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Belgische Kirchen-Razzia: Dutroux-Akten gefunden

06.07.2010 | 12:41 |   (DiePresse.com)

Bei den Durchsuchungen in belgischen Kircheneinrichtungen sollen unter anderem Fotos von Opfern des Mörders und Kinderschänders Marc gefunden worden sein. Ein ehemaliger Erzbischof wird nun verhört.

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Bei den umstrittenen Durchsuchungen in kirchlichen Gebäuden in Belgien sollen Ende Juni laut Medienberichten auch vertrauliche Unterlagen zum Fall des Mörders und Kinderschänders Marc Dutroux entdeckt worden sein.

Mehrere belgische Medien berichteten am Dienstag, zu den beschlagnahmten Dokumenten gehörten angeblich Fotos der Dutroux-Opfer Julie und Melissa sowie vertrauliche Berichte der Staatsanwaltschaft.

Fall Dutroux
Der Fall Dutroux, der 2004 mit einer Verurteilung zu lebenslanger Haft endete, hatte Belgien Ende der 1990er Jahre tief erschüttert. Dutroux hatte mehrere Mädchen entführt, von denen vier während ihrer Gefangenschaft in seinem Haus qualvoll starben. Der Fall erregte internationales Aufsehen, weil er große Probleme der Justiz und Polizei Belgiens ans Licht brachte und eine Staatskrise auslöste.

Was wusste der ehemalige Erzbischof?

Der ehemalige Erzbischof von Mechelen-Brüssel, Kardinal Godfried Danneels, wurde am Dienstag von der Staatsanwaltschaft als Zeuge verhört. Bei dem Verhör soll es unter anderem um die Dutroux-Dokumente gehen, aber auch um Vorwürfe unterlassener Hilfeleistung. Es gibt angeblich Hinweise, dass Missbrauchsvorwürfe vertuscht worden sind. Das Verhör soll nun offenbar klären, ob Danneels davon gewusst hat. Wenn dem so ist, könnte ein Verfahren folgen.

Die Zeitung "De Standaard" berichtet, die scharf kritisierte Durchsuchung der Gräber früherer Kardinäle in der Sint-Rombouts-Kathedrale in Mechelen gehe auf konkrete Vorwürfe zurück. Die frühere Vorsitzende der Untersuchungskommission für Missbrauchsvorwürfe, Godelieve Halsberghe, soll demnach den Ermittlern erklärt haben, Ex-Erzbischof Danneels habe Dokumente zu Missbrauchsfällen in der Krypta der Kirche an geheimem Ort versteckt. Belege dafür habe die Durchsuchung der Kathedrale aber nicht erbracht.

Rechmäßigkeit der Razzien wird noch geklärt

Laut Medienberichten sollen die zuständigen Justizbehörden noch in diesem Monat entscheiden, ob die Durchsuchungen vom 24. Juni am Sitz der Erzdiözese in Mechelen sowie bei der Missbrauchs-Untersuchungskommission in Löwen rechtmäßig waren. Am Montag wurde bekannt, dass die belgische Generalstaatsanwaltschaft eine Prüfung des Vorgehens der Brüsseler Staatsanwaltschaft bei den Durchsuchungen eingeleitet hat.

Die Brüsseler Staatsanwaltschaft hatte bei ihrer Razzia zahlreiche Akten und Rechner konfisziert. Den versammelten Bischöfen und Kirchenvertretern wurden die Handys abgenommen. Zudem wurden auf der Suche nach belastendem Material auch Grablegen verstorbener Erzbischöfe in der Kathedrale aufgebrochen.

Die Ermittler erklärten, es gebe Hinweise darauf, dass der Justiz Beweismaterial unterschlagen worden sei. Papst Benedikt XVI. und die Spitze der Belgischen Bischofskonferenz äußerten sich "verwundert" über das Vorgehen. Die kirchliche Missbrauchskommission trat zurück, weil die Justiz die den Opfern zugesicherte Vertraulichkeit gebrochen habe.

(APA/red.)

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27 Kommentare
 
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Gast: abyss
23.08.2010 23:33
0 0

totally sick and insane

This is the end of Christian culture, the abyss, apocalypse and the Catholic church with it's unnatural attitude to human sexuality would be the first institution to bring us a new inquisition - strict, painful and mortal. The ideology Church is sick, as all ideologies. Who knows, what happens in the name of the islamic religion.

Gast: Freund des Rechts
06.07.2010 22:10
5 0

Gleiches Recht für alle, auch die Katholische Kirche darf sich nicht entziehen,

daher sind Einvernahmen und Hausdurchsuchungen auch bei Geistlichen, Bischöfen und Kardinälen richtig, und der Papst und der Vatikan soll den Mund halten ...

Antworten Gast: xxx
08.07.2010 09:01
0 0

Re: Gleiches Recht für alle, auch die Katholische Kirche darf sich nicht entziehen,

Jaja, gleiches Recht. Nur:
- gilt für die Katholische Kirche offenbar die Schuldvermutung,
- Hausdurchsuchungen dürfen offenbar ohne rechtliche Basis durchgeführt werden, einfach so, weil es halt die Kirche ist,
- abstruse Anschuldigungen gegen die Kirche müssen keinesfalls belegt werden, es reicht eine bloße Bezichtigung,
- und der Papst und der Vatikan sollen den Mund halten. Wär ja noch schöner, wenn sich die Kirche auch noch verteidigen dürfte.

Gast: 5nu21
06.07.2010 21:31
2 1

Dutroux

der Fall der "geklärt" wurde. Jahrelang. Mit Verwicklungen bis in höchste Polizei- und Justizkreise. Die man "leider, leider" nie so klären konnte wie es die Öffentlichkeit erwartet hatte. . Praktisch.
Ein Sargnagel des Staates Belgien.
Jetzt war's der Erzbischof. Maximal als EINER der Täter und Vertuscher - wo ist der Rest ?

Antworten Gast: Kryptisch
06.07.2010 22:42
0 1

Re: Dutroux

Dutroux hatte doch keinerlei Kontakt zur Kirche. Wird hier Jesus ein zweitesmal gekreuzigt von den linken Pharisäern?

Antworten Antworten Gast: Gast
07.07.2010 09:32
1 0

Re: Re: Dutroux

Dutroux hatte keinen Kontakt zur Kirche? Was Sie alles wissen…

Gast: Denkanstoß
06.07.2010 19:34
8 0

mit Ihrem KIRCHENBEITRAG unterstützen Sie die KATHOLISCHE KIRCHE ideell und finanziell – SIE SIND dadurch MITVERANTWORTLICH an ihren VERBRECHEN




mit Ihrem KIRCHENBEITRAG unterstützen Sie das Mißbrauchssystem



KATHOLISCHE KIRCHE ideell und finanziell



SIE SIND dadurch MITVERANTWORTLICH an ihren VERBRECHEN





Antworten Gast: kummerlfresser
06.07.2010 22:15
0 5

Daher: treten Sie aus der Kirche aus und werden Sie Mitglied der KP

mit Ihrem MITGLEIDSBEITRAG unterstützen Sie das Mißbrauchssystem

KOMMUNISTISCHE PARTEI ideell und finanziell

SIE SIND dadurch MITVERANTWORTLICH an ihren VERBRECHEN

Antworten Antworten Gast: Ausgetretener
07.07.2010 00:37
4 0

Wieso Pest mit Cholera tauschen?



Lieber „kummerlfresser“

Ich kann nur sagen, seit ich diese Kirche nicht mehr Mitfinanziere kann ich mit gutem Gewissen ruhig schlafen und das ersparte Geld geht direkt an Projekte, wo ich weis, was ich damit unterstütze.

Nur eine Frage: warum sollte jemand, der aus dieser Kirche austritt gerade ein Mitglied der KP werden wollen?



Antworten Gast: kummerlfresser
06.07.2010 22:13
0 3

Daher: treten Sie aus der Kirche aus und werden Sie Mitglied der KP

mit Ihrem KIRCHENBEITRAG unterstützen Sie das Mißbrauchssystem

KOMMUNISTISCHE PARTEI ideell und finanziell

SIE SIND dadurch MITVERANTWORTLICH an ihren VERBRECHEN

Antworten Gast: Net bös sein
06.07.2010 21:50
0 3

aber so frei von jeder intellektuellen Redlichkeit

sollte man sich nicht "Denkanstoß" nennen.

2 0

Laut unbestätigten Meldungen...

...soll der lb.Gott heute vormittag aus der Hl.röm.kath.Kirche ausgetreten sein!

Gast: Blitzgneisser
06.07.2010 16:13
0 3

Vertrauliche Unterlagen zum Fall Dutroux

Naja, das wird halt so gewesen sein, dass der Erzbischof nächtens in die Staatsanwaltschaft eingebrochen ist und die Unterlagen geklaut hat. Vermutlich gibt es da einen unterirdischen Geheimgang von der Krypta in der Kirche zum Ermittlungsbüro in der Staatsanwaltschaft. Und wenn man beim dritten Schädel von links das Unterkiefer leicht nach unten schiebt, dann öffnen sich im Ermittlugnsbüro die versperrten Dokumentenkästen. Damit wäre dann auch schlüssig erklärt, wie damals die geheimen Akten verschwunden sind.

Antworten Gast: falsch
06.07.2010 18:26
3 0

Re: Vertrauliche Unterlagen zum Fall Dutroux

Viel schlüssiger wäre natürlich, dass Ihr "Erzbischof" in den Fall verwickelt war und ist.

Antworten Antworten Gast:
06.07.2010 22:30
0 0

Re: Re: Vertrauliche Unterlagen zum Fall Dutroux

Verwicklung hin oder her, aber dass Akten von der Untersuchungsbehörde zum Bischof gelangen erklärt sich so nicht.

Gast: Gynekologe
06.07.2010 15:44
0 0

Der Kirchenfürst bedient sich fürstlich?

Reden wir nicht darüber - wer für andere bettelt wid keine Zeit für Hilfeleistung haben.

Wozu braucht wer Kirchen? Dort wohnt kein Gott - ganz sicher schon lange ausgezogen!

Das meine ich nicht persönlich sondern kirchlich!

Gast: Kyniker
06.07.2010 15:26
10 0

@ „Hinweise, dass Missbrauchsvorwürfe vertuscht worden sind.“






deshalb hat der Vatikan die Verhöre der Bischöfe als „unerhört“ bezeichnet und den belgischen Botschafter einbestellt…






Gast: Kyniker
06.07.2010 15:25
8 0

@ „Durchsuchungen in belgischen Kircheneinrichtungen“






in Österreich kann der röm.-kath. Kirche so etwas nicht passieren – hier lädt die Frau Justizminister die Täter zu Kaffee und Kuchen, um sie über die Opfer diskutieren zu lassen…






Peregrin
06.07.2010 15:09
0 4

Ach, das erklaert den Sturmtruppeneinsatz

Da ist die kirchliche Kommission wohl dem Fall Dutroux zu sehr auf die Spur gekommen, den die belgische Justiz doch nach dem Hinscheiden von 27 Zeugen und einem Staatsanwalt schliesslich schon als "Einzeltaeter" abgeschlossen hatte.

Steininger
06.07.2010 14:59
3 0

Ich bin eher verwundert,

warum ein Kleriker von den Auswirkungen der Strafverfolgung verschont bleiben soll!

Antworten Gast: Gast
06.07.2010 15:28
5 0

Re: Ich bin eher verwundert,


Warum verwundert? Für die Kirche gelten andere Gesetze…


Gast: g1
06.07.2010 14:50
0 0

Man wird abwarten müssen, was da dran ist


Blitzky
06.07.2010 14:21
5 0

Wie man sieht, geht es nur so!

Dass eine kirchliche Missbrauchskommission auch die Fotos der Dutroux-Opfer bei "Kollegen im eigenen Haus" gefunden hätte ist ja wohl undenkbar.
Aber Österreich ist nun einmal anders.

Ilka
06.07.2010 13:48
9 0

Abgründe .......

Kann mich noch an den "Fall" Dutroux erinnern - Grauen pur!
Wenn jetzt auch in (belgischen) Kircheneinrichtungen Fotos von den Opfern gefunden wurden.........
Es muß doch schon jedem Kirchengänger, jedem zur Beichte geht schlecht werden bei der Vorstellung, dass vielleicht gerade dieser Priester ein Phädophiler ist!
Grauenvoll!

Antworten Peregrin
06.07.2010 15:15
0 5

Re: Abgründe .......

Offenbar hatte wer der Kommission den Akt zugespielt, vermutlich in der Hoffnung, dass doch noch mehr Licht in die Sache kommen moege; da braucht man nicht viel herumphantasieren.

Antworten Antworten Gast: Notrufnummer
06.07.2010 21:07
3 0

Psychiatrische Soforthilfe (01) 313 30

Erreichbarkeit 0 bis 24 Uhr

 
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