Juwelen-Diebe stehlen Cannes nicht nur die Show

17.05.2013 | 17:52 |   (DiePresse.com)

Schmuck im Wert von rund 776.000 Euro wurde entwendet. Die Goldene Palme sei aber "in Sicherheit", beteuern die Filmfestival-Veranstalter. Die Diebe rissen den Tresor aus einem Hotelzimmer.

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Die erlösende Nachricht für die Stars beim Filmfest in Cannes kam erst nach Stunden: Die Goldene Palme ist "in Sicherheit", verkündete die Festival-Leitung. Die begehrte Auszeichnung war glücklicherweise nicht unter den Kostbarkeiten, die bei dem spektakulären Diebstahl in der Nacht auf Freitag in der südfranzösischen Stadt erbeutet wurden. Dafür aber Schmuck im Wert von mehr als einer Million Dollar oder umgerechnet rund 776.000 Euro - aus einem Hotelzimmer gestohlen, das nur wenige Minuten vom berühmten Festival-Palast von Cannes entfernt liegt.

Der wertvolle Schmuck wurde nicht einer der internationalen Filmgrößen gestohlen, die sich seit der Eröffnung des Festivals am Mittwoch in Cannes ein Stelldichein geben, sondern einer US-Mitarbeiterin des Schweizer Uhren- und Schmuckhauses Chopard. Das erklärt auch die erste Aufregung um die Goldene Palme: Denn das renommierte Unternehmen Chopard ist seit vielen Jahren offizieller Partner des Filmfestes und kreiert nicht nur eine spezielle Schmuck-Kollektion für die Stars auf dem roten Teppich, sondern seit 1998 auch jedes Jahr neu die begehrte Film-Trophäe.

Nur wenig sickerte zunächst über den dreisten Einbruch durch. Chopard hüllte sich vorerst in Schweigen. Klar war lediglich, dass die Diebe vor 5.00 Uhr früh den Tresor aus einem Schrank in dem Hotelzimmer herausgerissen und weggeschleppt hatten. Von einer Beute im Wert von "mindestens einer Million Dollar" war die Rede. Was genau in dem Tresor lag, war zunächst unklar.

Schmuck relativ unsicher gelagert

Die Polizei wunderte sich aber offenbar, dass in dem Novotel, das nicht zu den gesicherten Luxus-Hotels in Cannes zählte, solch teurer Schmuck gelagert wurde. Denn Chopard verfügt während des Filmfests ohnehin über festungsartig gesicherte Räumlichkeiten im Luxushotel Martinez, wo eine eigens engagierte Sicherheitsfirma über die wertvollen Stücke wacht.

Das berühmte Schweizer Schmuckhaus wirbt im Internet ausführlich für seine "Red Carpet Kollektion 2013". So erschien am Eröffnungsabend das britische Top-Model Cara Delevingne mit glitzernden Diamant-Ohrringen und Halskette von Chopard über den roten Teppich. Auch die Sängerin Lana Del Rey statteten die Schweizer bei ihrem Auftritt in Cannes mit Gold-Ohrringen mit großen grünen Smaragden aus. Und US-Schauspielerin Julianne Moore trug auf dem roten Teppich eine Halskette mit Diamanten von insgesamt 56.51 Karat.

Die Kreativ-Chefin hinter der Cannes-Kollektion für Chopard ist die Vizepräsidentin des Unternehmens, Caroline Scheufele. Auch sie vergnügte sich in der Nacht auf Freitag in Cannes, als sich der Einbruch ereignete. Denn der Schweizer Schmuckhersteller verlieh am Donnerstagabend einen eigenen Preis an Nachwuchstalente, auch bei der Party danach kamen die Preziosen von Chopard voll zur Geltung.

Ring mit 705 Rubinen

Ein Glanzstück der diesjährigen Kollektion von Scheufele ist ein kunstvoll in Blumenform gestalteter, filigraner Ring, der mit 705 Rubinen besetzt ist. Zum 15-jährigen Jubiläum der Zusammenarbeit zwischen Chopard und den Filmfestspielen von Cannes hatte sich die künstlerische Direktorin von Chopard diesmal besonders ins Zeug gelegt: "Ich wollte den schönsten Gefühlen huldigen. Die Red Carpet Kollektion funkelt in herrlichen Farben, mit leuchtend roten Akzenten als Zeichen für das Feuer der Leidenschaft und Edelsteinen im Herzschliff, einem meiner Lieblingsschliffe", erläuterte sie.

Die Chopard-Vizepräsidentin wird nun nicht die einzige sein, die den glitzernden Kostbarkeiten hinterher trauert. Auch die Stars, die Chopard noch bis zur feierlichen Preisverleihung am 26. Mai in Cannes mit Diamanten und anderen Juwelen glanzvoll zur Geltung bringen wollte, müssen sich nun wohl teils nach anderem Schmuck für ihre großen Auftritte umsehen.

(APA/AFP)

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1 Kommentare

Die goldene Palme ist in Sicherheit?

Das wird aber an dem geringen Materialwert liegen.

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