-Jammern, selbst mitten in der Stadt kann der viele Schnee aber richtig Spaß machen: Zum Beispiel, wenn die beiden Wiener Rodelstraßen mit Strohballen gesichert und freigegeben werden. Aktuell sind sowohl die Strecke am St.-Ulrichs-Platz in Neubau und die Schwenkgasse in Meidling zum Rodeln bereit. Die rechtlichen Fragen, an denen das Rodeln in der Stadt eine Weile zu scheitern drohte, sind übrigens geklärt: Eltern haften – genau – für ihre Kinder, heißt es vonseiten der Stadt.

Nicht nur auf den beiden Rodelstraßen, auch in 15 Parks eignen sich kleine Hügel und Hänge, die vom TÜV getestet und für sicher befunden wurden, um sie mit Bob und Rodel zu befahren. Die spektakulärste Abfahrt ist wohl jene auf der Jesuitenwiese im Prater. Und das auch abends bei Flutlicht bis 21 Uhr. Liegt kein Schnee, werden Schneekanonen angeworfen, wenn es kalt genug ist. Die Kinderfreunde verleihen im Prater übrigens kostenlos Rodeln.

4 Schneeschuhwandern. Zugegeben, die Vorstellung, auf Schneeschuhen durch die Stadt zu wandern, scheint irgendwie exotisch. Aber dennoch machbar: Theoretisch lässt sich jeder verschneite Hügel auch mit Schneeschuhen erwandern. Praktisch sollte man natürlich eine Ahnung von der richtigen Technik haben, sonst ermüdet die Wanderung zu sehr. Die Naturfreunde etwa veranstalten immer wieder Schneeschuh-Touren sowie auch Schnupperworkshops (nächster Termin: 26.1.) und verleihen auch die Ausrüstung. Das genaue Ziel (etwa Wienerwald, Unterberg, Rax) wird je nach Schneelage kurzfristig fixiert. Wer es noch abenteuerlicher mag: Auch für Eiskletter-Expeditionen herrschen jetzt die richtigen Temperaturen, auch hier gibt es Schnupperkurse (siehe Infobox).

5 Schneespaziergänge. Für alle, die keine ausgeprägten sportlichen Ambitionen haben: Der Schnee lässt sich natürlich auch im Schritttempo genießen. Für längere Schneespaziergänge eignet sich etwa der Lainzer Tiergarten (Zugang derzeit nur über das Lainzer Tor), hier sind die Hauptwege auch schneegeräumt. In vielen anderen Erholungsgebieten gibt es zwar keinen Winterdienst, die verschneiten Wege sind aber – auf eigene Gefahr – trotzdem benutzbar. Wie etwa der Wanderweg auf den Hermannskogel (19. Bezirk, Ausgangspunkt: Endstelle 39A in Sievering), für den man drei bis vier Stunden einplanen sollte. Oben angekommen, kann man sich im Gasthaus Agnesbrünnl auf der Jägerwiese stärken, Rodelmöglichkeit inklusive. Und gegen Schneeschuhe hat hier sicher auch niemand etwas.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.01.2013)

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3 Kommentare

frau ist wie immer, einfach toll!


Du meine Güte!

Die Wiener und Wintersport!
Werden die Krankenhäuser wieder übergehen.

wieso ist der beitrag wien betreffend unter panorama - österreich?


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