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Migranten drängen in den Spitzensport

15.08.2012 | 18:21 |  AMIN ELFESHAWI (Die Presse)

21 von 70 österreichischen Teilnehmern der Sommerspiele in London haben Migrationshintergrund. Im Profifußball beträgt ihr Anteil bis zu 42 Prozent.

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Wien/London. Genau 70 Sportler entsandte Österreich zu den Olympischen Sommerspielen nach London. 21 davon haben Migrationshintergrund. 15 davon wurden im Ausland geboren.

Georg Spitaler, Politologe mit dem Forschungsschwerpunkt „Sport und Politik“, wundert das gar nicht. „Das ist ein Ausdruck der Diversität der österreichischen Bevölkerung.“ Aber: Die Neo-Österreicher verteilen sich keineswegs gleichmäßig auf alle in London besetzten Sportarten. In manchen ist ihr Anteil höher, in anderen gar nicht vorhanden. Während im Schwimmen der höchste Anteil zu verzeichnen war, gab es sechs Sportarten ohne rot-weiß-rot-migrantischer Beteiligung.

 

Proletarier gegen Bürgerliche

Spitaler unterscheidet zwischen zwei Ebenen. Nämlich jener der Wohnbevölkerung und der der Arbeitsmigration im Sport. „Im Eishockey gibt es in Österreich beispielsweise seit den 1960er-Jahren Spieler aus Nordamerika, im Fußball sind transnationale Netzwerke noch älter.“

In den Sozialwissenschaften werden bürgerliche und proletarische Sportarten unterschieden. Die Olympischen Spiele seien nicht zuletzt durch bürgerliche Spiele gekennzeichnet, oder anders ausgedrückt: „Es gibt einen Unterschied zwischen Segeln und Fußball.“

Der Soziologe Pierre Bourdieu sieht in der Sportausübung eine Form der sozialen Positionierung. Dahingehend müsse man bei der Beschreibung von migrantischen Communitys und ihren Aktivitäten in der Sportwelt eine differenzierte Betrachtungsweise heranziehen. Kampfsportarten wie Ringen oder Boxen würden einen höheren Anteil von Menschen aus der türkischen oder ex-jugoslawischen Gemeinde aufweisen.

Fußball bildet eine Kategorie für sich: „Profifußball hat viel mit Schul- und Nachwuchsmodellen zu tun, daher ist die Mittelklasse stärker repräsentiert als früher.“ In der Bundesliga gibt es bei den Fußballvereinen einen 30-prozentigen Anteil von Spielern mit Migrationshintergrund. Von 1457Nachwuchsfußballern haben 431 ausländische Wurzeln. Spitzenreiter ist Austria Wien mit einem Anteil von 42,78Prozent, während Admira Wacker Mödling mit 14,71Prozent das Schlusslicht bildet. Bei der Austria stammen die Spieler aus neun verschiedenen Ländern.

 

Role Models: Chance und Risiko

Aber taugen Sportler mit Migrationshintergrund als Role Models? Spitaler: „Auf symbolischer Ebene funktioniert das gut.“ Ein aktuelles Beispiel dafür sei die Kampagne des TV-Senders „Puls4“ mit FC-Bayern-Star David Alaba und seiner Schwester. Problematisch werden solche Beispiele jedoch spätestens bei sportlichem Misserfolg, wie eine Studie Ende der 1980er-Jahre im Fall des Kanadiers mit jamaikanischen Wurzeln, Ben Johnson, zeigte: „Nach der Enttarnung als Dopingsünder hat plötzlich die Eingemeindung als ,kanadischer‘ Sportler nicht mehr funktioniert.“

Im Fußball hingegen existieren Diskussionen über nationale Loyalität vor dem Hintergrund von Doppelstaatsbürgerschaften. Die moralischen Debatten, welche hier dann geführt werden, haben laut Spitaler nichts mit der realen Lebenswelt des betroffenen Sportlers zu tun, weil da eine ganz andere Logik eine Rolle spielt. „Dennoch ist es wichtig, dass es sichtbare Figuren gibt, die eloquent sind und sich auch in der Öffentlichkeit gut darstellen können.“

Auffällig ist aber, dass in den vergangenen fünf bis zehn Jahren Sport und Integration zu politischen Themen wurden. Das ist neu. Spitaler: „Österreich war lange Zeit ein Land, das eine assimilatorische Sportpolitik betrieb.“ In Holland hingegen seien Minderheiten durch große Kampagnen gezielt zum Sport gebracht worden. Hier bestehe in Österreich noch Nachholbedarf.

Diese Meinung teilt auch Mohamed Rahman, Ex-Nationaltrainer des österreichischen Volleyballteams. „Hierzulande fehlt die professionelle Einstellung im Sport“, ärgert er sich. Demzufolge sei es auch nicht verwunderlich, dass ein allgemeines Defizit bei der Förderung von Migranten im Sport vorhanden sei. Nachbarländer seien da viel weiter. „In Deutschland sind das System und die Einstellung ganz anders. Dort arbeitet man auf eine professionelle Art, weil Politiker im Hintergrund stehen, die sich auch für Sport interessieren.“

 

Ruf nach mehr Geld

Um international bestehen zu können, ist laut Rahman vor allem eines nötig: mehr Geld. Man brauche eine bessere Vorbereitung und mehr Trainingslager, um die guten Sportler selektieren zu können. All diese Versäumnisse seien Faktoren, weshalb Österreich in London keine Medaille gewonnen habe.

Auf einen Blick

Immer mehr Migranten drängen– wie in vielen Bereichen der Gesellschaft – in den Spitzensport vor. 21 von 70 Olympia-Teilnehmern haben Migrationshintergrund. Im Profifußball reicht ihr Anteil bis zu 42Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.08.2012)

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35 Kommentare
 
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ist das eine bezahlte anzeige der fpö?

wahlkampf?

Gast: Die Wahrheit macht frei
16.08.2012 17:32
1 1

Olympia ist eine dekadente "Sport"-Orgie

die in erster Linie zur Mehrung des Reichtums der Olympia-Mafia dient.
Leistungssport ist ein organisierter gesundheitsschädlicher Schwachsinn der in seiner heutigen Ausformung eigentlich sofort verboten gehört, oder kann mir irgendjemand die Sinnhaftigkeit dessen erläutern wenn z.B. ein Schwimmer 5 oder 6 Stunden täglich von einer Wand zur anderen schwimmt, oder ein Läufer die gleiche Zeit damit verbringt irgendwo im Kreis zu laufen und sich zu quälen.
Um diese sogenannten Spitzenleistungen zu vollbringen wird dann noch gedopt, daß sich die Balken biegen.

Breitensport und sinnvolle Körperertüchtigung ist selbstverständlich zu bejahen und zu fördern, das was heute als kommerzialisierter Spitzensport verkauft wird ist abzulehnen.

Gast: Hubert trink das.
16.08.2012 16:31
4 0

Passt ja eh

alle bei Olympia verteilten Medallien wurden von Ausländern gewonnen.

Gast: gradiscanski_gefrajter
16.08.2012 14:05
2 2

Die

Deutlichkeit freut mich.

Zuwanderer drängen in proletarische Sportarten (Boxen, Ringen, Fußball), einheimische Bürgerliche reiten, segeln oder turnen lieber Kunst.

Im Standard fände man solche richtigen Aussagen ob der politischen Korrektheit nicht!

Migrationshintergrund...

...und futtern auch sicherlich nicht Schnitzerl und Schweinsbraten .... BRAVO!

2 1

Re: Migrationshintergrund...

sagt wer?

Re: Re: Migrationshintergrund...

DerMike

Gast: F@ntom
16.08.2012 12:37
2 6

!!!

a ja keine medaille, schnell ein artikel über ausländer!
genau deshalb, würde ich niemals für dieses sch..... land antreten :)

Gast: fffffffffffffffffffffffffffff
16.08.2012 11:16
2 0

einfach zum nachdenken

21 von 70 österreichischen Teilnehmern der Sommerspiele in London haben Migrationshintergrund. Im Profifußball beträgt ihr Anteil bis zu 42 Prozent.

und auch die restlichen sportler können mangels sportstätten zum großen teil nicht in österreich trainieren

Gast: kegelmeister kugelrund
16.08.2012 08:50
7 0

danke für den artikel -

so kann jeder seine eigenen schlüsse daraus ziehen

9 1

Re: danke für den artikel -

darum auch die Flut der Medaillen f. Ö.

Gast: tc_t
16.08.2012 07:50
4 0

und hat es was genutzt??

davon abgesehen... wie steht es mit den funktionären.... von denen ja mehr an olympia teilnehmen, als an athleten....

Interessant zu erfahren wäre auch,

ob dieser Anteil im internationalen Vergleich hoch ist oder ob das in etwa eh die Norm ist. Ansonsten sehr aufschlussreich, danke!

Gast: Vollmann R
16.08.2012 00:04
7 11

Migranten holen für uns Medaillen

Und auch unsercLand haben sie nach dem Krieg aufgebaut.

Gast: Ein Ätzer
15.08.2012 23:46
7 0

Die entscheidende Frage wurde nicht einmal gestellt!

Wievieler Eingewanderte hätte Österreich für eine Medaille zu den Olympischen Spielen nach London entsenden müssen?

Oder waren es zu viele?

Gast: nixwissen
15.08.2012 22:57
16 4

21 von 70 österreichischen Teilnehmern der Sommerspiele in London haben Migrationshintergrund.

Das Resultat sehen wir im Medaillenspiegel.

Am österreichischen Arbeitsmarkt ist es genauso.

Antworten Gast: toro
16.08.2012 13:10
0 1

Re: 21 von 70 österreichischen Teilnehmern der Sommerspiele in London haben Migrationshintergrund.

Achso.
21 Sportler mit Migrationshintergrund sind die Ausrede für das Totalversagen der 49 ohne?
Coole Logik...

Antworten Gast: auwe
16.08.2012 11:12
0 4

Re: 21 von 70 österreichischen Teilnehmern der Sommerspiele in London haben Migrationshintergrund.

wie Sie Äpfel zu Bananen umwälzen finde ich faszinierend. hoffentlich sind Sie nicht wirklich so einfach gstrickt

Grandios, bitte mehr AMS-Migration!

Danke, jetzt wissen wir warum, es sind die "Medäuln"!


Gast: Das haltet man im Kopf nicht aus!
15.08.2012 22:12
15 2

Man braucht nur die Headline.....

....und den letzten Satz lesen, dann weiß man um was es geht!
"Migranten drängen in den Spitzensport"

"All diese Versäumnisse seien Faktoren, weshalb Österreich in London keine Medaille gewonnen habe"

heisst übersetzt: Österreich muss mehr Imigranten ins Land holen, damit wir Olympia-Medaillen machen!.....GEHTS EIGENTLICH NOCH TIEFER??? Gestern waren es noch die UNSPORTLICHEN KINDER, denen man die Schuld am Versagen bei den Olyp. Spielen gab, HEUTE KOMMT SCHON EINER und nutzt dieses Versagen dazu aus, um mehr Imigranten ins Land zu holen.......WAS KOMMT ALS NÄCHSTES IN ÖSTERREICH??? Mich überrascht in Österreich NICHTS MEHR!

Antworten Gast: Wumpus3
16.08.2012 13:09
2 1

Re: Man braucht nur die Headline.....

Ich warte schon über ein Jahrzent darauf, daß eine in Österreich lebende Muslima einen Abfahrtslauf für unser Land gewinnt.

Re: Re: Man braucht nur die Headline.....

Aber bitte mit Tschador!

Gast: Callisto
15.08.2012 21:16
14 2

Nach London zu urteilen versagen Migranten anscheinend sogar beim Sport

Und nicht nur in Ausbildung und Qualifikation
Scheint ja super zu funktionieren das Multikulti

0 5

Re: Nach London zu urteilen versagen Migranten anscheinend sogar beim Sport

ist ihr Horizont tatsächlich so eingeschränkt wie man das aus ihrem Post herauslesen könnte?

Antworten Antworten Gast: Callisto
16.08.2012 15:32
4 0

Re: Re: Nach London zu urteilen versagen Migranten anscheinend sogar beim Sport

Verabschiede dich langsam von Multikulti - die Zeit läuft ab.
Wie auch immer.......

0 1

Re: Re: Re: Nach London zu urteilen versagen Migranten anscheinend sogar beim Sport

Warum läuft sie ab?

 
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